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Tesla Cybertruck: Sieht so die Zukunft des Autos aus?

Tesla Cybertruck: Sieht so die Zukunft des Autos aus?

Der Cybertruck von Tesla ist ein in Edelstahl gepresster Weckruf an die Automobilbranche. Wer sich beim Anblick des Stahlhaufens an Science-Fiction-Filme aus vergangener Zeit erinnert sieht, wird sich erschrecken. Der Kastenwagen ist Realität und wird bald auf den Straßen der Welt zu sehen sein. Doch ist es auch die Zukunft des Automobils oder nur eine Spinnerei aus der sprudelnden Ideenfabrik Elon Musks?

Noch vor wenigen Wochen haben sich Designer mit möglichst organischen Formen ein Bild des neuen Cybertrucks gemacht und lagen doch alle völlig daneben. Die kantige Form, die nun den Cybertruck prägen hatte keiner so richtig auf dem Zettel. Das Design ist aber nicht das einzige, was den Cybertruck ausmacht. 

Zukunftsdesign? Nur bedingt.

Klar, das Design ist die Grundlage der meisten Diskussionen nicht nur im Netz, sondern auch in der Branche. Denn der Cybertruck sieht anders aus, als die klassischen Ansätze der Traditionshersteller. Doch es gab schon immer designerischen Wagemut auf der Straße. Der Ferrari Testarossa und sein Konkurrent, der Lamborgini Countache, waren solche Autos. Auch Fiat hat mit dem Multipla einen neuen Ansatz gefahren und war zumindest leidlich erfolgreich damit. Das Design, so außergewöhnlich und radikal wie es auch sein mag, ist also nicht die Revolution, die ich in diesem Auto sehe. Wenn dann ist es der Mut, den Tesla beim Autodesign beweist.

tesla cybertruck konzept
Cybertruck-Konzept vor der Vorstellung / © behance

Motorisierung und Fahrleistung 

Der Tesla Cybertruck ist besonders in seiner größten Ausbaustufe ein Kraftprotz und wird bei der Beschleunigung und der Zugkraft einigen alteingesessenen Herstellern sicher die Leviten lesen. Doch auch hier ist die bigger-is-better-Mentalität nichts Neues. Elektromotoren haben allesamt den Vorteil, dass sie Drehmoment von der ersten Umdrehung an haben und eben nicht erst “auf Tour“ kommen müssen. Leistungslöcher wie bei Turbo-Ottomotoren gibt es ebenfalls nicht. Das hat unter anderem auch schon Porsche herausgefunden und Hybrid-Modelle entwickelt, die ihren reinen Verbrenner-Brüdern das Fürchten lehren. 

In diesem Bereich wird es viel wichtiger sein, ob die Geländegängigkeit unter anderem durch intelligente Differenziale und Fahrwerkseinstellungen mit den reinen Fahrleistungen mithalten können. Das wird man erst sehen, wenn die ersten Testexemplare bei den Automobil-Spezialisten angekommen sind. 

tesla cybertruck innen
Puristisch und mit zwei Dreierreihen: Der Innenraum des Cybertrucks / © Tesla

Clevere Lösungen sind wichtiger als das martialistisches Auftreten 

Was macht ein Automobil der Zukunft also aus? Sparsamkeit wird man dem Cybertruck wohl nicht auf die Habenseite schreiben können. Das Edelstahlungetüm ist zwar elektrisch angetrieben, jedoch verbraucht ein solches Gefährt einiges mehr als ein leichtes Stadtauto. Doch Musks Ideen, die über die angesprochene Einstellung einfach alles größer und stärker zu machen, hinausgehen schon.

Da sind Kleinigkeiten, wie die Heckklappe, die wie bei der Vorstellung zur Rampe wird. Oder das Konzept der zwei Sitzplatz-Dreierreihen. Dazu kommt, dass man zwar dem Design keine Revolution zuschreiben kann, aber es verspricht zumindest eine Abwechslung. Die Baukastendesigns von Audi, BMW oder Mercedes bringen immer gleiche Elemente in allen Fahrzeugen. Damit wird es immer langweiliger. Wer will schon einen Audi A8, der sich das Frontdesign mit einem Audi A1 teilt? 

