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Daten, Kohle, Weltherrschaft: Was will Google eigentlich?

Google ist ein globaler Tech-Gigant, der an unzähligen, disparaten Baustellen gleichzeitig arbeitet. Oft fragt man sich: Was wollen die eigentlich? In einem seltenen Interview haben die Google-Gründer uns indirekt Antworten auf diese und mehr Fragen gegeben.

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google world dominance
© Photo Africa, Shutterstock, Google, AndroidPIT

Was will Google? Lassen wir die reflexartigen Antworten der Zyniker und Verschwörungstheoretiker ("Geld, unsere Daten, die Weltherrschaft") mal außen vor, auch wenn sie im Kern zumindest teilweise nicht unwahr sind. Wenn wir hingegen den erfrischend unpolierten Worten von Larry Page und Sergey Brin für den Moment glauben und sie in einer Kernaussage zusammenfassen wollten, müsste diese in etwa so lauten: Das grundlegende Ziel Googles ist es, Technologie durch Technologie verschwinden zu lassen. Ok, beide wollen offenbar auch die Welt retten, aber lassen wir auch das mal weg. Es würde ihnen vermutlich sowieso kaum jemand glauben.

Technokratie ohne Technologie

Laut Larry Page verbringen wir heute viel zu viel Zeit am Computer (womit er vermutlich datenverarbeitende Geräte insgesamt meint). Der Button “I’m feeling lucky” (“Auf gut Glück”) in der Google-Suche war ein früher, misslungener Versuch, dem Nutzer Informationen zu geben, ohne dass er aktiv suchen musste. Google Now ist die moderne Variante dessen und mittlerweile eine der Kernkomponenten des Konzerns. Glass und Android Wear sind Paradebeispiele für Technologie, deren Leitgedanke es ist, die Interaktion mit ihr so klein wie möglich zu halten. Wir sollen einen möglichst großen Nutzen aus der Technologie ziehen, während wir so wenig wie möglich und so wenig aufwändig wie möglich mit ihr interagieren. Sie soll so weit vorangetrieben werden, bis sie omnipräsent aber unsichtbar ist.

nanobots google
© Andrea Danti, Shutterstock, AndroidPIT

Das selbstfahrende Auto ist ein weiteres Beispiel. Nach Sergey Brin ist das traditionelle Design existierender Fahrzeuge womöglich gar nicht für selbstfahrende Autos geeignet. Viel mehr sollten zum Beispiel die Sitze zueinander zeigen, auch Lenkräder dürften gerne verschwinden - Technologie soll also genutzt werden, ohne sich ihr zu widmen.

Kein Platz für schnelle Erfolge

Das Ganze erfordert eine langfristige Perspektive, und die kann man Google nun wahrlich nicht absprechen: “Viele Firmenchefs sind sehr kurzzeitorientiert”, so Page. In wenigen Jahren könne man nur wenige Probleme lösen, 20 Jahre seien da ein besseres Zeitfenster. Dass Google so langfristig orientiert arbeitet, erkennt man an jeder Ecke, man denke an Project Loon (Internetballons und eine Satellitenflotte), dem neuen Fokus auf RobotikProject Calico (Unsterblichkeit), Project Link (Internet für Afrika), die selbstfahrenden Autos, Project Brain. Letzteres ist der Versuch, Maschinen das Denken beizubringen, bis sie dem Menschen ebenbürtig oder gar überlegen sind. Dafür hat man sich zum Beispiel mit dem Unternehmen Deepmind echtes Know-how eingekauft (zur Meldung).

google android old
Damit dieses Bild bald der Vergangenheit angehört... / © AndroidPIT/Google

Konzentriert Euch doch mal auf eine Sache!

Den Vorwurf hört man gerne von Aktionären, so auch Google. Tatsächlich habe das sogar der einstige Apple-Chef Steve Jobs zu Larry Page gesagt, und auf eine Art habe er recht, so Page. Doch entspricht das einfach nicht Googles Philosophie. Man müsse breit denken, so Page. Jedoch:  “Es gibt eine Grenze in dem, was wir machen können, und darüber müssen wir nachdenken”. Umso größer Google werde, desto mehr müsse man einzelne Projekte ineinander integrieren. Googles intelligente Software ist das Bindeglied zwischen seinen vielen Baustellen.

Und die X Labs?

