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4 Min Lesezeit 41 Kommentare

VerAppelung beim App-Kauf: Wie Hessen Kalifornien Konkurrenz macht

Der 15. Mai bringt heiße Luft in Kalifornien und heiße Verhandlungen in Hessen: Die Politik befasst sich endlich mit dem fehlenden Verbraucherschutzt beim App-Kauf. Denn: Wer online Klamotten bestellt, kann sie anprobieren und gegebenenfalls zurückschicken. Wer sich jedoch eine App kauft, bleibt dran kleben. Rückgaberecht? Kostenfreie Demo-Downloads? Irgendetwas muss in jedem Fall passieren.

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Wer sich eine App andrehen lässt, wird sie danach nicht mehr los. Zumindest das Geld ist weg. / © AndroidPIT

In acht Tagen blickt die Tech-Welt gebannt auf die jährliche Google-Entwicklerkonferenz (oder etwas griffiger und peppiger, “I/O”) in San Francisco. So ist es zumindest geplant. Doch die Kalifornier haben die Rechnung ohne die deutsche Polit-Elite gemacht, die just am selben Tag in der Hessischen Weltmetropole Bad Nauheim ihre eigene Party steigen lässt, nämlich die “Verbraucherschutzministerkonferenz”. Nicht ganz so griffig, vielleicht nicht ganz so spannend, aber nicht zu ignorieren.

Ok, genug Ironie. Aber es stimmt. Gerade aus Sicht von uns Smartphone- und Tablet-Begeisterten würde sich wenigstens ein kleiner Blick auf Bad Nauheim lohnen. Denn dort soll dieses Mal ein Thema verhandelt werden, das bisher nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten hat: Verbraucherschutz beim App-Kauf.

bad nauheim google maps
Dieser Tage liegt San Francisco in Bad Nauheim: Hoffentlich sind die Ortsansässigen auf den Medienansturm vorbereitet... / © Google Maps

Veräppelung im App-Store

Wir sind es gewohnt, Kleidungsstücke oder andere online bestellten Artikel bei Nicht-Gefallen zurücksenden zu können. Viele von uns glauben ja sogar noch an den Mythos des Rückgaberechts im Laden. So ging es auch mir bis vor Kurzem noch. Irgendwie fühlt sich das einfach richtig und fair an, und intuitiv bestehen wir drauf.

Aber wenn es um den Kauf von Apps geht, gibt es bisher noch keinen rechtlichen Rahmen, der Verbraucher schützen würde. Wer eine Apple-App kauft, die ihm nicht gefällt oder die nicht (wie beworben) funktioniert, fühlt sich mit Recht veräppelt. Denn zurückgeben kann er sie nicht. Google zeigt sich hier schon kulanter. Aktuell existiert ein Rückgabefenster von 15 Minuten nach Download. Leider reicht das in vielen Fällen kaum, um eine große App vollständig herunterzuladen, zu installieren, dann die häufig nötigen Zusatz-Datenpakete zu transferieren und die Software dann auch noch zu testen, denn darum geht es ja schließlich. Ein Beispiel wäre Max Payne Mobile. Selbst mit einer sehr schnellen Internetverbindung war dieses Spiel aus dem Play Store nach circa 15 Minuten überhaupt zum ersten Mal anspielbar. Zu dem Zeitpunkt hatte ich selbstverständlich noch keinerlei Eindruck vom Spiel als solchem. 

Google Play
Wer beispielsweise richtig gute Wörterbuch-Apps sucht, kann locker mal 20 bis 50 Euro hinlegen. Da wird ein Rückgaberecht besonders interessant. / © Google Play

App-Demos für Experimentierfreudige

Ein Lösungsansatz, den ich persönlich für sinnvoller halte, ist die App-Demo. Und den würde auch die hessische Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich gerne auf der kommenden Konferenz durchboxen. Wäre es nicht eine denkbare Lösung, wenn jede kostenpflichtige App künftig auch in einer optionalen Demoversion angeboten werden müsste, die es den Nutzern erlaubt, in Ruhe zu testen, bevor sie Geld bezahlen? Ok, das würde dann einen zweiten Download erfordern, sobald man sich zum Kauf entschlossen hat. Aber ein Rückgaberecht ist nicht weniger umständlich, schließlich müsste man die Rückgabe und Rückerstattung danach dann ebenso in die Wege leiten.

Ich lade öfter mal relativ wahllos Apps runter, einfach, um Dinge auszuprobieren, über die ich stolpere. Dabei beschränke ich mich aber meist auf kostenlose Angebote, weil die bloße Tatsache, dass Geld im Spiel ist, mich weniger experimentierfreudig macht. Klar, die meisten Apps kosten “Pfennigbeträge” aber hochwertige Angebote haben ihren Preis. Die Demo-App-Variante würde es mir erlauben, genau so unbefangen, locker flockig herumzuprobieren, und ich glaube, dass ich dadurch am Ende auch häufiger Apps kaufen würde, an denen ich sonst einfach vorbeiginge. Das bedeutet, mehr Geld ausgegeben und am Ende sogar mehr Anbieter glücklich gemacht.

Den Livestream nach San Francisco werde ich am 15. dann aber dennoch dem nach Bad Nauheim vorziehen.

Was ist Eure Sicht zum Thema? Hattet Ihr schon mal Situationen, in denen ein Rückgaberecht oder eine Demo hilfreich gewesen wären oder die Kaufentscheidung beeinflusst hätten? Oder wurdet Ihr gar schon von Anbietern veräppelt beziehungsweise vergooglet?

 

Verbraucherschutz beim App-Kauf: Was ist am Sinnvollsten?
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41 Kommentare

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  • Ich lach mich kaputt! Über den Beitrag, genau so, wie über die super Konferenz...

    Geht's noch???

    Sorry, wer tatsächlich glaubt, dass ein hier beschlossenes Gesetzt eine Auswirkung haben könnte auf Apple/iTunes oder Google, der hat zwar recht, nur die Auswirkung wird anders sein!
    Die Betreiber werden ihre AGBs ändern, den Zugang zu Apps, die unserer Gesetzgebung nicht entsprechgen einfach sperren und den Entwicklern nur einen kleinen, unwichtigen Hinweis geben...

    Ganz ehrlich, egal wieviel Schund es in den Stores gibt, wollen wir uns selbst zensieren?
    Ich nutze Tablets genau so wie Smartphones und schon jetzt ist es ein Unding, dass Google bestimmte Apps für meine Geräte einfach nicht frei gibt... Da bleibt einem ja nichts anderes übrig, als sie sich anders zu besorgen (kostenfreie Apps)....

    Mit dem "Käuferschutz" - der ja keiner ist, da ich nur das Nutzungsrecht kaufe - werden noch mehr Apps für uns alle einfach gesperrt...

    Man kann sich durch "Schutzmaßnahmen" auch selbst einsperren... viel Spaß.....


  • Der Begriff KAUFEN ist irreführend. An Apps erwerbe ich weder bei Google noch bei Apple Eigentum sondern lediglich ein Nutzungsrecht.

    Entsprechend kann ich teuer bezahlte Apps, digitale Bücher oder digitale Musiksammlung auch nicht meiner Frau zugänglich machen oder meinen Kindern vererben, geschweige denn an Dritte weiterverkaufen.

    Da kein Eigentum veräußert wird befinden sich auch andere Regelungen in einer Grauzone, wie Gewährleistung, Wiederrufsrecht usw.

    Was benötigt wird sind daher neue rechtliche Regeln für digitale Einkäufe und keine auf Krampf umgebogenen Regeln aus der analogen Welt.


  • Izzy
    • Blogger
    09.05.2013 Link zum Kommentar

    Es gibt solche und solche. Wenn in der Demo keine Werbung ist, stellt das ja auch kein Problem dar :) Es gibt aber genügend andere Apps, bei denen das anders aussieht -- wo der "Key" dann (u.a.) die Werbung "unterdrückt". Das sind die Fälle, denen ich mit Bauchschmerzen begegne.


  • My1 09.05.2013 Link zum Kommentar

    bwi poweramp zb. gibt es aber auch in der zeitlich begrenzten Demo keine Werbung...


  • Izzy
    • Blogger
    09.05.2013 Link zum Kommentar

    @Philipp Ja, diese Variante gibt es auch. Hat aber einen Haken, sobald die App ein Werbemodul enthält: Das Werbenetzwerk erhält damit die gleichen Zugriffsrechte wie die App, und damit habe ich als Anwender Bauchschmerzen. Wenn ich eine App kaufe, soll da bitte kein Werbe-Modul drin sein, aktiv oder nicht. Ich will schließlich auch keine Atombombe im Keller liegen haben -- scharfgeschaltet oder nicht #D


  • My1 09.05.2013 Link zum Kommentar

    @Izzy aber so extrem wird es wohl nicht mit der Demo sein. man schiebt den Schlüssel in eine zweite App die die Freischaltung übernimmt...
    so etwa wie bei Poweramp und anderen...


