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5 Min Lesezeit 15 Kommentare

Vodafone Pass: Die rote Antwort auf Telekom StreamOn

Ein neues Angebot soll Vodafone-Kunden Streaming ohne Volumenbeschränkung ermöglichen. Mit dem neuen Pass-System lassen sich künftig etliche Anbieter für Video-, Musik oder andere Streaming- und Mehrwert-Angebote am Volumenzähler vorbeiführen. Wir schauen uns das neue Angebot, die Konditionen und die Implikationen im Detail an.

Ab dem 26. Oktober wird Vodafone sein Portfolio der LTE-Smartphone-Tarife Vodafone Red und Young verändern. Dann stehen Neukunden und Vertrags-Verlängerern bis zu vier verschiedene Vodafone Pässe zur Verfügung: der Video-Pass, der Music-Pass, der Social-Pass und der Chat-Pass. In diesen Pässen bündelt Vodafone "jeweils gängige Apps". Diese könnt Ihr nutzen, ohne Euer Highspeed-Datenvolumen im Tarif zu verbrauchen. Zu Beginn seien das die Folgenden:

  • Chat-Pass: Facebook Messenger, Telegram, Threema, Viber, Vodafone Message+, WhatsApp
  • Social-Pass: Facebook, Instagram, Pinterest, Twitter
  • Music-Pass: Amazon Music Unlimited/Prime Music, Deezer, I Love Radio, Napster, Soundcloud, Tidal
  • Video-Pass: Amazon Prime Video, Netflix, Sky Go, Sky Ticket, Vevo, Vodafone GigaTV

Der erste Pass ist bei Neuabschluss oder Vertragsverlängerung über die gesamte Vertragslaufzeit kostenlos enthalten. Zur Auswahl stehen der Music-, der Social- oder der Chat-Pass und ab Red/Young M auch der Video-Pass. Zusätzlich könnt Ihr weitere Pässe zu fünf Euro pro Monat hinzubuchen; der Video-Pass kostet monatlich zehn Euro. Ändern sich Eure Vorlieben, könnt Ihr ab Januar 2018 Euren Pass monatlich wechseln.

vodafone pass red
Der erste Pass ist im Grundpreis bereits enthalten. / © Vodafone

Sollte die Übertragungsgeschwindigkeit nach verbrauchtem Highspeed-Datenvolumen gedrosselt werden, gilt dies ebenfalls für den Vodafone Pass - das verlangt die Regulierung im Sinne der Netzneutralität. Die neuen Red-Tarife inklusive Vodafone Pass beginnen bei einem monatlichen Basispreis von 34,99 Euro; die Young-Tarife für Kunden bis zum Alter von 27 Jahren starten ab 22,99 Euro.

vodafone pass young
Für alle Kunden unter 28 Jahren gelten diese Preise bei Vodafone. / © Vodafone

Offensichtliche Pass-Kandidaten wie Spotify, iMessage, YouTube, Vimeo oder der (Überraschung) Vodafone-GigaTV-Konkurrent Zattoo fehlen in der bisherigen Liste. Vodafone beteuert in seiner Ankündigung: "Jeder Anbieter kann App-Partner werden und damit Teil des Vodafone Pass. Vorausgesetzt, das Angebot ist legal und passt in eine der vier Kategorien."

Thorsten Georg Höpken, Vodafone-Pressesprecher des Consumer-Bereichs, erklärt dazu:

"Die Liste der hier aufgeführte Partner-Apps ist eine Momentaufnahme. Bis zum Vermarktungsstart und darüber hinaus werden weitere Partner hinzukommen. Die Aufnahme in einen der derzeit vier Vodafone Pässe kann der App-Betreiber im Partner-Portal beantragen."

Prüfung und Aufnahme seien kostenlos, können aber "aufgrund der umfangreichen technischen Integration" mehrere Wochen dauern.

Ihr könnt alle enthaltenen Apps ab Vermarktungsstart in MeinVodafone oder auf der Vodafone-Website einsehen.

Falls Ihr Red+-Zusatzkarten verwendet, könnt Ihr zu jeder Red+-Data oder Red+-Allnet-Karte je einen Vodafone Pass hinzubuchen. Weiterhin ist es möglich, dass Ihr das Highspeed-Datenvolumen der Hauptkarte auf die Zusatzkarten verteilt. Mit dem GigaDepot nehmt Ihr unverbrauchte Daten mit in den nächsten Monat.

Was unterscheidet Vodafone Pass von Telekom StreamOn?

Anders als das Telekom-Angebot ist Vodafone Pass pauschal für alle Kunden mit den LTE-Smartphone-Tarifen erhältlich. Es gilt für alle Pässe (oder Passes?) dieselbe Qualität. Vodafone erklärt jedoch auf der Produktseite, dass es sich vorbehalte, "in Zukunft zur Optimierung des Verkehrsflusses und des Nutzungserlebnisses eine Komprimierung von Video-Streaming-Inhalten auf eine Übertragungsqualität von 480p einzuführen."

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Telekoms StreamOn ist teurer als Vodafone Pass. / © Deutsche Telekom

Die Telekom hingegen bietet StreamOn in drei Ausbaustufen für Kunden unterschiedlich teurer Tarife oder Tarifkombinationen an. Kunden der preiswerten Tarife bis MagentaMobil M dürfen nur Musik am Datenzähler vorbei streamen, jene mit MagentaMobil L dürfen Videos in DVD-Qualität streamen und jene mit der Festnetz-Mobil-Kombination MagentaEINS dürfen HD-Videos auch mobil unbegrenzt streamen. Alle Streams sind aber komprimiert. Die Liste der Anbieter wächst auch hier kontinuierlich und konnte Lücken wie Spotify bereits schließen.

