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Werden Android-Gamer benachteiligt? Das sagen die Entwickler

Habt Ihr auch das Gefühl, dass viele Mobile-Games zunächst für Apple-Gerät und mit einiger Verzögerung erst für Android erscheinen? Von einem Massenphänomen kann wohl nicht die Rede sein, dennoch gibt es bei vielen Entwicklern anscheinend eine Vorliebe dafür, Spiele erst für Apples Betriebssystem herauszubringen. Ob das stimmt, wollte ich von drei Entwicklern wissen.

Der Gamer-Fluch: Exklusivität!

Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, als Tekken oder die Spiele der Metal-Gear-Reihe ausschließlich für Playstation-Systeme veröffentlicht wurden? Als “Nicht-Playstation-Besitzer” hatte man da leider das Nachsehen. Zum Glück sind diese Leidenszeiten größtenteils vorbei. Heutzutage erscheinen Spiele von Drittherstellern in der Regel parallel auf PS4, Xbox One und PC. Am Release-Tag steht das Spiel dann für alle unterstützen Systeme bereit. Ausnahmen gibt es nur noch bei Exklusiv-Titeln, in der Regel von den Konsolenherstellern selbst, und bei zeitlicher Exklusivität.

Bei Mobile-Games ist das ähnlich. Spiele verschiedenster Hersteller stehen in der Regel zeitgleich für Android und iOS bereit. Hier gibt es aber ebenfalls Ausnahmen. So wurde Clash of Clans (hier gibt's die besten Tipps und Tricks ) schon im August 2012 für iOS veröffentlicht, Android-Gamer kamen erst im Oktober 2013(!) in den Genuss des Strategie-Hits.

Und wo ist eigentlich die Android-Version des wunderschönen Endless Runners Alto’s Adventure? Für Apple-Geräte ist der Titel schon seit Anfang 2015 erhältlich, von der Android-Variante fehlt noch jede Spur. Das Spiel soll aber noch in diesem Jahr erschienen für Android - immerhin etwas!

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Auf einige Hits müssen Android-Gamer länger warten. / © Supercell

Gleiches Recht für alle?

Spiele-Entwickler wollen mit ihren Titeln möglichst viele Gamer erreichen. Logisch! Wenn ein Spiel also für mehr Konsolen erscheint, ist die Chance größer, dass der Titel von mehr Spielern gekauft wird. Das leuchtet ebenfalls ein. Für Entwickler ist es im Falle von Mobile-Games also besonders reizvoll, sie nicht nur für iOS herauszubringen, sondern auch für Android . Aber warum erscheinen nicht alle Mobile-Spiele gleichzeitig für die beiden Betriebssysteme?

Eine klare Antwort darauf gibt es nicht und es kommt natürlich immer auch auf das Spiel sowie die Größe des Entwicklerteams an. Oder einfach gesagt: Ein Kleines Indie-Team hat womöglich schlicht nicht die Ressourcen, das Spiel gleichzeitig für iOS und Android zu veröffentlichen.  

Bei unseren Gesprächen mit Entwicklern und Publishern wurde jedoch oft ein Punkt genannt, der die Umsetzung für Android mitunter erschweren kann: Die Vielzahl an Android-Geräten.

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Bis alle Android-Geräte versorgt sind, kann es dauern. / © ANDROIDPIT

7000 Geräte wollen erst einmal bedient werden!

Laut Adrian Goersch, dem Leiter des deutschen Entwicklerstudios Black Forest Games (Giana Sisters: Twisted Dreams), liegt die Schwierigkeit darin, dass bei Android so viele Versionsnummern und Varianten gibt. Bei iOS ist es einfacher, es gibt schlicht weniger Betriebssystem-Versionen.

iOS wird nur von Apple mit einer beschränkten Anzahl von unterschiedlichen Geräten und einheitlichen Updates eingesetzt. Android wird hingegen von vielen Herstellern mit unterschiedlichen Geräten und Spezifikationen verwendet. Viele Hersteller modifizieren dabei Android und gehen mit Updates auch ganz unterschiedlich um. Das führt zu einem viel größeren Aufwand, wenn man möglichst viele Android-Geräte abdecken will.

