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Ubuntu Edge: Möge es (nicht) in Frieden ruhen

Es ist offiziell: Das ehrgeizige Projekt Ubuntu Edge von Canonical ist gescheitert. Während es am Anfang so gut aussah, war der Misserfolg dann aber relativ schnell absehbar. Mit ihm stirbt eine gute Idee, die den Markt ordentlich hätte ankurbeln können. Sofern sie denn stirbt.

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ubuntu edge teaser
© Canonical

Nun ist also Gewissheit, was sich schon seit zwei Wochen abzeichnete: Die Crowdfunding-Kampagne für das Ubuntu Edge war ein Misserfolg. Anstatt der ambitionierten 30 Millionen Dollar die anvisiert waren, kamen “nur” 12.812.776 zusammen. Das ist immer noch der größte Betrag, der auf diesem Wege bisher erzielt wurde - aber eben deutlich zu wenig. Ein paar der Probleme, mit denen die Kampagne zu kämpfen hatte, habe ich in diesem Artikel angerissen.

Vor wenigen Stunden hat Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth sich über die Crowdfunding-Seite Indiegogo bei den Unterstützern bedankt. Der Text ist zu lang, um ihn hier einzufügen und zu übersetzen, aber Ihr könnt ihn hier nachlesen. Trotz des gescheiterten Projektes wird es 2014 einige Smartphones geben, auf denen das Betriebssystem Ubuntu läuft. Ein schwacher Trost für jene, die sich auf das Edge gefreut hatten.

Es ist wirklich schade, denn es hätte eine wahre Adrenalin-Injektion in einen sich sehr träge bewegenden Markt werden können. Für diejenigen, die die vergangenen vier Wochen unter einem Stein gelebt haben, hier noch mal die technischen Daten des ersten Smartphones, das ein ehrwürdiger Desktop-PC-Ersatz hätte werden können:

Prozessor Der schnellste Mehrkernprozessor, den es zum Produktionszeitpunkt gibt
Arbeitsspeicher Mindestens 4 GB RAM
Interner Speicher 128 GB 
Display 4,5 Zoll, 1.280 x 720 Pixel, Saphirglas-Display
Kamera 8 MP hinten, 2 MP vorne
Betriebssystem Dual-Boot aus Ubuntu for Phones und Android
Konnektivität Dual-LTE, dual-band 802.11n Wi-Fi, Bluetooth 4, NFC
Akku Lithium-Ionen-Batterie mit Silicium-Anoden
Lautsprecher Stereo-Lautsprecher, Dual-Mikro-Aufnahmen, aktive Geräuschunterdrückung
Maße 64 x 9 x 124 mm

Aber auch wenn dieses Kapitel erst mal abgeschlossen ist, besteht immer noch die kleine Chance, dass sich Investoren aus der Industrie finden lassen, die das Edge fördern. Bislang sieht es danach aber wohl nicht aus. In jedem Fall hat das Projekt und die mediale Aufmerksamkeit Ubuntu aber vorangebracht, das steht ohne Zweifel fest. Man darf also in Zukunft erwarten, noch mehr aus der Richtung zu hören, Edge hin oder her. Und dann wäre da noch dieser kleine Hoffnungsschimmer seitens Shuttleworth:

Wer weiß, vielleicht nehmen wir eines Tages alles, was wir von dieser Kampagne gelernt haben - Erreichtes und Fehler - und versuchen es noch mal. (And who knows, perhaps one day we’ll take everything we’ve learned from this campaign – achievements and mistakes – and try it all over again.) 

Tote soll man ja eigentlich in Frieden ruhen lassen. Ich hatte aber schon immer ein Faible für Zombies. Ganz besonders in diesem Fall.


Link zum Video

Via: Phone Arena Quelle: Indiegogo

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24 Kommentare

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  • GKN 26.08.2013 Link zum Kommentar

    @Marcus: ja, das ist mir klar, und trotzdem ist für crowdfunding-unterstützer ein rabatt drin. seien wir mal ehrlich, nur das kann genug anreiz bieten, damit sowas genug supporter finden kann. die herstellungskosten werden sicher keine 400 euro betragen.

  • @Michael H. und Stephan Serowy: Nein, das ist nicht wirklich ein Argument. Diese Thematik wurde von Beginn an von Canonical aufgegriffen und erklärt. Vor dem Hintergrund, dass man mit dieser Aktion den Markt ankurbeln wollte/will, was ja auch im Text erwähnt wird, macht es keinen Sinn, wenn Mark Shuttleworth einfach dieses Projekt finanziert. Erstens würde das nicht mal halb so viel Aufmerksamkeit erregen und zweitens wäre damit die Frage ob ein profitabler Markt für solche Geräte existiert nicht geklärt. Ein Ubuntu Edge sponsored by Mark Shuttleworth würde also nicht so viel Sinn machen.
    Außerdem sollte man sich mal vor Augen halten, dass die ganze Entwicklungsarbeit, die für dieses Telefon bereits betrieben wurde, auf seine Kosten gingen. Diese 32mio sollten nur für die Produktion genutzt werden.

    @GKN: Dir ist schon klar, dass dieses Telefon was Materialien sowie Hardware angeht, absolut High-End ist? Dafür finde ich 500-600€ nicht zu viel, was absolut in der Preisklasse der aktuellen Oberklasse Smartphones liegt. Zumal Sie nicht in einer so großen Stückzahl produzieren können wie die Großen. Deswegen auch die 32mio. Hätte man das Endziel tiefer gesteckt wäre damit auch der Preis pro Telefon gestiegen.

  • Schade... wär endlich mal ein powerphone

  • @Michael H.: Interessantes Argument. So hatte ich es noch nicht betrachtet. Sicherlich das bisher stärkste Argument für die "Verschwörungstheorie", Canonical sei es hierbei lediglich um die Werbung gegangen. Auch wenn ich von ihr nicht überzeugt bin. Trotzdem, guter Einwand.

  • Hmmm, interessant ist, das Mark Shuttleworth ein Vermögen > 500Mio hat. Und allein für seinen Weltraumflug 20Mio ausgegeben hat.

    Und dann scheitert das Ubuntu-Phone an 18Mio, und 12 Mio sind schon von anderen aufgebracht worden. Was soll man davon halten ?

    Aber zum Phone selber: Ohne großen Hersteller dahinter, wäre es wahrscheinlich eh nichts geworden. Da hätte man mal bei den Herstellern anfragen sollen ...

  • GKN 23.08.2013 Link zum Kommentar

    @Frank:
    Zuerst einmal, Ubuntu OS wird bekannter. Und beim nächsten Crowdfunding-Projekt, wenn sie so ein Phone dann tatsächlich bauen wollten (oder könnten), und realistischere Preise anböten (wenn ich ein Early Supporter bin, will ich auch ne Vergünstigung), wissen sie schon mal, mit wieviel sie mindestens rechnen können.

  • Wenn zwei Prozzis verbaut werden müssen ja auch immer zwei verschiedene Androidversionen bearbeiet und getestet werden. Wieso treibt Samsung den Aufwand ?
    Die Anzahl an Prozzis kann man doch rechtzeitig bereitstellen?

  • Das UI UbuntuPhone OS wird es ja dennoch geben, und jetzt muss man erstmal einen Handyhersteller dafür finden. Nur 20'000, man das ist echt wenig wenn man das Konzept als solches anschaut. Der Preis war nähmlich fair, für soviel Hardware muss auch soviel verlangt werden.
    Komme nochmals zurück auf Jolla Sailfish, die haben ja ebenfalls ein Handy mit OS vorgestellt, für 399 Euro, und das ist ausverkauft mit geschätzten 50'000 Stück.
    Mir war da die Hardware einfach nicht gut genug. Das OS interessiert mich aber.
    Im Gegensatz zu UbuntuPhone OS, da sehe ich nichts besonderes. Linux nutze ich zuhause nicht und will ich auch nicht nutzen, und das ist das Problem, und deshalb ist das Konzept den Bach runter.

  • Möge es in Frieden ruhen...

  • @GKN:

    Interessante These. Nur was hätte man von der Aufmerksamkeit?

  • GKN 23.08.2013 Link zum Kommentar

    Ganz ehrlich, ich glaube, das Ziel war nie, das Phone zu bauen. Ist wohl nur eine PR-Aktion gewesen, was den absurd hohen Preis erklären würde, 600 Euro hinblättern auf Vertrauensbasis, das ist schon viel verlangt:
    "Man habe Rekorde gebrochen und sei Gesprächsthema auf der ganzen Welt gewesen. Mit 12.809.906 US-Dollar habe man einen Weltrekord beim Crowdfunding aufgestellt. Fast 20.000 Unterstützer hätten an das Edge geglaubt, darunter nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Unternehmen. So habe allein Bloomberg LP 80.000 Dollar gegeben, viele kleinere Firmen je 7.000 Dollar. [...] Der Dank von Canonical gelte auch den zahlreichen Helfern, die die Kampagne bekannt gemacht haben. [...]"
    (Quelle: http://www.pcwelt.de/news/Ubuntu_Edge_gescheitert_-_Canonical_aeussert_sich-12_Millionen_Dollar-8160546.html)

  • Schade. Wäre echt interessant geworden.

  • Schade, ja. Aber man hätte einiges besser lösen können. Erst einmal sind 30 Millionen einfach unrealistisch und hätte weitaus mehr abgedeckt als benötigt. Schlimmer aber fand ich, dass ich es nicht hätte kaufen können, wenn ich das Projekt nicht mit 600$+ gefördert hätte. So hab ich erst gar nicht mitgemacht, da ich keine 600$ habe, aber WENN dann auch das gerät gewollt hätte.

  • Ich hoffe immer noch, dass sich ein Investor findet, der dieses Phone finanziert

  • war ein sehr ehrgeiziges Projekt, schade eigentlich. aber vielleicht kann es doch noch etwas werden. die Ubuntu Community und Mark Shuttleworth mit Cannonical haben schon viele tolle Produkte auf den Markt gebracht! lg robert

  • wirklich schade ich fände von den Spezifikationen das phone sehr interessant und ubuntu auch, hatte mir das Handy glaube ich auch gekauft

  • Dual LTE heisst, das es zwei LTE Antennen/Empfänger hat.

  • Nix für mich.
    Das Projekt Jolla Sailfish ist viel interessanter.
    Nur schade macht Nokia da nicht mit.
    Ein Lumia 1020 mit Sailfish OS wäre mir nen Versuch wert HaHaHa ;)

  •   26

    @ phillip.
    ich gehe mal davon aus das mit dual lte gemeint ist das es in allen lte netzen funken kann, früher hieß es auch dualband , heute quadband, für die unterstützung in allen gsm netzen!

  •   26

    moinsen
    schade eigentlich son phone wäre der hammer gewesen, gibt doch genug millionäre die nicht wissen wohin mit ihrer kohle anstatt mal was vernünftiges zu machen, aber nein.

    aber allein der gedanke saphirglas jam jam jam, da könnt gorilla glas einpacken, selbst die linse des iphone ist mit saphirglass geschützt, für son teil würd ich auch nen hunni mehr bezahlen!

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