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2 Min Lesezeit 21 Kommentare

Vergiss das Vergessen: WhatsRemoved holt gelöschte Nachrichten zurück

Seit wenigen Monaten könnt Ihr WhatsApp-Nachrichten bei Euch und beim Empfänger löschen. Die WhatsRemoved-Macher witterten hier eine Marktlücke: Der neue Dienst hält Sicherungskopien Eurer Nachrichten vor. Löscht jemand eine Nachricht, werdet Ihr benachrichtigt und könnt die gelöschte Nachricht lesen. Dass dies nichts mit gutem Anstand zu tun hat, ist den Machern herzlich egal.

WhatsRemoved ist genial, einfach und ziemlich frech obendrein. Die neue App liest Eure Benachrichtigungen, legt Kopien der so eintreffenden WhatsApp-Nachrichten an und benachrichtigt Euch, wenn jemand eine WhatsApp-Nachricht löscht. Die Kopie der gelöschten Nachricht wird dann zusammen mit den anderen Kopien in WhatsRemoved vorgehalten, bis Ihr die Daten der App löscht. Die Autoren beteuern, die Nachrichten nicht für kommerzielle Zwecke zu nutzen.

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WhatsRemoved untergräbt die Löschfunktion von WhatsApp-Nachrichten. / © AndroidPIT
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WhatsRemoved funktioniert (leider). / © AndroidPIT

WhatsRemoved ist in vielerlei Hinsicht bedenklich. Zum Einen hat sie Pauschalzugriff auf Eure Benachrichtigungen, die empfangenen Dateien und Audiomitschnitte oder alles auf einmal. Zum anderen untergräbt die App eine wichtige Funktion, die Missverständnisse vermeiden und ein wenig Recht auf Privatsphäre einräumen sollte. Die Möglichkeit, den Versand von Nachrichten in WhatsApp rückgängig zu machen, wird von dieser App komplett untergraben. Euer Gegenüber weiß noch nicht einmal, dass Ihr die Nachricht vor dem Löschen als Kopie behalten habt.

Falls Ihr einen triftigen Grund habt, WhatsRemoved zu verwenden, könnt Ihr gerne in den Kommentaren Eure Story berichten. Vielleicht nervt Euch einer Eurer Kontakte, indem er immer wieder Nachrichten sendet und dann löscht. Könnt Ihr ihm diese dann vorhalten, wird er vielleicht mit dem Quatsch aufhören.

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21 Kommentare

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  • Sarah vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Ich finde die Löschfunktion nützlich, editieren hätte ich gerne zusätzlich. Aber es kommt immer mal vor, dass man mit zwei Kontakten gleichzeitig kommuniziert und dann versehentlich eine Antwort an den falschen schickt. Das muss gar nichts wichtiges oder unbeherrschtes sein. Trotzdem freue ich mich dann über die Löschfunktion, da das Geschriebene den falschen Kontakt natürlich irritiert. Ehe ich dann lange erklären muss, mit wem ich da worüber geschrieben habe, um die Irritation zu begrenzen, lösche ich die Nachricht lieber unkompliziert und sende dafür ein kurzes “Sorry falscher Chat“.


  • Ihr schreibt in einer Bildunterschrift, dass WhatsRemoved das Löschen von WhatsApp-Nachrichten unterbinde. Etwas unterbinden und eine Kopie anlegen ist etwas völlig unterschiedliches. Passt doch bitte die Bildunterschrift an.


  • J. G. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Die Löschfunktion (bei sich und dem Empfänger) gibt es beim BBM schon lange- sogar unbefristet und auch nachdem die kritische Nachricht bereits gelesen wurde...
    Nun kann man trefflich darüber streiten, ob diese Funktion redlich oder seriös ist... Aber mir erscheint sie sinnvoll!
    Im Businessbereich (der BBM spricht explizit dieses Klientel an) kann man über den BBM sehr sensible Daten und Inhalte (Anlagen wie z.B. pdf, word, excel, etc.) verschlüsselt versenden. Es ist zutiefst tragisch, wenn man die Blaupause zum neuen VW-Zylinderkopf nicht an seinen VW-Chefingenieur Andreas Müller sendet, sondern versehentlich an den Jogging-Kumpel Andreas Müller, der leider bei Mercedes seinen Job verrichtet...
    Man vertippt sich oder die Wortersetzung erzeugt Begrifflichkeiten, die der Harmonie jener wundervollen Beziehung zur Angebeteten nicht besonders zuträglich sind, weil keine Frau auf die Geschlechtsorgane reduziert sein möchte.... :-)
    Oder man reagiert sehr emotional und in Superlativen und nachdem man zweimal durchgeatmet hat, bereut man zutiefst die ausgesprochenen Feststellungen...