Ähnlich sieht das auch Pal Tamas Feher vom Berliner Entwicklerstudio Wooga (Diamond Dash, Jelly Splash). Beim Besuch in den bunten Arbeitsräumen teilte er mir Woogas Leiter der Entwicklung mit, dass es doch durchaus aufwendig sei, ein Spiel für mehrere Android-Geräte anzupassen. Während die Auswahl an iPhones, iPads und iPods überschaubar ist, stehen für Android weit über 7000 Geräte bereit. In diesem “Geräte-Dschungel” aus Smartphones und Tablets muss man sich erstmal zurechtfinden und das kann mitunter dauern.

Mit ähnlichen Problemen hat auch der Hamburger Publisher und Entwickler Daedalic Entertainment (Deponia, Torchlight II)  zu kämpfen. Laut Matthias Zorn, dem Leiter von Daedalics Mobile-Abteilung, ist die Umsetzung eines Spiels nicht das eigentliche Problem. Vielmehr liege es an den vielen Endgeräten, auf denen man das Spiel testen müsse. Vor allem bei  2D-Hintergründen sei man an ein festes Seitenverhältnis gebunden.

Da die hauseigene Engine es auch leider nicht unterstützt, dass man einfach Interface-Elemente oben oder unten an den Spielbereich anfügen kann, ist das ein großes Problem für die Entwickler. So traten bei Tests unter anderem schwarze Balken auf und das Interface konnte nicht an den richtigen Platz eingefügt werden.

Sind diese Schwierigkeiten also ausschlaggebend dafür, dass sich Android-Versionen verspäten? Das kann durchaus sein, jedoch werden diese Verzögerungen in der Zukunft wohl immer seltener auftreten.  

Kein Grund zur Panik

Es gibt also durchaus Schwierigkeiten bei der Umsetzung für Android. Mitunter ist der Aufwand im Vergleich zu einer Version für iOS zwar etwas größer, Kopfzerbrechen bereitet das vielen Entwicklern aber nicht. Für Pal Tamas Feher ist es eher eine Herausforderung als ein echtes Problem. Warum die Umsetzungen für beide Betriebssystem bei Wooga relativ flott über die Bühne gehen, liege unter anderem daran, dass sich Spiele mit der Unity-Engine (kommt bei Agent Alice zum Einsatz) leicht anpassen lassen.

Apples iTunes-Connect ist übrigens auch kein Ort der Glückseligkeit für Entwickler. Es ist zwar angenehm, Games in einem “geschlossenen System” herauszubringen, jedoch kann es mehrere tage dauern, bis ein Update von Apple geprüft und dann auch freigegeben wird. Bei Android geht das laut Feher deutlich einfacher. So lassen sich über Google Play schnell Updates und Bufixes aufspielen.

Auch kann durch den sogenannten Stage Rollout sichergestellt werden, dass das Spiel stabil läuft. Hierbei handelt es sich um einen Beta-Test, der einer bestimmten Anzahl an Gamern zur Verfügung gestellt wird. Hierbei können neue Versionen zunächst nur einem Teil der User zur Verfügung gestellt werden. So erhalten Entwickler nützliche Infos zur Stabilität der Version und können die Spiele gegebenenfalls unkompliziert und schnell anpassen.

Das Testing Feature der Google Play Developer Console ermöglicht lau Pal Tamas zweistufiges Alpha und Beta Testing der Anwendungen in offenem oder geschlossenen Modus und erlaubt dem Entwickler so unkompliziertes end-to-end Testen der App. Das Testing findet vor allem in der Entwicklungsphase der App Anwendung während der Stage Roll Out für neue Versionen der bereits live geschalteten App eingesetzt wird.

Diamond Dash Wooga
Android-Gamer müssen in Zukunft wohl nicht mehr neidisch auf Appl-Spieler sein! / © Wooga

Lange Wartezeiten könnten in Zukunft somit der Vergangenheit angehören und sowohl Android-Gamer als auch Spieler auf Apple-Geräten kommen gleichzeitig in den Genuss der mobile Spiele. 

Wie seht Ihr das? Habt Ihr das Gefühl, dass Apple-Gamer bevorzugt werden oder ist es Euch egal, wenn ein Spiel mit etwas Verzögerung für Android erscheint? Sagt es uns in den Kommentaren!

44 Kommentare

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  • Der 'bufix' im Text bedarf auch eines bugfixes... Ich spende ein g

  •   26

    Der Artikel ist schon nen Jahr alt was soll das?

