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15 Min Lesezeit 90 Kommentare

Tipps und Tricks für bessere Fotos mit dem Smartphone

Um ein guter Fotograf zu sein, braucht es mehr als nur eine gute Kamera. Das stimmt. Trotzdem ist die Technik wichtig. Das gilt auch für die Smartphone-Fotografie. Mit ein paar Kniffen und ohne zusätzliche Kenntnisse und Apps könnt Ihr noch mehr aus Euren Smartphone-Kameras herausholen. Update: Wir geben Tipps zur richtigen Nutzung von AI-Funktionen.

Inhaltsverzeichnis

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Mehr Spaß beim Fotografieren mit unseren Tipps / © AndroidPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Vorbereitung

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Beste Auflösung und Bildqualität

Bevor Ihr mit Eurer neuen Smartphone-Kamera loslegt, werft mal einen Blick in die Einstellungen. Oftmals sind die Einstellungen ab Werk nicht optimal. Manchmal ist eine niedrigere Auflösung eingestellt. Oftmals soll dies für einen besseren digitalen Zoom sorgen – dahingehend solltet Ihr aber auch unseren Tipp unten beachten. Ebenfalls empfehlenswert ist es, das Seitenverhältnis so einzustellen, dass Ihr das größtmögliche Bild erhaltet. Im Screenshot unten ist das das 16:9-Format, weil beim 4:3-Format seitlich Inhalte abgeschnitten werden. Bei anderen Smartphones kann das genau anders rum sein: Dann sorgt das 4:3-Format für die größten Fotos, für 16:9-Bilder werden hingegen Teil des Bildes abgeschnitten. Den besten Bildausschnitt könnt Ihr im nachhinein auswählen.

Da die hochauflösenden Aufnahmen mehr Speicherplatz verbrauchen als welche mit niedriger Auflösung, solltet Ihr immer eine MicroSD-Karte dabei haben – das geht natürlich nur, wenn Euer Smartphone über einen entsprechenden Kartenschacht verfügt. Ist das nicht der Fall, sichert Eure alten Fotos und leert den Speicher, bevor Ihr fotografiert.

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Nutzt für den perfekten Schnappschuss die maximale Auflösung sowie Bildqualität. / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Linse säubern

Achtet darauf, dass die Kameralinse frei ist von Schmutz und Fingerabdrücken. Das Smartphone steckt vermutlich die meiste Zeit in Eurer Hosen- oder Jackentasche – auch da kann sich Staub auf die Linse legen. Wischt am besten vor dem Fotografieren mit einem Tuch über die Linse. Nutzt dazu ein handelsübliches Mikrofasertuch oder ein Brillenputztuch vom Optiker, um die Linse zu säubern, ohne sie zu zerkratzen. Taschentücher gehen zur Not auch, hinterlassen aber mitunter feine und störende Fusseln.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Technik und Fokussieren

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Die richtigen Belichtungseinstellungen finden

In der Fotografie gelten auf technischer Seite drei Werte als relevant für die Qualität des Fotos: Belichtungszeit, die Blende und der ISO-Wert. Zusammen bestimmen sie, wie hell das Foto belichtet wird, wie scharf der Hintergrund abgebildet wird und ob Bewegungsunschärfe ins Bild gerät.

Blende: Bei Smartphone-Fotos könnt Ihr die Blende meist nicht einstellen, weil diese fest vorgegeben ist. Daher kommt es für Smartphone-Fotografen darauf an, die richtige Einstellung des ISO-Wertes und der Belichtungszeit zu finden. Im automatischen Modus macht dies die Kamera selbständig, oftmals liefert aber der manuelle Modus die besseren und präziseren Resultate.

Belichtungszeiten: Lange Belichtungszeiten sind gerade bei weniger guten Lichtverhältnissen eine Option, die Ausleuchtung Eures Fotos zu verbessern. Allerdings sorgt dies dafür, dass bewegende Objekte Schlieren ziehen. Bei Flüssen oder in Nachtansichten einer Stadt kann dieser Effekt kunstvoll eingesetzt werden. Kurze Belichtungszeiten hingegen frieren einen Augenblick tatsächlich ein.

ISO-Wert: Der zweite Wert, den Ihr verstehen solltet, ist der ISO-Wert. Dieser gibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors an. Je höher umso empfindlicher. Mit einem höheren ISO-Wert könnt Ihr zum Beispiel die Belichtungszeit verkürzen und so für schärfere Fotos sorgen. In dunkeln Umgebungen braucht Ihr oft einen hohen ISO-Wert und eine lange Belichtungszeit.

