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Ultraschall im Galaxy S10: Nicht jedermanns Sensor
Samsung Galaxy S10+ Hardware Kommentar 4 Min Lesezeit 35 Kommentare

Ultraschall im Galaxy S10: Nicht jedermanns Sensor

Während des Release-Events Samsungs neuer Galaxy-S10-Familie konzentrierten sich die meisten Medien auf den exorbitanten Preis des klappbaren Smartphones Galaxy Fold von 2.000 Euro. Oder sie diskutierten, ob das Kamera-Loch gegenüber der bei Konkurrenten oft verwendeten Notch die bessere Lösung für die Selfie-Cam ist. Mein Interesse gilt stattdessen dem neuen auf Ultraschall basierenden Fingerabdrucksensor in Samsung Galaxy S10 und S10+. Das auf Qualcomm-Technologie basierende System sollte meiner Meinung nach auf deutlich mehr Geräten verwendet werden. Doch selbst Samsung verzichtet darauf offenbar in seinem Galaxy Fold. Es bedarf einer (Liebes-)Erklärung.

Sowohl das Samsung Galaxy S10 als auch das S10+ verfügen über einen Fingerabdrucksensor hinter dem Glas des Displays. Das Besondere gegenüber bisherigen Konkurrenzlösungen: Er arbeitet mit Ultraschall und nicht optisch. Der von Qualcomm entwickelte Sensor verwendet Schallwellen statt Licht.

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Samsung verbaut als erster den Ultraschall-Sensor hinter dem Display. / © AndroidPIT

So funktioniert der neue Ultraschallsensor

Die Funktionsweise des neuen Ultraschallfingerabdrucksensors unterscheidet sich deutlich vom optischen Fingerabdrucksensor. Die neue Technologie sendet eine Schallwelle, die sich auflöst, wenn sie auf den Finger trifft. Seine Software erstellt anhand der Länge dieser Wellen ein 3D-Bild Eures Fingers. Die 3D-Karte verbleibe im Chip. Das Betriebssystem erfährt vom Scanner lediglich, ob der gescannte mit dem gespeicherten Fingerabdruck übereinstimmt. Soweit so alt. Das Besondere der Schallwellen ist, dass sie auch unter die Haut vordringen und mehr Details lesen als ein optischer Fingerabdruckscanner, der mit einer LED nur ein 2D-Bild des Fingerabdrucks erfasst.

Sicherheit an erster Stelle …

Der neue Fingerabdrucksensor ist FIDO-Alliance-zertifiziert. Dies zeigt, dass Samsung ernsthaft an der Authentifizierungstechnologie der nächsten Generation interessiert ist. Der neuartige Sensor soll uns dank seiner dreidimensionalen Fingerabdruckerfassung mehr Sicherheit bieten. Laut Qualcomm werde sogar erkannt, ob Blut durch die Kapillare des gescannten Fingers fließt. Das erschwert bisher oft mögliche Täuschungsversuche mit ausgedruckten Fingerabdrücken.

Samsungs neuer Sensor sei auch der physische Speicherort für all Eure digitalen Schlüssel. Diese kommen vor allem in Blockchain-Diensten zum Einsatz; dazu zählen unter anderem Kryptowährungen. Samsung geht also in Sachen Sicherheit All-in mit diesem Produkt. Umso interessanter, dass der Hersteller dieses Thema auf seinem Unpacked-Event nur ganz leise am Rande erwähnt hat.

… mit einem kleinen Nachteil

Samsungs neuer Stolz hat einen Preis. Der neue Ultraschall-Fingerabdrucksensor des Galaxy S10 und S10+ ist mit Schutzfolien von Drittanbietern meistens nicht nutzbar.

"Um die volle Funktionalität des Ultraschallfingerabdrucksensors im Galaxy S10 und Galaxy S10+ zu gewährleisten, empfiehlt Samsung unseren Anbietern und Handelspartnern dringend, nur Displayschutzfolien von Samsung als Zubehör anzubieten. Wir können die Erfahrungen mit Displayschutzfolien aus traditionellen Glas- und Polyurethanmaterialien nicht garantieren."

