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"TheWall - Berliner Mauer live" - die Berliner Mauer auf einen Blick?

Heute ist der 9. November 2010. Der neunte November hatte für Deutschland oft schicksalshafte Bedeutungen. An viele möchte man nicht unbedingt mehr denken müssen. An andere dagegen schon.

Zu Letzteren gehört sicherlich auch der Berliner Mauerfall, der sich heute zum 21. Mal jährt. Wir hier in Berlin werden daran natürlich permanent erinnert: es gibt die East Side Gallery, den Checkpoint Charly, den Mauerpark... All das sind Zeugnisse der geteilten Stadt.

Dennoch wird man immer wieder von Freunden und Bekannten, die einen hier in Berlin besuchen kommen, nach dem ehemaligen Verlauf der Mauer gefragt. Und selber fragt man es sich auch immer wieder, wenn man durch die Stadt läuft, wie die damalige Grenze denn tatsächlich war. Am Gesicht der Stadt kann man es nicht immer festmachen. Denn die Narben sind Gott sei Dank recht gut verheilt.

Gestern erreichte uns eine Pressemitteilung, dass es eine App mit dem Namen "TheWall - Berliner Mauer live" gibt, auf die alle Berlin-Fans, -Toursiten und -Neugierige scheinbar gewartet haben.

Was "TheWall" kann? Lest es in unserem Testbericht nach...

 

Bewertung

Getestete Version Aktuelle Version
1.961 1.2.9

Funktionen & Nutzen

"TheWall - Berliner Mauer live" richtet sich vor allem an Menschen, die sich gerade in Berlin befinden. Berlin wurde nach dem zweiten Weltkrieg von den Siegermächten in vier Sektoren eingeteilt und verwaltet. Es gab den französischen, den britischen, den amerikanischen und den russischen Sektor.

Die App macht es sich zur Aufgabe Menschen das geteilte Berlin näher zu bringen. Man sieht auf einer Google Map die ehemaligen Sektoren eingezeichnet. Gleichzeitig wird ebenfalls die eigene Geo-Location eingezeichnet. Die App sagt einem dann gleich ob man sich ehemaligen Ost- oder West-Berlin befindet und wieviele Kilometer es zum nächsten Grenzübergang sind. Sogenannte "Point of Interests" - also wichtige Orte - sind auch in der Karte verzeichnet. Es gibt drei Arten von "Point of Interests" (POIs):

  • Blau: POIs bezogen auf den Kalten Krieg
  • Grün: POIs, die Mauerstücke auf der ganzen Welt zeigen
  • Rot: POIs bezogen auf die ehemalige Mauer

Zu allen POIs werden Wikipedia Links angezeigt.


Fazit
Eigentlich will ich genau so eine App immer wieder haben: Mit einem Blick nachvollziehen wie die Mauer verlaufen ist! Innerhalb von Berlin gibt an vielen Stellen einen eingezeichneten Verlauf oder noch Mauerreste. Aber an einigen Stellen eben auch nicht. Ich persönlich will mich aber eben gerne daran erinnern. Es jagt einem immer wieder einen Schauder über den Rücken, wenn man überlegt, dass vor ein bißchen mehr als 20 Jahren die Menschen sich hier in Berlin nicht frei bewegen konnten.

Man vergisst eigentlich viel zu schnell. Hier sollen die POIs helfen ein paar wichtige Gebäude und Orte zu entdecken oder mal wieder nachzulesen. Man bekommt ein kleines Bild und einen kleinen Teaser angezeigt, sobald man einen POI anklickt. Will man alles lesen, wird man allerdings zu Wikipedia weitergeleitet. Das ist unpraktisch.

Trotzdem fehlt mir irgendwas, damit ich sagen könnte "ja, diese App hat einen sehr großen Nutzen". Leider kann ich es nicht genau festmachen was es ist. Sind es die insgesamt zwar wichtigsten, aber dennoch spärlichen POIs? Ist es, dass es richtig cool gewesen wäre Tonmaterial in der App zu haben? Oder vielleicht Videos? Genau kann ich es nicht sagen. Aber es reicht einfach nicht für vier Sterne.

 

Bildschirm & Bedienung

War ich mir bei den Funktionen noch unsicher ob es drei oder vier Sterne werden sollten, weiss ich bei "Bildschirm & Bedienung" ganz sicher, dass es nicht für drei Sterne reicht! Im Gegenteil: Ich habe lange und hart mit mir gerungen ob ich "TheWall" nicht vielleicht nur einen Stern verpassen sollte. Das hat mehrere Hintergründe:

  • "Position verfolgen": Heute noch habe ich in einem Blogeintrag geschrieben, dass man einem User nicht zu viele Einstellungen überlassen sollte. Das kann man hier nur wiederholen! Per default ist die Option "Position verfolgen" aktiviert. Das hat aber zur Folge, dass die Karte immer die eigene Position zentriert. Und das stört gewaltig! Will man sich nämlich ein wenig auf der Karte "umsehen" und scrollt die Karte auf eine andere Position, springt diese nach zwei, drei Sekunden einfach wieder auf die Ursprungsposition zurück. Damit man frei scrollen kann, muss man dieses "Feature" über die Menü-Taste deaktivieren!
  • "Der Rahmen": Der Entwickler hat sich wohl gedacht, dass man für die bessere Optik eine Maueroptik auf den Bildschirm bringt, und man so das Gefühl bekommen soll, man würde durch ein eingeklpftes Mauerloch gucken. Quasi "Another Brick in the Wall"... Man kann diese Option abschalten. Aber ich frage erneut nach dem Sinn dieses "Features". Erstens verdeckt es einen großen Teil der Karte. Und zweitens bekomme ich zumindest ein beklemmendes Gefühl durch ein Mauerloch zu gucken. Da hat jemand nicht wirklich nachgedacht!
  • "Du bist nicht in West-Berlin": Ich selber bin weder in der DDR, noch in Ost-Berlin aufgewachsen. Und ich finde die "Ostalgie", die es oft gibt, völlig unpassend. Die DDR war ein Unrechtstaat! Dennoch finde ich es alles andere als passend wie der Entwickler von "TheWall" beschreibt in welchem Teil von Berlin man sich gerade befindet. Ist man nämlich im ehemaligen Ostteil der Stadt, wird "Du bist nicht in West-Berlin" in roter Schrift. Bin ich dagegen im ehemaligen Westen, steht mit weißer Schrift "Du bist in West-Berlin"! Was will uns der Entwickler damit sagen? Ich überlasse das jedem selbst dies zu deuten. Ich empfand es aber als - sagen wir - befremdlich!
  • "Google Map Einbindung": Bei meinem Test ging das Wechseln zwischen der Ansichten nicht. Ich konnte nur das Layer des Entwicklers sehen, nicht aber das Kartenmaterial von Google Maps. Das ist sicherlich nur ein kleiner Bug, hat aber aufgrund der o. g. Punkte nicht gerade für Erheiterung bei mir gesorgt.


Fazit
"TheWall - Berliner Mauer live" ist von der Idee gut! Das was der Entwickler hier aber abgeliefert hat, ist viel zu wenig und über den guten Geschmack hinaus. Gerade der oben beschriebene Punkt "Du bist nicht in West-Berlin" hat mich fremdschämen lassen und ist im wahrsten Sinne des Wortes schwarz-weiß-Malerei.

Es wäre wirklich um ein Haar nur ein Stern geworden! Ich glaube aber, dass der Entwickler mit der Beseitigung der oben genannten Punkte eine brauchbare, gute App bauen könnte und sehe es als Ausrutscher. Wollen wir mal sehen was da noch so kommt...

 

Speed & Stabilität

"TheWall - Berliner Mauer livel" war im Test sehr langsam und laggy. Es gab auch zwei Force Closes. "Sehr viel Nachholbedarf" ist also das Resümee... 

Preis / Leistung

"TheWall - Berliner Mauer live" kostet sage und schreibe 1,99 Euro. Und das bei diesem Stand! 

Screenshots

7 Kommentare

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  • Als AR Einblendung ins Kamerabild wär sowas mal cool.
    Aber so...

  • Hallo und vielen Dank für den ausführlichen Test.
    Wir werden uns um die Anregungen kümmern und uns mit Version 1.962 zurückmelden.

  • Komplett unnütz - Sorry !
    Aber für was soll das gut sein ?
    Mauerverlauf bekomme ich besser über Wikipedia
    und Weblinks angezeigt zumal die App weder bei
    mir noch meinem Kollegen ( Desire plus Froyo )
    startfähig ist - man probiert es halt dochmal aus.
    Andererseits bekommt man den genauen Mauerverlauf
    bei Google Maps ohne Probs angezeigt.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    10.11.2010 Link zum Kommentar

    Ja, ich finde sie viel zu teuer für das was sie bietet.

  • Also interessant ist die App definitiv, aber 1,99 €? Über 49 Cent würde ich ja nicht diskutieren aber darüber...

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    09.11.2010 Link zum Kommentar

    Ja, das glaube ich auch! Der hat auch einen praktischen Nutzen. Wobei ich die Idee an sich gut fand das direkt über eine Google Map aufzubauen und anzuzeigen. Aber das hier macht aktuell gar keinen Sinn!

  • Interessanter scheint mir die Ebene "Berliner Mauer" von Layar zu sein. Die blendet die Mauer virtuell im Kameramodus ein. Man schaut also durch das Handy und sieht die Umgebung mit der eingeblendeten Mauer (natürlich dort wo sie stand). Habe ich leider nicht probieren können, wahr schon lange nicht mehr in Berlin.
    Vielleicht könnt ihr das ja mal testen.

    Gruß

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