Warum also nicht immer mit einem hohen ISO-Wert fotografieren? Das hat einen einfachen Grund: Denn ein hoher ISO-Wert sorgt auch dafür, dass Rauschen im Bild entsteht. Jedes Smartphone verhält sich dabei ein wenig anders: Manche Smartphones haben auch bei ISO 400 oder 800 kaum Probleme mit Bildrauschen, andere hingegen schon. Daher solltet Ihr Eure Smartphone-Kamera kennenlernen und herausfinden, welcher ISO-Wert zu gerade noch akzeptablen Ergebnissen führt. Für die meisten Situationen sind Werte bis maximal 200 ideal.

Die Macher des Blogs Hamburger Fotospots haben eine wunderbare grafische Darstellung der Wirkung der Belichtungswerte erstellt.

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Eine Cheatcard zur Wirkung der Bildparameter / © Hamburger Fotospots

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Fokus manuell setzen

Viel hängt in einem gelungenen Bild von der richtigen Fokussierung ab. Hier hilft meist der Autofokus, doch der ist nicht fehlerfrei, schließlich weiß er oft nicht, was wir eigentlich im Fokus haben wollen. Ein Fingerzeig reicht, um dieses Problem zu umgehen, denn der Touch-Fokus ist die Lösung. Berührt den Bildschirm da, wo Ihr den Schärfepunkt setzen wollt. Im manuellen Modus der Kamera-App könnt Ihr sogar komplett manuell fokussieren.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Weißabgleich manuell setzen

Wahrscheinlich werdet Ihr Fotos nach der Aufnahme noch ein wenig bearbeiten, sei es für einen Instagram-Post, sei es für das Familienalbum. Doch vorher ist besser als nachher und so solltet Ihr Euch in manchen Situationen mit dem Weißabgleich auseinandersetzen. Der sorgt dafür, dass die Farben auf dem Foto korrekt sind. Die kleinen Sensoren der Smartphone-Kameras kommen vor allem bei elektrischer Beleuchtung gemischt mit Tageslicht gerne einmal durcheinander und hinterlassen ein farblich vermurkstes Bild. In solchen Situationen ist es besser, im manuellen Modus zu knipsen und nach Möglichkeit nur den Weißabgleich manuell so zu setzen, dass eine weiße Fläche wirklich weiß ist. Experimentiert einmal damit herum.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Mehrfach knipsen, später aussortieren

Statt sich auf den perfekten Schnappschuss zu verlassen, lichtet das Motiv lieber gleich mehrfach ab. Ist nämlich das einzige Bild von Eurem romantischen Kussfoto vor dem Eiffelturm in Paris unscharf, werdet ihr es vermutlich später bereuen. Knipst jedes Motiv einfach mehrfach und achtet dabei auf den Autofokus. Und zwar solange, bis Ihr denkt, dass definitiv ein gelungenes Bild dabei ist. Heutzutage bieten vor allem Top-Smartphones eine Serienbild-Funktion, mit der die Kamera mit nur einem Knopfdruck mehrere Fotos in Serie macht. Zu viele Fotos sind aber auch kontraproduktiv, denn Ihr müsst ja später aussortieren. 

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Beide Hände benutzen

Schnelle Schnappschüsse leben oft von der Unsauberkeit und Dynamik des Moments, dürfen also auch mal etwas verwackelt sein. Wenn es aber restlos scharf werden soll, ist die lässige Einhandfotografie einfach nicht genug. Haltet Euer Smartphone mit beiden Händen ruhig und stabil fest. Ein Stativ mit Smartphone-Halterung ist ideal für den perfekten Stand, es reicht aber oft auch, das Smartphone auf einem Geländer abzustellen und so zu stabilisieren.

