Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

US-Provider verkaufen Echtzeit-Standortdaten ihrer Kunden

US-Provider verkaufen Echtzeit-Standortdaten ihrer Kunden

Wir sind es bereits gewohnt, dass Google und Social Media Netzwerke wie Facebook nicht nur unsere Daten sammeln, sondern sie auch nutzen, um uns mit Werbung zu bombardieren. Mittlerweile scheint es jedoch, dass die Mobilfunk-Netzbetreiber in den USA den letzten Nagel in den Sarg der Privatsphäre schlagen wollen. Laut einem Bericht von Motherboard sammeln und verkaufen sie die Echtzeit-Standortdaten ihrer Kunden an Dritte.

In dem Experiment sprach Motherboard mit einem Kopfgeldjäger, der behauptete, fast jedes Smartphone in den USA lokalisieren zu können. Er hielt sein Versprechen ein: Mit nur einer Telefonnummer und ohne Vorkenntnisse über den Aufenthaltsort des Telefons konnte er es mit großer Genauigkeit lokalisieren - nur ein paar Blocks von dem Ort entfernt, an dem sich das Ziel befand. Er erreichte dies ohne Hacking-Tools und berechnete 300 Dollar für den Service. Laut Motherboard basiert das verwendete Tool "auf Echtzeit-Standortdaten, die an Kopfgeldjäger verkauft werden, die letztendlich von den Providern selbst stammen, einschließlich T-Mobile, AT&T und Sprint".

androidpit google maps location tracking gps 03
Kopfgeldjäger können Zielpersonen mit den Standortdaten gegen eine Gebühr von ein paar hundert Dollar finden. / © ANDROIDPIT

Motherboard berichtet zudem, dass die Daten in die Hände von zwielichtigen Dritten gelangen können, da "mindestens ein Unternehmen, genannt Microbilt, Telefon-Geolokalisierungsdienste mehr oder weniger unkontrolliert an Privatunternehmen aus verschiedenen Branchen verkauft, von Autoverkäufern und Hausverwaltungen bis hin zu Kautionsagenten und Kopfgeldjägern".

Standortdaten verkaufen und das Gegenteil behaupten

Dies geschieht trotz der Zusagen, die die vier großen Unternehmen im vergangenen Jahr gemacht haben, um den Verkauf von Kundenstandorten an Datenbroker einzustellen. Das Smartphone, das im Experiment von Motherboard verwendet wurde, hatte eine T-Mobile SIM, was den CEO veranlasste, via Twitter auf den Bericht zu reagieren. Er behauptet nun, dass die Praxis im März dieses Jahres enden wird.

Wer erwartet, dass die Regierung eingreift und verhindert, dass die Provider die Standortdaten verkaufen, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Der US-Kongress hat unter Präsident Donald Trump bereits mehrere FCC-Datenschutzregeln der Obama-Ära aufgehoben und den Providern damit erst die Möglichkeit gegeben, frei über die Daten zu verfügen.

Überrascht Euch diese Praxis der Netzbetreiber? Und wäre das auch in Deutschland denkbar?

Via: The Verge Quelle: Motherboard

Empfohlene Artikel

36 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Kann man sich angesichts der erbärmlichen Entwicklung mit und um Trumptidumb noch über irgend etwas wundern, was die USA machen?


  • Hä?
    Und ich dachte die Chinesen seien die Bösen 😱


  •   11
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Ich habe es schon häufig gesagt und ich sage es immer wieder, wer sowas vermeiden will darf nicht Online gehen und sollte in ein Ersloch ziehen.
    Sowas ist auch in Deutschland möglich. Und ich behaupte sogar das es nicht nur möglich ist sondern das es auch hier zum Tagesgeschäft gehört. Es werden nur selten welche dabei erwischt und falls doch sind die Strafen so gering das man sie in Kauf nimmt solange die Gewinne die Strafe deutlich übersteigen.
    Wer tatsächlich glaubt das seine Daten irgendwo wirklich sicher sind ist einfach nur naiv.


  • Ich sag dazu nur folgendes.