Vor allem eines macht mir jedoch Hoffnung, dass der Cybertruck etwas bewegen kann. Elon Musk hat bestätigt, dass man ein Solardach für den Pickup plant. Das ist keine große Sache im Kleinen, gibt es doch Solaranlage wie Sand am Meer. Doch der Cybertruck bringt eine solche Option in ein Auto, das die nötige Coolness mitbringt, damit testosterongesteuerte Kraftprotze endlich auch umweltfreundlich sein können, ohne in ihren Augen ihr Gesicht zu verlieren. Das Dach soll den Akku bei Sonneneinstrahlung für 15 Meilen pro Tag aufladen. Das wären 24 km und damit für viele Menschen genug, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen – und das kostenlos.

Tesla baut den V8-Abhängigen und Muscle-Car-Liebhabern eine Brücke, weg von ihren Benzinvernichtern, hin zu einem halbwegs umweltfreundlichen Antriebskonzept. Und das zu bezahlbaren Konditionen. Freilich ist beim Startpreis von 36.000 Dollar keine Höllenmaschine drin (die kostet wegen der drei Motoren mindestens 63.000 Dollar) und auch der Autopilot muss mit 6.300 Euro dazugekauft werden. Doch ist man mit einem Tesla Cybertruck trotzdem noch billiger unterwegs als mit einem Audi e-tron oder einem Mercedes EQC 400 4Matic

Tesla Cybertruck: Sieht so also die Zukunft des Autos aus?

Ich persönlich glaube nicht daran, dass der Cybertruck die Zukunft des Autobaus darstellt. Doch eines ist er: Ein Brückenbauer! 

Der Truck hat das Potenzial die abzuholen, die bisher auf die „gute alte Zeit“ gesetzt haben. Und wenn sie sich nicht den Cybertruck selbst kaufen, sondern auch nur die Überzeugung mitbekommen, dass ein E-Auto eine tolle Alternative auch in einem Nischenprodukt wie einem Pickup ist und einige Vorteile gegenüber Verbrennern bietet, hat Musk schon etwas erreicht. Wenn nicht für sich selbst, dann zumindest für die Autobranche, die jetzt wohl etwas anders über „langweilige“ E-Autos spricht. 


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Top-Kommentare der Community

  • Diesel vor 2 Wochen

    Das Ding sieht aus als hätte es ein 5 jähriger gezeichnet. Fehlen bloß noch viereckige Räder.

  • Blaubär vor 2 Wochen

    Warum gefällt mir dieses merkwürdige Teil bloß so gut??? Ist er gar wirklich Visionär, dieser Musk? Ich empfinde diese Karre als mutig, im positiven Sinne.

42 Kommentare

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  • Das Auto von Chuck Norris braucht kein Benzin und Akku, es fährt aus Respekt.


  • Und wieder ein tolles Auto von Herrn Musk. Seine Raketen landen wieder und können wieder betankt werden. Aber mal ehrlich wieviel können sich einen Tesla leisten?? Wie wäre es den wen er mal einen bezahlbaren Wagen entwickelt den sich auch der einfache Fabrikarbeiter leisten kann oder eine Familiekutsche die wirklich ihren Namen gerecht wird. So baut er nur Spielzeuge für Millionäre und zum Mars muss auch keiner dringend fliegen die nächsten Jahre.


    • Also 36.000 Dollar sind doch schon ´mal gar nicht sooo schlecht...
      Das sind knapp 33 000€.
      Und davon gehen dann auch noch die 6000€ Kaufprämie weg.
      Für 27 000€ kriegst Du grad ´mal nen Golf.


  • MKBHD hats ja bereit bestellt


  • erinnert an einen Tarnkappen-Bomber mit diesem Eckigen Design. Aber eigentlich sollte man die Dinger eher besser als noch schlechter wahrnehmen können.