  • Izzy
    • Blogger
    09.05.2013 Link zum Kommentar

    Das Argument mit dem Kopieren zieht nicht wirklich: Wenn ein Entwickler davor Angst hat, nutzt er einfach das Google-Lizenz-System. Dann nutzt dem Kopierer die .apk auch nichts mehr, da die Lizenz-Prüfung (Dank Rückgabe) fehlschlägt.

    15 Minuten sind ein Witz -- das ist eher eine "Alibi-Funktionalität", die man in 95% aller Fälle auch einfach weglassen könnte. Einzig, wenn die App gar nicht startet, machen 15 Minuten Sinn -- und selbst dann sind sie fraglich, weil man evtl. ja noch herausfinden möchte, woran es liegt.

    Die Argumente "kontra Demo" sind jedoch nachvollziehbar: Das bedeutet für den Entwickler immer zusätzliche Arbeit. Klar, besser als keine Test-Möglichkeit -- und wenn es dem Entwickler nichts ausmacht, eine feine Sache!

    Mein Wunsch wäre: Der Entwickler kann selbst festlegen, wie lange die "Rückgabefrist" gilt -- pauschal lässt sich da nichts vernünftig regeln. 1 Stunde ist für eine umfangreichere App zu kurz -- für eine kleinere vielleicht ein wenig lang. 24 Stunden als Default, wie es vor zwei Jahren noch war -- und der Entwickler hat die Möglichkeit, das in beide Richtungen anzupassen. Das Zeitfenster wird *vor* dem Bezahlvorgang ausgewiesen, damit der Nutzer auch weiß, worauf er sich einlässt.

    Ein solches Vorgehen schließt ja eine Demo-Version nicht aus: Der Entwickler kann durchaus entscheiden, für die Vollversion 15 min Rückgabe anzubieten -- und trotzdem eine Demo bereitstellen.


  • Geocaching-Apps z.B.:
    Ich lade einige heute runter, gehe aber erst morgen cachen, erst dann sehe ich welche App die Daten sinnvoll läd, offline verwendbar speichert und mich zum Cache führt, erst dann kann ich entscheiden ob die 8,99 Euro sinnvoll angelegt waren oder ob ich es bei 2,99 oder den kostenlosen Apps belasse.

    Happy hunting, Olli


  • Das wäre wirklich genial. Es ist schon unfair sich darauf verlassen zu müssen, dass apps halten was sie versprechen.


  • My1 08.05.2013 Link zum Kommentar

    @Sebastian W. und alle anderen, die auf Rückgabezeit <24h pochen
    vergiss deine Stunde. n Spiel dass 300MB hat lädt über mein 1000er DSL 1h, die mit ner schlechten i-net verbindung sind am Arsch, es sollte wirklich ne Demo geben, in etwa bei spielen mit Zeit/lv. begrenzen, oder einfach in dem in der Demo Werbung ist, die in der Full nicht ist, und bei Tools wie Office und Co kann man es ja wie bei Poweramp machen, volle Funktionalität 14 Tage, dann kann man kaufen, und man lädt nicht die ganze app neu, sondern bloß nen schlüssel der meist keine 512KB groß ist, der die App dann entsperrt, einstellungen bleiben logischerweise erhalten...


  • Wenn Rückgaberecht, dann für eine Stunde, denn 15 Minuten reichen in der Tat oft nicht einmal, um eine App richtíg zum Laufen zu bringen. Allerdings fände ich die Demo-Variante besser, denn ich könnte dann so verfahren wie beim meinem Kindle E-Book. Wenn ich ein interessant scheinendes Buch entdecke, hole ich mir die immer angebotene Leseprobe. Die brauche ich aber nicht gleich zu lesen, weil ja nichts verfällt. Ich kann sie durchlesen, wenn ich Zeit und Lust habe, um dann event. eine Kaufentscheidung zu treffen. Ich würde mit Sicherheit mehr Apps kaufen, wenn es Demos gäbe.


  • +1 für App-Demo (z.B. 2h testen, danach muss man die Vollversion kaufen).


  • "Rückgaberecht hin oder her. Kein Entwickler will das seine Software Kopiert wird und dann Umgetauscht wird!"

    Und wenn es nicht kopiert und umgetauscht wird, werden Apps/Games einfach auf entsprechenden Warez-Seiten heruntergeladen.
    Die Downloadvergütungen auf den meisten Filehoster sind bombastisch, weswegen es auch für die Verbreiter von Warez kein Ding wäre, allen Content käuflich zu erwerben.

    Ein verlängertes Rückgaberecht würde da also nicht viel an der jetzigen Situation ändern.


  • Ich empfinde 24 Stunden als zu viel Zeit um eine App zu testen. Allerdings sind 15 Minuten schon arg kurz.

    Man muss aber auch immer mal die Sicht der Entwickler bedenken. Für jede App eine Demo bereit zu stellen bedeutet viel Aufwand der schlussendlich sich auch im Preis wiederspiegeln würde.
    24 Stunden Rückgaberecht ist für den Entwickler oft nachteilig, da es immer Benutzer geben wird die sich eine App herunterladen, die Funktion kurz benutzen und Sie dann zurückgeben.
    Deshalb halte ich eine Stunde für fair beiden Parteien, also Konsumenten und Entwickler, wenn man eine Rückgabefrist von einer Stunde gewähren würde.

    Schwarze Schafe die es nicht für nötig halten die Entwickler in Ihrer Arbeit zu unterstützen wird es immer wieder geben. Genau so wie es Entwickler geben wird die dem Kunden schlechte Software zu hohen Preisen unterjubeln. Für eben diese gibt es aber die Kommentarfunktion im Playstore...


  • 24h Rückgaberecht wäre ja wohl ein Witz. Viele Spiele (gerade Puzzlespiele) spielt man in gut 6 stunden durch. Manchmal sogar weniger. Ist dann das gleiche, wie einen Anzug zu kaufen, auf eine Hochzeit zu gehen und den Anzug dann zurückzugeben.

    1h sollte reichen. 15 Minuten ist definitiv zu wenig!
    Ausserdem sollte es beim 2. Kauf auf dem selben Gerät (nach einer Rückgabe) kein Rückgaberecht mehr geben. Schließlich hat man die App dann ja schon getestet.


  • Bin damit auch schon öfters auf die Nase gefallen und habe erst eine ganze Weile nach dem Kauf festgestellt, dass die Apps (Widgets) nicht funktionieren und fehlerhaft sind, Rückgabe und Geld zurück nicht mehr möglich! Kostenlose Version gab es nicht!

    Ich bevorzuge nur noch kostenlose Versionen, die man eventuell bei Gefallen und nach Funktionstest in eine Premiumversion umwandeln kann!


  • Ich halte Demos nicht für die beste Idee oder schwer umzusetzen. Dafür gibt es auch 2 gute Gründe:
    1: Der Entwickler muss sich dann die zusätzliche Arbeit machen und auch eine Demo extra entwickeln. Bei Spielen ist es ein leichtes nur das erste Level spielbar zu machen (Angry Birds) oder nach ein paar Durchgängen das Spiel zu Sperren (Tempel Run), allerdings stelle ich mir vor das bei Office Apps, bei Launchern oder anderen einstellungsintensiven Apps, mehr Aufwand vom Entwickler gefordert ist.
    2: Diese ganzen Einstellungen müssen auch noch leicht übertragbar sein! Wenn ich mir schon die Mühe gemacht habe und die Demo für mich passend eingestellt habe, will ich mir diese Mühe bei der gekauften Version natürlich ersparen!

    Ich bin eher für die 2 Std. Grenze. In der Zeit kann ich gucken ob ich eine App wirkliche gut finde und ob sie das leistet was ich möchte.
    Ach und falls ich ein Spiel in diesen 2 Stunden durchspielen kann, wäre es mir das Geld eh nicht wert gewesen ;)


  • Machen Demos von Apps denn Sinn? Was, wenn die Demo besser ausgearbeitet wurde, als das finale Produkt? Eine Demo schließt also nicht das Rückgaberecht aus.

    Und noch eine Frage: Geht es explizit um das Rückgaberecht bei Apps oder allgemein um Fernabsatzverträge oder geht es sogar um die Lockerung der gesetzlichen Regelung. Wäre schon super, wenn man seine gedownloadete Apps und Software von Steam oder Origin weiter verkaufen könnte. Das Gesetz zu den Fernabsatzverträgen muss dringend überholt und zeitgemäß werden.


  • Wieso das große A in Veräppelung?


  • Wie oft lässt sich denn ein Konsument verarschen, akzeptiert fehlkäufe?.... einmal, dreimal, zehnmal ? Es ist im eigenden Interesse der Anbieter hier eindeutige, dem Käufer wohlwollende, erstattungsfähige Regelungen anzubieten. Ich finde es schon unglaublich das Phones angeboten werden, wo die halbe SW nicht richtig funktioniert. Sind für mich mangelhafte Produkte, Punkt.

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