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Das ist AMP: Googles Technik für schnelles Surfen im Internet
Android für Anfänger 4 Min Lesezeit 4 Kommentare

Das ist AMP: Googles Technik für schnelles Surfen im Internet

Die von Google entwickelte AMP-Plattform verspricht Websites perfekt auf das jeweilige Mobilgerät anzupassen und jetzt sogar E-Mails, die interaktiv sind. Aber was ist AMP überhaupt und was für Probleme kann die Plattform bei E-Mails machen? Wir erklären es Euch!

Vor kurzem kündigte Google an, sein Projekt namens AMP auch in E-Mails zu integrieren. Das verspricht, die Art und Weise, wie wir mit Nachrichten in unseren Postfächern interagieren, für immer zu ändern. Aktuelle E-Mails sind wenig interaktiv. Wenn wir hier "interagieren" wollen, egal ob zum Beantworten einer Einladung oder zum Kauf eines Produkts, müssen wir auf einen Link klicken, der zu einer bestimmten Website oder Ähnliches führt.

Mit AMP hingegen können wir mit Inhalten der E-Mail interagieren ohne unser Posteingang verlassen zu müssen. Wir können in einer Art Mini-Webbrowser durch Angebote blättern, uns für eine Veranstaltung anmelden oder Formulare ausfüllen. Google selbst bezeichnet die Funktion als "dynamische E-Mails". Laut Google werden E-Mails mit der neuen Technologie nicht nur interaktiver, sondern auch anpassbarer, schneller und sicherer.

E-Mail-Anbieter wie GMail, Yahoo Mail oder Outlook haben bereits ihre technologische Unterstützung angekündigt, und Unternehmen wie Booking.com, Despegar, Doodle, Ecwid, Freshworks, Nexxt, OYO Rooms, Pinterest und redBus bekommen die Möglichkeit, Nachrichten in diesem Format zu senden.

Das klingt interessant, aber was ist AMP überhaupt?

Was ist Google Amp?

AMP steht für Accelerated Mobile Pages. Es ist eine "Grundlage" bzw. ein Framework, das es Entwicklern ermöglicht, Webseiten zu erstellen, die für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets optimiert sind. Damit soll Benutzern ein schnelleres und angenehmeres Surfen ermöglicht werden. 

Aus Sicht der Entwickler besteht AMP aus drei Komponenten:

Die erste ist AMP HTML, eine Erweiterung der bei der Erstellung von Webseiten verwendeten HTML-Sprache, die einige Einschränkungen zur Gewährleistung einer besseren Leistung mit sich bringt.

AMP JS ist eine Javascript-Bibliothek, die die genannten Erweiterungen implementiert und ein schnelles Laden von Webseiten, asynchrones Herunterladen von Daten und eine begrenzte Nutzung externer Ressourcen gewährleistet. Selbst entwickeltes JavaScript ist nicht erlaubt, sondern nur ein Fundus von Skripten aus der Feder des AMP-Projekts.

Die dritte Komponente ist AMP Cache, die Infrastruktur von Google für die Verteilung von in AMP geschriebenen Inhalten. Google nutzt seine Server, um Downloads zu beschleunigen, den Seitencode zu validieren und die Effizienz zu maximieren. Wenn der Benutzer eine AMP-Seite besucht, überprüft Google zunächst, ob es keine Version davon im AMP-Cache auf einem Server in der Nähe des Benutzers gibt. In diesem Fall liefert Google diese Version und beschleunigt so den Download.

Google bietet auf der AMP-Projektwebsite eine vollständige Dokumentation an, sodass Entwickler mit dieser Technologie eigene Seiten erstellen können.

Was hat der Nutzer davon?

Im Grunde genommen ist der große Nutzen die Geschwindigkeit. Alles oben erwähnte ist für den Benutzer selbst nicht sichtbar, aber spürbar. AMP-Webseiten erkennt man an dem Blitz-Symbol (⚡) bei Google. In der URL selbst ist der Zusatz "amp" oder "cdn.ampproject.org" zu finden. Auch AndroidPIT nutzt AMP.

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Das Blitz-Symbol und der Zusatz "AMP" deuten auf das spezielle Format hin. / © AndroidPIT

Der Unterschied ist bemerkenswert: Die Seite wird komplett, auf einmal und im Handumdrehen geladen,. Und das ohne das stückweise Laden von verschiedenen Teilen, wie man es manchmal erlebt. Durch das "Pre-Cache"-System, das Bilder und Seiten bereitstellt, bevor Sie aufgerufen werden, erscheint der Inhalt auf einen Blick.

Die Angst vor "Big Brother"

Obwohl AMP deutliche Vorteile bringt, hat die AMP-Technologie ihre Kritiker. Der Hauptgrund dafür ist, dass Google sowohl das Framework als auch die Cache-Server kontrolliert. Sollte die Technologie noch mehr Verbreitung finden, könnte Google einen großen Anteil des mobilen Internets kontrollieren.

Darüber hinaus gibt Google AMP-Inhalten in Ihren Suchergebnissen mit dem Blitz-Symbol Vorrang gegenüber anderen Ergebnissen. Das kann sich negativ auf Webseiten auswirken, die andere Technologien einsetzen, wie die Facebook Instant Articles oder Apple News.

Die Besorgnis darüber nahm zu, als Google im März letzten Jahres ankündigte, das Gremium für Webstandards (W3C) davon überzeugen zu wollen, die AMP-basierte Technologie als Teil eines neuen Standards einzusetzen. So könnten sich die Vorteile der Plattform, aber auch Googles Einfluss das gesamte Web ausgedehnen.

Die Befürworter des Vorschlags argumentieren, dass die Technologie, wenn sie angenommen würde, vom W3C und nicht mehr von Google kontrolliert werden könnte. Aber heißt es nicht in einem Sprichwort: "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten"?

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4 Kommentare

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  • Ich lerne Amp in dieser Form kategorisch ab! Google mutiert damit zur riesen Ultra-Talon-Datenkrake. Die Technik ok aber nicht auf Google Severn!


  • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Also ich kann diese "Speedy" Webseiten ehrlich gesagt überhaupt nicht ab. in Samsung Internet (und bspw. auch Safari) macht dieser "Modus" nämlich unter Umständen viele schöne Modi (z.B. Lesemodus) kaputt oder sorgt dafür, dass sich der Header mitsamt Eingabezeile beim Herunterscrollen nicht verkleinert / verschwindet und das nervt tierisch. Zumal ich persönlich so gut wie keinen Unterschied in Sachen Geschwindigkeit spüre. Und einen einfachen Weg diesen Mist zu deaktivieren gibt es ebenfalls nicht (mehr) ...
    Also zumindest für mich hat dieser Quatsch ausschließlich Nachteile.


  • Flo vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    War das Motto nicht früher "Don't be evil"? Es wurde doch auch vor ein paar Jahren entfernt wenn ich mich richtig erinnere.


  • Dieses AMP ermöglicht dann aber auch das Tracking von Mails. Hoffentlich denkt Microsoft daran dieses Feature per default deaktiviert zu lassen, und die Anwender entscheiden zu lassen ob sie dieses Feature aktivieren wollen oder nicht.

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