Zwischen allen? Nein, nicht allen. Hier kommen die höchst experimentellen X Labs ins Spiel, die von Sergey Brin überwacht werden, während Larry Page sich hier eher raushält. Eine der Spielregeln lautet dort: Jedes Projekt muss eine Schlüsselkomponente haben, die NICHT Software-verwandt ist, denn die X Labs sollen sich dezidiert vom Rest von Google absetzen. Insbesondere hier finden die zahlreichen “Wetten” statt, die Google in den Worten seiner Gründer abschließt, von denen sich in 15 Jahren ein paar vielleicht ausgezahlt haben - oder eben nicht.


​Link zum Video

Übrigens, nicht jeder weiß, dass Google vor 15 Jahren fast für 350.000 bis 1,6 Millionen Dollar verscherbelt worden wäre. Die Gründer lehnten letztendlich ab, eine Wette, die sich 15 Jahre später mehr als ausgezahlt hat. Ein Resultat Googles' viel beschworener Weitsichtigkeit? Manchmal hat man auch einfach etwas Glück.

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Top-Kommentare der Community

  • Marius 08.07.2014

    Google ist faszinierend und erschreckend zugleich. Ich sehe es so, dass sie viel Gutes machen und sich Mühe geben, diesen Planeten zu einem besseren zu machen, aber wie so oft hat auch diese Medaille eine Kehrseite.

  • Mirko Seidel 08.07.2014

    ich denke google will den Menschen das Leben erleichtern. So viele tolle Dinge hat google schon herrangezogen :). denke ich jetzt mal. was meint ihr. alles andere aus der überschrift hat google ehh schon :)

  • Bastian Oppermann 08.07.2014

    Natürlich ist das Quatsch.
    Google ist ein börsenorientiertes Unternehmen, nicht mehr und nicht weniger.
    Es will Gewinn machen, wie jedes andere Unternehmen auch, verhält sich hierbei aber zumindest m.M. nach wesentlich sympathischer als die meisten anderen Unternehmen. Ok, Datenschutz und Google ist so ne Sache für sich, aber ihre ganzen Projekte finde ich toll, sie haben Humor (Eastereggs!) und ihre Produkte von guter Qualität.

  • Tobias Witte 08.07.2014

    Erster höhöhö Spaß Leute nicht aufregen ;)
    Guter Artikel !

  • Siniox 09.07.2014

    Die Welt ist eine Google.

40 Kommentare

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  • sorry, falsch gepostet

  • Hallo Stephan!
    Kommt jetzt etwas spät, aber ich muss sagen: Richtig guter Artikel!
    Eine Zeit lang, muss ich gestehen, haben mich deine Artikel nur noch genervt (ich glaube das war vor allem zu diesen WhatsApp/Facebook-"Kriegs"-Zeiten), was dazu geführt hat, dass ich sie garnichtmehr gelesen habe. Aber In letzter Zeit finde ich sie richtig gut. Eigentlich ausnahmslos alle die ich so gelesen habe (also nicht nur dieser hier). Großes Lob von mir!

    Grüße

    Nobody

  • Richtig!

  •   11

    Google ist ein Konzern der im ersten Sinne den Gedanken hat, möglichst viel Geld zu verdienen. Alles andere ist nette Imagepflege. Was ist daran aber verkehrt? Es funktioniert ja, obwohl der Großteil dieser Projekte nach einer Zeit eingestampft wird.

    • "Das Ziel von Google ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nützlich zu machen."
      Steht mal so bei denen auf der Website ^^

      Aber in Wirklichkeit drehen die wahrscheinlich nur den hammerhärtesten voyeur schnaxel film aller zeiten, mit Zugriff auf so viele livecams.
      hmm wenn ich so drüber nachdenke könnte es auch ne Komödie werden :)

  •   25

    Google ist quasi eine Unterabteilung der NSA und der zukünftigen Weltregierung

  • @Marco Krüger : ohne Google müssten wir kein G+ Mitglied sein um bei YouTube kommentieren zu können:Google hat YT gekauft

  • Google will den Planeten besser machen, genau so wie MC Donalds will das wir satt werdeb, wie Haribo Kinder Glücklich machen möchte und Nike das wir Sport machen

  • Weiß nicht was das Gemecker soll. Wo wären wir heute ohne Google? Wir hätten (eventuell) keine anständige Suchmaschine, YouTube etc.. Selbst Andriodpit würde es nicht geben. Die meisten hier nutzen Android, auch dies ist ein Produkt von Google. Fakt ist, wir können schimpfen wie wir wollen, meiner Meinung nach hat sich vieles vereinfacht! Und was die Nutzung unser Daten betrifft macht Google kein Geheimnis draus , also kann es auch jeder nutzen wie er mag. Für alle die es nicht wollen gibt es genug Alternativen.