Kommt das nicht infrage, solltet Ihr versuchen, Eure Arme aufzustützen oder ganz auszustrecken. Je weniger Ihr das Smartphone bewegt, umso schärfer ist das aufgenommene Foto. Könnt Ihr eine Auslöseverzögerung einstellen, dann nutzt diese: Nach dem Auslösen haltet Ihr das Smartphone besonders ruhig und fest.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Motiv und Perspektive

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Die Drittel-Regel

Die Drittel-Regel ist für Fotografen eine vereinfachte Umsetzung des Goldenen Schnitts. Dabei unterteilt man das Bild mit Hilfe von zwei waagrechten und zwei senkrechten Hilfslinien, sodass diese neun gleichförmige Kästchen ergeben (im unteren Bild zu sehen). Bei vielen Smartphones müsst Ihr Euch das Raster nicht gedanklich vorstellen, sondern habt meist eine Funktion in petto, die als Hilfestellung dient. Das Motiv sollte dann auf einer der vier Schnittpunkte des Rasters oder auch längs an einer Linie platziert liegen, damit es richtig in Szene gesetzt wird. Bei Landschaftsaufnahmen ist es sinnvoll, den Horizont an einer der beiden Linien auszurichten.

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Hilfslinien helfen Euch bei der Bildkomposition / © Screenshot: ANDROIDPIT

Mit der Drittel-Regel gelingt eine tolle Foto-Komposition spielend einfach. Es gibt oft weitere Einstellungen für die Hilfslinien. Manche Apps können Euch die Hilfslinien auch im Goldenen Schnitt anzeigen, wobei kleinere Unterschiede in der Bildgestaltung die Folge sind.

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Manche Apps können Euch auch mit dem Goldenen Schnitt weiterhelfen / © Screenshot: ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Gerader Horizont

Dieser Tipp knüpft an den letzten an und hier kann ebenfalls das eingeblendete Raster im Sucher behilflich sein. Schiefe Linien bringen Unruhe ins Bild, es sei denn, das ist beabsichtigt. Der Horizont ist beim Blick in die Ferne die dominante Linie, sorgt also dafür, dass der Horizont nicht schief ist.

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Auf diesem Bild verleiht die Pflanze im Vordergrund im linken Bilddrittel der Aufnahme Tiefe, der schiefe Horizont wirkt jedoch störend und bringt Unruhe ins Bild. / © ANDROIDPIT

Tipps für Smartphone-Fotografie: Vermeidet stürzende Linien

Dieser Tipp ist genau genommen verwandt mit der geraden Horizontlinie. Aber jetzt geht es um die Ausrichtung der Kamera zum Motiv. Haltet Eure Kamera möglichst gerade, um den Effekt der stürzenden Linien zu vermeiden. Diese entstehen, wenn Ihr zum Beispiel ein Hochaus schräg fotografiert. In extremen Blickwinkeln kann das ein schöner Effekt sein. Fotografiert Ihr aus einer gewissen Entfernung, kann es so wirken, als falle das Hochaus. Versucht daher, das Smartphone höher zu halten, sodass Ihr das ganze Haus auf das Bild bekommt. Alternativ kann auch das Hochformat helfen. Im Notfall muss die spätere Bildbearbeitung ran, dann aber verliert Ihr einen Teil des Bildes, weil die Programme meist seitlich Bildinformationen entfernen müssen.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Platz-Regel (Rule of Space)

Wie schon erwähnt, brauchen einige Motive auf dem Foto auch Platz "zum Atmen oder Gucken". Wie beim Goldenen Schnitt handelt es sich um ein weiteres Element, mit dem man mehr Harmonie auf dem Foto kreiert. Mit der Platz-Regel richtig eingesetzt, erreicht Ihr ein Gefühl von Bewegung, Aktivität oder Abschluss in der Komposition. Bei einem Portrait kann der Blick der Person ins Weite schweifen und da ist es oftmals ideal, Platz in der Richtung des Blickes zu lassen und nicht gleich beim Gesicht abzuschneiden. So kann der Blick etwa auch zum Ausdruck bringen, dass der Abgebildete gerade konzentriert überlegt – was dem Foto oft mehr Leben einhaucht.

Fotografiert Ihr etwa ein fahrendes Auto solltet Ihr ebenfalls Platz lassen, wohin das Auto fährt, statt abgefahrenen Asphalt auf dem Bild festzuhalten. Diese Regel, wie auch die Drittel-Regel, dürfen und sollen gebrochen werden, wenn ein Foto es verlangt und verspricht, dadurch etwas Besonderes zu werden.

