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VanMoof Electrified S2: Hält der Diebstahlschutz nur 60 Sekunden?

Update: VanMoof reagiert
VanMoof Electrified S2: Hält der Diebstahlschutz nur 60 Sekunden?

VanMoof wirbt damit, dass seine smarten E-Bikes besonders gut gegen Diebstahl geschützt seien. Im Test zeigt sich nun: Das stimmt hinten und vorne nicht. Ein Experte zeigt, wie schnell das Rad geklaut werden kann, ohne die Ortung durch den Hersteller fürchten zu müssen. Das einzig nötige Werkzeug: zwei Schraubenzieher.

Das VanMoof Electrified S2, dessen Vorgänger vor zwei Jahren im Test gut abgeschnitten hat, ist ein technisch sehr ausgefuchstes E-Bike, und mit einem Preis von gut 3.000 Euro auch alles andere als günstig. Einer der herausragenden Merkmale des E-Bikes soll die Sicherheit sein. VanMoof betont dies stark auf der eigenen Webseite. Dort steht:

"Dein wachsames Fahrrad reagiert mit einem lauten Warnsignal, wenn ein Dieb sich an ihm zu schaffen macht. Sollte ihn das noch nicht abschrecken, dann kriegt er ein wesentlich penetranteres Alarmsignal auf die Ohren. Wenn ihm das immer noch nicht reichen sollte, dann schaltet das Fahrrad seinen Motor und seine smarten Funktionen aus, um Energie zu sparen und gibt mit seinen Lampen ein SOS-Signal ab. Sobald es als gestohlen gemeldet wird, verschickt das Electrified ein Tracking-Signal, bis du (oder unsere Bike Hunters) es wiederfinden."

Das zentrale Merkmal des VanMoof Electrified S2 ist die eingebaute SIM, über die das Rad überall geortet und von den Bike Hunters gefunden werden kann. Der Hersteller gibt an, man müsse das Signal über ein Jahr lang rund um die Uhr blockieren, um die Ortung zu verhindern. Zudem soll das Electrified S2 sich abschalten und quasi unbrauchbar werden, wenn es gestohlen wird.

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Auch das Cowboy Bike hat eine eingebaute SIM-Karte. / © AndroidPIT

Keine Gewalt nötig, nur ein Schraubenzieher

Das mag alles zutreffen, wenn der Dieb einfach das Schloss knackt und das Fahrrad mitnimmt. Digital Trends hat zusammen mit einem Sicherheitsexperten allerdings gezeigt, wie leicht sich das System von VanMoof ausschalten lässt. In nur einer Minute und ausschließlich mit zwei Torx-Schraubenziehern hatte der anonym bleibende Experte die Steuereinheit freigelegt und die SIM-Karte aus dem Rad entfernt.

Damit würden auch alle andere Alarmsysteme ausgeschaltet, während das Rad die volle Funktionalität behalte, so das Magazin. Kein Alarmsignal, kein SOS-Blinken, kein Abschalten des Motors oder der smarten Funktionen, und eben auch keine Gefahr durch die Bike Hunter. Eine Torx-30-Schraube hält den Sattel fest, vier kleine Torx-10-Schräubchen schützen das "Gehirn" des VanMoof Electrified S2. Spezialwerkzeug oder Gewalt sind nicht nötig, um das teure E-Bike zu stehlen - und das Marketingversprechen des Herstellers zu entlarven.

Update: VanMoof reagiert

Mittlerweile hat VanMoof ein Statement zu der Angelegenheit veröffentlicht und sieht seine Technologie zu Unrecht am Pranger. In dem Video sei zu sehen, dass das Schloss des Rades nicht aktiviert sei, deshalb würden die Schutzmechanismen nicht greifen. Die Tatsache, dass die Elektronik und die SIM-Karte so leicht zu entfernen seien, sei so gewollt, um das VanMoof Electrified S2 leicht reparierbar zu machen. Man könne die SIM-Karte zwar leicht entfernen, habe dann aber ein unbrauchbartes Rad mit blockiertem Hinterrad und ohne smarte Funktionen - allerdings eben nur, wenn das E-Bike zuvor abgeschlossen wurde. VanMoof hat sich an Digital Trends gewandt und möchte den Test gerne mit abgeschlossenem Rad wiederholen lassen. Wie der nach Ansicht des Herstellers ausgehen wird, zeigt ein selbst produziertes Video:

Quelle: Digital Trends

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17 Kommentare

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  • Kannte in meiner Jugend auch jemandem der in einer Kellerwohnung lebte nach einem Einbruch hat der seine Kellertür unter Starkstrom gesetzt . Hat wirklich einer versucht einzubrechen und der landete im Krankenhaus . Der hat so einen geschossen bekommen . Ende vom Lied der eine im Krankenhaus der andere im Knast .


  • Danke für das Update. Aber bitte in den Titel damit, VanMoof-Räder sind nunmal NICHT so einfach knackbar, wie der alte Titel dennoch suggeriert. Und natürlich richtige "Experten" die von Digital Trends. Warum darf man sich so nennen? War mir eigentlich klar, das VanMoof nicht so dumm sein kann, man wirbt ja sonst nicht so krass. Für mich ein echt solides Unternehmen.

    P.S.: In eurer Quelle ist ?amp angehängt und leitet mich auf die Mobile Version der Seite. Bitte entfernen.


    • In meinen Augen ist das wie so viele einfach ein viel zu teueres Rad. Wieso hat man bei dem Preis von ~3000€ nur mechanische Bremsen? Und wieso ein Nabenmotor? Da würde ich mehr erwarten für das Geld.


      • Zeig mir mal ein Rad, dass komplett von einem Hersteller hergestellt wird und keine Bauteile von anderen wie Continental, Bosch etc. hat. Danke! :)


      • Was soll das? Deswegen könnte es doch trotzdem hydraulische Bremsen und einen Mittelmotor haben. Das hat doch mit den Zulieferern absolut gar nichts zu tun.


      • Wollt schon sagen, ich habe nie behauptet das andere alles selber bauen, sondern lediglich das in meinen Augen einfach zu billige Komponenten genommen werden als das der Preis gerechtfertigt wäre.


      • Ja, genau so habe ich auch geguckt, als du auf meinen Kommentar geantwortet hast. :D Hab nicht ganz verstanden, wie du von meinem Kommentar plötzlich auf "zu teuer" und so kommst.

        Klar hast du nicht Unrecht, aber ich denke auch das Eigenproduktion nicht ganz günstig ist - mit der Freiheit, das Design komplett selbst zu bestimmen. Finde das aktuelle Design echt clean, da würde ein Mittelmotor evtl. zu klobig aussehen. Für mich rechtfertigen die Vorteile, die dieses Bike birgt, den Preis. Schau dir mal das Review an: https://www.youtube.com/watch?v=eD5vAU618AY


      • Wer sagt denn, dass ein Mittelmotor besser als ein Nabenmotor ist? Beide Systeme haben individuelle Vor- und Nachteile.


  • Ein Fahrrad fuer 3000€ wuerde ich niemals unbeaufsichtigt lassen. Die Welt ist schlecht. Sei es Diebstahl oder Vandalismus.


  • Oder ein Schild anhängen "Lieber Dieb, mein Radl ist registriert und per GPS rund um die Uhr erreichbar." Am besten das E-Bike unter Strom setzen.


    • Hihi. Das erinnert mich an einen Franzosen, der sein Wochenendhaus mit einer Sprengladung gesichert hatte, nachdem immer wieder eingebrochen wurde. Ein riesiges Schild in Garten wies darauf hin, dass der nächste Einbrecher in die Luft fliegen würde. Das war dann auch so. Der Hausbesitzer wurde vom Gericht frei gesprochen. Gelebte Demokratie, oder 🤔😉😂.


  • Ich habe ein Stromer ST2 seit 3 Jahren und hatte noch nie Probleme obwohl da noch ein veraltetes GPS Modul drin steckt. Ich habe bisher noch kein System entdeckt das mich mehr überzeugt hätte. Zudem fährt das VanMoof Electrified S2 nur 32Km/h. Das Stromer ist aber ein Pedelec S. Kostet aber auch mehr. Einmal konnte einer mein Rad mitnehmen aber nur weil ich vergessen hatte das Ramenschloss zu schliessen. Nach einigen Metern blockierte der Motor und fing an zu blicken. Da liess der Typ das Rad stehen. Glück für ihn: Er hatte ein kleines Kind dabei..


  • Dann doch lieber eine Diebstahlversicherung für 100 Euro im Jahr.


    • sollte man in dieser Preisklasse sowieso haben. Ich hatte bis vor kurzem ein Kalkhoff i8, kostet 4000€ so wie es war. E-Bike ist in meinen Augen nicht so toll, ich fahre lieber "richtig" Fahrrad. Deswegen kam es weg und jetzt fahre ich wieder selber. Eine Versicherung die den Neuwert ersetzt habe ich dennoch wieder dabei.


      • Der versicherte "Neuwert", ist aber nicht der Anschaffungspreis und bei mir kamen 3 konventionelle aber qualitativ hochwertige Räder innerhalb 5 Jahren weg. Danach hat mich meine Versicherung raus geschmissen weil ein zu hohes Risiko. Seitdem ich ein E-Bike mit GPS habe, hatte ich keine Probleme mehr.


      • Bei mir wird das Rad komplett so wie ich es gekauft habe neu ersetzt. Ich lease das über den Arbeitgeber. Die Wahrscheinlichkeit das es geklaut wird ist nicht so hoch, Bambusräder sind zu auffällig und lassen sich scheinbar schlecht verkaufen 😄

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