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Überflieger: Das sind die Millionen-Dollar-Apps

Es ist nicht nur der Traum jedes Entwicklers, DIE App zu programmieren, die ein sorgenfreies Leben garantiert, die auf einen Schlag reich macht. Einigen ist der große Wurf tatsächlich gelungen. Wir zeigen ihre Apps und die Geschichte dahinter.

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© 401(K) 2013/flickr

Supercell und Clash of Clans: Erfolgreiche Monetarisierung

Clash of Clans ist eines der zur Zeit beliebtesten Strategie- und Aufbauspiele in Echtzeit (zum Test). Die Entwickler der Spielefirma Supercell haben es geschafft. Vor rund einem Monat zahlte der japanische Multimilliardär Masayoshi Son des Softbank-Konzerns 1,5 Milliarden US-Dollar für 51 Prozent der Anteile an Supercell. Der Wert der Spieleschmiede mit rund 130 Mitarbeitern wurde dabei mit vier Millliarden Dollar beziffert. Zum Vergleich: Für jeweils “nur” 1,1 Milliarden US-Dollar gingen die Blog-Plattform tumblr an den Internetriesen Yahoo und die Navigations-App Waze an Google.

Supercell mag zwar nur zwei Spiele haben, spricht aber mit seinem kostenlosen Angebot unterschiedliche Nutzer an: Die Farm-Simulation Hay Day ist für Gelegenheitsspieler gedacht, während Clash of Clans auf Hardcore-Gamer ausgerichtet ist. Wer das strategische Aufbauspiel rund um kriegerische Stämme nicht täglich spielt, verliert schnell den Anschluss.

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Erfolgreich und beliebt: Das aufbau-Strategiespiel Clash of Clans. / © Supercell

Laut eigenen Aussagen generieren beide Spiele über In-App-Käufe von virtuellen Gütern zusammen 2,5 Millionen US-Dollar pro Tag. Hochgerechnet sind das 650 Millionen Umsatz, von denen einiges an Gewinn hängenbleiben dürfte. Zusätzlich hat Supercell mit Clash of Clans gerade erst begonnen, den Markt für Android zu erschließen, Erfolg und Wachstum für die Zukunft sind gesichert. Das klingt ganz und gar nicht mehr nach Startup, das klingt nach Big Player.

Summly und Yahoo: Mit 17 Jahren zum Millionär

Wer früh anfängt, wird auch früh reich. Im Fall des britischen Schülers Nick D’Aloiso traf das zu. Als Yahoo 1994 gegründet wurde, war er noch nicht aus den Windeln, er war noch gar nicht geboren. Der Internet-Konzern verhalf ihm aber zu frühem Reichtum: Im März zahlte Yahoo eine Millionensumme für seine passend betitelte App Summly.

Nick D’Aloiso programmierte einen Algorithmus, der lange Artikel und Texte adäquat zusammenfassen kann, um sie für Smartphone-Nutzer und Leute mir kurzer Aufmerksamkeitsspanne ansprechend aufzubereiten.

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Summly fasst Artikel und Blogbeiträge zusammen. / © Summly

Bereits im Alter von fünfzehn Jahren gelang es ihm, Risikokapital in Forms eines Fonds für die Umsetzung zu sichern. Zu den Investoren gehörten der Milliardär Li Ka-shing aus Hong Kong, Wendi Murdoch (Ex-Frau des Medien-Moguls Rupert Murdoch), der Schauspieler Ashton Kutcher und die Künstlerin und Sängerin Yoko Ono.

Den genauen Kaufpreis wollte der frischgebackene Millionär nicht nennen, er wird aber auf 30 Millionen US-Dollar geschätzt. Nick D’Aloiso kann also mit siebzehn Jahren in Frührente gehen, noch ehe er Volljährigkeit und Schulabschluss erreicht hat - wenn das kein Erfolg ist.


