Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
5 Min Lesezeit 1 mal geteilt 55 Kommentare

Kampf der Netzwerke - Was Google+ und Facebook unterscheidet

 

Ich glaube, diese Woche wird bei mir das Thema Google+ stark dominieren. Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit dem neuen sozialen Netzwerk aus dem Hause Google beschäftigt und entsprechend auch darüber nachgedacht.

 

Es gibt wohl einige Mythen um Google+, mit denen der neue Google-Dienst gerade zu kämpfen hat, um seinen Erfolg voll ausschöpfen zu können. Ein großes Missverständnis dürfte dabei vor allem sein, dass man Google+ und Facebook gleichsetzt, getreu nach dem Motto "hast du eins gesehen, hast Du alle gesehen". Dem ist nicht so. Je mehr man Erfahrungen in Google+ sammelt, desto stärker wird einem bewusst wie sehr es sich von Facebook sogar unterscheidet.

Der soziale Unterschied zwischen Facebook und Google+

Google+ hat (momentan noch) den Anschein soziales Auffangbecken für Nerds, Techies und all die Menschen zu sein, die eigentlich kein echtes soziales Leben haben. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest gerne mal, wenn man Kommentare zum Google-Netzwerk liest. Da möchte man fast schon meinen, dass die Google+-Mitglieder all diejenigen sind, denen persönlich von Mark Zuckerberg der Einlass zu Facebook verwehrt wurde.

Die neuesten Zahlen von Google+ (hier werde ich in dieser Woche noch einen Artikel dazu schreiben) beweisen allerdings, dass es lange nicht so viele Nerds und Techies sind, die Google+ nutzen. Außer man geht davon aus, dass es über 90 Millionen Nerds gibt.

Nein, Google+ kann durchaus als großer Erfolg gewertet werden. Und es könnte ganz einfach daran liegen, dass der Facebook-Klon, schlicht unterschätzt wird, weil es in Wirklichkeit gar keiner ist. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Facebook und Google+, nämlich den der sozialen Nutzung.

Facebook ist vor allem dafür verantwortlich Menschen zu finden, die man bereits kennt und vielleicht aus den Augen verloren hat bzw. wiederfinden will - also Schulfreunde, Freunde, Bekannte, Kollegen und Verwandte. Dort frönt man dann den Bildern und Flatulenzen, sowohl der der Freunde, als auch natürlich der eigenen.

Google+ ist dagegen dafür da neue Menschen zu finden und kennenzulernen. Nein, damit meine ich nicht eine moderne Partnerbörse, getarnt im Mantel eines Netzwerks. Vielmehr verbinden sich dort Menschen mit den selben Interessen oder Ansichten.

Während es bei Facebook also eher um Beziehungen geht, liegt der Fokus von Google+ eher auf Interessen.

Der Unterschied der geposteten Inhalte von Facebook und Google+

Das oben Beschriebene wirkt sich natürlich auch in den Postings aus, die man in den jeweiligen Netzwerken hinterlässt. Während bei Facebook vor allem persönliche Inhalte geteilt werden, stehen beim Google-Pendant eher die Interessen im Vordergrund. Man tauscht Links, Videos und Dinge aus, die man spannend findet.

Fortgeschrittene können das noch verfeinern, indem sie ihre Circles sehr genau organisieren. Ihr wollt alle Android-Influencer in Deutschland haben, um nur das zu lesen, was sie zu sagen haben? Startet einen Circle und fangt an ihnen zu folgen. Ein Klick auf diesen Circle - und Ihr seht alles auf einen Blick und gut sortiert. Auf diese Weise könnt Ihr Euer soziales Interessen-Umfeld so organisieren, wie Eure Interessen gelagert sind.

Da man bei Google+ auch zielgerichtet nach Personen suchen kann, die Euren Interessen entspricht, entsteht bei der richtigen Organisation die perfekte Timeline: Informationen von Menschen, die ähnliche Interessen haben.

Was hat Google+ an zusätzlichen Features gegenüber Facebook

Dieser Artikel soll nicht für, und damit gegen das Andere sein. Ich glaube zwar, dass wir Menschen nur ein gewisses Zeitbudget pro Tag zur Verfügung haben, und man alleine aus diesem Grund nicht in beliebig vielen sozialen Netzwerken vertreten sein kann. Ich zähle hier vielmehr Features auf, die man vielleicht noch nicht kennt, sollte man Google+ noch nicht ausprobiert haben.