Selbst wenn die Folie also in direktem Kontakt mit dem Display steht, erzeugt der verwendete Klebstoff oft einen zu großen Abstand für den Scanner. Einige Hersteller haben das Problem umschifft, indem sie ein Loch im Bereich des Sensors stanzen.

s10 hole
Diese Art von S10-Schutzfolie tut in den Augen weh. / © Mobile Fun

Das Problem lässt sich nur mit Geld wirklich lösen. In bester Apple-Manier verweist Samsung also auf seine eigenen Zubehör-Shops beziehungsweise auf Samsung Mobile Accessory Partnership Program (SMAPP)-zertifizierte Drittanbieter. Deren Schutzfolien sollen mit dem Fingerabdruckscanner des Galaxy S10 beziehungsweise des S10+ kompatibel sein.

Beste Technologie nicht fürs beste Gerät

Doch nicht alle neuen Samsung-Modelle bekommen den neuartigen Sensor. Dass das preiswertere Modell Samsung Galaxy S10e lediglich den guten alten kapazitiven Sensor bekommt, dürfte niemanden schockieren. Ein niedrigerer Preis bedeutet zwangsläufig Kompromisse.

Dass allerdings auch Samsungs 2.000-Euro-Modell und erste Falt-Smartphone Galaxy Fold auf den ach so tollen Ultraschall-Sensor mit Blockchain-Integration verzichtet, und nur den kapazitiven Sensor des Galaxy S10e verwendet, vermag dann doch negativ zu überraschen.

galaxy fold hands on bicubic
Das Galaxy Fold hat keinen Fingerabdruckscanner unter dem Bildschirm. / © Samsung

Jetzt könnte man zurecht monieren, dass Samsung dem teuersten Gerät nicht alle verfügbaren Technologien spendiert. Doch ein möglicher Grund könnte ein ganz einfacher sein: Eventuell war es technisch nicht möglich, zwei dieser Sensoren – einen im äußeren und eine im inneren Display – zu verbauen. Denn, wie oben erwähnt, verfügt jeder der Sensor-Chips über einen vom Rest des Systems entkoppelten Speicherbereich, was die parallele Verwendung zweier solcher Chips kompliziert bis unmöglich gestaltet.

Samsung hat also meines Erachtens gut daran getan, stattdessen den kapazitiven Sensor zu verwenden, der dank seiner Platzierung im Rahmen sowohl im aufgeklappten als auch im geschlossenen Galaxy Fold erreichbar ist. Oder was denkt Ihr? Hinterlasst gerne einen Kommentar mit Euren eindrücken, Ideen und Lösungsansätzen.

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 1 Monat

    "Doch nur Samsung kann ihn unsichtbar hinter dem Display verbergen."
    Es sei denn es scheint viel Licht aufs Display - dann sieht man ihn ziemlich deutlich. Dürfte im Sommer sehr lustig werden ^^

    Die Erklärung, wie er funktioniert, hinkt aber irgendwie? Wenn sich die Schallwellen am Finger "auflösen", wie soll der Sensor und die Software dann bitte auch nur irgendetwas berechnen können? ^^ Dafür müssen die Wellen reflektiert und nicht aufgelöst werden.

    Und "all in" geht Samsung in Sachen Sicherheit mMn auch nicht. Sonst gäbe es nicht die Gesichtserkennung, die anscheinend sogar noch unsicherer ist, als beim S8 und S9...

    Generell finde ich, dass der Fingerscanner beim S10 eine Art Hit or Miss ist. Manche finden ihn super toll, andere (und mittlerweile gar nicht mal wenige) hingehen finden ihn extrem schlecht. Und wenn eine Entsperrmethode nur in 2/5 Versuchen funktioniert, ist das einfach nicht in Ordnung. Nicht für die verlangten Preise. Gerade bei einem Feature, welches man täglich gut und gern 100 mal nutzt. Das MUSS funktionieren - immer.