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Mailbox und Dropbox: Mails für Millionen

Der Entwickler Gentry Underwood wollte nur die gute alte E-Mail ins Smartphone-Zeitalter holen. Seine App Mailbox stellt das Mail-Konzept auf den Kopf und die leichte Organisation des Postfachs in den Vordergrund. Die simple Idee erfordert technisch anspruchsvolle Umsetzung: Mailbox verlagert die Mail-Dienste aus der App in die Cloud. Neue Nachrichten werden nicht auf dem Smartphone vom Server abgerufen, sondern online, wo sie für das Gerät des Empfängers passend umformatiert und schließlich als Push-Benachrichtigung verschickt werden. Zusätzlich bietet die App eine übersichtliche Oberfläche, bei der Nachricht und Postfach gleichzeitig sichtbar sind. Über Gestensteuerung ist es unkompliziert, E-Mails zu beantworten, zu archivieren oder zu löschen.

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Mailbox verlagert die E-Mail-Dienste in die Cloud und räumt das Postfach auf. / © Mailbox

Nur gut einen Monat nach der Veröffentlichung wurde Mailbox im März dieses Jahres von Dropbox gekauft, für die mehr als stattliche Summe von 100 Millionen US-Dollar. Auch wenn die beiden Dienste außer der Box im Namen zunächst nichts gemeinsam haben: Als Anbieter von Speicherplatz in der Cloud beschäftigt sich Dropbox auch mit dem möglichst unkomplizierten Verschicken großer Dateien, eine innovative E-Mail-App zur Vereinfachung passt also gut ins Angebot. Gentry Underwood freut sich bestimt: Die dreistellige Millionensumme wird sein Leben mit Sicherheit einfacher gestalten.


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Instagram und Facebook: Die Milliarden-Dollar-App

Eine Woche nachdem Instagram im April 2012 auf Android startete, verkündete Facebook-CEO Mark Zuckerberg die Übernahme durch das soziale Netzwerk. Der Kaufpreis: Eine Milliarde US-Dollar. Ein gigantischer Betrag für ein dreizehnköpfiges Startup mit einer einzigen App, keinem Geschäftsmodell und null Cent Umsatz.

Instagram ist Kamera-App und soziales Netzwerk zum Teilen von Bildern (und inzwischen auch Videos) in einem. Schnappschüsse können mit effektvollen Filtern in wenigen Schritten aufgehübscht und dann aus der Anwendung heraus geteilt werden, auf Wunsch auch auf anderen Netzwerken. Mit einem Tap kann man seinen Gefallen eines Fotos bekunden.

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Instagram: Kamera-App, Foto-Filter und soziales Netzwerk zusammen. / © AndroidPIT

Dank des Prinzips “Gefällt mir” ist Facebook die Plattform schlechthin zum Teilen und Liken, der eigenen Smartphone-App fehlte aber der Coolness-Faktor von Instagram. Analysten waren der Meinung, Facebook schluckte Instagram, um an auf dem mobilen Markt zu gewinnen, oder einem Kauf durch Google zuvorzukommen. Das Produkt Instagram als Vorzeigemodell einer erfolgreichen mobilen Social-App passte perfekt ins Facebook-Portfolio. Zieht man den Anstieg der Nutzerzahlen nach der Bekanntgabe der Übernahme bis zum endgültigen Abschluss hinzu, so zahlte Facebook im Endeffekt weniger als 20 US-Dollar pro Nutzer, ein Spottpreis gegenüber dem, was Konzerne heute bereit lockerzumachen. Der Kauf bekräftigte viele andere Startups, sich auf eine exponentiell wachsende Nutzerbasis zu konzentrieren, bevor man sich überhaupt mit einem Geschäftsmodell auseinandersetzt. Eine Milliarde sind für Facebook Peanuts, und mal eben vom weltgrößten sozialen Netzwerk mit Cash überhäuft zu werden ist der Traum vieler Entwickler.

