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Kommentar 5 Min Lesezeit 32 Kommentare

Wearables: Meine Güte sind die langweilig geworden

Der Wearable-Markt war noch nie so langweilig wie heute. Bereits im vierten Quartal 2017 fiel auf, dass die Marktanteile jeden Monat hin und her schwappten. Das Wachstum der Branche beträgt jedoch nur 6 Prozent und ist zum größten Teil auf die Apple Watch zurückzuführen. Gibt es in diesem Bereich überhaupt eine Innovation? Es wird wirklich Zeit für etwas Neues!

Im Jahr 2018 hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verbessert. Derzeit beträgt das globale Wachstum des Marktes für tragbare Geräte 6 Prozent, was einem starken Rückgang gegenüber den 18 Prozent im Jahr 2017 entspricht. Jedes Jahr sehen wir die gleichen langweiligen News: der nächste Fall der Fitbit-Aktien, der Verkauf von Misfit an Fossil, der Tod von Jawbone und Moves, Withings, die von Nokia erworben und dann wieder verkauft werden, Apple mit einer weiteren Smartwatch und Xiaomi, das damit prahlt, mehr Geräte als alle anderen zu verkaufen. Kurz gesagt, wir sprechen von einem Markt, der wenig aufregend und, ehrlich gesagt, etwas eingeschlafen ist.

Fitness: Der Heilige Gral

Wenn es um Wearables geht, ist eine der besten Einnahmequellen die Fitness. Immer mehr Verbraucher wollen einen gesünderen Lebensstil führen und in passende Geräte investieren. "Aus Sicht der Gesundheit und Fitness sind Wearables ein großer Wendepunkt", sagt James Stables, Mitbegründer und Direktor der führenden Website für Wearable-Technologien, Wareable.

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Fitness ist derzeit der profitabelste Wearable-Markt. / © Jacob Lund/Shutterstock

Der Markt wurde von vielen Herstellern im Sturm erobert, herausgekommen sind aber vor allem zwei Gewinner: Xiaomi und Fitbit. Es ist kein Wunder, dass kleine Hersteller von Fitness-Trackern praktisch vom Markt verschwunden sind, in dem es keine Spur von Heterogenität gibt. Die Innovation im Wearables-Markt steht still - wir befinden uns in einer Situation, in der die Verbraucher ihren Fitness-Tracker nur dann ersetzen, wenn er kaputt geht.

Der Apple-Effekt

Zur Abwechslung ist das beliebteste Gerät unter allen auf dem Wearable-Markt ein Apple-Gerät. Nicht nur das: Wie ich schon in anderen Artikel sagte, dominiert Apple nicht nur die Smartwatch-Kategorie, sondern auch die der herkömmlichen Uhren. Hier konnte Apple sogar Rolex in Bezug auf Umsatz, Popularität und Nachfrage übertreffen. Keine Frage, Apple hat mit dem Start der Apple Watch frischen Wind in den Wearables-Markt gebracht, so richtig spannend ist er dadurch aber trotzdem noch nicht geworden.

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Die Apple Watch ist ein großer Erfolg, kann aber in Sachen Fitness nicht mithalten. / © Apple

Was die Fitness betrifft, so ist die Situation hier ganz anders. Obwohl Apple Fitbit einige Marktanteile abnehmen konnte, kann die Apple Watch mit den Fitness-Trackern überhaupt nicht mithalten. Der Fokus auf Fitness ist der Schlüssel zum Erfolg. Nach den schlechten Erfahrungen mit der Ionic konnte Fitbit mit der neuen Versa viele Fans zurückgewinnen. Der Preis liegt zwar nicht weit entfernt von der Apple Watch, warum aber sollte man jemals eine Apple Watch nur für Fitnessaktivitäten kaufen?

Was ist mit Google?

Offen gesagt, Google und Wear OS haben mich völlig davon abgebracht, unbedingt eine Smartwatch an meinem Handgelenk zu haben. Aber immerhin haben sie den Namen des Betriebssystems angepasst. Wo sind die neuen Funktionen? Bin ich der Einzige, der glaubt, dass ein Hersteller wie Fossil auf Softwareebene viel mehr tut als Google? Da stellt sich auch gleich die Frage, warum Huawei und Samsung ein proprietäres Betriebssystem verwenden ...

