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5 Min Lesezeit 19 Kommentare

Übelkeit durch VR: Gründe und Lösungsansätze

Der virtuellen Realität gehört die Zukunft, aber bevor es so richtig durchstarten kann, muss noch ein Problem gelöst werden: Viele Anwender beklagen sich über auftretende Übelkeit. Wir möchten heute analysieren, warum manchen Menschen bei VR-Anwendungen schlecht wird und was man dagegen tun kann.

Dass wir einen solchen Artikel schreiben, mag vielleicht zunächst etwas überraschen, aber dieses Problem betrifft so viele Menschen, dass wir davon ausgehen, dass das Problem viele interessieren könnte. Die Übelkeit steht in einem Zusammenhang mit der Seekrankheit bzw. Reisekrankheit. Denn die Symptome sind einander sehr ähnlich, die Ursachen hingegen genau gegensätzlich. 

Warum entsteht die Übelkeit bei VR-Anwendungen?

Die Actio

Die Übelkeit, die bei der Nutzung von VR-Anwendungen entstehen kann, ähnelt stark der bekannten Reisekrankheit. Diese entstehen, weil vom Gleichgewichtsorgan im Ohr falsche bzw. missverständliche Informationen an das Gehirn geleitet werden. Schauen wir uns das Ganze im Detail an.

In unserem Körper gibt es mehrere Sensoren, die dem Gehirn Informationen zum Gleichgewicht und zu unseren Bewegungen im Raum geben. Spezialisiert darauf ist das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Daneben liefert uns aber auch das Auge und einige weitere Sensoren ergänzende Informationen. Bei der Reisekrankheit sagen die Augen, dass ich mich nicht bewege, andere Sensoren wie das Gleichgewichtsorgan wiederum geben widersprüchliche oder widersprechende Informationen. Oftmals liefern die Augen selbst unterschiedliche Informationen: Im Innenraum eines Autos zum Beispiel scheint sich nichts zu bewegen, ein Blick aus dem Fenster besagt aber das Gegenteil.

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Auch bessere Bildqualität wird das Problem nicht lösen. © ANDROIDPIT

Die Analyse der eigenen Bewegung basiert allerdings nicht nur auf die Informationen dieser Organe uns Sensoren, hinzu kommen noch zwei weitere Parameter: Informationen des Kleinhirns oder auch Cerebellum und die der Propriozeption. Letztere spielen aber bei dem hier besprochenen Problem keine besondere Rolle, weder bei der Reisekrankheit, noch bei der Übelkeit durch VR-Anwendungen. Kurz gesagt, ist es ein Duell zwischen dem Gleichgewichtsorgan im Ohr und unserer visuellen Wahrnehmung über die Augen.

Bei VR-Anwendungen sehen User virtuell Bewegungen ihres Körpers, der sich aber real gar nicht bewegt. "Freunde, wir bewegen uns", sagen also die Augen. Die Sensoren für Beschleunigungen sagen hingegen: "Unsinn, wir bewegen uns nicht". Bei VR-Anwendungen sind also die Sinneswahrnehmungen genau gegensätzlich wie bei der Reisekrankheit, bei der sich ja das Auge weigert, eine Bewegung anzuerkennen. 

In beiden Fällen stimmen also die Informationen der beteiligten Sinnesorgane bzw. Sensoren nicht überein.

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Die Informationen passen nicht zusammen, Euer Gehirn ist verwirrt. © ANDROIDPIT

Die Reactio

Wegen dieser gegensätzlichen Informationen weiß Gehirn, dass etwas nicht stimmt. Das Gehirn signalisiert, dass man krank ist. Die einzige Erklärung für die widersprüchlichen Informationen, kann nur ein kaputter “Sensor” sein. Das eigene Nervensystem reagiert darauf wie auf die Einnahme von Gift bzw. Nervengift und löst eine Übelkeit aus, damit man das "Gift" auf dem schnellsten Weg wieder los wird.

Das Gehirn reagiert also etwas panisch, da es die Informationen nicht logisch erklären kann. Damit der Körper sich übergeben kann, wird dann eine Übelkeit ausgelöst.

Was kann dagegen getan werden?

Ein "komplettes" VR-Headset

Leider gibt es noch keine perfekte Lösung, allerdings arbeiten Hersteller an einem “kompletten” VR-Headset, das dafür sorgt, dass alle Sensoren des menschlichen Körpers übereinstimmende Daten an das Gehirn weitergeben. Unter anderen arbeitet zum Beispiel Samsung am Entrim 4D, das auch das Gleichgewichtsorgan stimulieren soll. Somit sollen die Informationen, die über visuelle Reize und Bewegungen gesammelt werden, übereinstimmen.

Ein ähnliches System entwickelt zur Zeit die Mayo Clinic in den USA:

Armbänder

Es gibt schon jetzt mehrere Möglichkeiten, dem Problem entgegen zu wirken. Wir müssen allerdings darauf hinweisen, dass die Mittel nicht bei jedem wirken. Wir haben mit einem Arzt gesprochen und die Empfehlung erhalten, nur in besonders schlimmen Fällen auf Medikamente zurück zu greifen. Denn diese haben ihre Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Schläfrigkeit, die bei VR-Anwendungen natürlich eher unerwünscht ist.