  • ..könnte direkt aus dem Film Total Recall aus den 1990er stammen, welcher im Jahre 2084 abspielt. D.h. Tesla ist etwas zu früh dran


  • Die Überschrift müsste so lauten:
    Tesla Cybertruck: Sieht die Zukunft des Autos wirklich so hässlich aus?


  • Dann reise ich wieder zurück in die DDR...die Autos waren mit geschlossenen Augen erkennbar. Alleine der Trabi hatte Charakter. Er riecht gut und man hörte ihn auch. Robust und ein Dauerläufer im tiefsten Winter.


  • Keine eckigen Räder - das ist ein glatter Stilbruch... selten so etwas Hässliches gesehen. Natürlich findet es bei Menschen, die schon alles haben, einen Markt. Auffallen ist da alles. Wer sich bei einer Bremsung den Kopf oder die Knie am scharfkantigen Armaturenbrett (welches sein Namen in diesem Auto ja nicht zu Recht trägt) stößt, wird gerundete und gesoftete Kanten wieder schätzen. Bei Musk geht es immer auch darum, sich zu inszenieren, was ja grundsätzlich in Ordnung ist. Das hat er mal wieder geschafft, auch mit der Panne bei der Vorstellung des Fahrzeugs, die aber offenbar die Kauflust nicht geschmälert hat.


  • Konzept der Zukunft?! Ja, wenn er in den 70er bzw. 80er Jahren wäre.
    Die Kiste sieht aus wie eine müde Kopie viel älterer Vertreter. Wenn man sich z.B. mal den Lancia Sibilo von 1978, den Alfa Romeo Carabo von 1968 oder Alfa Romeo Navajo von 1976 ansieht, dann fragt man sich wie viel eigenes in jenem Tesla steckt...


  • Auffallen kann man damit schon. Ansonsten sämtliche Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität auch hier. Was sind 24 km am Tag? Wer braucht dafür einen Panzer? Also ein weiteres Nischenprodukt, aber als versuch ganz originell.


  • nox vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Natürlich sieht so nicht die Zukunft aus. Das ist ein Technologieträger, wie einst ein R8 oder ne S-Klasse.
    Man macht was geht, verkauft es für sehr viel Geld an Leute die schon alles haben und baut das was Sinn macht später in andere Modelle.
    Auch wenn der Fetisch Autos zu kaufen die für Bauern und Soldaten sind inzwischen beängstigende Zuge annimmt.


  • "Der Truck hat das Potenzial die abzuholen, die bisher auf die „gute alte Zeit“ gesetzt haben. Und wenn sie (...) auch nur die Überzeugung mitbekommen, dass ein E-Auto eine tolle Alternative (...) ist und einige Vorteile gegenüber Verbrennern bietet, hat Musk schon etwas erreicht."

    Auf jeden Fall hat Musk dann erreicht, dass wieder nicht über die so dringend nötigen, grundlegenden Veränderungen des Individualverkehrs nachgedacht werden muss, weil man ja jetzt das Sedativum Elektroauto gefunden hat, das die „gute alte Zeit“ des Autos noch für etliche weitere Jahre vor dem endlich gebotenen Tod bewahrt. Es ist doch scheiß egal, ob ein Auto einen Elektro- oder einen Verbrennungsmotor hat. Ein Auto bleibt ein Auto, mit allen Problemen, die die massenhafte Invasion durch Autos mit sich bringen.


  • Das Ding sieht aus als hätte es ein 5 jähriger gezeichnet. Fehlen bloß noch viereckige Räder.


  • Möchte mit meinem E36 316i nicht mit dem Teil zusammenknallen. (mit den meisten anderen Autos allerdings auch nicht aber damit erst Recht nicht)
    Hoffe, das Ding wird in Deutschland nicht zugelassen.

    Ist kein Neid, den E36 fahre ich nicht aus Armut.


  • Warum gefällt mir dieses merkwürdige Teil bloß so gut??? Ist er gar wirklich Visionär, dieser Musk? Ich empfinde diese Karre als mutig, im positiven Sinne.

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