Snapchat: Vier Millarden, Nein Danke

Die Messenger-App Snapchat ist ein Phänomen, das nicht jeder versteht. Auf noch weniger Verständnis stieß die Entscheidung von CEO Evan Spiegel, gleich zwei Angebote hintereinander auszuschlagen. Vergangenen Mittwoch bot Facebook drei Milliarden US-Dollar für Snapchat, am Freitag legte Google nochmal drauf, aber auch vier Milliarden scheinen dem 23-Jährigen Evan Spiegel nicht genug zu sein.

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Vier Milliarden Dollar? Nein, Danke! Snapchats CEO Evan Spiegel will mehr. / © AP Photo/Jae C. Hong

Ohne Umsatz versucht Snapchat, sich in einem umkämpften Markt zu behaupten. Messenger-Apps sind beliebt und leben von der Anzahl der aktiven Nutzer. Snapchat erlaubt es, Bilder oder Videos mit einer zeitlichen Begrenzung zu verschicken. Nach einer eingestellten Dauer verschwinden die sogenannten Snaps wieder vom Smartphone des Empfängers. 80 Prozent der Anwender kommen aus den USA und sind hauptsächlich zwischen dreizehn und dreiundzwanzig Jahre alt, mit einer wachsenden Zahl an Nutzern über vierzig Jahren. Im Frühjahr dieses Jahres bezifferte Snapchat die Zahl der aktiven täglichen Nutzer auf 5 Millionen. (Zum Vergleich: WhatsApp hat nach eigenen Angaben 350 Millionen Nutzer pro Monat).

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In den USA beliebte Messenger-App zum Verschicken von Fotos: Snapchat. / © Snapchat, Inc.

Analysten schätzten den Wert von Snapchat im Juli dieses Jahres auf 860 Millionen US-Dollar. Derzeit werden 350 Millionen Snaps pro Tag über die Plattform geteilt. Damit ist die App kurz davor, Facebook zu überholen. Evan Spiegel setzt auf weiteres Wachstum und will nächstes Jahr erneut Angebote einholen. Ob er dann zweistellige Milliardenbeträge geboten bekommt hängt ganz davon ab, ob Snapchat seine Präsenz weiter ausbauen kann. Mark Zuckerberg dient als Vorbild: Im Alter von 22 Jahren lehnte er ein Angebot von Yahoo über eine Milliarde US-Dollar für Facebook ab. Geschadet hat es ihm nicht, aber wird Evan Spiegel mit Snapchat dieses Bravourstück gelingen?

Quelle: GoogleWatchBlog

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30 Kommentare

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  • ich find es gut. neue apps müssen nicht immer von den big playern weggekauft werden.

  •   3

    Diese riesen Summen sind vorallem auch wichtig um die Goldgräberstimmung anzuheizen. Mich würde interessieren wie sich die inzwischen ca. 1.000.000 Apps so auf die folgenden Kategorien verteilen: Almosen: $0-$10, Taschengeld: $10-$100 Nettes Zubrot: $100-$1000, Kann man so von Leben: $1000-$5000, Ordentliches Monatseinkommen: $5000-$10.000, Gelddruckmaschien: >$10.000. Fände ich gut, wenn Ihr darüber mal einen Artikel machen würdet.

  • ...noch bessere Angebote?

    Kauf mal in deinen 60 Jahren zwischen 20 und 80 jedes Jahr einen neuen Ferrari für $ 200.000.- Die 12.000.000.- zieh dann ab von 3.000.000.000.- . Das Ergebnis weicht kaum von den 3 Mrd. ab...

    Um Geld wird's hier also vermutlich wirklich nicht gehen, denke ich.

  • Mir hätten die 4 Milliarden gereicht ;-)

  • alter der is so alt wie ich und könnte schon Milliardär sein.

