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Kommentar 2 Min Lesezeit 60 Kommentare

Kein Fitnesstracker, keine Versicherung? Nicht mit mir!

John Hancock ist eine der größten und ältesten Lebensversicherungsgesellschaften in den USA. Ab sofort gibt es dort nur noch sogenannte interaktive Versicherungen, bei der sich der Versicherte dazu verpflichtet, sich mit einem Fitnesstracker oder dem Smartphone überwachen zu lassen. Sieht so die Zukunft aus?

John Hancock bietet solche Versicherungen bereits seit drei Jahren an, nun wird die Gesundheitsüberwachung zur Pflicht. Damit will John Hancock die Prämien klein halten und die Versicherten mit Sonderprogrammen und Fitness-Aktionen locken. Kurz und knapp: Wer sein Trainingsziel erreicht und die Daten immer fleißig an die Versicherung schickt, bezahlt weniger. Wer das nicht macht, bekommt nun einfach keine Versicherung mehr.

Solche Versicherungen gibt es bereits in Südafrika und in Großbritannien, wie Reuters schreibt, nun verbreitet sich das Modell auch in den USA. Während in der Theorie sowohl der Träger als auch die Versicherung davon profitieren, weil der Versicherte gesünder und weniger oft krank sein soll, wenn er so einen Tracker trägt und seine Gewohnheiten danach richtet, sind Datenschützer davon alles andere als begeistert. Schließlich werden zahlreiche sensible Gesundheitsdaten hier in die Hände der Versicherung gelegt, ganz anonym und ohne Einordnung durch eine Vertrauensperson wie den Arzt. Wer nicht an dem Programm teilnehmen will oder kann, muss mehr zahlen oder bleibt - wie im aktuellen Fall - ganz außen vor und kann sich dort nicht versichern.

AndroidPIT running
Fitnesstracker können die Gesundheit verbessern. / © GraphicBlocks, AndroidPIT

Erste Anzeichen gibt es auch in Deutschland

Klar, die Situation bei der Gesundheitsvorsorge in den USA, Großbritannien oder Südafrika ist nicht direkt mit der bei uns in Deutschland vergleichbar. Auch rechtlich existieren hierzulande große Hürden, die so einen Tracker-Zwang nicht so einfach möglich machen. Aber: Auch bei deutschen Versicherern gab es bereits Aktionen, die in diese Richtung gingen, etwa durch Rabatte auf die Beiträge oder kostenfreie Zusatzuntersuchungen, wenn der Versicherte verspricht, einen Tracker zu tragen.

Das Ziel bei all dem sollte eigentlich klar sein: Es geht darum, die Menschen dazu zu bewegen, gesünder zu leben, sich mehr zu bewegen und damit fitter zu werden. Das entlastet die Kassen und lindert die Probleme der Gesundheitssysteme, die durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft entstehen. Aber einen Zwang auszuüben und damit eine Überwachung der Gesundheitsdaten zu installieren, noch dazu durch private Unternehmen, ist der falsche Weg.

Würdet Ihr Euch dazu verpflichten, einen Fitnesstracker zu tragen und Eurer Krankenkasse die Daten zur Verfügung zu stellen, wenn es dadurch günstiger werden würde?

Quelle: Reuters

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Top-Kommentare der Community

  •   25
    Gelöschter Account vor 2 Monaten

    Statt die Versicherten mit solch einem Unsinn zu gänglen, sollten die Regierungen mal lieber viel mehr Energie darauf verwenden dafür zu sorgen daß wir auch genug gesunde Lebensmittel zu kaufen bekommen. Dann klappt das mit der Gesundheit fast von allein. Aber statt dessen tolerieren die Regierungen weiterhin das statt echten Lebensmitteln immer mehr künstlicher Müll in den Regalen der Supermärkte stehen. Wie in so vielen Bereichen kapieren die Verantwortlichen das man das Übel an der Wurzel packen muss um etwas nachhaltig zu verändern.

  •   45
    Gelöschter Account vor 2 Monaten

    Ein Dammbruch fängt immer mit kleinsten Sickerlöchern an! Es gibt in dieser Gesellschaft keine unüberwindlichen ethischen Hürden! Und die Versuchung wird immer im Honigtöpfchen verkauft:
    --Gentechnolgie? Niemals, wenn es darum geht Kürbisgroße Tomaten zu züchten oder das ideale Arierkind im Mutterleib. Aaaaber wenn es Tomaten ein wenig mehr gegen Schädlinge resistent macht und sie dadurch billiger werden und man die Erbkrankheit von Omi und Mami nicht an die Enkelin weitergeben muss- dann bitte gern. Der Einstieg zum Arierkind (oder zur debilen Arbeitsdrohne?) ist gemacht.
    --Fitnessdaten abfragen, um das Versicherungsrisiko zu minimieren? Niemals, wenn es darum geht, den Zigarettenkonsum zu sanktionieren, die Risikosportarten von der Unfallversorgung auszunehmen oder bestimmte Bevölkerungsgruppen mit bestimmten Sexualpraktiken (Homosexualität) eine "Mit"schuld an bestimmten Infektionen zu geben und zu stigmatisieren (hatten wir ja schon i.V. mit AIDS!). Aaaaaber wenn es freiwillig ist und Tarife verbilligt und man ja nichts zu verbergen hat- dann bitte gern. Und der Einstieg in eine Moralisierung und Schuldfrage von Krankheit und Gesundheit ist getan.
    --Volkszählung? Niemals, wenn es darum geht, dass "Vater" Staat einen aushorcht und berechnen will- ich kann mich noch sehr gut an die Proteste 1987 erinnern. Man sah den Rechtsstaat untergehen. Aaaaaber wenn es dem Antiterrorkampf dient und man dafür auch tolle Gratis-Apps bekommt und ja auch sonst nichts zu verbergen hat- dann bitte gern. Der Einstieg in die digitale Überwachungskultur ist gemacht....

  • Tenten vor 2 Monaten

    Tja, das war klar, dass das so kommt. Dürfte aber vermutlich niemandem groß etwas ausmachen, schließlich haben die meisten "ja nichts zu verbergen". Dann dürfte sich auch kaum jemand darüber aufregen, wenn zum Beispiel Versicherungen für Skifahrer oder Raucher teurer werden. Und natürlich auch für all diejenigen, die zuwenig Sport machen. Der Prozess wird wie immer schleichend sein und jeder Schritt ausreichend klein, damit niemand etwas dagegen haben kann. Erst werden Versicherungen günstiger für alle, die Sport machen. Dann werden die ersten teurer für Leute mit einer riskanten Sportart. Dann wird es mehrere Klassen geben mit unterschiedlichen Vergünstigungen. Und weil inzwischen fast alle privaten auf das System setzen und sich das auch bewährt, wird es von den gesetzlichen auch eingeführt. Hab ich vergessen zu erwähnen, wer sich nicht so verhält, wie es die Versicherung gerne hätte, wird zu Kursen verdammt. Zum Beispiel, um abzunehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören. Ja, schöne neue Welt. Wie gut es doch ist, einfach alles zu teilen. Und da wir ja alle sportlich sind, nicht trinken oder rauchen und natürlich auch kein Gramm Übergewicht haben, sind wir ja auch nicht betroffen.

  • Ludwig vor 2 Monaten

    In einem Land wo man sich nur von Dreck ernährt, mit 1 Liter Becher Cola und einem Müllsack voll Popcorn ins Kino geht, wundert mich nun nicht, daß man genau dieser Bevölkerung auch solche Vorschriften macht. Dumm wie die Mehrheit der Amis nun mal ist, fallen die auch auf sowas herein und der dumme Deutsche der ja alles toll findet was aus diesem Kasperland kommt, macht das natürlich nach.

60 Kommentare

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  • Meine Güte, ist doch ein toller Körperschmuck und dazu am Fussgelenk noch eine GPS-Peilsender für den Verfassungsschutz.
    Ehrliche Bürger haben doch nichts zu verbergen und brauchen sich daher auch nicht darüber beschweren und aufzuregen.


  • Ich will das vorgehen des Versicherungsanbieters ja nicht verteidigen, aber der Text ist einfach nicht richtig. John Hancock bietet ab jetzt nur noch Policen an, in denen die Option, via Fitness-Tracker Geld zu sparen, mit dabei ist. Es muss aber niemand Fitness-Daten übertragen. Bitte das nächste mal die Quelle richtig lesen :(


  • ich habe zwar einen Tracker, aber meine Versicherung geht es nichts an.


  • Aha, also wer schon krank ist, bekommt dann keine Versicherung mehr oder wird rausgeschmissen? In den USA ist das ja wohl normal, dass die Mehrheit gar keine Krankenversicherung hat.

    Das ist aus meiner Sicht aber der komplett falsche Weg und mit den Deutschen Gesetzen nicht vereinbar. Die Krankenkassen sollten lieber prüfen, was die Pharmaindustrie für mist für viel zu viel Geld in Umlauf bringt, der im Verhältnis eigentich spottbillig wäre und oft auch nocht kontraproduktiv ist und die Ärzte sollten anfangen dieses System zu hinterfragen anstatt Wasserträger für die Pharmalobby zu sein, was sicher auf einen recht großen Teil der Ärzte zutrifft - aus meiner Sicht.


  • In der Quelle, die der Autor angegeben hat, steht: "Customers do not have to log their activities to get coverage even though their policies are packaged with the Vitality program." (Reuters)

    Das liest sich etwas anders als der Artikel hier: "[...] nun wird die Gesundheitsüberwachung zur Pflicht" oder "Wer das nicht macht, bekommt nun einfach keine Versicherung mehr."

    Richtig wäre: Wer das nicht macht, bekommt von Hancock keine Einkaufsgutscheine, kein Fitbit und keine Apple Watch für 25 $.

    Die FAZ hat daraus wenigstens nur einen Click-Bait-Artikel gemacht, bei Androitpit ist das jetzt eine Fake-News.


  • Es wäre auf jeden Fall sinnvoll einige Leute zum Sport "zu zwingen" denn was die Leute an Krankheiten durch ihre Faulheit bekommen ist einfach nur Geldverschwendung. Wenn jemand fettleibig ist (nicht Krankheitsbedingt) sollten er alles selbst zahlen müssen wenn er eine Krankheit bekommt (Diabetes etc.). Auch der BMI ist ein schlechter Witz und damit rechnen die Leute heute noch :D das sollte als Erstes abgeschafft werden


    • Tom vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Absolut. Und Raucher? Alles selber zahlen. Alkohol ist nachweislich auch in Kleinstmengen schädlich, also keinen Alkohol, wenn man eine Versicherung will. Extremsport ist gefährlich, also Auch hier bitte lassen, sonst kein Versicherungsschutz. Motorradfahrer sind gefährdeter, das ist ebenfalls zu unterlassen. Merkst selbst, ne?


    • Wirklich? Und wo soll das aufhören? Soll man dann auch Zwang ausüben nur bestimmte Nahrung zu essen? Zwingen auf Süßigkeiten zu verzichten, weil zu viel Zucker ungesund ist? 3 Veggiedays die Woche, weil zu viel Fleisch ungesund ist? Rauchen und Alkohol sowieso. Nicht um 20.00 Uhr im Bett? Erhöhtes Risiko!
      Mehr als drei Tassen Kaffee am Tag? Keine Versicherung!
      Aber das Ganze geht noch viel weiter. Auch chronisch Kranke und manche Behinderte kosten die Versicherungen oder die Gesellschaft viel Geld. Weißt Du, wohin der Hase läuft?

      Unvernunft mancher ist ein Preis der Freiheit. Ich zahle diesen Preis gerne.


  • Die Stasi würde im Kreise Wi***en.


  •   25
    Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Statt die Versicherten mit solch einem Unsinn zu gänglen, sollten die Regierungen mal lieber viel mehr Energie darauf verwenden dafür zu sorgen daß wir auch genug gesunde Lebensmittel zu kaufen bekommen. Dann klappt das mit der Gesundheit fast von allein. Aber statt dessen tolerieren die Regierungen weiterhin das statt echten Lebensmitteln immer mehr künstlicher Müll in den Regalen der Supermärkte stehen. Wie in so vielen Bereichen kapieren die Verantwortlichen das man das Übel an der Wurzel packen muss um etwas nachhaltig zu verändern.


    • Wieso soll die Regierung hier was machen? Jeder kann doch gesund einkaufen. Wenn aber Leute immer haufenweise Schokolade essen dann kann man doch dagegen nichts machen. Das Wohl oder Übel ist der Kunde selbst, denn der entscheidet was er kauft. Würden alle keine Süßigkeiten mehr kaufen, dann wird es auch immer weniger geben

      Aries


      • Nicht alles was als gesund deklariert wird ist auch wirklich gesund. Lightprodukte sind meist ungesünder als normale Produkte. In Bio ist häufig kein Bio drin, und soviel Bio wie die Menschheit bräuchte kann man nicht produzieren. Und wenn man sein Essen runterschlingt ist auch "gesundes Essen" ungesund. Meist hilft schon FDH, und sich Zeit lassen beim Essen (da kann auch Mc. Donalds & Co. gesund sein). Es kommt nicht allein darauf an was man isst, sondern wie man isst.