    Und auch das nur ein paar wenige Schutzfolien mit dem Scanner funktionieren, hinterlässt bei mir ein wenig den Eindruck, dass das ein Schnellschuss war und die Technik noch überhaupt nicht final oder gar zu Ende gedacht ist...

  • Gianluca Di Maggio vor 1 Monat

    "Gerade bei einem Feature, welches man täglich gut und gern 100 mal nutzt. Das MUSS funktionieren - immer."

    Genau das ist das Problem. Man will fortschrittlich sein aber wenn das alles nicht gut funktioniert, was bringt das dem Kunden dann? Nix als Ärger und noch höhere Preise.

35 Kommentare

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  • Ich finde es ja super, dass die Technik der Fingerabdrucksensoren immer besser wird und sogar feststellen kann, ob es ein echter Finger ist. Aber warum muss der Sensor denn mit Gewalt ins Display? Ich persönlich finde, dass das mehr Probleme als Vorteile bringt.
    Gut und schön, wenn der Sensor auf der Front sein soll. Aber ich persönlich habe ihn lieber gut sicht- und fühlbar hinten, da gibt es dann auch kein Problem mit Folien.

    Ich hoffe jedenfalls sehr das der Sensor hinten, wahlweise erhalten bleibt.


  • Ursprünglich hatte ich mit der Displayfolie das Probelm, dass der Fingerprinter nicht funktionierte.

    Ich hatte meinen Finger mit der von Samsung ab Werk installierten Schutzfolie gescannt

    Die Lösung war, den Finger erst nach der Installation der Displayfolie zu erstellen. Seitdem funktioniert der Scanner extrem zuverlässig.


  • Also, der Fingerabdrucksensor funktioniert nach dem Update welches direkt am 7.3 rauskam sehr gut..... und im Grunde genommen auch 100%. Man muss ihn halt treffen..... bedeutet wenn das Display nicht an ist und es auf dem Tisch liegt sieht man ihn nicht. Man kann jetzt entweder ein Tipp aufs Display machen oder ihn eben aus der Gewohnheit heraus finden. Dabei kann es dann zu Fehleingaben kommen, wenn man ihn nicht trifft. Unterm Strich ist der Sensor sehr gut. Noch etwas besser funktioniert er wenn man ein und denselben Finger mehrfach scannt damit er auch links rechts oben unten eine größere Breite abdeckt. Sehen tut man den Fingerabdrucksensor nicht auch nicht bei direkter Sonneneinstrahlung oder sonstwo. Samsung liefert direkt eine Folie mit die schon auf dem Display ist bisher hatte ich noch nie so eine gute Folie sie ist extrem kratzresistent und fühlt sich fast an wie Glas.


  • Ultraschallsensor? Neben SAR-Werten und Bluetoothstrahlen sowie WLAN-Strahlung kommt jetzt noch die Gefahr von Ultraschallverstrahlung. Warum nicht gleich noch einen radioaktiven Akku einsetzen? Sorgt für längere Akkulaufzeit aber die radioaktive Strahlung fällt dann auch nicht so auf wegen den anderen Strahlungen.


    • Schon klar...
      Vielleicht sollte man sich langsam mal um den Abschuss von Fledermäusen beühen, die erzeugen ja auch jede Menge Ultraschall. Lebensgefährlich so was...


    • Ultraschall besteht - wie der Name schon sagt - aus Schallwellen. Am besten erstmal informieren oder einfach nachdenken, bevor man wegen des furchteinflößenden Wortes "Strahlung" Panik bekommt.


    • Du weißt aber schon, dass Ultraschall nicht anderes ist als Töne. Nur eben in Frequenzen, die wir nicht hören können.
      Was aber die Frage aufwirft können Hunde/Katzen es hören?


