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WhatsApp: Wollt Ihr die totale Transparenz?

Sich im Online-Zeitalter zu verstecken wird immer schwerer, zumindest, wenn man Kommunikationsdienste wie Facebook oder WhatsApp nutzt. Euer Nutzungsverhalten kann jeder nachverfolgen, vor allem unter Android. Das heißt: Jeder wird zum Hobby-Spitzel. Zeit für ein paar selten ausgesprochene Wahrheiten.

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stasi whatsapp
Diesen Gedanken hatte der Eine oder die Andere sicher schon mal... / © Dirk Adler/AndroidPIT

Telefonanrufe, E-Mails, SMS - in all diesen Fällen kriegt die andere Seite nicht unbedingt mit, wenn ich sie einfach mal ignoriere. In einer Zeit, in der wir alle dauererreichbar sind, muss man sich zwar immer bessere Ausreden einfallen lassen, aber noch ist es technisch möglich, sich zu verstecken. 

Bei Facebook und Google+ wird es schon schwerer, da der Absender einer Nachricht sieht, ob ich diese geöffnet habe oder nicht. Aber selbst hier habe ich immerhin noch die Möglichkeit, die Nachricht einfach nicht zu öffnen, dann weiß die andere Seite nicht, ob ich sie schon wahrgenommen habe. Zwar sieht sie, wann ich das letzte Mal online war. Aber in den sozialen Netzwerken passiert jenseits von E-Mails so vieles, dass man durchaus mal behaupten kann, man habe eine Nachricht nicht bemerkt, obwohl man online war.

whats app android 3
Auf einen Blick ist unter Android klar, wann der Gegenüber das letzte Mal WhatsApp auf hatte. / © WhatsApp/AndroidPIT

Anders bei WhatsApp für Android. Jeder in Eurer Kontaktliste sieht, wann ihr das letzte Mal die App geöffnet habt. Keine Ausreden: Hier geht es einzig und allein um Nachrichten, und es ist unmöglich, nicht zu sehen, ob man von einem Kontakt eine solche erhalten hat oder nicht. Mit anderen Worten: Wenn Ihr nicht wollt, dass der Sender einer Nachricht sieht, dass ihr Ihn ignoriert, dürft ihr die App nicht mehr nutzen.

Gleiches gilt, wenn Ihr nicht wollt, dass Andere Eure WhatsApp-Aktivitäten mitverfolgen können. Sei es die Freundin, die Ihr wegen vermeintlicher Krankheit nicht ins Theater begleiten konntet, während ihr stattdessen die halbe Nacht durch die Clubs gezogen seid oder der Freund, dem Ihr erzählt habt, Euer WhatsApp sei "kaputt", während Ihr mit dem Postboten heiße Kurznachrichten austauscht.

Diese und viele andere Fettnäpfchen könnt Ihr mit der iOS-Version leicht umgehen und Euch ganz einfach unsichtbar machen. Android-Nutzer sind ausgeliefert. Da erhält die viel gelobte Offenheit von Android doch gleich einen faden Beigeschmack, denn nicht jeder wünscht sich diese Art Freizügigkeit. 

whatsapp iOS 2
Unter iOS steht zwischen Privatsphäre und Überwachbarkeit ein Klick. / © WhatsApp/AndroidPIT

Die feine englische Art mag es nicht sein, aber zum sozialen Miteinander gehört seit jeher eben auch die Möglichkeit der absichtlichen Intransparenz samt Intrigen, Täuschungen und Ausreden. Wenn diese Freiheit nicht aussterben soll, müssen Entwickler hier dringend mal nachbessern und wenigstens die Option der Unsichtbarkeit anbieten. Das ist schließlich, als würde Facebook seinen Nutzern nicht erlauben, ihr Profil privat zu machen. Oder stellt Euch eine Zukunft vor, in der jeder Mensch einen verlässlichen Lügendetektor eingebaut hat. Irgendwie cool - aber auch ziemlich beängstigend.

In den falschen Händen kann diese Offenheit schnell zu Paranoia führen (“Wem schreibt die da die ganze Zeit bloß??? Einem Anderen”). Aber der kleine Voyeur in mir (und Dir, gib’s zu!) freut sich über diese Überwachungsmöglichkeit. Nur wird in alter Stasi-Manier eben auch der Spitzel bespitzelt, und das erfordert dann entweder radikale WhatsApp-Abstinenz, Nobelpreis-würdige Ausreden oder knallharte Ehrlichkeit - alles nicht so wirklich praktikabel.