Die beiden letztgenannten Unternehmen haben zwar ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, stützen ihr Geschäftsmodell jedoch nicht auf Wearables. Huawei liegt auf Platz vier und Samsung auf Platz fünf. Aber zurück zum Google OS ...

skagen falster 2
Die Skagen Falster 2 ist vielleicht die beste Smartwartch mit Wear OS und Fitnessfunktionalität. / © Skagen

Wenn es um Fitness geht, gibt es auch in diesem Fall sehr wenig zu sagen. Das Maximum, das unter diesem Gesichtspunkt mit Wear OS erreicht werden kann, ist ein Gerät wie die Skagen Falster 2, die bisher nicht mal wirklich bekannt ist. Es handelt sich um eine Smartwatch, die im vergangenen September auf den Markt kam und über mehrere Funktionen für Fitness verfügt, wie beispielsweise ein GPS-Modul, einen Herzfrequenzmesser und einen Höhenmesser. Sie ist außerdem komplett wasserdicht und kann alle Eure täglichen Fortschritte verfolgen. Das einzige Problem? Der hohe Preis.

Xiaomi? Wohl eher nicht

Laut der aktuellen weltweiten Verkaufszahlen von Wearables hat Xiaomi seine Position als weltweit führendes Unternehmen weiter ausgebaut. Allein im dritten Quartal 2018 lieferte das chinesische Unternehmen 32 Millionen Geräte aus, ein Plus von 90,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. All dies ist dank der großen Vielfalt an Optionen, die Xiaomi den Nutzern bietet, möglich geworden.

wearables top 5
Xiaomi steht an erster Stelle in der Rangliste, aber nur für die Anzahl der verkauften Geräte. / © IDC

Aber reicht das aus, um die chinesische Marke zum König der Wearables zu küren? Natürlich nicht! Mehr Geräte zu verkaufen bedeutet nicht unbedingt, mehr Geld zu verdienen. Es ist einfach, sich selbst zum "Weltmarktführer" in einer Kategorie zu erklären und sich zu rühmen, vor Apple und Fitbit zu sein, wenn man Tonnen von verschiedenen Geräten verkauft. Glaubt Ihr, Xiaomi könnte konkurrieren, wenn es nur ein Wearable verkaufen würde, wie Apple es tut? Oder glaubt Ihr, dass ein Unternehmen, das praktisch alle erdenklichen technologischen Geräte herstellt, mit einem so gut fokussierten Unternehmen wie Fitbit konkurrieren kann? Wohl eher nicht.

Es scheint, dass sich die Geschichte wiederholt - die Xiaomi-Situation erinnert daran, dass Huawei-Fans damit prahlten, Apple überholt zu haben. Aber das ist ein ganz anderes Thema ... 

Was ist Eure Meinung über den Markt für Wearables? Seid Ihr der Meinung, dass die Innovation an allen Fronten zum Stillstand gekommen ist? Lasst es uns in den Kommentaren unten wissen. 

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Top-Kommentare der Community

  • Klaus Trofob vor 1 Monat

    Was sollen denn für Innovationen her?
    Was sollen oder müssen zukünftige Geräte können, damit die Branche nicht "langweilig" wird?
    Und was spricht dagegen ein Gerät so lange zu verwenden, bis es irreparabel oder zumindest eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist?
    Der ständige Neukauf ist ökologisch eine Katastrophe und zumindest für den Kunden ökonomisch fragwürdig.

32 Kommentare

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  • Das lese ich hier leider ziemlich oft, es wird sich über zu wenig Neuerungen beschwert, aber keiner der sich beschwert, sagt was er für Neuerungen haben möchte.


  • Also irgendwie auch schlecht recherchiert was die Fitbit Versa anbelangt.. 'Der Preis liegt zwar nicht weit entfernt von der Apple Watch..' Also die Apple Watch kostet gut das 2,5 fache von der Versa, das ist dann preislich doch schon etwas weiter weg.. . Auch Garmin habt ihr nicht erwähnt. Ich selber nutze die Galaxy Watch und möchte sie nicht mehr missen. Gäbe es noch die EKG Funktion von Apple und Samsung Pay, dann wäre sie für mich perfekt. Und überhaupt : Einen analogen Prollwecker am Handgelenk braucht auch kein Mensch wirklich..


  • Was sollen denn eurer Meinung nach für "Innovationen" her? Vielleicht ein 4K Projektor am Handgelenk? Ein Rotor damit wir mit unserem Handgelenk abheben können? Sollen die Uhren uns vielleicht Telepotieren damit wir nicht mehr mit Flügen die Umwelt verpesten müssen?
    Mit Sicherheit sind die Möglichkeiten von Smartwatches noch nicht ausgereizt. Irgendwann hören neue Features aber auf Sinnvoll zu werden. Viel ist aus der Verbauten Hardware eben nicht mehr rauszuholen. Ein etwas größerer Akku mag zwar den einen oder anderen von einem neueren Modell beim Erstkauf überzeugen, ein wirklicher Wechselgrund von einer noch funktionierenden Smartwatch ist es aber nicht.
    Ich für meinen Teil habe eine 46mm Galaxy Watch und bin absolut zufrieden mit dem, was das System von Haus aus bietet. Ich bekomme meine Benachrichtigungen and Handgelenk, habe die Fitnessfunktionen die ich brauche und obendrein sieht die Galaxy Watch auch noch aus wie eine Uhr. Einzig Google Pay support wäre ein nice to have, ist aber in Anbetracht von Tizen + Samsung Pay alles andere als Wahrscheinlich.


  • Ich habe noch die erste Samsung Gear, die ist nur noch verkommen zum Zeit anzeigen.


  • Die ersten Schritte den Markt interessanter zu machen sind getan. Diverse Uhren (bei mir die Apple Watch) sind mit einer esim-Karte ausgestattet und werden so immer unabhängiger von einem Smartphone. Spannend wird es dann, wenn eine Uhr völlig autark wird und von Hersteller, Entwickler und Kunde nicht mehr als Zusatz zum Smartphone, sondern als eigenes Gerät verstanden und vermarktet wird.


  • In Eurem Beitrag fehlt mal gänzlich Garmin als Hersteller von Sportuhren. In meinen Augen schlägt Garmin Fitbit um Längen, was die Tauglichkeit der Sportfunktionen betrifft. Ich selbst habe auch von Fitit auf Garmin gewechselt.


  • Das Problem dieser Uhren ist doch auch von Anfang an die bescheidene Akkulaufzeit gewesen. Ich persönlich möchte nicht jeden Abend die Uhr abziehen und ans Netz hängen, nur damit die mir am nächsten Tag wieder die Uhrzeit anzeigt und ein paar Piepser abgibt, wenn gerade ´ne WhatsApp reinkommt...

    Dazu kommt - und das ist bei UHRENLIEBHABERN* ein ausschlaggebender Grund -, dass ich mir so ein Ding nicht ans Handgelenk binde und dafür meine Seamaster oder Superocean ins Nachtschränkchen legen werde.

    *Ausschlaggebend für mich war vor einigen Jahren der Grund, dass mich so ein Ding bei meinen sportlichen Aktivitäten unterstützen soll; deshalb habe ich mir irgendwann ´ne Polar V800 gekauft und bin dann auf Fenix3 und Fenix5 gekommen.

    Auch nicht so sexy wie ´ne schöne mechanische Uhr mit Stil, aber hilft mir bei der Kontrolle meiner Ziele. Und das ca. 1,5 Wochen lang ohne Aufladung und mit ca. 5 längeren sportlichen Aktivitäten mit sekundengenauer GPS-Aufzeichnung während dieser Zeitspanne. Und wenn ich unbedingt wollte, würde ich auch irgendwelchen Social-Media-Kram auf der Uhr angezeigt bekommen.

    Von einem solchen Durchhaltevermögen können Hersteller von "Smartwatches" nur träumen...

    P. A.


  • Innovationen bei Wearables? damit die Hersteller für die Dinger dann ebenfalls irgendwann 1000 € fordern? So das war jetzt der Sarkastische Teil meines Kommentars.
    Jetzt kommt der Ernst gemeinte: Ich denke es liegt nicht an fehlenden Innovationen. Es gibt viele Leute die mir sowas sagen wie: Eine Smartwatch brauche ich nicht meine Alte Armbanduhr zeigt mir auch die Uhrzeit an. Oder: Oh Oh, Hilfe mit den Ganzen Fitnessdaten in den Apps werde ich irgendwann zum Gläsernen Patient und bekomme diese und Jene Versicherung aufgrund meiner Daten dann nicht mehr, diese Entwicklung unterstütze ich nicht in dem ich mir so ein Teil kaufe.
    Also entweder sind die Leute nicht vom nutzen überzeugt, was auch am so gut wie nicht anzutreffendem Marketing in Form von Werbung für die Geräte liegt ( hier ist die Apple Watch eine Ausnahme, wahrscheinlich ist das mit ein Grund warum Dieses Wearable eines der Erfolgreichsten ist), oder Sie sind Datenschutzfanatiker. Und die die keines von Beidem Sind beschäftigen sich mit den Dingern und finden eine Nutzen. Die Anzahl dieser Leute reicht aber nicht für den Großen Durchbruch.