      • Kommt drauf an, welche Frequenzen man beim Sensor verwendet.
        An sich bezeichnet man als "Ultraschall" die Frequenzen ab 20.000Hz - ab spätestens da hört man die Töne als Mensch nicht mehr. Hunde hingegen nehmen Frequenzen bis ungefähr 50.000 Hz wahr. Sollte Samsung eine Frequenz unter 50KHz nutzen, dann müssten Hunde das (unter Umständen) hören können ^^

        Und nach kurzem Googeln weiß ich jetzt auch, dass Katzen Frequenzen von etwa 60 bis 65.000 Hz hören, also auch Ultraschall ^^


      • Das kann aber ernsthaft ein Problem werden, wenn die Lautstärke so hoch ist, dass sie bspw. Fledermäuse stören oder erschrecken könnte, man denke an Wale und Delphine, deren Orientierung durch den Lärm von Schiffen gestört wird.
        Homo sapiens treibt genug Schindluder mit dem Planeten, da brauchen wir nicht auch noch eine Kakophonie an Handy-Ultraschallsensoren.


      • Um Wildtiere zu stören wird es sicher nicht laut genug sein. Die kommen (zumindest dem Smartphone-Sensor) sicher nicht nah genug, um Probleme zu haben. Aber unsere Haustiere könnte es schon belasten, vor allem wenn der Sensor dauerhaft aktiv sein sollte.


      • @Ohlib R
        Das ist mit Sicherheit kein Problem... die Lautstärke des Scanners ist hundertprozentig nicht sonderlich hoch, schließlich würde das auch zu einem deutlich höheren Verbrauch führen.
        Die Wellen müssen nur wenige Millimeter weit reichen, da braucht es keine super starken und lauten Frequenzen ^^
        Selbst Haustiere werden das denke ich nur auf wenige Zentimeter entfernt hören können.
        Ist wie mit normalen Tönen - die hört man ja auch nicht auf jede Entfernung gleich, sondern werden immer leiser, je weiter man weg ist ^^


  • Erstens, auch wenn es bereits Rene Adam erwähnt hat, das Honor 10 hat seinen Sensor vorn. Bitte überprüfen, bevor Ihr so etwas schreibt.
    Zweitens taugt der Sensor nichts, zumindest beim Honor 10. Wenn´s beim S10 besser (schneller) läuft, dann ist es aber okay.
    Drittens, und meiner Meinung nach echt schwerwiegend: Warum soll der Sensor bitte auf die Vorderseite? Es gibt ständig Probleme mit der Hometaste, die ja zwangsläufig in der Nähe des Sensors liegt, so dass man, statt sich zum Banking anzumelden, den Google Assistant aktiviert. Der Sensor gehört auf dei Rückseite, am besten in eine Einbuchtung, so war es bei meinem Huawei P9, das hat schon vor drei Jahren super funktioniert und war schnell.
    Face Unlock ist übrigens auch Käse, wenn man wie ich in einer mäßig beleuchteten Halle sein Handy aktivieren möchte und das Gerät dank Deiner Schutzbrille nichts macht. Da wäre der alte Fingerabdrucksensor auf der Rückseite Gold.

    Sarah


    • Man löst ja keinen Google assistant oder ähnliches aus..... passiert halt einfach nicht. Fingerabdrucksensor vorne finde ich deutlich komfortabler. Als Beispiel: Bei mir hängt das handy vorne im Auto ....wenn der Abdruck Sensor hinten ist muss man sich jedes Mal die Arme verrenken. Wenn das Gerät auf dem Tisch liegt ist es dasselbe Spiel es gibt eigentlich kaum eine Situation wo ich in hinten besser Finden würde.

      Tim


  • Ich gebe lieber eine PIN ein. Das funktioniert fehlerfrei, und das Display bleibt dank Eingabestift sauber.


  • Rückseitig angebrachte Sensor des Honor 10??????? Ich glaub mich laust ein Affe😂 Hat dieser AP Redakteur jemals ein Honor 10 gesehen, ich glaube nicht😂🤣🤣

    Woeba


  • Fingerscan im Display ist schon was feines und schafft Platz für andere Dinge. Aber mit dem Loch für die Kamera ging Samsung doch zu weit ins negative.


    • Für was schafft er denn Platz? Die Hardware unter dem Displays ist ja immer noch vorhanden ^^
      Man hat unterm Strich einfach nur die Position geändert und bei vielen dadurch unbrauchbar gemacht

      H G

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