Was denkt Ihr? Wird hier eine Grenze überschritten oder ist das nur eine weitere Zwischenstation in Richtung gläserner Mensch, an die wir uns gewöhnen müssen und werden? 

(Foto: Dirk Adler, "Schäublone", abgeändert durch AndroidPIT)

91 Kommentare

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  • Wie wäre es denn mit " Ehrlichkeit" ? 😂
    Mir sind die 2 Haken völlig egal!
    Denn ein öffentliches Netzwerk ist
    " öffentlich"!
    Aber nun zum technischen hintergrund:
    Ich habe seit einem Jahr WhatsApp und meine Freunde fragen mich immer wieder
    "warum ich nicht online bin", dabei bin ich das permanent! 😁
    ganz einfach!
    Unter Optionen kann ich die Anzeige
    "zu Letzt online" und "Status haken" deaktivieren!
    Und dank Stamina Modus ist WhatsApp deaktiviert und "keiner sieht" das ich online bin!
    Hab mich immer gewundert warum das für alle Freunde ein Mysterium ist, Dank Eurem Bericht weiß ich nun warum!
    Anscheinend bietet Sony ein besseres Softwarepaket als Samsung, Apple und co.
    Is aber nur ne Vermutung da ich im bekannten Kreis der einzige mit Sony bin.

    Lg

  •   5

    gut das keine meiner freunde wert auf whatsapp legt und ich diesen müll erst recht nich brauch. das einzige "soziale" netzwerk das ich nutze ist fb und das auch nur um bei bestimmten sachen auf dem laufenden zu bleiben. Twitter nutze ich auch nicht, total sinnlos meiner meinung nach^^

  •   32

    Wenn ich könnte würd ich WhatsApp zum Teufel jagen.
    Threema ist da !!
    Vollverschlüsselung - end to end

  • ich bin eigentlich der Meinung die aktuelle Version von WhatsUp drauf zu haben, aber bei mir wird nicht angezeigt, wann jemand das letzte Mail online wahr.

  • @ Tobias Hoyer: Selbstverständlich geht es ohne WhatsApp und ohne Facebook und ohne das Internet allgemein. Ich habe sogar gehört, dass Menschen mal ohne Elektrizität erfüllte Leben geführt haben ;)

    Aber das ist ja nicht der Punkt. Wer mit dem Zeitgeist geht, sieht sich eben mit neuen Phänomenen und Problemen konfrontiert. Und darum geht es hier. Natürlich ist das Ganze hier auch etwas zugespitzt, was hoffentlich klar ist.

    Dass wir alle zu gläsern werden, ist deine Ansicht. Ich persönlich würde da widersprechen, aber das ist auch nur meine Ansicht. In jedem Fall ist es ein Symptom des Zeitwandels, über das man sprechen sollte. Und dafür sind Artikel wie dieser da. Mir geht's grundsätzlich immer mehr darum, Fragen in den Raum zu werfen oder Debatten anzuregen, als mir anzumaßen, selber Antworten geben zu wollen.

  • Der letzte Abschnitt deines Kommentars gefällt mir sehr gut Stephan.

    Um mal wieder zurück zum Thema zu kommen wäre es durchaus interessant wieviel User die Funktion denn letztendlich dann auch nutzen würden wenn sie denn vorhanden wäre.

    Ich kenne von grob geschätzten 50 iPhone-Usern nur einen der auch wirklich die Online-Zeiten ausgestellt hat. An dieser Stelle sei erwähnt, dass man dann nämlich selbst nicht mehr nachschauen kann wann die anderen online waren.
    Von diesen 50 Usern regen sich natürlich aber trotzdem 60 über die Transparenz und Kontrolle auf ;) So wie wir es hier gerade alle tun.
    Wie in dem Artikel eben schon sehr gut geschrieben: In jedem von uns steckt ein kleiner Voyeur :)

    Nichtsdestotrotz würde ich mir diese Funktion wünschen und gerne selbst diese Entscheidung treffen! Denn ich gebe zu, auf den "Luxus" von Whatsapp möchte ich dennoch nicht verzichten :-)

  • Hey Stephan,
    du schreibst, es wäre nicht praktikabel ohne Whatsapp auszukommen - mit den nachfolgenden Problemen Ausrede oder Ehrlichkeit.
    Ich muss da widersprechen.... es geht ohne Whatsapp und sogar ohne Facebook. Und zwar ganz einfach deshalb, weil man eben viel zu gläsern wird. Über die Speicherpraktiken von Facebook muss ich wohl nichts weiter ausführen, oder?
    Übrigens: wer keine Ausreden hat, ist zu faul zum Denken und wer immer ehrlich ist, braucht keine Ausreden - und kann sich ein schlechtes Gedächtnis leisten!

