Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar 3 Min Lesezeit 11 Kommentare

Wenn die Träume von der Roboter-Zukunft in Flammen aufgehen

In der Zukunft werden immer mehr aktuelle Jobs von Robotern erledigt, heißt es. Aber bereits jetzt gibt es zahlreiche Projekte oder Versuche, Robotern die Aufgaben von Menschen zu überlassen. Einer davon ist jetzt in Flammen aufgegangen und zeigt ein Zukunftsszenario im kleinen Rahmen.

Im kalifornischen Berkeley ist vergangenen Freitag ein Roboter des amerikanischen Start-ups Kiwi, der Essen ausliefert, aus dem Nichts in Flammen aufgegangen. Glücklicherweise reagierte ein Passant, indem er sich einen Feuerlöscher in der Nähe schnappte und das Feuer unter Kontrolle hielt, bis die Feuerwehr den kleinen Roboter mit Löschschaum bedeckte. 

Einem Statement des Unternehmens zufolge handelte es sich nur um etwas Qualm und eine kleine Flamme. Ein Video vom Geschehen, mit zugegeben etwas nerviger Kommentatorin, zeigt aber, dass der Kiwi-Roboter deutlich Flammen schlug. Im aktuellen Fall kam glücklicherweise niemand zu Schaden und das Problem war schnell beseitigt.

Doch was wäre passiert, wenn der kleine Roboter erst kurz vor der Haustür des Kunden in Flammen aufgegangen wäre - oder neben einem Beet ausgetrockneter Sträucher? 

Ich hab ja nichts gegen Roboter, aber ...

Im aktuellen Fall war die Ursache laut der Firma Kiwi menschliches Versagen. Angeblich habe ein Mitarbeiter eine fehlerhafte Batterie manuell in den Roboter eingesetzt, die sich voraussichtlich überhitzt habe. Eine neue Software soll ab sofort dauerhaft den Status der Akkupakete überprüfen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Aber warum kommt solche Software erst jetzt zum Einsatz? Das menschliche Versagen ist hier wohl eher, dass man nicht früher an solch einen mögliche Fehler gedacht hat.

Und was ist, wenn Hacker zum Beispiel im aktuellen Fall die 100 Roboter starke Flotte übernehmen, den Akku per Software zum Überhitzen bringen und dann wie kleine Feuerbälle durch die Stadt schicken? Und was, wenn sowas mit Lieferdrohnen passiert, an denen Amazon arbeitet?

Persönlich bin ich der Robotisierung per se nicht abgeneigt. Besonders, wenn es um einseitige, repetitive, unbeliebte oder für den Menschen gefährliche Jobs geht. Ob der schlecht bezahlte Lieferant dazu gehört, muss jeder für sich entscheiden. Aber dann muss wirklich alles unternommen werden, damit die Systeme auch sicher sind! Das gilt genauso für kleine Start-ups wie für große Firmen, bei denen vielleicht am falschen Ende gespart wird.

Das zeigt erneut, dass wir noch weit entfernt von einer Welt voller Roboter sind und das ist auch gut so. Denn da gibt es ja noch eine weitere Gefahr. Aktuell sind die Roboter aufgrund ihrer Seltenheit wahrscheinlich einfach kein lohnenswertes Angriffsziel, aber das dürften sie in Zukunft werden.

evolution of food robots kiwi 01  Die Evolution der Futter-liefernden Roboter steht noch am Anfang. Doch nicht nur die ... / © Kiwi

Ein selbstfahrendes Taxi, das ein Paar mit voll gepackten Koffern zuhause abholt und zum Flughafen fährt? Für Einbrecher eine Informationsquelle aller erster Güte. Vielleicht dann noch im Fahrzeug mitbekommen, was der Fahrgast im beruflichen Telefonat zu besprechen hat? Ein Traum für Wirtschafts-Verbrecher.

Aber das führt jetzt wohl doch zu weit. Vielmehr will ich wissen, in welchen Bereichen Ihr Euch den Einsatz von Robotern vorstellen könnt und wo Ihr bereit wärt mit ihnen zu interagieren. Ein Roboter-Kellner, -Müllmann oder -Verkäufer vielleicht? Schreibt uns Eure Ideen und Meinungen in die Kommentare.