    • Deine Mutmaßungen in Ehren, aber ich halte das für haltlose Spekulation. Youtube wurde von Google erst gekauft, also gäbe es Youtube selbstverständlich ohne Google. Und wieso sollte es keine anständige Suchmaschine geben? Ich recherchiere sein 1995 im Internet, damals gab es kein Google und man konnte trotzdem alles finden. Man musste halt mehrere Suchmaschinen kombinieren. Dann kam irgendwann Google und auch das war nicht von Anfang an gut, sondern nur eine Suchmaschine unter vielen. Hätte es Google damals nicht gegeben, wären viele der anderen Suchmaschinen heute noch da und nicht verdrängt worden. Google hat einfach eine Nische besetzt und dies so gut gemacht, dass der Wettbewerb verschwand. Würde aber heute Google verschwinden, ich garantiere dir, in 2 bis 3 Jahren würde sich kaum mehr einer an Google erinnern, weil dann eben andere dessen Stelle eingenommen hätten.

  •   26

    Es macht echt Spaß Kommentare zu schreiben die eh gleich wieder ge löscht werden....

  • Google will weder die Welt verbessern noch irgendjemandem das Leben leichter machen. Es ist einfach ein großes Unternehmen, das weiterhin am Markt bestehen will und deshalb ständig versucht, neue Märkte zu erschliessen. Da in den führenden Köpfen bei Google auch der Gedanke sitzt, es anders als andere machen zu wollen, traut man sich auch mal an Dinge heran, die nicht unmittelbar einen Gewinn versprechen und vielleicht nur langfristig rentabel sind. Aber sonst ist Google auch nicht viel anders als Nestlé, Apple oder BMW.

    Was mir derzeit bei Google fehlt sind konkrete Produkte. Da werden Firmen über Firmen aufgekauft und vieles wird angerissen (Stichwort Autos, Drohnen, Satelliten, etc), aber wirklich konkrete Ergebnisse lassen noch auf sich warten. Auch Android plätschert in meinen Augen nur so dahin. ICS war ein großer Schritt, aber das war 2011. Seitdem hat sich nicht wirklich etwas wesentliches getan. Apple holt Jahr um Jahr auf, auch wenn nur geschickt Funktionen übernommen werden. Aber letzlich fragt der Kunde nicht "Wer hats erfunden"? Auch Android L mag gut aussehen, aber ein Riesenschritt sieht anders aus.
    Zumindest steht Android damit nicht da, wo es 2014/15 stehen sollte und könnte. Und schon gar nicht dort, wohin man es um 2011 schon prophezeit hatte.

  • Hat jemand dich die 42 Mimuten angesehen?

    War alles nur Weltbeglückungs-Rhetorik oder kam auch Pages vor einigen Jahren in eine Fernsehkamera gesprochener Satz zu Ehren "langfristig möchte Google alles über jeden Menschen auf der Welt wissen"?

    XXL

  • Der Grund ist einfach, dass das Internet der Dinge im Kommen ist und Google nicht den Anschluss verlieren möchte (so wie Microsoft damals, als man die Smartphones außer Acht gelassen hat).

  • *Zitat*
    dass Google für uns von großer Bedeutung ist

    könnte auch jedes andere x-beliebige unternehmen sein,,aber von grossem nutzen sicherlich...
    und klar...ganz umsonst ist dies alles auch nicht ,,,;)

  •   51
    XXL 09.07.2014 Link zum Kommentar

    Viele Worthülsen, Floskeln und gut tönende Sätzchen, mehr lese ich hier nicht. Daten und Informationen sind das einzige was Google will und damit verbunden natürlich Geld und Macht. Alles andere sind romantische Vorstellungen und Fantasien von Tech-Seiten und - Freaks. Neue Technologien sind nur Nebenprodukt, Werkzeug und Mittel zum Zweck. Wenn ich von erwachsenen Menschen höre, dass Googles primäres Ziel wäre, das Leben von uns zu vereinfachen und dass Google für uns von großer Bedeutung ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln.

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