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Wo bleibt die eSIM, wenn sie so gut ist?

Der Launch der eSIM-Variante des Pixel 2 in den USA entfacht erneut die Debatte um den Nachfolger der SIM-Karte. Die fest verdrahtete eSIM ist seit Anfang 2016 offiziell spezifiziert; Telekom, O2 und Vodafone haben sie im Portfolio. Dennoch halten sich die Smartphone-Hersteller weitgehend zurück, die neue Technologie anzunehmen. Woran kann das liegen?

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Die eSIM: Das Ende der Flexibilität?

Inzwischen haben sich die Netzbetreiber der Welt auf einen eSIM-Standard geeinigt. Ihr werdet in Eure eSIM-Geräte also in allen Ländern dieser Welt aktivieren können. So weit, so gut. Doch warum machen trotzdem so wenige Smartphone-Hersteller mit? Es gibt einige objektive Kritikpunkte am Konzept der eSIM. Diese wollen wir uns hier genauer anschauen. Werfen wir dazu zunächst einen Blick auf das Erklär-Video von Vodafone.

Die eSIM ersetzt also die physische, austauschbare SIM-Karte durch eine eingebettete, fest-verlötete. Ein Teil der Austauschbarkeit bleibt jedoch erhalten, da Ihr das darin aktive SIM-Profil löschen und durch ein anderes ersetzen könnt. Dies geschieht über einen Code, den Euch Vodafone physisch, andere Provider vielleicht einfach als E-Mail zum Selbstausdrucken zusenden.

Auf weitere Geräte wie Smartwatches oder IoT-Geräte ohne eigene Kamera wird der eSIM-Aktivierungscode verschlüsselt per Bluetooth übertragen. Auch dort lässt sich das Profil wieder löschen und durch das eines anderen Providers ersetzen. Der Providerwechsel ist mit der eSIM also ähnlich einfach wie mit den physischen SIM-Karten.

Der Gerätewechsel hingegen ist nicht so einfach. Einmal verwendet, könnt Ihr den eSIM-Code von Vodafone nicht mehr auf anderen Geräte aktivieren; eine Beschränkung durch den Provider, nicht durch das eSIM-System. Das war mit der bisherigen SIM-Karte einfacher, denn diese konntet Ihr einfach aus dem alten Gerät entfernen und im neuen Gerät verwenden. Es obliegt also dem Provider, wie schnell er Euch einen neuen eSIM-Aktivierungscode bereitstellen kann, falls Ihr häufiger das Gerät wechseln wollt.

eSIM-Wechsel leicht gemacht

Kommen wir aber zurück zu dem wahrscheinlichen Fall, dass Ihr Euer Smartphone länger als eine Woche verwendet. Dann wollt Ihr vielleicht im Ausland einen anderen Provider verwenden, statt mit dem heimischen die teuren Roaming-Gebühren zu zahlen. Auch hierfür hat das eSIM-System eine Lösung parat. Und diese kann der von physischen SIM-Karten überlegen sein. Lauschen wir dazu dem Gespräch mit dem c't-Experten Urs Mansmann.

Es ist also möglich, mehrere eSIM-Profile in einem Smartphone zu speichern und diese bei Bedarf einzeln zu aktivieren. Im Ausland könntet Ihr so Euer deutsches eSIM-Profil stilllegen und das lokale aktivieren. Nach der Heimreise könntet Ihr dann im eSIM-Manager das heimische Profil wieder reaktivieren. Ein erneutes Scannen eines Codes wäre nicht vonnöten. Google hat für seine Pixel 2 im Project Fi bereits eine solche App im Play Store veröffentlicht, wie Android Authority berichtet.

Eine solche App könnte langfristig auch als eSIM-Profil-Shop dienen. Anstelle komplizierter Provider-Websites oder physischer Shops ließe sich dann das eSIM-Profil wie eine App herunterladen, bezahlen, laden und aktivieren. Der Smartphone-Hersteller oder sein Verkäufer können festlegen, wie viele eSIM-Profile sich in einem Smartphone speichern lassen und welche sich aktivieren lassen. Theoretisch ließe sich also eine Art SIM-Lock zurückbringen. Apple führt das mit der Apple-SIM in manchen iPads gewissermaßen vor: In diesem Shop sind unterstützte Anbieter zu finden, bei weitem nicht alle.

eSIM wem eSIM gebührt

Der größte Hemmschuh bei der Etablierung des eSIM-Systems ist nun aber das Henne-Ei-Problem: Wenn mir im Ausland partout niemand ein eSIM-Profil für mein eSIM-Gerät anbieten kann, stehe ich hilflos da. Genau diesen Ärger haben derzeit die Besitzer der neuen Apple Watch Series 3. Diese können ihr brandneues Top-Gerät nicht ans Netz bringen, wenn weder Roaming möglich noch alternative eSIM-Profile erhältlich sind.

Die erwarteten Hybrid-Geräte mit eSIM und einem zusätzlichen SIM-Slot lassen noch auf sich warten. Doch nur diese wären in der Lage, einen sanften Übergang zu gewährleisten. So könnten manche Länder - aber auch Provider - weiterhin auf SIM-Karten setzen, während andere bereits die eSIM-Shops etablieren und den Handel mit den physischen Karten peu à peu zurückfahren und schließlich einstellen.

AndroidPIt google pixel XL 9814
Hat der SIM-Kartenschlitten bald ausgedient? / © AndroidPIT

Worauf warten wir also?

Die eSIM kann dem Anwender erheblich mehr Flexibilität bieten. Durch die zu erwartenden eSIM-Profil-Shops wird der Wechsel des Vertrages unglaublich einfach. Das kann für Telefónica, Vodafone, und Telekom Schwierigkeiten bedeuten. Zum Glück sind sie Großabnehmer für Smartphones. Als solche sind sie in einer Verhandlungsposition, um Samsung, Huawei und den anderen Bedingungen zu stellen, wie die Geräte beschaffen sein sollen, damit sie in ihren Shops ausgestellt werden.

Dass diese Macht ausgenutzt wird, sieht an an den ausbleibenden Dual-SIM-Varianten in den Shops der Provider. Das erste Gebot scheint zu lauten "Ich bin die SIM, Dein Slot. Du sollst keine anderen Provider haben neben mir." Fällt der Slot komplett weg, brauchen die Provider neue Ansätze, um den Kunden vom Wechsel abzuhalten. Faire Konditionen wären einer, der mich überzeugt. Was wäre Eurer?

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Top-Kommentare der Community

  • Eric Ferrari-Herrmann
    • Staff
    vor 1 Monat

    Ey, nichts hier gegen meine Oma. Die hat keine Schwierigkeiten mit gar nichts! :D

  • Michael S. vor 1 Monat

    Wenn das vernünftig gelöst ist dann kann die eSim eine moderne Lösung sein und digitalisiert auch diesen Bereich, was ja auch eine Befreiung von der physischen Abhängigkeit bei der Beschaffung bedeuten könnte. Ein Problem an der Geschichte könnte aber eine neu geschaffene "Käfighaltung" der Netzbetreiber sein und das wäre für mich ein NoGo. Die Auslandsargumente sind auch nicht ohne, solange ein Wechsel nicht überall mit gleichen Vorraussetzungen möglich ist, wobei sich das Digital auch recht einfach darstellen sollte. Die Hersteller sollten dann ebenso mitziehen und Dual oder Triple eSim sollte dann in allen Geräten ein Standard werden.

  • Mr. Android vor 1 Monat

    Ja, in Deutschland gibt es tatsächlich noch recht teure Datenvolumen! In vielen Ländern um Europa bekommt man 20GB LTE für ein Paar Euronen... 📱😝

    Mich macht die eSim nicht wirklich heiß...

    Aber das liegt daran, dass ich recht häufig die Handys im Jahr Wechsel und meine SIM gern ohne Eingabe von Codes oder Telefonieren mit dem Provider, in anderen Phones sofort verwenden will...

    Wie sieht es mit Sicherheit aus? Wenn eine Schadsoftware die eSIM erwischt ist das teure Handy dann völlig im Eimer?

    Ich empfinde diesen Standard mehr als elektronische Fußfessel, daher werde ich mir solange wie mögliche normale SIM Phones kaufen 😎

73 Kommentare

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  • Ich bleibe bei jetzigen alles neue muss sich erst bewähren


  • Die esim karte muss sich erst einmal bewären bevor sie einbaut wird


  • Das bedeutet gebraucht kann man die geräte nicht mehr verkaufen und kaufen da ja mein eSim profile oben war na toll da freuen sich jetzt die hacker umso mehr da man das jetzt dann auch klauen kann

    Ich bin gegen die eSim Karte


    • So wie ich das verstanden habe kann man das eSim Profil auch vor einem Verkauf reseten. Wie auch das System auf Werksreset zurücksetzen. Bei Smartphones "offen für alle Netze" muss das sowieso möglich sein.


  • Das Pixel 2 ist so ein Hybrid! Es hat eSIM und normale Karte


  • Also - es ist doch klar, die e-SIM kommt. Spätestens in einen Jahr müssen wir uns zumindest bei den neuen Geräten damit abfinden. Auch wird weiterhin die jetzige SIM verteilt werden. Geht im Zeitraum von mehreren Jahren nicht anders.
    Die e-SIM ist für Netzanbieter viel billiger und für den Kunden ( wenn alles funktioniert ) praktischer. ZB. DUO-SiM möglich.
    Voraussetzung wäre für mich: die e-SIM darf nicht vom Netzanbieter nur für seine Tarife freigeschaltet sein. Sondern alle Netzbetreiber können gleichzeitig auf die Karte zugreifen. So das auch mehrere -zumindest 2 Ruf-Nrn.- unterschiedlicher Netzbetreiber gespeichert werden können. Also bleiben wir locker - und sollte es mehr Providerabhängigkeit geben so
    können wir doch kräftig was dagegen unternehmen!