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern

11 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Was wenn die Batterie des DHL Street Scooters während der Zustellung des neuen Galaxys explodiert? Dann ist das Rosenbeet am Garten ruiniert. Technik ist Mist :-)


  • Ich hab da nur ein paar Fragen.

    Wenn die ganze Arbeit von Robotern gemacht wird,
    die KI selbstlernend und letzten Endes auch selbst und anderes programmiert.

    Was machen wir dann?
    Wir sind nicht alle Philosophen und Künstler.
    Viele Menschen wollen produktiv beschäftigt werden.
    Wie finanziert sich unser Leben?


    Und es gibt Interessengruppen denen am Gefälle viel Geld, wenig Geld gelegen ist.
    Wie verhalten sich wohl diese?


    • Bei weitgehend vollautomatisierter Produktion und vollautomatisierten Dienstleistungen müsste es ein allgemeines Grundeinkommen für alle geben, das durch hohe Steuern, die auf Roboter und Produktionsanlagen erhoben werden, finanziert wird, und das für ein komfortables Leben reicht.
      Denn auch umgekehrt macht eine zuvor nie so kostengünstige Massenproduktion von Gütern keinen Sinn, wenn es kaum noch jemanden gibt, der diese Güter oder Dienstleistungen erwerben kann, weil er Einkommen hat.
      Die Frage, was die Leute dann den Tag über mit ihrer Zeit machen, müssen sich heute auch schon Rentner, Arbeitslose oder Superreiche stellen, für die sich Arbeit nicht lohnt.
      Das Angebot sich zu beschäftigen ist vielfältig, und die Möglichkeit unendgeltlich oder für wenig Geld zu arbeiten, wenn man will, wird es vermutlich auch weiter geben.
      Dann wäre man gegen die Maschinen ja konkurrenzfähig, und könnte diese in Bereichen gut ergänzen, z.B. vielen sozialen Berufen, in denen Maschinen wohl noch länger Defizite haben werden.
      Genauso ist vorstellbar, dass Produktionsgüter dann Allgemeinbesitz sind, und der Anteil jedes einzelnen daran reicht, um das zu produzieren, was er zum Leben braucht. Das ganze klingt ziemlich nach "Sozialismus", aber wenn es nichts mehr zu leisten gibt, macht das Leistungsprinzip ja auch keinen Sinn mehr.

      Das ganze Problem dürfte sich aber erst in weiterer Zukunft stellen, und es steht auch zu befürchten, dass es nicht das größte Zukunftsproblem sein wird.


      • Diese Problematik verschärft sich aber auch schon ohne Roboter zusehends. Durch den immer stärker zunehmenden Anstieg der Weltbevölkerung wird in wenigen Jahrzehnten ohnehin nicht mehr genug Arbeit für alle da sein. Wir müssen uns dem Problem also auch ohne Roboter stellen.


  • Ich bin ein uneingeschränkter Befürworter der Entwicklung und des Einsatzes von Robotern, weil ich darin mehr Chancen und Vorteile als Risiken sehe. Das hier im Artikel gezeigte Szenario kann ich letztlich mit jedem technischen Gerät erleben und sei es nur ein Wasserkocher. Es gibt in unserer Gesellschaft eine Vielzahl an Tätigkeiten, die heute kaum mehr jemand machen möchte oder kann, die aber dringend benötigt werden.


  • Das die Industrie immer mehr durch Maschinen ersetzt wird liegt am immer mehr wollenden Konsum der Menschen. Da kommt die Handarbeit in manchen Produktionen nicht mehr hinterher zu mal Maschinen ,welche computergestützt sind ,schneller produzieren und günstiger. Irgendwann später stirbt auch noch der klassische Fleischer und Bäcker aus sowie der Metzger. Viele Berufe sind schon ausgestorben leider.