  • Das "Gefühl" teile ich eabsolut und ich ärgere mich jedes mal aufs neue. Ich habe auch das Gefühl, dass viele Spiele sogar nur für iOS erscheinen. Das finde ich sehr ärgerlich, vielleicht sind die Android User nicht so bezahlugswillig, dafür gibt es derer aber doch WEITAUS mehr, als iOS User.
    Aktuell habe ich mich sehr über Lifeline 2 gefreut, das Textadventure bedarf ja nun wirklich keiner großartigen Portierung, trotzdem ist immer noch nichts in Aussicht. Hoffe dieser Trend ändert sich sehr schnell.

    • Naja, ob die Apple User jetzt Zahlungswilliger sind wage ich mal zu bezweifeln.
      Immerhin ist der Kauf eines iPhones oder Macs der Beweis dafür das der Benutzer viel Wert auf Nachhaltige Produkte ( wenn es so etwas überhaupt noch gibt ) und Wertbeständigkeit legt.
      Also ökonomisch korrekt konsumiert.
      Das liegt unter anderem aber auch da drann das Apple seine Produkte überdurchschnittlich lange supportet.
      Ich gehe davon aus das er das selbe Konsumverhalten auch bei anderen Produkten umsetzt.

      Das soll nicht heißen das Android User ein "Ramsch Konsumverhalten" haben, aber es ist nun mal Tatsache das von den 70% Android Usern die meisten Leuten einfach irgend ein "billiges" ( nicht günstiges ) Smartphone kaufen.
      Von denen hat die Spielebrache sicher noch weniger zu erwarten.
      Da hat sie mehr von denen Leuten zu erwarten die viel Geld für das Neuste Galaxy Edge Note etc....bezahlen.

      Aber das ist nur meine Subjektive Sichtweise.
      Ich bin einfach der Meinung das dass Vourteil, das IOS User viel Geld sinnlos verschleudern mehr als ausgelutscht ist.

      Und damit meine ich nicht nur den reinen Werterhalt der Gerät sondern einen ganz speziellen Fall.

      Gebogenes Display vs. Force Touch
      Also Android User fühle ich mich da jedenfalls schon ein bisschen verarscht....

      Ich lass das mal so stehen....

  • Ich kann es verstehen, IOS ist nur Apple und Android umfasst mehrere Hersteller wo es auch zu mehr Schwierigkeiten kommen kann...

  • es würde doch eigentlich genügen, neben Apple vielleicht noch Samsung Galaxy 4-6, das aktuelle HTC, Sony und LG Flaggschiff zu bedienen... der Rest der Ramsch-Phone-Käufer gibt doch sowieso kein Geld für Spiele aus... Eine kleine Info in der Beschreibung würde reichen.

  • Androidnutzer sind einfach, auf die Masse gesehen, zu geizig. Daher geht iOS bei den Entwicklern vor...

    • Bullshit...
      Das war vielleicht mal so.
      Wenn ich nur daran denke wieviele Gamer ich persönlich sehe die ordentlich über Google Play cashen.
      Es nun leichter wie nie Playstore Guthaben aufzuladen, bzw. PayPal oder via Vertrag zu nutzen.

      • Das hat doch nichts mit dem Aufladen zu tun, sondern mit der Einstellung der Leute.
        Viele denken "ach die apk kann ich mir doch auch kostenlos laden". Warum soll dann einer für andorid programmieren wenn er seine App dann gecrackt überall findet?
        Ja, das gibt's bei iOS auch, aber längst nicht so in dem Ausmaß.

      • Bei iOS gibt es sowas kaum weil man erstens die APK auf das iPhone bekommen und es zweitens wohl auch noch rooten muß, bei Android ist das hingegen viel enfacher.

      • Du musst ja noch nicht mal selbst Geld bezahlen. Seit es die Umfrageapp gibt, brauchte ich nichts mehr aufladen. Meine Freundin hat 30€ + auf ihrem Playkonto, aber weiß nicht was sie noch damit machen soll.

      •   44

        die umfrage app habe ich sicher bald 2 jahre darauf selbst wenn man für eine umfrage 30 euro bekommen würde hätte ich keine 10 euro damit verdient.diese app ist betrug

    • Was hat ein überlegter Umgang mit Geld (also wieviel einem so ein, im Grunde unnützes Gadget wie ein Smartphone, wert ist) mit Geiz zu tun?

  •   44

    das muss so sein und ist auch gut so. da bleiben die bugs bei den apple usern stecken ,und die android user bekommen die ausgetesteten und entbugten versionen.

  • Und über Windows Phone schreibt ihr kein sterbens Wörtchen...

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