  • Es mag ja mit der eSIM alles einfacher, praktischer und schneller sein. ABER es gibt noch genügend Personen die ein Handy und kein Smartphone haben. Was passiert mit denen wenn es keine normalen Karten mehr gibt? MÜSSEN die sich dann ein Smartphone kaufen wenn sie den Provider wechseln wollen? Kaufzwang ist in Deutschland strafbar. Auch ich habe beim Survival nur mein altes Nokia 6310 für Notfälle dabei in das ich dann vorher einfach meine Karte geschoben habe. Und kann man auch noch seine Kontakte auf der eSIM speichern? Da existieren noch etliche Fragen die erörtert und geklärt werden müssen.


    • a) Die Plastik-SIM wird nicht übermorgen abgeschafft.
      b) Es wird auch Dump-Phones mit eSIM geben.
      c) Auch wenn b nicht eintreffen sollte wird kein Gesetz gebrochen. Es gibt keine Mob.-Tel.-Pflicht, nur einen Mob.-Tel.-Wunsch.


    • Es besteht aber kein Kaufzwang. Du musst dir kein Smartphone kaufen, wenn du nicht willst. Auch wenn es keine Alternativen gibt, besteht kein Zwang.


      • in unsere Gesellschaft schon, selbst der Arbeitgeber setzt voraus das man ein Handy hat. Selbst in der schule wird vorausgesetzt, dass die Schüler Zuhause Internet haben. Die Zeiten sind vor bei wo man noch kein Handy und kein Internet brauchte oder haben musste.


      • Und entlässt dich dein Arbeitgeber, wenn du sagst, ich besitze kein Smartphone? Sicher nicht. Auch die Schule wird nicht verlangen können, dass man seine Kinder mit einem Smartphone ausstattet.


      • Bei der schule sagte ich Internet, nicht smartphone. Aber alles im allem wird es schon verlangt, in den nächsten Jahren noch schlimmer. Wenn du als Schüler kein Internet hat bist du ausgeschlossen. Kinder untereinander können bösartiger sein als Erwachsene. Selbst wer kein Handy hat, wird schon ausgelacht und wenn man dann noch mit so ein billig teil rumläuft erst recht. Die Gesellschaft zwingt ein dazu.


      • Verzicht stärkt das Selbstwertgefühl.


      • Ist schon schlimm genug dass Grundschüler mit einem Smartphone rumlaufen und vollen Zugriff auf das Internet haben. Ich bin der Meinung dass man erst ab frühestens 14 Jahren ein Smartphone haben sollte und vorher seine Kindheit leben kann. Internet vorher ja aber nicht für die Hausaufgaben.lexikon hilft auch oder mal überlegen oder zusammen mit Eltern Hausaufgaben machen


      • Gerade für Hausaufgaben ist Internet häufig vorraussetzung für Recherche etc. Auch < 14 !


      • (Schul)-Bücher und Bibliotheken.


      • Ein Lacher ! Schulbücher und Bibliotheken, das gibt es in deinen 60er Jahre Filmen, aber ich habe selbst Teenager Zuhause und sehe was seit Jahren erwartet wird. Da gibt es schon ewig Begleitmaterial Online, Klassenchat und das die Kinder ein Notebook haben mit Office und Internetzugang, das fragen die Lehrer nicht, das nehmen die einfach an! Schulbücher & Bibliotheken....zu süss und danach ein Eis mit Freunden und aus der Jukebox klingt Mr. Sandman.


      • Das meine ich ja, so sieht die Zukunft aus. Ohne Internet wird nichts mehr gehen, genau wie ohne smartphone. Die Lehrer setzen es echt schon voraus, ausaufgaben setzen Internet voraus. Wer hier schreibt Brüche und so weiter, ist sicherlich in den 90er zu schule gegangen. Die Aussage erst ab 14, ist schon lange veraltet. Es ist zwar traurig aber nicht zuvändern. Die Aussage, Verzicht starkt das Selbstbewußtsein, trifft in der zeit der Technik auch nicht mehr zu, Verzicht heißt jetzt, Verzicht auf wissen, sowie Außenseiter. Keiner ist gerne ein Außenseiter.


      • Das gleiche Gejammer wie überall. "Alle machen es also muß ich mitmachen, sonst gehöre ich nicht dazu", "Man kann nichts dagegen tun, denn es wird ja verlangt" usw.
        Ganz schön erbärmlich, dass erwachsene Menschen sich nicht mal mit den Lehrern ihrer Kinder zusammensetzen können oder mit anderen Eltern, um gemeinsam etwas zu boykottieren. Die Lehrer schreiben WhatsApp vor? Ja klar, da ist man dann machtlos, wie sollte man da etwas unternehmen?Immer sind nur andere oder "die Gesellschaft" schuld. Selbst etwas unternehmen will niemand. Wir sind eine Gesellschaft aus Waschlappen geworden. Hauptsache nicht auffallen oder aus der Reihe treten.


      • Ein Lexikon tut es auch.

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