  • Also einen Roboter durch Softwaremanipulation zum Brennen zu bringen, halte ich schon für schwierig, zumindest über eine bewusste Akkumanipulation. Gegen äußere Kurzschlüsse lassen sich Lithium-Akkus genauso wie gegen Überhitzung durchaus schützen. Schwierig wird es, wenn der Akku einen inneren Kurzschluss, z.B. durch Penetration der Membran (des Separators) aufweisst.
    Der Roboter könnte aber dazu sein Akkufach öffen und mit einem Messer Harakiri begehen, um so in Flammen aufzugehen, oder einen naiven Mitmenschen um Feuer für eine Zigarette bitten. Aber dann kann er auch gleich zum Messer- oder Würgemörder werden. Im Prinzip ist hier eine neue Klasse von Kriminalität denkbar, die den Wert von Alibis in Frage stellt, und die Polizei in Zukunft vor schwierige Ermittlungsaufgaben stellen könnte.
    Aber die meisten autonomen Roboter oder Drohnen müssen auch gar nicht mit dem Internet verbunden sein, zumindest nicht ständig. Um Firmware oder Karten upzudaten, oder vorbeugende Wartungsdaten hochzuladen würde es reichen, sich für wenige Minuten am Tag, oder auch nur in der Woche oder im Monat zu vernetzen, um zumindest die Angriffsmöglichkeiten zu reduzieren.

    An alle möglichen Fehler zu denken halte ich übrigens für gar nicht möglich, weder in der IT-Sicherheit (Security) noch in der ebenfalls thematisierten funktionalen Sicherheit. Alle denkbaren Fehler sind nämlich noch längst nicht alle möglichen Fehlern, und an beliebige Fehlerkombinationen oder Kausalketten kann niemand denken.
    Zwar gibt es "funktional sichere Systeme" die nach dem "Stand von Technik und Forschung" sicher sind, weil sie nach bestimmten Sicherheitsvorschriften und -normen entwickelt und getestet wurden, und sich bei einer begrenzten Fehlerzahl in einen sicheren Zustand bringen, oder redundant ausgelegt sind. Aber dann dürfte keine Flugzeuge aus technischen Gründen abstürzen, Züge kollidieren oder Atomreaktoren durchgehen.
    Alles ist aber schon passiert und es steht zu befürchten, dass es auch in Zukunft weiter passieren wird. Absolute Sicherheit wird es nie und nirgends geben, nur höchstmögliche.
    Wir leben in einer Welt des begrenzten Determinimus, aber des unbegrenzten Zufalls, und Wahrscheinlichkeit ist keine Sicherheit, solange es keine 100%-Wahrscheinlichkeit ist.

    Auch Proteinkonstruktionen namens Mensch funktionieren hervorragend, sie sind in hohem Maße selbstreparierend und können Immunstoffe gegen 100000 Angreifer in Form von Krankheitserregern dynamisch den Erfordernissen anpassen.
    Aber auch sie sind nicht sicher. Auch wer absolut gesund lebt, kann früh sterben.

    Wer lebt, hat also nirgends absolute Sicherheit. Und absolut sichere Technik wird es auch in Zukunft nicht geben, da sind Roboter nichts besonderes, sondern nur das nächste Glied in der Kette.
    Das Gute aber ist: ohne diese Technik wäre das Leben noch viel unsicherer, da reicht ein Blick in die Geschichtsbücher.


  • Mir fallen ad hoc nur Situationen ein, bei denen ich NICHT von einem Roboter BEDIENT werden möchte. Grund: Die Fehlerquellen sind noch zu vielfältig und zum Teil vielfach bedrohlich im worst case. Im harmlosen Fall einfach nur peinlich.

    Heikle Praxistestserien könnten in einer Robotergruppe durchgeführt werden. Da bedienen Roboter andere "Kollegen". Wenn das was schiefgeht in der Lernphase, kommen keine Menschen, sondern Maschinen zu Schaden.

    Ich trau mich zu behaupten, dass Tätigkeiten, bei denen auch "Soft kills" eine wesentliche Rolle spielen ( und das sind die überwiegenden ) noch sehr lange nicht unproblematisch von Robotern übernommen werden können. Zumindest nicht mit gutem Gewissen.

    Teils werden auch schadensrechtlich verpflichtende Hemmschwellen ( Beispiel USA ) flächendeckende Einsätze dieser "Helfer" noch im überschaubaren Rahmen halten.

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern