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WhatsApp: Online-Status erlaubt Schlüsse zu Tagesablauf und Chat-Partnern

WhatsApp und andere Messenger zeigen an, wenn ein Nutzer online ist - selbst dann, wenn man die "Zuletzt online"-Anzeige deaktiviert hat. Anhand dieser Anzeige, die nicht abgeschaltet werden kann, lässt sich viel über einen Nutzer herausfinden. 

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whatsapp
Wer WhatsApp nutzt, teilt seinen Online-Status mit allen, die im Besitz der Telefonnummer sind. / © ANDROIDPIT

Online-Status immer sichtbar

Als WhatsApp-Nutzer ist man ein Stück weit gläsern, so viel sollte jedem klar sein, der den Messenger verwendet. Wer seinen "Zuletz online"-Status deaktiviert und damit für andere unsichtbar macht, ist zwar ein Stück weit privater unterwegs, immerhin kann man so nicht mehr sehen, zu welcher Tages- und Nachtzeit der jeweilige Nutzer zuletzt online war. Eines lässt sich jedoch nicht deaktivieren: Wenn ein Nutzer gerade online ist, wird das im Chat-Fenster angezeigt - ob man will oder nicht, egal mit wem man gerade chattet und sogar unabhängig davon, ob man den anderen überhaupt kennt und dessen Nummer gespeichert hat. Im Klartext: Wenn ich online bin, ist das für jeden sichtbar, der meine Nummer in seinem Smartphone hat.  

whatsapp online status
Obwohl der "zuletzt online"-Stempel deaktiviert ist (rechts), wird mir angezeigt, wenn ein Freund online ist (links). / © ANDROIDPIT

Nutzungs- und Kommunikationsmuster erkennbar

Ein Forscherteam aus Ulm hat sich diese Lücke jetzt zunutze gemacht, um in einer Studie mit 19 WhatsApp-Nutzern zu beweisen, dass anhand dieser Informationen ganze Tagesabläufe von Nutzern rekonstruiert werden können: Der Online-Status verrät zum Beispiel, wann man aufsteht und ins Bett geht, ob man während der Arbeitszeit private Chats führt oder sich zum Beispiel die Nacht um die Ohren schlägt, obwohl man eigentlich friedlich schlafen sollte. Mit ein paar Hintergrundinformationen, zum Beispiel zum beruflichen Status oder zu Hobbys, lässt sich so ein Nutzungsprofil erstellen.

Und mehr noch: Verknüpft man die Daten mehrerer Nutzer miteinander, die sich gegenseitig kennen, lässt sich anhand einer Wahrscheinlichkeitsrechnung rekonstruieren, wer wann mit wem Kontakt hatte. Die Forscher gleichen ihre Schlussfolgerungen mit den Angaben der Probanten ab - das Ergebnis: Viele Annahmen waren korrekt oder trafen fast genau zu. 

Grundsätzlich sind alle Messenger von diesem Problem betroffen, die mit der Anzeige des Online-Status arbeiten. Für die Überwachung großer Gruppen oder gar der kompletten Nutzerschaft von WhatsApp und Co. eignet sich die von den Forschern entwickelte Methode aber nicht, da zu viele Daten anfallen würden, um relevante Informationen noch herausfiltern zu können. Bei kleinen Gruppen sieht das schon anders aus: Hier kann man anhand der Telefonnummern Nutzungs- und Kommunikationsmuster erstellen.

Sicherheitslücke oder Feature?

Die Anzeige des Online-Status ist integraler Bestandteil von WhatsApp und vielen anderen Messengern und wird in den AGB ausdrücklich aufgeführt. Von einer Sicherheitslücke kann man hier also nicht sprechen. Wer die Dienste nutzt, stimmt zu, dass sein Status angezeigt wird. Auch wenn sich wohl kaum ein Nutzer damit einverstanden erklärt, dass anhand seiner Rohdaten Nutzungsprofile erstellt werden - theoretisch ist das möglich. Dass sich hier etwas ändert, ist nicht zu erwarten

Eine Lösung könnte zum Beispiel so aussehen: Der Online-Status ist nur für Nutzer sichtbar, die auch im eigenen Adressbuch stehen. Oder man kann ihn gleich ganz oder stufenweise deaktivieren, so wie es auch für den "Zuletzt online"-Stempel möglich ist.

WhatsApp Messenger Install on Google Play

Quelle: Golem

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42 Kommentare

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  • Wird dann wohl ein feature
    sein, wenn man nach dem nächsten Update auch telefonieren kann. Und diese auch speichern kann da werden sich einige doch sehr freuen. Achtung enthält Ironie.

  • Mal ganz ehrlich, ein einzelner Mensch der darüber hinaus auch noch meine whatsapp Nummer kennen muss, wird sich kaum die Mühe machen selbst 24 Stunden pro Tag in whatsapp online zu sein um mich auszuspionieren.
    Wer diese Daten automatisch erfasst und zusammen mit anderen Daten von mir, alles sammelt, der kann selbstverständlich ein ziemlich genaues Profil über mich erstellen.
    Das kann zum Beispiel der Betreiber des whatsapp Servers. Und vor dem kann ich, egal durch welche Maßnahmen, nichts verstecken. Selbst wenn ich meinen Chat verschlüssel, registrieren die Server wann ich etwas schreibe oder nicht. Dieses Wissen plus die anderen Informationen welche FB über uns besitzt, in der richtigen Kombination...
    Dagegen schützt euch nur ein Leben in der Einöde. :-)

  • Illegale Anleitung entfernt? Wie kann es Illegal sein seine Privatsphähre zu schützen? Fass es grad nicht!!!

  • wenn man seinen onlinestatus bei whatsapp+ mit der donationapp verbirgt, sieht man definitiv nicht, wenn der jenige gerade online ist oder schreibt. also bitte nicht verallgemeinern auf alle messenger.

  •   13

    Immer online Sein! Schon ist nichts mehr so gläsern......
    Oder, es einfach ignorieren, wenn ich morgens mein Licht an mache sieht man auch, daß ich da und wach bin. Man kann sich auch verrückt machen und über alles aufregen.

  • So lange man noch nicht sieht wann ich morgens zum ersten mal meinen Hamster auswringe, ist mir das auch egal.wir sind auch ohne WA gläsern durchs Einkaufen schon alleine.

  • mal ne andere Frage: Welche Tastatur ist das da im Screenshot? Und welches Theme von der Tastatur? :)

  • Seit der Übernahme vom WhatsApp durch FB bin ich zu Telegram gewechselt und gut ist. Viele haben es nicht und die Anzahl meiner Kontakte im Messenger hat sich merklich reduziert aber das nehme ich hin.

    Wer mich erreichen möchte muss auch Telegram installieren oder Hangouts benutzen. Erstaunlicherweise haben doch einige nun auch Telegram ☺

  • Ich teile die Meinung von Ozaka. Wer sich die Mühe macht hier irgendwas erkennen zu wollen der gehört eingewiesen *-*

  • What's App, die Facebook App und den Facebook Messenger habe ich sofort deinstalliert, nachdem ich mein jetziges Handy gekauft hatte. Die reinste Spionagesoftware! Ich habe zwar einen Facebook Account, nutze ihn aber nur über meinen Internetbrowser! Das minimiert das Problem hoffe ich ein wenig.

    • Gut, dass du kein Google Handy hast!

    • Wow, Jan, du bist ja ein richtiger Experte.

      • @Sebastian D. und Frank K.
        Nee, bin ich nicht, aber ich muß auch nicht alles installieren was kompletten Zugriff auf mein Telefon hat. Und bei What'sApp ist es besonders übel. Deshalb schrieb ich minimieren. Bei Google kann ich's mit einem Android Gerät nicht verhindern. Aber deswegen muß ich das den Anderen ja nicht auch erlauben.Oder arbeitet Google mit What'sApp / Facebook zusammen und ich weiß noch nichts davon?

  • Studie hon oder her. Es geht wohl eher um den Sachverhalt. Zuletzt online bzw online sollte im Menü unter Privatsphäre (on/off) stehen.

    •   23

      Es geht hier ja nicht um "zuletzt online", denn das kann man ja bereits ausschalten..... es geht um die Anzeige "online"

  •   32

    19 Teilnehmer und darüber gibt es eine Studie? Wer hat die denn finanziert? Oma?

    Schlimmer noch, ihr berichtet auch noch über diesen Unsinn!

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