Viele offene Fragen bleiben

Das neue Angebot von Vodafone wirft viele Fragen auf, auf deren Antwort wir noch warten. Diese wären...

  • Warum fehlen bei Vodafone Pass Anbieter wie Wire, Hangouts, iMessage, Google+, Spotify, Play Music, YouTube, Vimeo, Zattoo...?
  • Gibt es eine gesetzliche Regulierung dazu, wann Vodafone den Anbietern den Zugang verweigern darf?
  • Warum wird überhaupt noch gedrosselt, wenn solche Angebote möglich sind?
  • Wie steht Vodafone zur Netzneutralität?

Im Gespräch mit der Telekom konnte Kollege Steffen schon viel zum Thema Streaming-Paket versus Netzneutralität herausfinden. Die Frage ist, ob Online-Dienste benachteiligt werden, wenn sie nicht Teil eines solchen Bundles sind. Denn die Regelung zu Netzneutralität "zielt darauf ab, gemeinsame Regeln zur Wahrung der gleichberechtigten und nichtdiskriminierenden Behandlung des Datenverkehrs bei der Bereitstellung von Internetzugangsdiensten und damit verbundener Rechte der Endnutzer zu schaffen." (BNetzA).

Provider sehen diese Absicht nicht verletzt, da nach Verbrauch des weiterhin limitierten Highspeed-Datenvolumens das Tempo für alle Dienste gedrosselt wird, also auch für die Dienste im Vodafone Pass. Dass StreamOn- oder Pass-Kunden jedoch voraussichtlich Dienste außerhalb solcher Portfolios vermeiden werden, wird jedoch derzeit noch nicht als Problem wahrgenommen. Auch Höpken erklärt:

"Vodafone hält sich hinsichtlich der Netzneutralität an die gesetzlichen Vorgaben. Wir werden immer nur Dienste anbieten, die unseren Kunden helfen und dabei niemanden benachteiligen. Das gilt auch für unseren Vodafone Pass. Denn der Vodafone Pass ist offen und diskriminierungsfrei ausgelegt. Über unser Partnerportal kann jeder App-Anbieter Partner werden, solange die Inhalte legal sind und in eine der Kategorien Chat, Social, Music und Video passen."

Wenn der Gesetzgeber hier nicht einschreitet, kann sich aber langfristig ein Nachteil für aufstrebende Portale ergeben. Schließlich ist nicht geregelt, unter welchen Bedingungen Vodafone und Telekom Anträge von Streaming-Portalen und anderen Web-Dienstleistern bearbeiten sollen und ablehnen dürfen.

Langfristig ließe sich dieses Problem nur lösen, indem Volumenbeschränkungen generell aufgehoben werden. Doch diese Entwicklung ist aus Mangel an Wettbewerb am deutschen Mobilfunkmarkt leider nicht abzusehen.

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15 Kommentare

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  • Back to the roots, mit Decke und Feuerstelle


  • die müssen erstmal ordentlich die Kassen füllen damit die nicht mehr so geldgierig sind. Danach kommt mehr Volumen ins Tarif...


  • Also mir wären 50 GB für 30 € lieber. Das es geht zeigt z.B. Free in Frankreich.


  • Schade, dann wissen wir ja jetzt, in welche Richtung die zukünftigen Tärife gehen werden. "Buche was du brauchst" könnte das Motto sein, eine Internet-Flat wie noch üblich wird es wohl bald nicht mehr geben. 😕


  • O2 can do😊


  • Dad Preise die haben se nicht Mehr alle

    Jens


  • Können die gerne behalten !

    Jens


  • O.S. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Daumen runter

    Jens


  • Jens vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Netter Versuch, aber da ist das Telekom Angebot besser da ohne Aufpreis alles inkl. ist.


  • Der Anfang vom Ende des Datenvolumens! Es tritt genau das ein was ich mir erhofft habe :)

    Die Wettbewerber werden sich jetzt gegenseitig mit Pauschalen inklusiv Leistungen überbieten und immer weitere Dienste aufnehmen. Früher oder später wird es dann dazu kommen das sämtliche Leistungen enthalten sind ohne Aufpreis.

    Wie bei der Telefonie damals...
    Erst war nichts umsonst. Dann kamen Freiminuten. Später waren Orts Gespräche frei. Dann wurde die Flat für alles Angeboten... Und jetzt ist die Flatrate der Standard für alle Telefonate.
    Das gleiche wird bei der Datennutzung eintreten.

    PS: ja ich weiß, mein Optimismus ist beachtlich :p


  • Dirk vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Und Bestandskunden sind mal wieder die Deppen...


    • Wahnsinn. Welche Tarife zu welchen Preisen bei euch angeboten werden. Ich zahle 30€ im Monat und habe alles unlimitiert. Mein Beileid.


  • Das hat die Telekom aus den USA mitgebracht und jetzt haben wir das auch an der Backe. Dahinter steht lediglich die Kundenbindung. Der Kunde soll möglichst viele Produkte, auch Familienübergreifend, buchen. Ein Wechsel wird damit defakto unmöglich. Netter Nebeneffekt Kundenanzahl und Umsatz steigen.

    Wer da mitmacht sollte sich überlegen was im Fall passiert wenn man Ärger mit dem Anbieter hat. Viel Spaß.

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