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2 Min Lesezeit 7 Kommentare

Übernahme: Broadcom kämpft um Qualcomm

Es bahnt sich ein Mega-Deal in der Branche der Chip-Hersteller an. Broadcom, sattsam bekannt vor allem für seine WLAN- und Bluetooth-Chips, schickt sich an, den Snapdragon-Hersteller Qualcomm zu übernehmen. Doch es gibt Gegenwind.

Das Übernahmeangebot soll höher sein als alles, was bisher in der Chip-Branche gezahlt wurde. Über 100 Milliarden Dollar bietet Broadcom für die Übernahme von Qualcomm. Es sollen 70 Dollar pro Aktie gezahlt werden. Die Börse reagiert positiv auf die Gerüchte, sowohl der Kurs von Broadcom (plus 5,5 Prozent) als auch der von Qualcomm (plus 13 Prozent) springen angesichts der Berichte nach oben.

Qualcomm wehrt sich unterdessen gegen das Angebot und sieht sich mit einem Preis von 100 Milliarden Dollar deutlich zu tief bewertet. Deshalb wird der Aufsichtsrat seinen Anteilsbesitzern wohl empfehlen, das Kaufangebot nicht anzunehmen, auch wegen möglicher Schwierigkeiten mit den Kartellbehörden. Eine offizielle Stellungnahme gibt es unterdessen noch nicht.

qualcomm snapdragon
Das Objekt der Begierde: Qualcomms Snapdragon-Chipsatz. / © Qualcomm

Einer übernimmt den anderen und wird selbst gekauft

Kurios: Qualcomm ist gerade selbst damit beschäftigt, einen anderen Chip-Hersteller aufzukaufen, nämlich NXP Semiconductors. Broadcom unterdessen hat gerade erst die Firma Brocade für 5,5 Milliarden Dollar übernommen – und wurde im vergangenen Jahr selbst vom Unternehmen Avago gekauft, das dafür 37 Milliarden Dollar zahlte. Nach dem Avago-Deal wurde das gesamte Unternehmen, das nun seinen Sitz in Singapur hat, in Broadcom umbenannt.

Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, und der Firmensitz in Singapur würde eine spezielle Genehmigung für eine Übernahme des US-Unternehmens Qualcomm durch die dortigen Behörden erfordern. Zusammen mit NXP wäre das entstehende Konglomerat der drittgrößte Chip-Hersteller der Welt und würde vor allem den Mobile-Bereich deutlich dominieren.

Quelle: Bloomberg, heise

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7 Kommentare

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  • Broadcom könnte wie Intel im Mobilbereich sein!? hmm. Ich hoffe, dass es nicht auch wie bei Intel jedes Jahr +5 Leistung und + 20 höherer Preis?


  • Echt heftig... Wusste bisher nicht, dass Broadcom so riesige Reserven hat und einfach mal bissel Shoppen geht 😂💶

    Hab bisher eher erwartet das Intel sich in den ARM Bereich einkauft als zusätzliches Standbein...

    Den einen i7 oder i9 in nem Smartphone werden wir nicht in den nächsten Jahrzehnten sehen 📱

    Ich finde nämlich den ARM Fortschritt echt gewaltig im Vergleich zur X86 Architektur!


    • Die übernehmende Firma muss in der Regel gar nicht über riesige Barreserven verfügen. Sie kann sich das Geld zunächst leihen, und es sich dann über neue Aktien am Kapitalmarkt wieder holen. Durch die Übernahme ist schließlich der Wert der übernehmenden Firma gestiegen, was man auf die Zahl der umlaufenden Aktien abbilden kann.
      Ebenfalls beliebt ist, sich den Kaufpreis zu leihen, und die Schulden auf die übernommene Firma, die dann zunächst als eigenständige Tochter agiert, zu "übertragen". Die übernommene Firma hat dann ihre eigene Übernahme quasi selber bezahlt, und sich dabei oft hoffnungslos überschuldet. Dass sie dadurch oft gezwungen ist, Personal abzubauen, ihre Verwaltung mit der übernehmenden Firma zusammenzulegen usw. kommt der ganz gelegen. Schließlich will man ja auch "Synergieeffekte" erzielen, also die Summenkosten der fusionierten Firmen senken.


  •   28
    Gelöschter Account vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Mal ne ganz blöde Frage:
    Wie muss ich mir so einen "Deal" eigentlich vorstellen? Hocken da irgendwo ne handvoll CEOs die sich so Mr. Burns mäßig die Hände reiben und fett Kohle einstreichen? Bei WhatsApp damals konnte ich mir das noch irgendwie vorstellen aber bei so nem riesen Unternehmen wie Qualcomm wird das für mich irgendwie undurchsichtig.


    • Das wird eher über große Rechtsanwaltskanzleien laufen. Die bekommen die Aufträge einen Deal einzufädeln aus der strategischen Führungsriege des Unternehmens.


  • Man spart wo man kann. Am meisten an Steuern...(siehe aktuelle Enthüllungen)

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