    Ein Messenger sollte diese Funktion haben, um Dinge zu kompensieren, die in einem persönlichen Gespräch nicht passieren (sollten): keine kritischen Information an den falschen Empfänger, keine Versprecher, die jenseits der "Freud´schen Fehleistungen" liegen und bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht neigt man eher zur Zurückhaltung (zumindest die sozial Gesunden hier) und überlegt ein zweites Mal bevor der Satz den Mund verlässt.

    Und soweit sich jemand darüber ereifert, was man da gelöscht habe und penetrant nachfragt (als gäbe es ein -moralisches- Recht darauf) muss man entgegenhalten, dass wir auch im persönlichen Gespräch Gedanken und Retourkutschen "löschen" und verwerfen und nicht aussprechen, um eine Situation nicht unnötig eskalieren zu lassen. Wer also liest, dass eine Nachricht an ihn gelöscht wurde, sollte es in den vorangegangenen Kontext stellen und davon ausgehen, dass der Absender einen versöhnlichen Rückzieher gemacht hat... Die Vermeidung von Eskalation sollte als solche positiv gewürdigt werden und kein Neugierde-Bashing erzeugen!


    • @ J.G.
      Ja, dass BB die Möglichkeit des nachträglichen Löschens von Nachrichten (sowie anscheinend weiteres ähnlichen, wie z.B. die Löschung der eigenen Telefonnummer aus fremden Adressbüchern) hattest Du ja in der großen WA-Diskussion schon erwähnt.

      Ich finde das weiterhin ungeheuerlich. Ganz besonders wenn es auch noch zeitlich unbefristet möglich ist.
      Geschriebenes das ich abgesendet habe, ist eben meiner weiteren Kontrolle entzogen. Ich darf ja auch nicht einen abgesendeten Brief, dessen Inhalt mir nun doch nicht mehr behagt, wieder aus dem Briefkasten fischen oder noch weitergehender bei Empfänger nach Öffnen und Lesen wieder aus dem Briefordner holen.
      Und deinen Vergleich hinsichtlich des gesprochenen Wortes finde ich ohnehin nicht passend: "muss man entgegenhalten, dass wir auch im persönlichen Gespräch Gedanken und Retourkutschen "löschen" und verwerfen und nicht aussprechen". Denn genau!, das Löschen erfolgt hier eben BEVOR der Gedanke oder die Retourkutsche ausgesprochen wurde.

      Wobei ich natürlich nicht bestreiten will, das so eine Möglichkeit der Löschung für den Absender sehr praktisch sein kann. - Obwohl ich mich wiederum bei tatsächlich sensiblen Daten ehrlich gesagt lieber nicht zu sehr darauf verlassen wollte. Denn sofern man das Absenden an den Falschen nicht sofort bemerkt (und anscheinend ist bei BB die Löschung ja gerade nicht nur zur sofortigen Korrektur von Fehlern gedacht), muss man doch sowieso damit rechnen, dass die Daten nicht mehr geheim sind. So könnte sich der Mercedes Müller von den versehentlich gesendeten vertraulichen VW-Dokumenten doch noch schnell eine Kopie machen, notfalls via Screenshot oder ganz notfalls durch einfaches Abschreiben, bevor der Absender seinen Fehler bemerkt und die Nachricht nachträglich löscht.


      • J. G. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        @Sinine Ich respektiere Deinen Standpunkt. Ich bin ebenso im Zwiespalt, ob ich es als "anständig" oder "unredlich" werten soll... Rein emotional bin ich bei Dir...
        Aber Fakt ist doch, dass die meisten Menschen impulsiv und "unüberlegt" handeln.
        Und das Korrekturlesen nach dem Schreiben einer Nachricht dürfte eher selten zu finden sein... Ich sehe es zweckmäßig- was nicht gesagt bzw. was nicht gelesen wurde, richtet erstmal keinen Schaden an...
        Und was die fiktive Person Müller anbelangt- wenn man ehrlich ist, wird man sich sicher schon mal dabei ertappt haben, dass man sich bei Sichtung des Kontaktes fragte, welche "Bettina", welchen "Thomas", welche "Andrea" man gerade ausgewählt hat und schaut ein zweites Mal hin... mitunter drückt man aber im Rahmen motorischer Gewohnheiten erst auf "Senden" bevor das Hirn den vorhandenen Zweifel umsetzt und ein "Stopp" an den Daumen senden konnte...


