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3 Min Lesezeit 79 Kommentare

Traurig: So lahm sind deutsche LTE-Mobilfunknetze

Deutschland gilt als Hochpreisland für Mobilfunk-Tarife. Sind sie es wenigstens wert? Eine Auswertung von OpenSignal zeigt, wie gut die deutschen LTE-Netze im weltweiten Vergleich sind. Vorweg: Es könnte besser sein.

OpenSignal hat einen Bericht über den weltweiten Stand der Dinge in puncto LTE-Netze veröffentlicht. Als Grundlage verwendet OpenSignal 19,5 Milliarden Messungen, die auf 550.000 Geräten erfolgten. Die Messungen erfolgten zwischen dem 1. Januar und 31. März 2017. Insgesamt misst OpenSignal in 75 Ländern. Messwerte für einzelne Netzbetreiber veröffentlicht OpenSignal nicht. OpenSignal verwendet Messwerte aus der OpenSignal-App; somit ist die Auswertung auch nur so gut, wie die verfügbaren Daten der Community.

Als wichtigste Größen definiert OpenSignal die Verfügbarkeit und die Geschwindigkeit. Letztere bemisst sich in MBit/s, was nicht weiter erläuterungsbedürftig ist. Interessant ist dagegen die Angabe der LTE-Verfügbarkeit, denn die misst OpenSignal in Prozent. Zugrunde liegt dabei nicht die örtliche Verfügbarkeit, sondern die Zeit, die ein User im LTE-Netz eingebucht ist oder eben auch nicht. Diese beiden Zeitangaben setzt OpenSignal ins Verhältnis und so kommt der Prozentwert zustande.

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LTE-Verfügbarkeit: Deutschland nur im Mittelfeld / © OpenSignal / Screenshot: AndroidPIT

Deutschland: Teuer, langsam, selten

Die Zahlen für Deutschland sind einigermaßen ernüchternd: Deutsche User waren demnach 57,7 Prozent der Zeit im LTE-Netz eingebucht. Das reicht in der Übersicht für Platz 58. In dieser Liste stehen Länder wie Oman, Griechenland und Luxemburg vor Deutschland. Interessant sind die Spitzenreiter: Südkorea kommt auf 95,7 Prozent LTE-Verfügbarkeit, Japan noch auf 92 Prozent. Auf Platz drei landet Litauen, mit einer Verfügbarkeit von 84,7 Prozent.

Aber immerhin bei der Geschwindigkeit liegt Deutschland ganz vorne, richtig? Immerhin haben wir LTE-Netze, die bis zu einem halben Gigabit pro Sekunde übertragen können und ständig vermelden die Netzbetreiber neue Rekorde. In der Gesamtschau von OpenSignal ist davon leider nicht viel zu sehen: Deutschland kommt auf eine durchschnittliche LTE-Geschwindigkeit von 20,3 MBit/s. Keine notwendigerweise schlechte Geschwindigkeit, im internationalen Vergleich reicht das aber nur für Platz 45. Zum Vergleich: Singapur landet mit knapp 45,9 MBit/s auf Platz eins, Südkorea ist mit 45,8 MBit/s der nur hauchdünn geschlagene Zweite. Ungarn sichert sich die Bronze-Medaille mit 40,6 MBit/s.

OpenSignal setzt in einem letzten Schritt die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit in einen Zusammenhang. Hierbei zeigt sich, dass fünf Länder deutlich bessere LTE-Netze haben: Niederlande, Norwegen, Ungarn, Südkorea und Singapur weisen in den Datenbeständen gleichzeitig eine hohe Verfügbarkeit und eine hohe Geschwindigkeit auf.

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LTE-Speed: Auch hier ist Deutschland nur im Mittelfeld / © OpenSignal / Screenshot: AndroidPIT

Detailauswertung für Deutschland steht aus

Eine detaillierte Auswertung für Deutschland gibt es zur Zeit leider nicht. Ein Blick in die App und die dort angezeigten Messwerte, die für einzelne Netzbetreiber aufgeschlüsselt sind, birgt aber auch so manche Zweifel: An vielen Stellen sind keine Daten für alle drei Netze verfügbar, sodass gar kein Vergleich möglich ist.