Wichtige Features sind die sogenannten Hangouts. Dabei handelt es sich um eine Art Video-Live-Chat, das man zu einem bestimmten Post starten kann. Auch wenn ich persönlich glaube, dass sich hier noch viele Menschen scheuen direkt vor die Kamera zu treten, um mit anderen Menschen, die man vielleicht nicht kennt, zu sprechen, so glaube ich, dass das in Zukunft eine hervorragende Möglichkeit ist auch Social Media Marketing zu betreiben. Ich habe ein neues Produkt? Warum nicht allen Leuten direkt vor der Kamera das Ganze präsentieren und so ein Stückchen näher dran sein am Kunden. 

Die YouTube-Integration bei Google+ ist vor allem für alle sehr hilfreich, die gerade bei Google+ "abhängen" und sich ein wenig die Zeit vertreiben wollen. Über den Button kann nach einem bestimmten Thema gesucht werden und es wird automatisch eine Playlist hierzu erstellt. Auch hier sieht man wieder sehr gut, dass vor allem das Interesse des Nutzers im Vordergrund steht.

Man kann erwarten, dass Google seine vielen Produkte sukzessive sinnvoll in das Netzwerk integrieren wird - immer mit dem Fokus darauf, dass Menschen andere Menschen mit den selben bzw. ähnlichen Interessen finden und sich austauschen können.

Wer gewinnt den Kampf?

Diese Frage stelle ich mir in dem oben beschriebenen Kontext nicht. Facebook und Google+ haben unterschiedliche Anwendungsbereiche. Und wahrscheinlich gibt es eine berechtigte Co-Existenz. Selbst dann, wenn man davon ausgehen kann, dass man nur begrenzt Zeit und Lust hat sich pro Tag auf solchen Webseiten zu bewegen. 

Ich bin auf der Suche nach einer verflossenen Liebe und will jetzt wissen wie sie lebt? Facebook gibt mir eine Antwort darauf. Möchte ich wissen wer sich noch alles für Android, Fussball oder Zauberei interessiert, um zu lesen was diese Menschen zu sagen haben bzw. um mich mit ihnen auszutauschen, gehe ich auf Google+.

Bleibt nur noch die Frage, wohin die Unternehmen sich zukünftig orientieren werden bzw. wohin das Geld fließt. Das aber ist ein anderes Thema...

 

55 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    03.02.2012 Link zum Kommentar

    @Jochen T.: Ich habe die Suche schon angesprochen. Die Sparks gehen aber sehr tief - und sind eigentlich auch mit dem Begriff "Suche" abgedeckt, oder? :-)

  • Wieder kein direktes Wort zu den Sparks.
    Diese Zusammensetzung von News zu einem Hobby sind wirklich klasse. Snowboard en und Rally sport, besser als jeder Blog oder Feed.

    Und keine Sparks in der G+ App

  • @ Arvid, schau Dir mal die o.a. Weblinks an, die sind nicht übel.

  • twitter ist immer noch am geilsten

  • Ich nutze, gezwungener maßen, momentan viel Facebook. Der Grund ist einfach, viele meiner Kollegen und Freunde halten über eine Facebook Gruppe Kontakt.
    Wenn wir auf G+ umsteigen würden, dann Bye Bye Facebook.

    Jedoch muss ich trotzdem erstmal mit G+ klarkommen (und verstehen^^)

  • Facebook nutze ich nur um auf Seiten mitzuschreiben die kein eigenes Board haben.

    Mit G+ werde ich mich dieser Tage mal beschäftigen.

  • Willkommen in der digitalen Welt. Ich wiederum finde es abartig jemandes Ego zu streicheln, so wie Zuckerberg es von allen Usern haben will.

    Ich bin Mutter und ich setze mich mit der Zukunft, in der wir bereits leben, auseinander.

    Meine Kinder wachsen in diese Medienlandschaft der sozialen Netzwerke hinein.

    Als Mutter habe ich das Bedürfnis, dass nicht alles an mir vorbeiläuft.

    Ich möchte mit meinen Kindern
    darüber sprechen können und gg falls auch darlegen können, warum ich im Teeniealter keinen Zugang dazu erlauben werde. Ist gerade grosses Thema bei uns. Meine Tochter ist 13, mein Sohn ist 11.

  • Ich finde es ja immer wieder lustig wie einige Facebook verabscheuen und Google+ in den Himmel loben. Dabei sind es beides Datensammler ohne Ende. Und irgendwann wird es bei Google+ auch private sachen zu lesen geben.