  • Natuerlich muss ein guter Geschaeftsmann hier seine Optionen abwaegen.
    Verkaufen und den schnellen Reichtum erlangen, oder ein Lebenswerk aufbauen, dass vllt sogar noch wertvoller wird. (aber keine Sau braucht es wirklich)
    Diese ganzen Gummelapps die hier genannt werden sind allerdings meiner Meinung nach kein Lebenswerk.

    Wenn ich diesen Titel "clash of clans" schon lese, kann ich mir nicht mal vorstellen, dieses Spiel auf der Toilette zu spielen. Geschweige denn irgendwann anders. Ich habe nicht ein einziges Spiel auf meinem Smartphone. (nur k9 email, whatsapp - koennte auch sms schreiben, sind eh schon bezahlt, und betterbatterystats) In diesem Forum bewege ich mich lediglich um die Entwicklung der fuer mich interessanten Smartphones zu verfolgen. Aber auch nicht weil ich staendig das Neueste brauche.

    Da hab ich keine Zeit fuer. Mit Arbeit und echten Freizeitaktivitaeten, wie z.B. Sport und Natur bleibt da gar keine Zeit fuer sowas dummes.
    Auch nicht im Zug oder beim warten auf den Flieger oder im Starbucks!

    Mittagspause kann man auch mit so einem Eintrag hier verbringen :) Da muss man nicht mit anderen Clans clashen!

    • Weil Du K9 E-Mail nennst (welches ich auch nutze): Ich denke, E-Mail-Apps können in der Tat noch weiterentwickelt werden, da ist Mailbox schon ein Schritt in die richtige Richtung. Dank Entwicklungen wie Summly könnten wir auch bessere Feed-Reader bekommen. Um Gammel-Apps handelt es sich meiner Meinung nach nicht.
      Von den fünf genannten Beispielen ist nur eine App ein Spiel (andere Beispiele hätte es viele gegeben), die übrigen teilen sich in zwei Produktivitäts- und zwei Social-Apps.

  • 4 Milliarden? Scheiße, ja Mann! So sehr kann man an einer Idee nicht hängen, dass man dafür 4 Milliarden ausschlägt!

  • Haha, wenn man so liest: "4 Mrd. würden das Leben verderben, lieber nicht nehmen."
    Leute, es geht um Geld! Heutzutage kann man mit großem Herzen nichts erreichen, leider. Um etwas zu bewirken brauchst Du Macht, Macht = Geld. Wtf, das ist zu viel für deine Psyche? Dann geh mal nach Afrika und lass, dann wirst Du sehen, wie schlecht es dir geht...
    Fakt ist: ein gesunder Menschenverstand lässt sich auch von Geld nicht verderben.

  • OK, hatte mich nur gewundert, weil die Geschichte halt hier vorgestellt wurde.

  • Was ist denn mit Apps wie Summly und Mailbox? Im Play-Store sind die nicht zu finden, oder habe ich sie übersehen?

    • Summly und Mailbox gibt es leider noch nicht für Android. Abwarten, gerade im Fall von Mailbox denke ich, dass für Android noch nachgereicht wird. Viele gute Apps gab es zuerst nur für iOS, Instagram ist eine davon.

  • snapchat...hat bei mir kostenpflichtige Sms ins Ausland geschickt. Leider nicht nur einmal. Für mich eine fragwürdige App.

  • Habt ihr nicht bei diesem mailbox ne reportage gemacht?

  • das macht Snapchat noch sympathischer!

  • ich würde mich nicht kaufen lassen. Derart viel Geld kann einem das Leben auch verderben ;)

  • ich würde das geld nehmen, denn irgentwann wird jede app von einer besseren abgelöst oder die nutzer verlieren das interesse daran.

  • Die sollten lieber die 4 MILLIARDEN an die Armen der Ärmsten geben bzw. verteilen.
    God DAMN f* rich bas*rds.
    In diesem Sinne einen schönen Sonntag euch allen.

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