    Alle schimpfen auf die Verkäufer unserer Daten.
    Aber Käufer dieser Daten stehen moralisch im gleichen Abseits.

    Vielleicht merkt der Konsument endlich mal das König Kunde nur ein dämlicher Spruch ist um die Kuh zu melken.
    Na, noch ne Kundenkarte dazu?

    Es geht nur ums Geld.
    Oder wie mein Opa zu sagen pflegte,
    das Fressen kommt vor der Moral und je größer das Fressen, desto kleiner die Moral.
    Frag mal Alexa😉.


  • Natürlich ist so etwas bei uns möglich. Es fehlt nur noch das Angebot und dann geht es um den Preis.
    Ich nenne mal als Beispiel die GEZ bzw. "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice". Die bekommen die Daten vom Einwohnermeldeamt, um ihre Schergen auszusenden mit der Folge der Geldeintreibung. Wo bitte, hat man denn unterschrieben, dass die Adressdaten an eine "öffentlich-rechtliche, nicht rechtsfähige Gemeinschaftseinrichtung" weitergegeben werden dürfen? - Nirgends. Es geht hier rein um partikuläre Interessen, die rein monetärer Natur sind.
    Ich fragte einst ungeniert, wo der (nette) Geldeintreiber überhaupt meine Adresse her hat und warum er mich 3 Tage nach Anmeldung bei der Stadt aufsuche. Er gab frank und frei zu, die Daten von der GEZ bekommen zu haben, die sie vom hiesigen Einwohnermeldeamt erhalten habe. Alles andere hätte mich auch gewundert, denn erst just an jenem Tag bin ich eingezogen.
    Machen wir uns also nichts vor, sobald sich bei der im Artikel genannten Datenweitergabe ein Markt in D ergibt, wird er ausgenutzt. Wort drauf.


    • GEZ gibt es nicht mehr. Und der Beitragsservice braucht auch keine Fahnder mehr rauszuschicken. Denn der Rundfunkbeitrag ist eine Haushaltsabgabe. Der Beitragsservice muss nur regelmäßig seinen Datenbestand mit den Informationen vom EMA abgleichen, und schon wissen die wer nicht zahlt. Die GEZ-Fahnder sind somit überflüssig geworden.

      Im Übrigen hast Du auch nie zugestimmt dass das EMA Deine Daten an Ermittlungsbehörden weitergibt. Aber dennoch bekommen Ermittlungsbehörden Deine Daten.

      Sieht man die Beitreibung des Rundfunkbeitrages als Verwaltungsakt greift der Datenschutz nicht mehr.


      • Mit der Umwandlung der GEZ in einen "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice" sind natürlich andere Voraussetzungen geschaffen worden. Und zum Thema "Verwaltungsakt": den konnte weder die GEZ noch die Nachfolgeorganisation vollziehen, denn dafür müssten beide Organisationen eine Behörde sein - oder eine (Ermächtigungs-)Grundlage haben. Dazu finde ich aber nichts.
        Das ändert aber nichts daran, dass ein Inkassounternehmen (GEZ) 36 Jahre lang Daten erhalten hatte - nicht zur Strafverfolgung oder dergleichen hoheitlichen Aufgaben, sondern allein wegen Geldeintreiberei.
        Man kann sich ja nun ausrechnen, wenn selbst Behörden persönliche Daten aus monetären Gründen an nicht-rechtsfähige Organisationen weitergeben, was nun Mobilfunkanbieter anbieten können/werden, wenn der Preis stimmt und die gesetzlichen Voraussetzungen das zulassen bzw. wenn niemand klagt.


  • Aries vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Es reicht doch schon, wenn Facebook die Daten bekommt, die meine Kontakte im Telefon gespeichert haben. Auch dazu habe ich keine Einwilligung gegeben. Beispielsweise stehe ich in keinem Telefonverzeichnis. Nun verkauft aber Facebook meine Daten an die Vermarkter. Dagegen steht mein von Bundesverfassungegericht bestätigtes Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das explizit nicht die Art der Daten unterscheidet.