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Platzregel: Gebt Eurem Motiv etwas Platz "zum Atmen". / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Sorgt für Elemente im Vordergrund

Fotos bilden den dreidimensionalen Raum um uns herum ab. Ist Euer Motiv aber recht weit entfernt, kann es sinnvoll sein, dieses mit mehreren Bildebenen aufzuwerten. Eine Person, ein Baum oder ein anderes Objekt im Vordergrund haucht einem sonst faden Panorama Leben ein, denn seine Präsenz verleiht dem Gesamtbild mehr Tiefe. "Vordergrund macht Bild gesund", heißt es in der Fotografenweisheit.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Fotografieren von oben

Wollt Ihr Selfies oder Portrait-Fotos von anderen Menschen machen, solltet Ihr das Smartphone beim Fotografieren etwas höher halten, so dass das Motiv beim Ablichten etwas nach oben schaut. So vermeidet Ihr lästige Doppelkinn-Effekte und ungewollte Konturen. Natürlich gibt es auch andere Positionen, in denen Eure Schokoladenseite zur Geltung kommt. Guckt Ihr jedoch nach oben, streckt Ihr den Hals und das Gesicht und alles wirkt auch ohne Bildbearbeitung und Beauty-Modus etwas glatter und straffer. Übertreibt es aber nicht mit dem Fotografieren von oben, sonst wirkt die abgelichtete Person wie ein Zwerg.

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Selfies und Portrait-Fotos machen einen besseren Eindruck, wenn man von oben fotografiert. / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Die passende Tageszeit abwarten

Schnappschüsse erlauben oft nicht den Luxus der geduldigen Bildkomposition. Wer aber ein Foto plant, sollte sich überlegen, wann er es macht, denn Morgen- und Abendstunden bieten oft viel interessantere Lichtverhältnisse als die Mittagszeit.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Mit der Perspektive spielen

Ein Foto muss nicht immer in Augenhöhe entstehen, die Perspektive haben wir ohnehin schon den ganzen Tag. Probiert doch mal andere Winkel, stellt Euch auf eine Anhöhe und fotografiert herab oder geht in die Knie. Sucht Euch Blickwinkel, die Euer Motiv aus ganz neuer Perspektive erstrahlen lassen. Gerade bei Touristenattraktionen solltet Ihr abseits der bekannten Wege nach neuen Darstellungen, Formen und Linien suchen, die Eurem Bild das gewisse Etwas geben. So entstehen oft viel interessante Bilder – allerdings auch das verhasste Doppelkinn. Also Vorsicht bei Porträts von unten.

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Für dieses Bild wurde eine Position dicht über dem Boden gewählt, dadurch wirkt es dramatischer und schwungvoller. Das Heraufsetzen der Farbsättigung tut Ihr Übriges. / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Panorama

Wollt Ihr keine Menschen Menschen sondern Natur und Landschaften ablichten, bietet sich der Panorama-Modus an. Vor allem sehr große Motive, etwa eine Gebirgskette oder ein Sonnenuntergang am Meer brauchen manchmal mehr Platz als auf einem Einzelfoto vorhanden ist. So ziemlich jedes aktuelle Smartphone hat einen entsprechenden Modus, der Euch das Zusammenschnippseln von mehreren Bildern abnimmt und Sie auch sauber zusammenfügt.

Falls Euer Smartphone etwas älter ist, kann natürlich auch eine Anwendung mit passender Funktion aus Googles Play Store hilfreich sein. Panorama-Bilder eignen sich auch für ein Titelbild auf Facebook, auch wenn nicht das ganze Bild passt, kann der schönste Teil Euer Profil noch mehr hervorheben.

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Soll eine breite Kulisse aufs Bild, solltet Ihr den Panorama-Modus verwenden. / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Licht beachten

Licht kann Euer Freund und Euer Feind sein, je nachdem, in welcher Umgebung Ihr Euch befindet und was Ihr einfangen wollt. Frontale Sonneneinstrahlung ist oft ein echtes Problem, es sei denn, Ihr wollt das Bild absichtlich überbelichten und in der Nachbearbeitung mit dem Kontrast spielen. Wenn möglich, stellt Euch also mit dem Rücken zum Licht und vermeidet starke Schatten von vorne. Sollte die frontale Lichtquelle mal nicht vermeidbar sein, schaltet den Blitz hinzu, das hilft manchmal.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Blitz nur im Notfall einsetzen

Wenn eine starke Belichtung nicht absolut essenziell für das Bild ist, sollte man vom Blitz lieber absehen, da er selten wirklich schöne Bilder produziert. Nicht nur die Qualität der Farben leidet darunter, die gleichmäßige Ausleuchtung im Bild wird oft völlig zerstört. Der Vordergrund erstrahlt im grellen Weiß, der Hintergrund verschwindet völlig. Da ist ein Foto mit natürlichem Licht und mehr Bildrauschen am Ende oft angenehmer und ansehnlicher als ein vom Blitz getroffenes.

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Natürliches Licht ist das beste Licht für Fotos. Vermeide Blitzlichtaufnahmen wie bei diesem Bild, wenn Du kannst. / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: LED-Blitz

Der LED-Blitz der Smartphone-Kamera soll Euren Schnappschüssen die entsprechende Belichtung liefern, wenn das passende Licht fehlt. Doch das Resultat bei Smartphones ist meist sehr enttäuschend und das Motiv wirkt unnatürlich überbelichtet. Auch der Hintergrund leidet an dem hellen Blitzlicht, was zwar das Motiv in den Vordergrund rückt, doch Schatten auf die restlichen Details wirft. Ein Foto-Blitz führt oft zu harten Schattenkanten, was dem Bild Natürlichkeit raubt. Als Gegenmaßnahme eignet sich ein halbtransparentes, weißes Klebeband, das Ihr über den Blitz Eures Smartphones klebt. So habt Ihr einen selbstgebastelten Diffusor, der die Härte des Blitzes etwas entschärft und für fließende Licht- und Schattenübergänge sorgt. So wirkt das Foto natürlicher und schöner. Vor allem auf Partys bei etwas gedämpfter Belichtung kann der selbstgemachte Diffusor Wunder bewirken.

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Von links nach rechts: Ohne LED-Blitz, mit LED-Blitz (ohne Diffusor), mit LED-Blitz (mit Diffusor). / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Mit den Füßen zoomen

Der digitale Zoom im Smartphone mag Euch einige Schritte ersparen, dafür ruiniert er jedoch das Bild. Hier liegt nach wie vor ein großes Defizit der Smartphone-Kameras gegenüber ihren Kollegen mit optischem Zoom, also Kompakt- und Spiegelreflex-Kameras. Da das Zoom-Objektiv fehlt, wird lediglich der Bildausschnitt digital vergrößert, was jedoch die Detail-Auflösung drastisch verringert. Tut Euch also den Gefallen und geht lieber ein paar Schritte mehr.

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Diese 100-Prozent-Ansicht zeigt deutlich den Unterschied zwischen optischem (links) und digitalem Zoom (Mitte und rechts): Während bei der Sony Cybershot QX10 (links) immerhin Details erkennbar sind, liefern das Xperia Z1 (Mitte) und erst recht das LG G2 (rechts) nicht mehr als Pixelbrei. / © ANDROIDPIT

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Lieber Schatten als Sonne

Der HDR-Modus hilft in Smartphones zunehmend dabei, starke Lichtdiskrepanzen im Bild zu kompensieren. Er hat aber erstens seine Grenzen, und zweitens muss er oft gar nicht zum Einsatz kommen, wenn Ihr Euch einfach in den Schatten stellt und aus ihm heraus fotografiert. Direktes Licht kann das Bild sehr belasten, strahlender Sonnenschein sorgt also nicht immer für strahlende Bilder.

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Oben mit HDR, unten ohne: Der Unterschied ist erkennbar. / © ANDROIDPIT

AI-Funktionen und ihre Tücken

Immer mehr Smartphones kommen mit sogenannten AI-Funktionen daher, die beim Fotografieren helfen sollen. Mit Prozessen aus dem Bereich des Maschinellen Lernens erkennen die Smartphones, was sich vor der Linse befindet, und passen zahlreiche Parameter automatisch an. Anders als beim normalen Automatik-Modus zählen dazu nicht nur Weißabgleich, Belichtungszeit, ISO und andere grundlegende Optionen, sondern häufig auch Effekte wie ein ins Bild gerechnetes Bokeh, simuliertes Studiolicht, die Kombination mehrer Aufnahmen zu einer und ähnliche Dinge.

Vor allem Fotografie-Anfänger profitieren davon, aber auch diejenigen, die nicht viel herumprobieren und nachdenken möchten, sondern einfach schnell draufhalten. Oft gibt die AI-Unterstützung einem Smartphone-Foto erst den letzten Schliff. Bei schwierigen Bedingungen, etwa wenig Licht, kann die AI wichtige Unterstützung liefern.

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Software-Hilfsmittel können praktisch sein, wenn es schnell gehen muss. / © AndroidPIT

Es gibt aber auch Situationen und Motive, in denen diese AI-Helferlein es ein wenig zu gut meinen. Immer wieder entstehen Bilder, bei denen vor allem die Farben extrem aufgedreht erscheinen. Auch Beatuty- und Portrait-Effekte können ein Foto regelrecht entstellen. Es ist eben nicht so ganz trivial, alle Einstellungen automatisch zu treffen, zumal es das "perfekte" Foto nicht gibt: Jeder Fotograf findet einen anderen Look hübsch und nicht jedes Bild soll schließlich den gleichen Effekt erzielen. Die Automatik schränkt die kreativen Möglichkeiten deshalb auch ein.

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Die AI kann auch zuviel des Guten sein. / © AndroidPIT

Ihr solltet Euch darüber bewusst sein, dass solche AI-Funktionen manchmal hilfreich sind, aber vielfach auch über das Ziel hinaus schießen. Grund genug, sie dosiert einzusetzen. Es spricht nichts dagegen, diese AI-Features aktiv zu lassen, da sie vor allem bei Schnappschüssen helfen, bei denen die Zeit knapp ist. Habt Ihr dagegen genug Zeit, ein Foto zu machen, lohnt es sich, diese Automatik-Funktionen abzuschalten, denn mit manuellen Einstellungen lassen sich in aller Regel mindestens genau so gut, in jedem Fall aber natürlichere Ergebnisse erzielen. Einige Smartphones, etwa das Honor 10, speichern gleich zwei Bilder ab, eines mit und eines ohne AI-Verbesserungen, und lassen Euch so auch im Nachhinein die Wahl. Das ist besonders praktisch. Übrigens: AI im Smartphone muss nicht unbedingt teuer sein, zumal auch der Handyvertrag mit Handy eine günstige Option sein kann.

Tipps und Tricks für Smartphone-Fotos: Effektiv nachbearbeiten

Nun verlassen wir den Bereich der Fotografie. Ist das Bild erst einmal im Kasten, geht es ja weiter: Ihr wollt die Bilder teilen. Bevor Ihr dies macht, könnt Ihr aber noch einiges aus den Fotos holen – sei es, die Farben zu korrigieren, den richtigen Ausschnitt zu wählen oder mit Filtern für mehr Dramatik sorgen. Dafür solltet Ihr die passende Bildbearbeitungs-App installiert haben:


Dieser Artikel wurde an vielen Stellen überarbeitet. Kommentare können daher zusammenhanglos wirken.

90 Kommentare

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  • Peter vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Mein Tipp ist, nicht nur ein Foto machen, sondern immer mehre von einem Motiv. Auch mal den Serienbildmodus verwenden. Meist schaffen die Smartphones hier 20 und noch mehr Bilder in der Sekunde. So hat man auf jeden Fall mehr Chance das ein sehr gutes Bild dabei ist.
    Dieser Tipp gilt für alle Arten von Fotografie. Man vergisst es halt öfter.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Der wichtigste Tipp ist immer noch: nicht blind dem Automatik-Modus vertrauen. Wer jedoch mal mit einem iPhone Apps wie Camera+ oder Pro Camera verwendet hat, wird betreffend Fotografie Android nicht vermissen.


    • Peter vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Können diese besagten Apps jetzt schon länger als 1 Sekunde belichten? Hatte nämlich genau diese 2 Apps ausprobiert, und da war leider keine längere Belichtungszeit als 1 Sekunde möglich. Was ich aber sehr positiv erwähnen muss das diese 2 Apps perfekt funktionieren. Wie Systemeigene Apps. Das ist bei Android leider nicht so. Camera MV-5 und wie sie alle heißen sind regelrecht Schrott.


  • "Im Screenshot unten ist das das 16:9-Format, weil beim 4:3-Format seitlich Inhalte abgeschnitten werden. Bei anderen Smartphones kann das genau anders rum sein: Dann sorgt das 4:3-Format für die größten Fotos, für 16:9-Bilder werden hingegen Teil des Bildes abgeschnitten."

    Äußerst ungewöhnlich! Seit wann werden in Smartphones 16:9 Sensoren verbaut? Ich wusste bislang nicht mal, dass es Sensoren im 16:9 Format gibt.


  • Motiv anvisiert,Smartphone drauf halten und Automatik macht den Rest.manuell alles einstellen geht nur selten da die Zeit meist nicht da ist bzw. das fotoziel nicht Geduld hat.mein wuffi hat da keine Geduld das ich erst alles einstellen will.und wenn dann sind es bei mir spontanfotos


  • Smartphone Foto Sensoren sind meist im Format 4 zu 3. Also immer die höchste Auflösung wählen. Beschneiden kann man hinterher immer noch. Ans Format gebunden ist man nicht mehr so wie früher.
    Des Weiteren den Bildaufbau in Höhe und Breite dritteln. Stichwort goldener Schnitt. Außerdem ist es hilfreich wenn das Auge von links nach rechts über das Bild geführt wird. Das hängt mit der westlichen Lesegewohnheit zusammen. Falls man wirklich vor einem tollen statischen Motiv steht, die ISO-Zahl so niedrig wie möglich halten. Gegebenenfalls das Handy irgendwo abstützen. Den HdR Modus ausschalten sowie den Automatikmodus. HDR Modus kann man nachher in Photoshop gezielt durch das aufhellen dunkler Bereiche Bereiche oder helle Bereiche abdunkeln prima erstellen. Außerdem kann man das Farb oder Helligkeit Rauschen viel gezielter an einem PC Monitor kontrollieren als es die Automatik meinem Handy kann.

    Tim


  • Top Artikel sehr informativ für Einsteiger und Erfahrene! Danke


  •   27
    Gelöschter Account 27.12.2016 Link zum Kommentar

    Super Artikel! :)


  •   16
    Gelöschter Account 26.12.2016 Link zum Kommentar

    Warum spart ihr nicht an Artikeln über die Weihnachtszeit? Alles was kommt ist scheinbar uraltes Zeug :/


  •   26
    Gelöschter Account 25.12.2016 Link zum Kommentar

    Mit meinem Sony Xperia Z5 Compact kann man das Bildchen schießen ziemlich vergessen. Außer unscharfen, verpixelten Müll bekommt man da fast nie etwas Brauchbares raus. Da war mein LG G3 um Welten besser, obwohl weit weniger Pixel. Weniger ist oft mehr. Ich hab auf jeden Fall jetzt überall meine DSLR wieder mit dabei, da man das Ergebnis leider total vergessen kann. Ich würde aktuell kein Sony mehr kaufen. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Vielleicht schafft ja jemand etwas Brauchbares damit, dann wäre ich für alle Tipps offen.


  • Moin,
    kann es sein, dass ihr versehentlich die Fotos am Ende des Beitrages vertauscht habt:
    "Oben mit HDR, unten ohne: Der Unterschied ist erkennbar. " ?


  • Für mich als leidenschaftlicher Hobby-Fotograf ein gut geschriebener Artikel. Eure vorgeschlagenen Apps muss ich mal ausprobieren :-)


  • "Aufgewärmtes" schmeckt halt oftmals ganz gut. War/Ist ein guter Artikel m.M.n.


  • Mein Tip !! Zuerst mal ein gutes Handy sonst wird es auch mit den Tips nichts ;-)


    • Naa, stimmt nicht so ganz... Ich bekomme mit meinem Oneplus x (das ja laut Medien sooo eine schlechte Kamera hat) verhältnismäßig schöne Bilder hin. (Siehe on Instagram @mabopictures)


      • Dann musst mal die Fotos auf einem großen Bildschirm mit einem LG g4 vergleichen. Das macht sehr gute Fotos. Auf instagram sehen ja alle die Fotos ganz gut aus. Da sieht sogar ein Sony Ericsson K770i ganz gut aus 😉


  • Ein Smartphonestativ kann auch durchaus hilfreich sein. Vor allem da man die Stativbeine um einen Gegenstand knicken kann. Gibts schon ab 13 Euro bei Amazon.


  • Gibt es bei meiner G2 Kamera keine Möglichkeit einen Raster einzublenden? Kann mir da jemand helfen?


  • C. F.
    • Blogger
    17.09.2015 Link zum Kommentar

    Ein ganz wichtiger Tipp fehlt: die Auflösung runterschrauben. Oftmals machen die Kameras mit z.B. 8MPX bessere Bilder als mit voll aufgedrehten z.B. 12MPX. Denn mehr Pixel heißt nicht automatisch bessere Bilder. Das vielleicht noch in den Artikel mit aufnehmen. Danke.

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