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LTE in Berlin: Telekom vor Vodafone vor O 2 / © Screenshot: ANDROIDPIT

Stichproben in München und Berlin zeigen wiederum ein recht einheitliches Bild: LTE-Geschwindigkeiten der Telekom liegen meist deutlich über denen von Vodafone. Erst an dritter Stelle folgt O2.

Wie sind Eure Erfahrungen mit LTE? Wie schätzt Ihr die LTE-Netze in Deutschland ein? Diskutiert mit uns in den Kommentaren! 

Quelle: OpenSignal

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79 Kommentare

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  • Kai H. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Die Großen (Telekom, Vodafone, O2) sind nunmal AUSSCHLIEßLICH an ihrer Gewinnmaximierung interessiert. Da helfen auch keine "wir-verbessern-die-Welt-mit-unserer-high-end-Kommunikations-Infrastruktur"-Werbespots. Wenn sogar innerhalb der Stadtgrenzen der Bundeshauptstadt Berlin vielerorts nicht einmal EDGE verfügbar ist und dies trotz Beschwerden hingenommen wird, dann ist klar, dass eben der größte Umsatzanteil im Innenstadtbereich gemacht wird. Dort wird soviel verdient, dass sich JEDE Investition lohnt. Dort zählt schon lange nicht mehr die Flächendeckung (100%), sondern die werbewirksame maximale Geschwindigkeit. In den Außenbezirken profitieren vergleichsweise zu wenig zahlende Kunden von einem schnellen, teuren Netz, daher sind Investitionen hier nicht rentabel und Lücken in der Abdeckung werden ebenso akzeptiert, wie unzufriedene Kunden (die doch mindestens noch 24 Monate brav zahlen).
    Hier nehmen sich übrigens die Anbieter nichts: keiner der drei hat zumindest an meinem Standort ein stabiles 4G-Netz zu bieten. Ich weiß nicht, wie die Netzversorgungskarten manipuliert werden; meine Geräte belegen zu jeder Zeit, dass diese nicht den Tatsachen entsprechen.
    Deutschland ist sicherlich ein High-Tech-Land (auch wenn es den Zug der eMobilität ebenso verschläft, wie die Marktführerschaft bei den regenerativen Energien). Aber es ist auch ein kapitalistisches Land, deren Wirtschaftsprotagonisten nichts ohne gesetzlichen Zwang tun.


  • Es ist eine Länder Wertung die LTE Lizenzen sind von Unternehmen gekauft worden. Genauer gesehen von großen Aktiengesellschaft die von Aktionären bestimmt werden. Rendite muss langfristig zu erwarten sein. Der Kunde eines solchen Unternehmens ist hier nur Mittel zum Zweck und nicht König. Also haben wir uns in Demut zu halten. Die Politik fordert und kann fördern aber den Aktionären tritt niemand über Festlegungen auf die Füße. Nun mag ja G5 für die Zukunft das Non plus Ultra sein, daß ändert aber nichts an der Verabschiedung von G3 und tiefer als Übertragungswelt. Wenn in Kürze keine objektiven Zwänge entstehen werden wir in der Länderwertung noch weiter zurückfallen. Die Kosten werden von den Unternehmen gescheut, sicherlich müssen gesetzliche Reglungen getroffen werden müssen um Billiganbieter zu beteiligen. Daß gilt auch fürs Festnetz, bis zu den Verteilern ist für ein Schnelles Netz gesorgt. Wer buttelt jetzt alle Straßen vor jeder deutschen Haustür auf? Das wäre die Bedingung wenn wir alle Glasfaser Netze nutzen wollen. Der Königsweg wäre ja jeder Eigentümer zahlt zwangsweise und wenn er Mieter hat legt er zwangsweise um egal ob eine Nutzung im jeweiligen Haushalt erfolgt oder nicht. Aber das will ja Keiner also überlassen wir die Entscheidung den Stimmungen auf den Akionärs Versammlungen.
    Was Billiganbieter betrifft habe ich bei LTE die Erfahrung gemacht, eigentlich täglich im Raum Stuttgart. Wer preiswerte Vertrge über Drittanbieter hat fragt mich oder Kollegen von O2 oder Telekom oder Vodafone ob wir nicht mal schnell googeln können.