      • @J.G. "was nicht gelesen wurde, richtet erstmal keinen Schaden an..."

        Wenn das nachträgliche Löschen denn so eingeschränkt wäre, dass es wirklich nur bei Nachrichten die der Empfänger noch nicht gelesen hat funktionierte, dann fiele es mir evtl. leichter das zu akzeptieren.
        Aber das ist bei WA ja gerade nicht so (und war es vermutlich bei BB ebenfalls nicht.
        (Wobei aber selbst dann noch das Problem bestünde, dass die ‘Gelesen‘- Markierung bei WA mWn nicht notwendigerweise mit der tatsächlichen Situation übereinstimmt (zB wenn man sich neue Nachrichten als Pop-Up lassen lässt).)


      • J. G. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        @Sinine Die technische Umsetzung ist wahrlich diskussionswürdig. Wenn man ernsthaft das Prinzip "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" umsetzen wollte, müsste die "Fernlöschung" spurlos sein. Es dürfte also nicht erfolgen, wenn es bereits gelesen wurde und es dürften keine Hinweise darauf vorhanden sein, dass es mal eine Nachricht gab. DAS wäre wahrlich die eleganteste Lösung. Allerdings wäre die erforderliche Interaktion ZU umfassend: man nimmt ja bereits die Benachrichtigung wahr (Ton, Vibration, Notification-Icon am Messenger-Icon, Benachrichtigungs-Icons in der Status-Leiste, Nachricht im Hub*, etc.) und auch dort müssten die Spuren verwischt werden.
        Beim BBM ist es so, dass man sich (ähnlich wie WhatsApp) mit einer Telefonnummer anmelden kann- dann steht einem das Feature des "sich aus dem Telefonbuch löschens" nicht zur Verfügung. Traditionell meldet man sich beim BBM an, indem man die App downloadet, dort einen Account bei BlackBerry (eMail/Passwort) anlegt, der NUR Blackberry bekannt gegeben wird und man erhält von dort eine achtstellige PIN (kann man personalisieren). Im BBM erscheinen dann potentielle Kontakte* (*Personen, aus deinem Telefonbuch die auch den BBM runtergeladen haben). Man versendet dann Einladungen (oder erhält sie), die allerdings NUR die PIN versenden. Wenn man sie annimmt, hat man einen neuen Kontakt. Ähnlich wie bei WhatsApp erstellt der BBM eine eigene Kontaktliste, allerdings nur auf der übermittelten bzw. empfangenen PIN basierend. Wenn du einen Kontakt "ausladen" willst, löscht du ihn einfach. Bei der unliebsamen Person verschwindet dann in dessen BBM-Kontaktliste dein Eintrag (Name und PIN). Eventuelle Daten von dir, die die Person noch von dir hat (Tel.Nummer, email, etc.) werden hiervon nicht berührt.

        Im Privat-Chat des BBM löschen sich Nachrichten selbstständig, wenn nicht in bestimmter Zeit geantwortet wird. Es erscheinen keine Avatare und Screenshots werden unterbunden.

        Ebenso kann man zeitbegrenzte Nachrichten versenden- das übersandte (vielleicht etwas zuuu freizügige) Selfie soll zwar Appetit machen, aber nicht dazu dienen, dass der Angebetete in dumpfer Weise mit dem Bildmaterial prahlen kann- also stellt man die "Selbstzerstörung" auf einen beliebigen Zeitraum ein...

        Alles nicht unbedingt die "feine, englische Art", aber scheinbar wünscht das Heer von LOL-Schreibern derlei Features nach dem Motto, dass das Internet unverbindlich, ohne Anstand und jenseits aller wahrhaftigen (im wahrsten Wortsinn) Kommunikationskultur ist...

        Wir sind uns nicht so uneinig- ich nutze diese Features überhaupt nicht, weil ich ein durch und durch verbindlicher Mensch bin. Aber mit der schönen Tochter heiratet man auch immer die Schwiegermutter mit...


  • Sebo vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Zumindest in Apples Appstore hätte es diese App nicht geschafft.
    1. wegen des Sandkasten Systems hätte sie wohl eh keinen Zugriff auf die WA Nachrichten.
    2. ich könnte mir gut vorstellen dass diese App hier gleich gegen mehrere verschiedene Regeln verstößt.