Populär sind Armbänder, die die Übelkeit verhindern sollen bzw. abschwächen sollen. Diese Armbänder sind mittlerweile recht bekannt, vor allem unter schwangeren Frauen, die die typische Übelkeit unterdrücken möchten. Die Armbänder können sowohl bei Reisekrankheit als auch bei Übelkeit durch VR-Anwendungen helfen. Der Arzt, mit dem wir gesprochen haben, steht dieser Technik noch skeptisch gegenüber. Ohne die Lektüre mehrerer wissenschaftlicher Studien wolle er diese Armbänder nicht empfehlen.

Das wohl bekannteste Armband ist das ReliefBand, welches schon nach wenigen Minuten zu wirken beginnt. Der Anwender muss angeben, wie schlecht er sich fühlt (auf einer Skala von 1 bis 5), woraufhin das Armband über einen elektronischen Impuls Signale an das Gehirn sendet. Den Rest erledigt dann das Gehirn.

Es gibt natürlich noch weitere Armbänder dieser Art. Sie können über verschiedene Vertriebswege gekauft werden, unter anderem bei Amazon.

Natürliche Tricks

Aber man muss nicht unbedingt auf solche Methoden zurück greifen, es gibt auch natürliche Tricks und Hilfsmittel. Ein Teelöffel Honig mit ein bisschen Lavendel oder ätherisches Öl der Kamille kann schon Abhilfe schaffen. Auch Zitronensaft kann eine positive Wirkung haben. Man muss aber nicht unbedingt etwas einnehmen. Platziert man ein bisschen Pfefferminze unter der Nase, während der VR-Session, so wirkt diese auf das Gehirn, welches dann die Übelkeit abschwächen kann.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf diese Mittel. Sollte die Übelkeit schon eingesetzt haben, hilft meist nur noch ein bewährtes Mittel: Natriumbicarbonat. Denn das hilft bei jeglicher Art von Übelkeit, nach einer durchzechten und eben auch nach einer VR-durchzockten Nacht.

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Es ist gibt auch natürliche Hilfsmittel. / © AndroidPIT

Solltet Ihr unter Übelkeit während oder nach einer VR-Session leiden, sind eher kurze Spielzeiten zu empfehlen, um die Symptome gar nicht aufkommen zu lassen. Allerdings werden auch die oben genannten Hilfsmittel nicht bei jedem wirken. Bleiben die Symptome bestehen, bleibt nur noch der Griff zu Medikamenten. Wie oben schon geschrieben, haben die allerdings unter Umständen auch Nebenwirkungen. Aber eins bleibt, die Hersteller müssen Wege und Mittel fehlen, dieses Problem allgemein zu beheben. Die entsprechenden VR-Headsets könnten hier für Abhilfe sorgen.

Ist Euch bei der Nutzung von VR-Anwendungen schon mal übel geworden?
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Eine Frage bleibt indes noch: Ist Virtual Reality interessant genug, um das Risiko von Übelkeit einzugehen? Was denkt Ihr? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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Top-Kommentare der Community

  • Karin S. 03.04.2017

    Es ist sehr erbaulich, in schlechtem Deutsch oberlehrerhaft falsch unterrichtet zu werden!

    - "dass" schreibt man in einigen Fällen dieses Kommentars mit "Doppel-S".
    - Die Wörter nach einem Punkt (Satz-Ende) werden groß geschrieben.
    - In der deutschen Sprache gibt es Kommata, auch nach der neuen deutschen Rechtschreibung.
    - Thema verfehlt: Es ging weder darum, ob einer von beiden oder beide Begriffe bekannt sind, noch darum, ob Gaming oder VR pixelig ist. 😉

    - Der wichtigste Punkt: "MOTION sickness" ist die REISEKRANKHEIT und deshalb sicher länger bekannt. Das was Zocker häufig befällt, nennt sich "GAMING sickness". 🤔

    Der Artikel hat sehr anschaulich genau den Unterschied beschrieben, und er hat mir seit langem mal wieder richtig gut gefallen! DANKE! 😆

  • NoName 02.04.2017

    Guter Artikel. Find es toll das ihr jetzt auch über andere Bereiche/Themen außerhalb von Android berichtet. Kommt gleich zu mehr Abwechslung👍

19 Kommentare

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  • Katzen fressen Gras, um kotzen zu können. Wie wäre es mit einer VR-Brille speziell für Hauskatzen, die in Stadtwohnungen kein Gras finden können?😛


  • Menschen besaufen sich auch jedes Wochenende und gehen somit auch bewusst das Risiko ein das ihnen Übel wird. Von daher ist die VR Übelkeit die auf jeden Fall bessere Art um Übelkeit zu provozieren.


