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Kommentar 2 Min Lesezeit 10 Kommentare

Wenn seelenlose Roboter nach Liebe betteln

Während die vielleicht etwas nützlicheren Roboter wie jene zum Staub saugen oder Rasen mähen immer mehr in der Masse angekommen sind, gab es dieses Jahr auch die eine oder andere verrückte Kreation der unterschiedlichsten und teils unfassbar unnützen Robotern. In letztere Gruppe reiht sich jetzt auch der Lovot von Groove X ein.

Schaut man in die Augen der kleinen Lovot genannten Roboter, mag vielleicht der ein oder andere gleich dahin schmelzen. Immerhin sehen sie aus, als würden sie direkt einem Film von Hayao Miyazaki entsprungen sein und laden mit dem Mix aus Minion und Babyrobbe zum Kuscheln ein. Doch was das japanische Start-up-Unternehmen hier präsentiert, ist ein überteuertes Kuscheltier, das genauso niedlich wie Seelenlos ist.

Aus dem Kopf des Lovot ragt das "Sensor Horn" heraus, in dem ein Licht-Sensor, ein Mikrofon, eine 180-Grad- sowie Wärmekamera stecken. Dazu kommen Berührungssensoren, Augen die sich für besondere Niedlichkeit vergrößern können und es macht Geräusche - irgendwo zwischen einem Miau und Vogelgezwitscher. Ach ja, es wackelt mit den Flügeln herum wie ein Pinguin.

Im Grunde genommen macht der kleine Roboter nichts anderes als süß zu sein und soll damit laut Hersteller "Liebe bringen". Er rollt also durch die Wohnung, bettelt nach Liebe und soll ein Gefühl von Zuneigung versprühen, wie ein Haustier, dass keine Haufen macht. Und was kostet das Ding am Ende? Nicht zuletzt wegen des Sensor Hubs, der den Lovot wie einen Teletubbie aussehen lässt? Umgerechnet gute 2.800 Euro.

War der Plan nicht mal umgekehrt?

Versteht mich nicht falsch, auch ich mag Roboter, aber bin der Meinung, dass man die Probleme mit Einsamkeit nicht einfach mit Technologie lösen kann. Die Menschen wollen Liebe von den Menschen - oder Tieren, und nicht von einem Roboter. Wann haben wir eigentlich damit angefangen, uns wie arbeitende Roboter zu verhalten, während die Roboter unsere menschlichen emotionalen Bedürfnisse berücksichtigen sollen? War der Plan nicht umgekehrt?

Nicht nur wenn so wie jetzt Weihnachten ansteht, sollte Nächstenliebe immer ein Thema sein und die Menschen müssen aufeinander Acht geben, anstatt Roboter. Wohin zu großes Vertrauen in die Technologie oder das Abwälzen von Problemen auf Maschinen enden kann, sieht man ja zu genüge bei Black Mirror. Und ein Kind mit solch einem Roboter zu beschäftigen, ist genauso schlimm, wie ihm das Tablet für mehrere Stunden in die Hand zu drücken, damit Ruhe einkehrt. 

Kuscheltier-Roboter die Liebe schenken? Geht das nicht etwas zu weit? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!

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10 Kommentare

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  • Die Lovot sehen aus wie Teletubbies.
    Roboter mit KI die Liebe bringen sind bekannt als „Smartphone“ bei vielen Nutzern. Roboter und Maschinchen die nach Liebe betteln bzw. Liebe und Gefühle wecken sollen?....existieren seit der Steinzeit bzw gibt es schon lange im xxxShop.


  • Die Hersteller dieser Dinger sind natürlich unfassbar überzeugt von ihren “Kreationen“.
    Schade ums Geld.


  • Spaß für genau zwei Minuten. Solange dauert es bis das Teil zertrümmert wurde.


  • Tamagotchi 2.0 :D


  • In anderen Gesellschaften gibt es einfach andere Mentalitäten. In Japan sind Roboterhunde schon länger gesellschaftsfähig. Man beerdigt sie sogar am Ende Ihrer Lebenszeit auch noch:

    https://www.trendsderzukunft.de/roboter-hunde-bekommen-friedhoefe-in-japan/

    Diese Mentalitäten lassen sich nicht einfach auf andere Gesellschaften übertragen, weshalb man hierzulande eine andere Einstellung dazu hat.
    Aber es bringt auch nichts, darüber zu lachen, oder solche Trends als dekadent zu kritisieren.
    Um sie zu verstehen, müsste man sie aus dem Blickwinkel der entsprechenden Gesellschaft sehen, oder sich zumindest mit deren Mentalitätsgeschichte befassen.
    Ansonsten sollte man sie einfach als Gegebenheit akzeptieren.

    Quelle: www.trendsderzukunft.de


    • Christopher Gabbert
      • Admin
      • Staff
      vor 4 Wochen Link zum Kommentar

      Allerdings hat das nicht nur mit Mentalität zu tun, die ohne Frage in Japan anders ist, sondern auch mit den Problemen, die durch dortige gesellschaftliche Gegebenheiten entstehen. Die Frage ist, ob es der richtige Weg ist, die zum Beispiel dadurch entstandene Einsamkeit mit Robotern zu füllen, anstatt die Probleme etwas anders anzugehen.


  • 🙄 hoffe das ich diese Ära nicht mehr erlebe.🤔


  • Ich bilde mir ein, erst kürzlich gelesen zu haben, dass man mit ähnlichen beweglichen Kuscheltieren sehr gute Erfahrungen in der Betreuung von Demenzpatienten gemacht hat. Manches erscheint zwar auf den ersten Blick unsinnig, trotzdem gibt's auch dafür Zielgruppen. Das hier vorgestellte Gerät scheint mir aber eher ein abgedrehtes und völlig überteuertes Spielzeug zu sein.


    • Da ist ein Unterschied !! Bin ich dement, erkenne ich die Realität nicht mehr und halte einen Roboterhund (z.b.) für real. Wenn ich dem Robodog über den Plastikkopf streichele, mit ihm rede weil das gerade Trend ist, dann bin ich einfach nur doof.........😵

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