  • In dieser Beziehung habe ich nichts Anderes erwartet. Schaut mal her, wie die Mobilfunkprovider bei der Vergabe / Versteigerung der Frequenzen von der Regierung abgezockt wurden. Dieses viele Geld muss also wieder erwirtschaftet werden. Es ist bei uns demnach leider so, dass unsere Regierung der größte Bremsklotz für die Verbreitung von schnellem drahtlosen Internet ist. Wollt ihr also weiterhin die sogenannten "Volksparteien" wählen? Wenn ja, dann ändert sich auch in diesem Bereich nichts, das kann ich versichern.


  • Ich habe die meiste Zeit oder besser geschrieben die ganze Zeit H+ oder 4G auf meinem Display stehen. Wobei H+ zu 90% der Empfang ist. Der Download oder Upload mit o2 ist wirklich unterirdisch. Es kommt auch nicht selten vor, das Internetseiten garnicht geladen werden. Wie schon hier geschrieben, o2 go home!
    Ab November ist dann Schluss mit dem Kram.


  • Das war schon immer mein Verdacht, Zuviel Geld für viel zu wenig Leistung. Aber das ist ja nix Neues, diese Abzocker-Mentalität in Deutschland, ist allgegenwärtig.

    Was mich besonders stört sind diese "Volumen-Tarife". Wie früher bei DSL... bis man permanent, für gleiches Geld, gleiche Geschwindigkeit ohne Volumenbegrenzung hatte, ist jede Menge Zeit vergangen. Derweilen haben sich die Anbieter Dumm und Dämlich eine "Goldene Nase" verdient.

    Das Gleiche passiert bei Nutzung von LTE. Hoffe mal dass hier auch bald mal "Flat-Leistung" kommt ohne Volumenbegrenzung und Geschwindigkeitsbegrenzung.


  • Der österreichische Mobilfunkanbieter Spusu erreicht im Bezirk Rohrbach 120/40 Mbit LTE Speed laut RTR App. Funkt als Anbieter im 3 Netz da kosten 17 GB Daten nur 14,80 davon 5 GB für EU Nutzung.


    • Dennoch, in Österreich möchte ich nicht gern leben müssen.


      • Warum, charmante Leute? Wenn die Politik in D weiter so vor sich hin merkelt, werde ich wohl nach Östereich ausreisen.


      • Luk As vor 11 Monaten Link zum Kommentar

        Gute Reise. Als Afd Wähler fühlt man sich in Ö nach den neuesten politischen Begebenheiten sicher wohl.


  • Ich bin eigentlich zufrieden. Hier auf dem Dorf habe ich 20mbit down and 6 upload.
    Wenn ich in der Stadt bin (Kiel) habe ich schon 177mbit gemessen. Vertrag bei t-kom


    • es ist grundsätzlich nicht schlecht, aber wenn man großkotzig kommt mit 375 Mbit oder was weiß ich ist dasn armutszeugnis. mMn sollte mal mehr auf volumen als auf speed gegangen werden.


  • grottenspeed und ne drossel, na das is ja mal genial (/s)


  • Also ich wohne in Köln und habe einen Vertrag bei der Telekom, ab und zu mache ich mal ein paar speedtest und dort bekomme ich die meiste zeit ~100mbit raus. Natürlich nur bei LTE+ .


    • Die Großstädte sind ja tatsächlich sehr gut abgedeckt, aber Deutschland besteht nun mal nicht nur aus Großstädten


    • Die Großstädte sind ja tatsächlich sehr gut abgedeckt, aber Deutschland besteht nun mal nicht nur aus Großstädten

      Benny


      • Kai H. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

        Nö. Sind sie nicht. Nur in den Innenstadtbereichen gibt's den Stand der Technik. Selbst in der größten der deutschen Städte sieht's in den Außenbezirken mau aus. Und fahr mal U-Bahn.... Da bekommst Du über EDGE nicht mal 'ne SMS raus.

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