        Mal davon abgesehen gibt es Menschen die z.B. nicht joggen dürfen. Die würde man dann ja bestrafen.


      • Also es wäre so viel Bioware produzierbar, wie die Menschheit bräuchte, Fläche ist genud da, man könnte die komplette Lebensmittelproduktion umstellen und hätte genug für alle, im Moment ist es ja sogar so, dass zu viel produziert wird und diese Mengen übelst verbilligt nach Afrika exportiert werden und den dortigen Markt (Eigenproduktion auf fruchtbaren Böden) zum erliegen bringt. Gesund essen kann aber wirklich jeder, jetzt mal abgesehen von Bio, kann jeder gesundes (nicht-bio)Essen kaufen und sich gesund ernähren, das Probelm ist ehr, dass die Leute nicht wissen was gesund ist und dieses Nichtwissen wird gefördert. Was würde die Pharmaindustrie nur mit all den gesunden Menschen machen, wenn sie keine Pillen mehr bräuchten, die eigenltich so oder so nicht helfen....? Gut, komplexes Thema, das hier eh keiner hören will und sicher gegen diesen Text geschossen würde, wenn ich weiter schreiben würde sogar zu 100 % ....

        Sarah


      • Wenn die Regierung wollte, dann könnte sie schon was machen. Siehe Australien, wo Zigaretten € 16,80 pro Schachtel kosten. Nächstes Jahr wird es nochmal teurer.
        Oder die Steuer auf Alkohol erhöhen. (O.K. die Steuer wird dann natürlich nicht zweckgebunden eingesetzt, aber das wissen wir ja vorher)


      • Sarah vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Das mag im Supermarkt noch stimmen, wenn man selbst kocht aber versuche mal eine schnelle UND gesunde Mahlzeit für eine halbstündige Mittagspause zu bekommen.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      @Nordlicht2112

      Du musst ja nicht in die Regale mit den Fertigprodukten greifen. Die gesunden Nahrungsmittel findet man an der Frischetheke, bei Metzger mit eigener Schlachtung, auf dem Wochenmarkt, im Hofladen etc. Und das gesunde Essen bereitet man sich daraus selbst zu.


      •   25
        Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        @C.F.
        Hast du schon mal verfolgt wie viele angeblich gesunde Lebensmittel nach diversen Lebenmittelskandalen oder neuesten Erkenntnissen plötzlich gar nicht mehr gesund sind oder sondern sogar gesundheitsschädlich sind?
        Und bei den meisten Lebenmitteln kann man gar nicht nachvollziehen ob sie wirklich gesund sind, da niemand die Herstellung von Anfang bis Ende zu 100% nachvollziehen kann. Warum findet man z.B. in fast allen Lebenmitteln Zucker auch wenn der da gar nichts verloren hat. Warum ist angeblich gesundes Gemüse plötzlich gar nicht mehr so gesund weil man hinterher festgestellt das z.B. in deinen Paparika Giftstoffe waren die dort nicht sein dürften. Warum wird häufig festgestellt das Bio Lebnenmittel gar nicht so gesund sind wie es das BIO Siegel suggeriert?
        Was in der Frischetheke beim Metzger oder im Hofladen zu finden ist, ist nicht auch automatisch gesund und frei von Schadstoffen und Pestiziden.
        Meine Frau hat vor Jahren einen Eierverkäufer, der immer frische Eier auf dem Wochenmarkt verkauft hat dabei beobachtet wie er Industrieware im Großmarkt gekauft hat. Also nichts mit gesunden Eiern von glücklichem Hühner.
        Solche Beispiele findet man regelmäßig selbst in den Medien.
        Man kann glauben sich gesund zu ernähren, aber nie sicher sein das es so ist.


    • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Was hat ein Versicherungsvertrag mit der Regierung zu tun? Nur der Versucherungsnehmer ist dafür verantwortlich, einen solchen Vertrag einzugehen oder es zu lassen.


      •   25
        Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        @Aries
        Du hast den Zusammenhang leider nicht verstanden.

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