    In diesem Sinne - es geht auch ohne.

  • Hey alle miteinander,

    da ich mich zufälligerweise gerade nur wenige Kilometer von Hitlers 1936er Olympiadorf befinde, ist das wohl der richtige Ort und Zeitpunkt, um als Autor des Artikels auch noch mal meinen Senf dazuzugeben, obwohl viel Wichtiges und auch Verteidigendes ja schon gesagt wurde:

    Ich verspüre nicht wirklich einen Impuls, mich für diesen Titel zu entschuldigen. Selbstverständlich ist er ganz kalkuliert maßlos und polemisch ins Absurde überzeichnet, wie im Übrigen auch das Bild (erstaunlich, dass die Kritiker damit scheinbar kein Problem haben - Ihr werdet doch nicht ernsthaft behaupten wollen, dass WhatsApp mit dem Überwachungsapparat in der DDR vergleichbar ist?). Ähnliches hatte ich bspw. vor ein paar Wochen, als ich auf einem Artikelbild Lenin mit einem Galaxy S4 zeigte. Auch das störte niemanden.

    Natürlich soll das provozieren und zur Debatte anregen (danke übrigens!). Nur ist das ein Titel, den ich stilistisch und rhetorisch (nicht so sehr semantisch!) für nicht allzu konstruiert und abwegig halte. Und mit der Einschätzung bin ich wohl nicht alleine, wie Andreas schon aufgezeigt hat. Wäre der Titel gewesen "Galaxy S4: Samsung proklamiert den tausendjährigen Reibach", dann hätte ich jedem Kritiker zugestimmt, der gesagt hätte, dieser Titel sei konstruiert und einfach nur unnötig. Ganz so ist es in diesem Fall aber nicht.

    Wer einen derart unbändigen Drang verspürt, in einem Forum und Format wie diesem hier Diskussionen über den Nationalsozialismus zu führen, sollte möglicherweise seine eigenen Positionen und Motive hinterfragen. Und übrigens, wer hier allen Ernstes den Welthunger als Argument anbringt, sollte sich vielleicht die Frage stellen, ob er/sie überhaupt reinen Gewissens so unproduktiv seine/ihre Zeit in das Lesen von Artikeln über technologische Luxusgüter investieren darf oder nicht lieber beschäftigt damit sein sollte, in Afrika Wasserlöcher zu buddeln.

    In diesem Sinne, habt noch einen schönen Tag.
    Stephan

  • @phillip junghannß :

    Ich zitiere mal aus dem bildblog Artikel. Ist ne Urheberrechtssache

    "Da Adolf Hitler bis zuletzt in München gemeldet war, ging sein Vermögen nach seinem Tod am 30. April 1945 an den Freistaat Bayern über — inklusive des Urheberrechts an "Mein Kampf". Das bayrische Finanzministerium hat sich einer neuen Drucklegung des Textes bisher verweigert. Dieses Urheberrecht läuft am 31. Dezember 2015 aus, am Ende des 70. Jahres nach Hitlers Tod, danach ist das Buch gemeinfrei. Es gibt aber Pläne der bayrischen Landesregierung, das Werk dann in einer kommentierten Ausgabe als Schulbuch auf den Markt zu bringen. "

  • Ich denke, dass hier keine Grenze überschritten wird, denn jeder kann und muss selbst entscheiden, ob er Whatsapp, Facebook und Co nutzt.

  • My1 29.05.2013 Link zum Kommentar

    @TB sry. hab ich verwechselt Dritte Welt, Drittes Reich, klingt doch so ähnlich, trotz der bedeutungen...
    nebenbei sind Züge oder ggf. auch manchmal Fußball wichtiger als WA weil ich mein anstelle über dieses WA Problem oder den etwas mehrdeutigen Titel kann man auch über lebensmittelprobleme diskutieren.
    zb dass halt zb. im FAstfood nach kürzester zeit die Burger weggeworfen werden oder so zeug ist halt skandalös worüber man eh solche Sachen kommen.
    Ein Blog ist zwar keine Diskussion aber dieser Artikel befriedigt zumindest Godwins Gesetz...