  • Ich mein auch nich speziell bei G+ sondern allgemein durch Adsense. Und wie gesagt, wenn Google später meine bei G+ angegebenen Interessen usw. bei der normalen Google-Suche berücksichtigt bzw. mit einbezieht, dann wirds richtig lustig.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    01.02.2012 Link zum Kommentar

    @henne: Auf G+ gibt es keine Werbung. Und ich denke auch nicht, dass Google das beabsichtigt...

  • vielleicht solltet ihr die Diskussion direkt auf g+ führen, dann könnte man sich gegenseitig auch "eincirclen".
    Selbst nutze ich beides, und muss Fabien rechtgeben, fb mehr für privates und g+ mehr für die interessanteren Dinge. wobei man ja auch AP und anderen auf fb folgen könnte. da meine persönlichen Interessen weit gefächert sind, reicht mir fb alleine nicht und anders rum g+ alleine auch nicht.

  • Doch doch, schizo paßt schon ;) Aber egal wie, bei FB kann ich auch einstellen wer was wie wo wann sehen darf und wer nich, auch mit neu eingestelltem Material.
    Und wieso soll FB die Daten anders benutzen als G+? FB blendet personalisierte Werbung ein, Google macht es durch ihr Werbetool genauso... so what?

  • Moment mal.

    Facebook nutzt ja wohl die Daten anders wie Google, sie greifen sie anders ab.
    ich besitze ein androidhandy! einen Tod muss und will ich sterben!

    ich kann in G+ leichter meine Privatsphäre kontrollieren als in Facebook. ich poste nichts persönliches und stelle keine privaten Bilder ein. sondern tausche mich in Interessen aus. ich kann jederzeit schon beim erstellen zuordnen wie das sichtbar sein soll!!!

    die Einstellungen bei fb sind mir zu undurchsichtig.
    und die timeline hat der Abneigung die Krone aufgesetzt.

    und übrigens. es wäre dann nicht schizo sondern paranoid.

  • @Susie: Find ich schon ein wenig schizophren: Facebook wird wegen seiner Sammelwut von dir verteufelt und am besten gleich der Tot gewünscht, auf der anderen Seite wird ohne Skrupel G+ verwendet.
    Wenn man dann noch berücksichtigt, dass zukünftig G+ in die Google-Suche integriert werden soll und dir persönliche Ergebnisse durch die Analyse deines G+ Accounts angezeigt werden, na viel Spaß, da ist die FB Sammelwut nix dagegen... Aber immer schön pro Google :)

    PS: Hat zwar nix mit dem Thema zu tun, aber wie wär es mal mit einem Blog darüber, dass Samsung gerade auf Platz 3 der skrupelosesten Unternehmen Weltweit gewählt wurde? :)

    Grüße

  • http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/434924

    Debatte wird heute um 15:15 Uhr auf Phoenix wiederholt!!!

  • und hier nochmal der Link von Markus B. weiter oben:

    http://googleplusinside.de/category/infografiken/

  • Ich habe gestern die G+ App neu installiert und da musste ich einen Hinweis bestätigen, der Nutzung ab 18 Jahren zuzustimmen!

  •   12

    Ein schöner G+ Guide, allerdings Fotografie bezogen
    http://www.colbybrownphotography.com/blog/google-the-survival-guide-for-a-photographers-paradise/

    Allgemein ist Fotografie bzw Kunst eines der größten Themen bei G+ derzeit. Ich würde gar meinen dass es noch eine größere Rolle spielt als die ganzen Tech Themen.

    @Susie Mittlerweise ist es ab 13 Jahren, wobei Minderjährige eine leicht angepasste Version erhalten die sie insbesondere bei Hangouts vor älteren Schützen soll

  • @Susie, hast du dafür auch Quellen zum nachlesen?

    Eine Reportage bei SpiegelTV hat mir eig schon gereicht sich von Fb zu trennen. Selbst angeblich gelöschte Daten waren noch vorhanden und es waren Daten ohne persönliches zutun vermerkt :/

  •   15

    Letztendlich versucht Google, die täglichen Informationen auf Google+ zusammenzufassen und damit eigene Recherche auf anderen Seiten obsolet zu machen. Dessen muss man sich bei der Nutzung bewusst sein!

    Sehr gut, dass die Unterschiede angesprochen wurden. Für mich sind die beiden Netzwerke auch nicht vergleichbar!

Zeige alle Kommentare
1 mal geteilt

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!