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2 Min Lesezeit 7 Kommentare

Wi-Fly: Microsoft will die ganze Welt mit günstigem WLAN versorgen

Noch immer sind weite Teile der Weltbevölkerung, vor allem in ländlicher Umgebung, nicht mit einer dauerhaften Internetverbindung versorgt. Microsoft will das mit dem Project Wi-Fly ändern, das auf einer simplen, aber spannenden Idee basiert: Die ohnehin am Himmel kreisenden Passagierflugzeuge sollen WLAN-Signale zum Boden funken.

Derzeit haben geschätzte 3,8 Milliarden Menschen auf der Welt keinen Internetzugang. Um diese Menschen günstig und möglichst schnell mit WLAN versorgen zu können, will Microsoft keine neuen Geräte nutzen. Stattdessen will man auf die bestehenden WLAN-Frequenzen aufsetzen und das Signal mit der Technologie, die ohnehin in Passagierflugzeugen vorhanden ist, verteilen.

In der technischen Lösung sieht Microsoft außerdem vor, die bestehenden ADS-B-Signale aus dem Flugzeugen als Kontrollkanal zu nutzen, um die Qualität und Stabilität der Verbindungen sicher zu stellen. Microsoft hat das System bereits unter Realbedingungen getestet und ist mit der Performance zufrieden. Je mehr Flieger dabei in der Luft sind, desto besser ist die Verbindung. Zwar sind die Latenzen recht hoch, das ist für Anwendungen wie Mails oder Messaging aber nebensächlich.

wi fly
Mit wenig Aufwand soll die WLAN-Versorgung erreicht werden. / © Microsoft

Der Ansatz von Googles Project Loon sieht statt der Nutzung von Flugzeugen und bestehender Infrastruktur neue Technologien für die WLAN-Versorgung vor. Mit Hilfe von eigenen Satelliten und Wetterballons, die Funkmodule über die Erde schweben lassen, wollte der Internet-Gigant alle Welt mit einem Online-Zugang versehen. Viel ist seit den Ankündigungen vor einigen Jahren in dieser Hinsicht aber nicht passiert. Gleiches gilt für das Aquila-Project von Facebook mit Solar-Flugzeugen. Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft mit dem neuen Project mehr erreicht.

Via: MSPowerUser Quelle: Microsoft

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7 Kommentare

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  • Und der Kontrollkanal dient wirklich nur der Stabilität und Verbesserung des Projekts? Hoffentlich lesen wir bald mehr darüber.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    In Kisangani werden Mails eben nur dann übertragen, wenn der nächste Frankfurt-Dubai-Flieger vorbeikommt. Immer noch besser, als gar keine Mails zu bekommen.


  • Dass bei den beiden Großmäulern Facebook und Google da nichts voran kommt, war mir schon bei der Ankündigung klar. Jetzt bin ich gespannt, ob Microsoft auch nur große Töne spuckt oder wirklich Taten folgen lässt.


  • Interessanter Ansatz, der von diesem Großkonzern gemacht wird. Wenn die bisher schwer bis nicht versorgten Bevölkerungsschichten versorgt werden, erschließt Microsoft natürlich auch neue Absatzgebiete oder wie sonst kommt diese Idee zutage? Denn aus reiner Nächstenliebe werden die das schon nicht machen .... auch wenn es vielleicht nicht so teuer ist, dieses Projekt.


  • Naja... ein sinnvoll ausgebautes Mobilfunknetz würde auch abhilfe schaffen... wozu gibt es Satelliten. Und die drosselung müsse auf 1 Mbit angehoben werden so wie bei o2free. Und nicht 64 oder 32 kbit was Steinzeit ist und nix geht mehr


    • Ich denke, es geht Microsoft eher darum, den spärlich erschlossenen Teil der Welt besser zu versorgen und nicht das Internet in jedem Kuhdorf in Deutschland schneller zu machen.


      • Gerade in Drittweltländern ist das Mobilfunknetz oft gar nicht so schlecht ausgebaut, weil Ausbau und Betrieb eines Mobilfunknetzes dort günstiger sind, als eines Festnetzes. Deshalb finde ich den Gedanken von Karsten durchaus naheliegend. Dass Microsoft die theoretische Abdeckung für die USA heranzieht, wo einerseits das Luftverkehrsnetz sehr dicht ist, anderseits ein solcher Lösungsansatz gar keinen Sinn macht, hat mich schon gewundert. Ausserdem müssten die Maschinen vieler internationaler Fluggesellschaften entsprechend ausgestattet werden. Wer bezahlt denen das? Und wenn am Boden der Empfang dann nicht mit den vorhandenen Smartphones direkt möglich ist, sondern spezielle Empfänger (evtl. Laptops mit externen Antennen) nötig sind, wie in der Grafik angedeutet, kommen auf die meist ohnehin nicht gut betuchten Nutzer auch noch zusätzliche Kosten zu.
        Und was soll man mit einem solchen Internet in Gegenden, in denen drei Mal am Tag für eine Minute ein Flugzeug am Himmel auftaucht, ausser vielleicht automatisch Emails abzurufen oder zu verschicken?

        Denn die Maschinen kreisen ja eben nicht, wie im Artikel beschrieben, sinnlos am Himmel. Das machen sie höchstens mal, wenn sie keine sofortige Landeerlaubnis bekommen über Flughäfen, über Großstädten mit gut ausgebautem Internet.
        Ich will an einen Erfolg dieser Idee nicht glauben.

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