  • Ich finde auch das android das verbessern sollte. Mit einer Einstellung als unsichtbar. Immerhin ist es jetzt kostenpflichtig und dann kan ich auch entscheiden ob ich online bin und wann....
    Also bitte im nächsten Update dran denken !!!!
    Wäre super

  • @Philipp: Daran hindern mich ganz sicher nicht Dinge wie Whatsapp.
    Will sagen, es besteht einfach kein Zusammenhang zwischen solch einer blöden Begründung und eventuell "unwichtigen" Diskussionen/Problemen.
    Denn dann darf ich mich auch nicht mehr darüber aufregen wenn meine Bahn Verspätung hat oder mein Lieblingsfußballverein verliert... Es verhungern ja Menschen in Afrika.
    Ob ich jemandem in der Dritten Welt helfen möchte oder nicht steht völlig woanders geschrieben! Und dass du den Menschen aus dem Dritten Reich helfen möchtest würde ich mir nochmal überlegen :-P

  • Hier werden gar keine Grenzen überschritten. Oder habe ich verpasst das man verpflichtet ist die oben genannten Dienste zu nutzen. Nutzt man sie jedoch, muss man mit deren Vereinbarungen klar kommen. Echte Freunde bleiben mit einem befreundet auch wenn man nicht bei Facebook, WhatsApp und co. ist. Und verpassen tut man auch nichts. Denn Lyrics von Liedern in Statusmeldungen, nackte Frauen auf den Facebook-Walls oder ob jemand gerade sein Geschäft erledigt interessiert mich nicht wirklich. Ach ja sollte man jemanden in der Kontaktliste haben der fragt warum man nicht antwortet obwohl man die Nachricht schon gelesen hat und auch online war, würde ich mir Gedanken machen, denn so eine Person sollte nur in einer Liste zu finden sein, die "Ignorelist". Mir gefällt der Kommentar von Dieter Bertram. So solls sein.

  • My1 29.05.2013 Link zum Kommentar

    @TB aber in der Zeit in der man sonst über WA oder sonst welche Probleme kann man dem Dritten Reich (Afrika & Co.) helfen, und was gegen die Probleme tun...

  • @chantal:
    Mit dieser Begründung bräuchten wir uns also über gar keine vermeindlich kleinen Probleme im Alltag mehr unterhalten...
    Kinder in Afrika verhungern auch wenn ich nicht über Whatsapp diskutiere, da besteht leider kein Zusammenhang ;)
    Zum Thema Whatsapp, sehr guter Artikel! Vor allem sieht man es an den iPhone-Usern ja, dass die Funktion zum verstecken zwar vorhanden ist, es allerdings so gut wie jedem wichtiger ist die Online-Zeiten selbst einsehen zu können und hierbei seine eigenen preis zu geben!
    Das liegt nicht am iPhone-Nutzer speziell, sondern am Menschen an sich :-)

  • Also meine Kontakte wissen, daß ich nur antworte wenn ich Lust dazu habe. Bin ja schliesslich zu nichts verpflichtet. Und wem das nicht passt, der sollte mir einfach nichts schreiben...

  • Wie brazzident schon sagte in Afrika hungern Kinder und ihr habt solche Probleme!wenn ihr nicht gleich antworten wollt und ein Problem damit habt ,dass eure Kontakte sehen wann ihr das letzte mal online wart dann löscht WA einfach wieder und dann ist gut.

  • wenn man mal kurz über das zitat nachdenkt und es in einen heutigen kontext setzt und dabei die unbedachte kritik zu nazivergleichen zunächst einmal bedacht zur seite nimmt. könnte man feststellen, dass das goebbels zitat an dieser stelle durch seine subversive ironie des autors des artikels sehr interessant ist. ich erinnere, als goebbels die besagten worte sprach, jubelte ihm das volk entgegen " ja wir wollen die totale vernichtung". man könnte aus der überschrift des artikels lesen, " ja wir wollen die totale kontrolle und überwachung durch whatsapp und facebook und google usw", denn wir folgen ihnen blind. nachdem man sich diese interessante auslegung der überschrift einmal durch den kopf hat gehen lassen, kann man sie auch gleich, sofern sie missfällt, in nazipopulismusvorwürfen beerdigen und zur tagesordnung übergehen.

  • viel schlimmer als die schlagzeile,finde ich die ganzen moralapostel,die überschrift war sicherlich nicht ganz passend gewählt aber hier gleich so ein szenario draus zu machen ist echt unglaublich,als ob es nichts schlimmeres gibt

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