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Virtuelle Kuschelzeit: Facebook bringt Messenger für Paare raus

Virtuelle Kuschelzeit: Facebook bringt Messenger für Paare raus

An dieser Stelle würde ich gerne ein Meme einbinden. Es wäre das kleine blonde Mädchen, das ungläubig die Vorderzähne zwischen die Lippen hervorpresst und das Kinn nach unten zieht: Facebook hat eine neue Messenger-App rausgebracht, die es Paaren ermöglichen soll, privat und ungestört Zeit zu zweit zu verbringen. Warum das nur scheitern kann.

Ob Fernbeziehung, Trennung auf Zeit oder getrennte Räumlichkeiten: Pärchen haben es in unserer Zeit sehr leicht, auch virtuell Zeit zu zweit zu verbringen. Seien es nun intime Gespräche oder prickelnde Aktivitäten in Messengern – was beide wollen, ist erlaubt, wäre da nicht das Problem der Datensicherheit. Niemand Geringeres als das Datenleck Facebook will Paaren nun ein gutes Gefühl beim virtuellen Rummachen geben. Der neue Messenger "Tuned" ist gerade in den USA für eine Testphase angelaufen. 

Facebooks New Product Experimentation Team (NPE) hat an einem Messenger getüftelt, der es genau zwei Personen ermöglichen soll, in Kontakt zu stehen. Das hebt Tuned noch nicht von anderen Messengern ab – auch im hauseigenen WhatsApp-Messenger können Menschen zu zweit chatten. Mit Tuned implementiert Facebook aber ein paar herausstechende Funktionen. Neben dem Versenden von Fotos, Stickern, Sprachnachrichten und Text sollen in Tuned auch Songs über ein verknüpftes Spotify-Konto geteilt werden können. Zudem bietet die Turtel-App eine Art Tagebuch-Funktion, in der das Paar besondere Erlebnisse festhalten kann; auch Emotionen und Gefühle sollen auf besondere Art geteilt werden können – es wird intim. 

Tuned: App wird mit Rufnummer verknüpft

Facebook animiert Menschen also, noch mehr Gefühlsleben, noch mehr Seelenleben zu teilen. In einem virtuellen Séparée fühlen sich Paare vermeintlich sicher und die neue Chat-App dürfte vor allem bei jüngeren Generationen einen Hype auslösen. Zwar sei Tuned laut The Verge kostenfrei und ohne verknüpftes Facebook-Konto nutzbar. Spätestens da dürften bei Datenschützern allerdings sämtliche Alarmglocken klingeln. Denn der Preis für eine solche App, in der intimste Gedanken und womöglich privates Bildmaterial geteilt werden, ist auch ohne Kosten hoch. 

Für billige Hardware und kostenlose Chat-Apps wird fast immer mit persönlichen Daten bezahlt: denn die Nutzung von Tuned unterliegt laut The Verge den Datenrichtlinien von Facebook. Diese besagen beispielsweise, dass Daten gesammelt und für Werbezwecke ausgewertet werden dürfen. Tuned wird außerdem mit einer Rufnummer verknüpft, erlaubt also keine anonyme Verwendung – mit einer Handynummer lassen sich schon reichlich Rückschlüsse auf Personen ziehen. 

Bislang findet sich die neue Turtel-App von Facebook ausschließlich im US-App-Store von Apple. Ob und wann sie hierzulande für iOS und Android erscheint, ist unklar. Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook gezielt Dating-Produkte entwickelt. Zuletzt scheiterte eine Dating-Plattform, die in Facebook integriert werden sollte, in Europa – Aufgrund von Datenschutzbedenken. 

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