    Außerdem hat WhatsApp auch Zugriff auf die SMS. Theoretisch ist also meine Kommunikation per SMS/MMS mit WhatsApp-Nutzern Facebook bekannt. Die AGB sind leider diesbezüglich widersprüchlich und schränken nicht klar ein, was übertragen wird.

    Da Facebook in der Vergangenheit sogar Anruflisten ausgelesen hat, halte ich das genannte Szenario nicht für ausgeschlossen.

    Die Möglichkeiten sind leider komplex und Querverbindungen für den Normalnutzer kaum erkennbar. Wenn man dann auch AGB nicht liest und damit nicht weiß, worauf man sich einlässt, ermöglicht das unseren Vertragspartnern viele Möglichkeiten. Am Ende wird nämlich eine Netzbetreiber nur auf den Vertrag verweisen und sagen: "Hast Du doch unterschrieben."


  • Woolf vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Sie wollten die Glückseligkeit mit dem fetten Drecksgesicht, jetzt dürfen die Amis an den Folgen davon ersticken, gz


    • Die Demokraten haben bei den Wahlen mehr Stimmen bekommen als die Republikaner.
      Dass Trump dennoch im Amt ist, hat er dem etwas obskuren Wahlmänner-Wahlsystem der Staaten zu verdanken.
      Wenn es nach Volkes Wille gegangen wäre, wäre Trump nicht Präsident geworden.


      • Und über diesen Zustand ("Wahlmänner") wusste die Wählerschaft auch bescheid. Es hat sie also nicht unerwartet getroffen.


      • Was soll das denn heißen?
        Nur eine Minderheit wählt Republikaner, aber der Rest ist schuld und soll "ersticken" weil er wußte / hätte wissen können, wie das Wahlsystem funktioniert?


    • @Woolf, ob man jemand wie Trump gut oder nicht findet, spielt bei der Ausdrucksweise wahrlich keine Rolle. Solch eine Sprache wollen wir hier nicht sehen und wir tolerieren sie auch nicht. Bitte achte zukünftig auf deine Ausdrucksweise.


  • Ich denke schon, dass das auch bei uns möglich ist. Die Politik richtet gegen die Industrie doch nichts mehr aus und duckt sich im Zweifelsfall auch lieber weg, außer es geht um ihre eigene Person. Konnte man in den letzten Tagen ja wieder sehr schön erleben. Und die Bevölkerung interessiert sich zunehmend weniger für Datenschutz, solange es etwas umsonst gibt. Schließlich hat von denen ja keiner was zu verbergen und wer sich für Datenschutz ausspricht wird in der Regel ja sofort großspurig als Aluhutträger abgekanzelt. Kriminellen kommt so ein Service sicher ganz gelegen, wissen sie dann doch immer, wo potentielle Opfer sich aufhalten oder zu finden sind.


  • Uhhh eine miese Nummer!

    Aber den Amis ist das ja bekanntlich WURST! Siehe die Mark Zuckerberg Anhörung vor der EU 😬

    Wäre gut wenn Deutschland und die EU da mal streng mit Milliardenstrafen durchgreift 💶 💵 Dann ist auch Geld für Schulen und Kinder da 👍😇


  • Überrascht mich nicht. Wenn es in DE mal einen Bundeskanzler geben wird der wie Trump denkt könnte es vielleicht mit dem Datenschutz auch in DE vorbei sein. Aber solange die DSGVO noch gilt dürfte es schwer werden für die Mobilfunkbetreiber, würden sie erwischt werden könnte es (vielleicht) teuer für sie werden.


    • Dafür müsste Deutschland erstmal aus der EU raus. Dafür müsste eine EU-feindliche Partei (wie bspw. die AFD) schon die absolute Mehrheit im Bundestag und Bundesrat haben.
      a) halte ich das für unwahrscheinlich
      b) wird denen die Wirtschaftslobby dann schon den Kopf waschen


    • @Rene H:
      Das war auch schon vor der DSGVO verboten. Die Strafen wenn Sie erwischt werden waren nur nicht ganz so hoch.


  • o2 hatte das auch mal vor, bin mir aber nicht sicher, ob die das jetzt auch machen, oder nicht.

Zeige alle Kommentare
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!