  • Kann mich nicht beklagen, hatte bis vor drei Wochen noch ne Pebble Time gehabt. Da aber Fitbit diese Uhren nicht weiter unterstützt und ich mir im Leben keine Fitbit kaufen werde, bin ich bei Samsung Gear s3 Fortier gelandet. Zugegeben, sie ist schon etwas auf dem Markt, habe aber ein Schnäppchen gesehen und daraufhin gekauft.
    Bis jetzt kann ich mich über den Leistungsumpfang nicht beklagen. Ist aber trotzdem eine schöne Uhr.


  • ich würde den autoren darum bitten auch mal einen blick auf die aktuelle samsung galaxy watch zu werfen. akkulaufzeit, bedienbarkeit, bedienungskonzept per lünette, verarbeitung, robustheit, features... denn:

    1. ist apple ganz sicher nicht das maß der dinge was smartwatches angeht (gleich 3 iPhone nutzer im freundeskreis die sich eine galaxy watch gekauft haben)

    2. nur weil neuere technik einige jahre braucht bis sie in der masse ankommt & wachstum sogar rückläufig ist, bedeutet es nicht das es in diesem markt keine innovationen gibt.

    es ist sehr komfortabel und für mich lifestyle-luxus unterwegs vollumfänglich unter meiner gewohnten nummer erreichbar zu sein ohne das handy immer dabei zu haben. stichwort eSim.


  • Kann nicht sage das die Uhren langweilig sind . FInde erstmal sollte ein Uhr gut aussehen und dieses ist bei einigen Uhren so.
    Ferner haben die Uhren für mich coole Funktionen die mir wichtig sind . Werde mir auch weiterhin Smartwatch es kaufen!


  • Ich finde meine Amazfit Bip immer noch sehr gut. Ich komme mit einer Akkuladung immer auf ca. 30 Tage Laufzeit und bei eingehenden Nachrichten zeigt mir das Display ob es sich lohnt das Handy aus der Tasche zu holen oder nicht. Die Schritte zählt sie verlässlich. Einzig eine hochwertigere Optik würde ich mir wünschen. Ein gelungener Nachfolger für meine Pebble. Uhren die jeden Tag geladen werden müssen sind nichts für mich.


  • Wann waren Wearables denn jemals wirklich spannend? Am Anfang wars ne Spielerei und das ist es immernoch.


  • -


  • Solange die Leute ihre Smartphones in die Hosentasche stecken können, ist eine SmartWatch überflüssig.


  • Wearables... oh well... Meine LG GWatch R (2015 gekauft) nutze ich nur noch extrem selten. Wear OS ist imho einfach total schlecht, der Stromverbrauch extrem hoch. Das einzige Wearable welches mich seit 2016 immer begleitet hat: Garmin Forerunner 235 WHR. Diese Uhr war/ist zuverlässiger als jeder Fitnesstracker! Egal ob Fitbit, Xiaomi, etc. Die Geräte waren in meinem Test alle Schrott (sowohl Hard- als auch Software - bestes Beispiel: Fitbit Android App. Einfach grausam!).
    Die Garmin Forerunner 235 läuft nach wie vor mit ca. 5 Tagen Akkulaufzeit! Wear OS Smartwatch läuft max. 6h (mit Always on Display).


  • Schaut mal die Garmin Uhren an.


  • Keine Innovationen, hm, wie bei Uhren, die sind auch seit langem wenig innovativ. Wo kommt der Gedanke her, ich meine es gibt Geräteklassen mit Potential für sowas, doch Smartwatches oder Fitnesstracker zähle ich nicht dazu, denn was soll man da den noch groß erfinden. Schneller und zuverlässiger, bessere Batterie, das sollte sich noch ändern, mehr kann man jedoch nicht erwarten, solange die Technologie auf dem selben alten Trittbrett vor sich hin gurkt.


    • Uhren sollen ja auch nur die Zeit anzeigen. Und vielleicht Zeiten nehmen (Stoppuhren). Mehr müssen sie nicht können. Die ganzen anderen Funktionen (Gezeitenanzeige, Mondanzeige, Höhenmesser, Barometer etc.) sind m.E. nur optische Gadgets ohne wirklichen Nutzen. Für den normalen Tagesablauf benötigt man z.B. keine Höhenangaben. Bei den "Schweizer Taschenmessern" unter den Armbanduhren fehlt doch m.E. keine Funktion. Sogar GPS ist inzwischen bei Armbanduhren dabei.

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