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Kommentar 3 Min Lesezeit 16 Kommentare

Turing HubblePhone: Die nächste Luftnummer der Pleitegeier

Es sieht fast zu schön aus, um wahr zu sein! Das Turing HubblePhone, das als Mail in mein Postfach flatterte, hat eine futuristische Optik, einen spannenden Formfaktor, nicht einen, sondern gleich zwei neue und bisher unbekannte Snapdragon-Prozessoren, gleich fünf Kamerasensoren, flexibles Display, und und und. Das Problem nur: Es ist nicht nur zu schön, um wahr zu sein, es ist auch einfach genau das: nicht wahr.

Den Snapdragon 855 kennt Ihr sicher, oder? Nein, kennt Ihr nicht, es gibt ihn ja auch noch nicht. Das HubblePhone soll trotzdem gleich zwei davon an Bord haben, verschmolzen mit der einzigartigen Fusion-Technologie des Unternehmens. Aha. Dazu 5G-Empfang, fünf Kamerasensoren, ein 4K-Display zum Aufklappen und vieles mehr. Als Betriebssystem genügt Turing kein schnödes Android, es muss schon Keplerian OS sein, eine weitgehend unbekannte Linux-Distribution.

Das HubblePhone K3-XR soll als "Cadenza" bereits seit 2016 in der Entwicklung sein und gleich vier Geräte in einem sein: Multi-Screen-Smartphone, 5G-Telefon, Profi-Filmkamera samt Video-Editor und mobile Spielekonsole. Sogar Preise und Termin nennt Turing bereits: 2.749 Dollar wird das Wunderding kosten und 2020 auf den Markt kommen: Im Juni in den USA; im August in Europa, September in China und Dezember im Rest der Welt. Soso.

Läuft nicht gut bei Turing

Den Hersteller werden nicht alle Smartphone-Fans kennen, manche aber schon. Der Name Turing war vor rund zwei Monaten zuletzt in den Medien, als ein Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen eröffnet wurde. Natürlich sei aber alles halb so schlimm, so CEO Steve Chao, man sei natürlich nicht bankrott, sondern nur in kurzfristige Schieflage geraten. Doch die bisherigen Leistungen von Turing bei Smartphones lassen nicht unbedingt auf Besserung hoffen.

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So soll das HubblePhone aussehen. / © Turing

Das erste vollmundig angekündigte Turing-Smartphone sollte 2015 als besonders sicheres und verschlüsseltes Gerät erscheinen. Auch einen Preis gab es schon. Dann wurde der Start verschoben, nochmal verschoben, und schließlich hörte man nichts mehr davon. Zweites Smartphone, gleiches Spiel, diesmal mit Concierge-Service statt Verschlüsselung. Wieder alles anpreisen, teures Preisschild drauf, und nie liefern. Man kennt diese Masche auch von anderen Firmen, etwa Saygus mit dem V2, aber keiner zieht die Masche so konsequent und gleichzeitig erfolglos durch wie Turing.

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Das Bild soll einen Prototyp des Turing HubblePhone zeigen. / © Turing

Es wird dem HubblePhone genau so gehen wie den beiden bisherigen Turing-Smartphones: Es wird nie auf den Markt kommen. Da kann das Unternehmen noch so viele Termine und Preise verkünden. Wenn das HubblePhone so, wie es jetzt angekündigt wurde, jemals in den Handel kommt, fresse ich einen Besen.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es toll, wenn Firmen mit Ideen für Produkte um die Ecke kommen, die auf den ersten Blick irgendwie bescheuert, aber spannend wirken. Das bringt jede Menge frischen Wind und neue Ideen in den Markt. Bei Turing habe ich jetzt aber endgültig das Gefühl, dass da nichts als heiße Luft hinter den Ideen ist. Da kann man noch so viele Termine und Preise nennen: Wenn von all den Ankündigungen nie was auf den Markt kommt, dann ist das nicht mehr als ein Witz, und nicht mal ein lustiger.

Was haltet Ihr von der neuen Idee von Turing?

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Top-Kommentare der Community

  • Thomas H. vor 2 Monaten

    Also Xiaomi ist ja wohl ein schlechter Vergleich ! Es geht hier schlicht darum das Turing ein Luftschloss nach dem anderen baut, die Xiaomi Phones existieren, sie taten es nur nicht bei uns.

16 Kommentare

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