    Gut möglich dass sie auch nicht sonderlich lange im PlayStore verweilen wird. Sehe das sehr skeptisch.
    Bin ich bei WA ohnehin, aber wenn eine fremde App einfach so sämtliche Inhalte lesen kann und speichert...weiß ich ob und wann die App nach Hause telefoniert???


  • "Dass dies nichts mit gutem Anstand zu tun hat"

    Sehe ich nicht so. Ganz im Gegenteil. Ich finde es verstösst eher das nachträgliche Löschen (also beim Empfänger - bei sich selbst kann man natürlich gern löschen so viel man lustig ist) gegen den guten Anstand.
    Wenn man eine Nachricht rausgeschickt hat und allerspätestens wenn die beim anderen angekommen ist, ist es zu spät um an der noch was zu ändern! (bzw. sollte es mMn zumindest sein...)

    Eine App wie die hier vorgestellte würde ich mir aber trotzdem höchstens dann installieren, wenn sie keinen Internetzugang hätte.


    • Wenn jemand eine Nachricht löscht hat das einen guten Grund. Vielleicht wurde es aus Wut geschrieben oder es wurde an die falsche Person geschickt. Weiß nicht wie man das löschen als negativ ansehen kann.


  • Aries vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Grundsätzlich sehe ich einen Instant Messenger als Alternative zu einem persönlichen Gespräch. Was ich gesagt habe, kann ich auch nicht löschen, sondern ich kann mich nur entschuldigen oder Mißverständnisse ausräumen. Eine Löschfunktion halte ich daher für obsolet.

    Nun passieren aber auf den Smartdevices aufgrund der Mäusetastaur schnell Tippfehler oder die Rechtschreibkorrektur schießt unbemerkt über das Ziel hinaus. Korrekturen sind haben daher eine gewisse Begründung, wenngleich man den Satz "Vor Gebrauch des Mundwerkes, Gehirn einschalten" analog sagen kann "Vor Absenden, nochmal lesen."

    Wenn man Tippfehler korrigieren kann, kann man auch den ganzen Beitrag vollkommen ändern oder löschen. Notfalls durch ersetzen mit einem Punkt oder einem anderen nichtssagenden Zeichen/Emoji.

    Aus diesem Grund halte ich die Löschung von WhatsApp (nur löschen) ohnehin für fragwürdig. Editieren wäre sinnvoller und würde löschen einbeziehen.

    Mich erschreckt an WhatsRemoved vielmehr, dass eine App die Nachrichten anderer Apps einfach so lesen kann, denn das ist ja Voraussetzung, um davon ein Backup zu erstellen. Dass Dateien einfach gelesen werden können, ist mir bekannt und wurde auch in Erics Artikel kritisiert. Ich glaube, ich muss mir das genauer ansehen.

    P.S.: Threema und Wire unterstützen die Korrektur von Nachrichten schon länger. Für sie gilt aber auch "Vor Absenden, nochmal lesen."

    J. G.


    • "Mich erschreckt an WhatsRemoved vielmehr, dass eine App die Nachrichten anderer Apps einfach so lesen kann"

      Das überrascht mich jetzt wiederum nicht besonders. Dass sich Apps Zugriff auf die Benachrichtigungen einräumen lassen, ist doch nicht so ungewöhnlich (wenn auch natürlich nicht ganz unbedenklich sofern die App Internetzugang hat).


    • > Mich erschreckt an WhatsRemoved vielmehr, dass eine App die Nachrichten
      > anderer Apps einfach so lesen kann
      Nicht "einfach so", sondern indem du die Berechtigung zum Benachrichtigungs-Zugriff erteilst :)
      Andere Beispiele sind etwa Pushbullet, das die eingehenden Benachrichtigungen auf den PC spiegeln kann, oder "Screen Notifications", das bei eingehenden Nachrichten den Bildschirm einschaltet, oder Nova Launcher, der mit der Berechtigung vermutlich Counter an die App-Icons malt.


      • Aries vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        > Nicht "einfach so", sondern indem du die Berechtigung zum Benachrichtigungs-Zugriff erteilst

        Ihr habt Recht, ich habe vorhin nicht soweit gedacht.


  • Wie wäre eine App die WhatsApp deinstalliert und einen brauchbare alternativen empfiehlt ^^


  • Wirklich? Braucht man so was? Manche anscheinend schon.
    Aber bitte, die Leute, die diese App Nutzen sollen sich im Nachhinein nicht über die Unsicherheit von Whatsapp aufregen.

    J. G.

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