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VW investiert eine Milliarde in "Made in Germany"-Akkus
Mobilität 3 Min Lesezeit 6 Kommentare

VW investiert eine Milliarde in "Made in Germany"-Akkus

Niedersachsen könnte sich auf ein Milliarden-Investment durch Volkswagen freuen. Der Automobilkonzern will dort eine Giga-Factory bauen. Doch ist er nicht bereit, die anfallende EEG-Umlage zu entrichten, die die Strompreise in die Höhe treiben würden. Neben neuen Fabriken will VW auch neue Akkus entwickeln, die ohne das knappe Kobalt auskommen.

Da die weltweite Produktion von Akkus nicht ausreicht, müssen die Automobilhersteller jetzt selbst aktiv werden. Volkswagen hat nun seine neue Strategie bekanntgegeben, um den Eigenbedarf an Lithium-Ionen-Akkus zu decken. Schließlich will VW in den kommenden zehn Jahren 70 rein elektrische Modelle mit einer Gesamtstückzahl von 22 Millionen verkaufen.

Erfreulicherweise winkt der Hersteller nun mit einer Milliarde Euro für den Bau eigener, so genannter Giga-Factories; eine davon in Niedersachsen. Der Haken: Volkswagen will die EEG-Umlage nicht zahlen. Einen entsprechenden Deal müsste der Konzern noch mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle aushandeln, das die Umlage beaufsichtigt.

Zunächst kann VW seinen Akku-Bedarf noch mit Zukäufen von SKI, LG Chem und CATL decken. Doch langfristig muss der Konzern selbst Akkus herstellen. Schon kurzfristig soll am möglichen Giga-Factory-Standort Salzgitter Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung der Batteriezellen aufgenommen werden. Und bereits im "zweiten Halbjahr 2019 startet [...] eine Pilotfertigung", heißt es im Strategiepapier.

Neben Salzgitter sollen auch weitere Standorte in Europa Giga-Factories des VW-Konzerns bekommen. Neben der Herstellung will sich VW auch um Entsorgung und Recycling kümmern. Die VW-Tochter Audi hatte zu letzterem bereits etwas gezeigt.

Und auch das heikle Thema Resourcenknappheit wird angesprochen. Volkswagen will sich zumindest Lithium bereits für die kommenden zehn Jahre aus China gesichert haben. Die Abhängigkeit von deutlich knapperen Kobalt hingegen will VW durch Forschung reduzieren. So sollen die VW-Akkus in den kommenden drei bis fünf Jahren schon nur noch fünf statt bislang 14 Prozent Kobalt-Anteil haben. An kobaltfreien Alternativen werde parallel ebenfalls geforscht.

VW will MAN eventuell verkaufen

Geradezu beiläufig bemerkt VW in derselben Pressemitteilung, dass man den Dieselmotor-Hersteller MAN Energy Solutions eventuell verkaufen wolle. Parallel wolle man den ebenfalls auf große Nutzfahrzeuge spezialisierten Traton-Konzern an die Börse bringen.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand zudem beauftragt, den Prozess zu starten, um für MAN Energy Solutions (ES) und Renk eine zukunftsweisende, industriell sinnvolle Lösung zu entwickeln. Hierbei steht die Eröffnung einer Zukunfts- und Wachstumsperspektive für den Maschinenbau im Konzern etwa durch ein Joint Venture, Partnerschaften oder eine teilweise oder vollständige Veräußerung im Fokus.

Außerdem wurde beschlossen, einen Börsengang der TRATON SE vorzubereiten und vorbehaltlich der weiteren Kapitalmarktentwicklung vor der Sommerpause 2019 durchzuführen.

VW baut also an etlichen Stellen um. Für viele Angestellte wird dies bedeuten, dass auch sie umschulen müssen. Bleibt zu hoffen, dass sie im Veränderungsdruck der Branche bestehen können.

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6 Kommentare

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  • "Made in germany" ist extrem geil.
    Aber: wenn VW die Accus in Uganda fertgen lässt und hier in Deutschland nur die Polkappen (rot und blau😉) kann er auf den Akku und auf alle Papiere "made in fermany" aufdrucken lassen.


  • E- Auto hin, E- Auto her. Solange der Strom in Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerken hergestellt wird, ist die Erde permanent auf der Verliererstrasse.
    Das Alles erinnert mich andie Kampagne:
    "Ich brauche keine Atomenergie. Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose."🤔🤔
    Zum Anderen: "Glaubt Ihr allen Ernstes, dass ein deutscher Konzern ein Produkt entwickelt und dann die Massenproduktion in Deutschland über die Bühne zieht?"
    VW wird den Accu hier in Deutschland entwickeln, um 1. das wissenschaftliche Know-how zu nutzen und vor allem die Förderungsgelder vom Bund und der EU abzufassen.
    Und wenn die Herstellung serienreif ist, wird die Produktion ins Ausland verlagert. Denn Dank der gewerkschaftlichen Bemühungen sind in Deutschland die Personalkosten um ein vielfaches höher als in den meissten anderen Ländern der Welt.
    Und eh jetzt jemand kommt und sagt, ich solle die Gewerkschaften nicht schlecht machen, hier eine Denkhilfe:
    Die Gewerkschaftsfunktionäre werden von dem Geld bezahlt, welches auch aus Mitgliedsbeiträgen stammt. In der Regel bezahlt ein Mitglied 0,5 bis 1% Beitrag von seinem Bruttolohn. Und je höher der Bruttolohn, desto höher die Einnahmen und damit der Spielraum, die Bezüge der Funktionäre zu erhöhen. So uneigennützig ist also die Arbeit der Gewerkschaftsbosse gar nicht.
    Und von Lohnsteigerungen hat der Arbeitnehmer nicht viel, weil postwendend die Preise steigen.


  • " Made in Germany" ist toll und schafft Arbeit 👍


  • VW will die Umlage nicht bezahlen? Kein Problem, das übernehmen die Privatkunden doch gerne!


  • Kann man die vielen vielen Akkus die es eh schon gibt und mit den ganzen E-Autos noch kommen, denn eigentlich gescheit recyclen?

    Und hat VW nun schon investiert oder nicht, machen die das Abhängig vom Strompreis, denn so schreibt ihr das da oben ja und dann ist die Überschrift wieder einfach so nicht richtig. Unkorrekte Überschriften häufen sich zur Zeit bei AP, zumindest erscheint es mir so.


  • Ist doch super dass zumindest einige große Automobilkonzerne Deutschlands die Zeichen der Zeit erkannt haben, wenn auch reichlich spät.
    War wohl doch nichts mit der gezielten Zerstörung deutscher Konzerne, die in den Kommentarspalten hier so einige gewitzte Individuen vorhersagten.

    Weiter so VW. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung.

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