  • Also ich habe am Anfang viel mit VR gemacht aber mir ist nie übel geworden oder sonst was. sind sicherlich die Leute denn es auch bei der Achterbahn passiert 😉


  • garnicht erst aufsetzen 😵


  • Ist ja das Selbe Problem was einige Richtschützen in Panzern haben da das Auge etwas anderes an das Gehirn gibt als das Ohr bzw. das gleichgewichtsorgan. Ich habe das Problem nicht wobei ich auch noch nie lange VR gespielt habe. Meine Längste Session war 30min bei einem Freund da mir die Dinger derzeit echt noch zu Teuer sind


  • Findet ihr das Thema VR nicht etwas überstrapaziert? Das ist doch bloß ein Nischenprodukt, das außer ein paar Nerds kaum jemand nutzt. Das wird ausprobiert und dann mangels Inhalte in der Ecke liegen gelassen. Bei Apit gewinnt man den Eindruck, als wäre VR schon fester Bestandteil in jedem Wohnzimmer, so viel Raum bekommt das Thema.


  • Das Risiko der Übelkeit bei "Virtual Reality" kann man ja leicht umgehen......
    Mir sind die zur Zeit verfügbaren VR Anwendungen das nicht wert.

    Mir bereitet die Übelkeit die "Pure Reality" manchmal bei mir verursacht viel mehr Probleme.


  • die Krankheit ist schon sehr lange bekannt und nennt sich Motion sickness den Rest habt ihr ja schon beschrieben für mich ist das kalter Kaffee und das Problem der Motion sickness hatte ich auch noch nie das liegt aber daran das die VR Lösungen bisher alle noch in den Kinder Schuhen steckt um nicht zu sagen Müll sind. eine wirkliche Immersion habe ich nirgends da ich immer die einzelnen Pixel deutlich wahrnehme gut als Zocker ist das alles für mich sehr wichtig und leichter zu sehen da ich nicht so schnell geblendet werde wie viele "Experten" die ich auf Schulungen erlebe. meine Augen senden zwar Bewegungen an mein Hirn aber durch die miese Grafik und die schlechten Auflösungen etc.. weiß mein Hirn das die infos die gleichen sind wie beim Zocken oder Fernsehen. es dauert noch sehr lange bis es endlich Mal ausgereift ist.


    • Es ist sehr erbaulich, in schlechtem Deutsch oberlehrerhaft falsch unterrichtet zu werden!

      - "dass" schreibt man in einigen Fällen dieses Kommentars mit "Doppel-S".
      - Die Wörter nach einem Punkt (Satz-Ende) werden groß geschrieben.
      - In der deutschen Sprache gibt es Kommata, auch nach der neuen deutschen Rechtschreibung.
      - Thema verfehlt: Es ging weder darum, ob einer von beiden oder beide Begriffe bekannt sind, noch darum, ob Gaming oder VR pixelig ist. 😉

      - Der wichtigste Punkt: "MOTION sickness" ist die REISEKRANKHEIT und deshalb sicher länger bekannt. Das was Zocker häufig befällt, nennt sich "GAMING sickness". 🤔

      Der Artikel hat sehr anschaulich genau den Unterschied beschrieben, und er hat mir seit langem mal wieder richtig gut gefallen! DANKE! 😆


  • Guter Artikel, ich weiß, was man tun kann: KEIN VR nutzen :) Ich meine, ist das echte Leben inzwischen so langweilig? Vielleicht ist es für viele so, doch kann das VR ändern oder ist es nur das abtauchen in die Virtuelle Realiltät um sich ganz aus dem echten Leben zurückzuziehen ... VR-Zombie zu werden.... schlimm genug, dass man die "Auf das Handy-Starren-Zombies" schon überall hat. Ich mag meine Smartphones sehr, doch sie sind nur Mittel zum Zweck, das nur benutzt wird als Teil meiner Produktivität und ab und an mal für Entertainment, wobei mir da auch ein 6 Zoll Display eigentlich noch viel zu klein ist. Alles darüber hinaus ist für mich persönlich nicht sinnvoll und ich weiß, dass einige Ihr Handy "vergöttern" ... doch ist das sinnvoll? VR mit diesen albernen Brillenmonstern im Gesicht zieht mich kein bischen an :) Aber jeder mag das anders empfinden .... auch klar. Für mich ist es (noch) nichts.


    • Wenn dein "echtes" Leben so erschöpfend ist, dass für virtuelle Welten kein Raum bleibt, warum beziehst du ausgerechnet in einem virtuellen Raum so leidenschaftlich Position gegen virtuelle Realitäten? Finde ich unglaubwürdig.


    • Es muss, ja darf, nicht alles, was man tut, "sinnvoll" sein!!!
      Wenn ich ein Buch lese, verliere ich mich auch oft in der "anderen" Wirklichkeit, früher nannte man das Phantasie.
      Ich nutze mein smartPhone (zur Zeit) auch fast nur produktiv, aber nur, weil ich noch nicht alle "Zutaten" habe... . Abends nach Feierabend eine halbe Stunde abtauchen - ich stelle es mir super entspannend vor!
      Ich bin gespannt, inwieweit man sich seine eigene VR erstellen kann...


  • Guter Artikel. Find es toll das ihr jetzt auch über andere Bereiche/Themen außerhalb von Android berichtet. Kommt gleich zu mehr Abwechslung👍


  • Interessant, eine Option ist von keinem ausgewählt worden und die anderen drei haben jeweils 33%...

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