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Kommentar 5 Min Lesezeit 44 Kommentare

Telekom StreamOn vs. Bundesnetzagentur: Verlierer Kunde zahlt

Könnt Ihr den Regen hören? Es ist kein leichter Nieselregen, sondern ein nicht enden wollender Wolkenbruch. Lautes Donnern, Bäche verwandeln sich in Flüsse, Flüsse werden zu reißenden Streams, pardon, Strömen. Ja, wir hören die Tränen der Telekom, denn die hat eine herbe Niederlage einstecken müssen. StreamOn verstößt in mancherlei Hinsicht gegen europäische Vorschriften zur Netzneutralität. Hat sie in der Bundesnetzagentur ihren Meister gefunden?

“Was der Regulierer verlangt würde in letzter Konsequenz dazu führen, dass wir StreamOn nicht mehr kostenlos anbieten können”, so die Telekom. Das sind die Tränen, die ich meine. Eine furchteinflößende Vorstellung, dass die Telekom für eine Tarifoption Geld verlangen müsste. Moment mal, was verlangt der Regulierer – also die Bundesnetzagentur – da eigentlich von der Telekom?

BNetzA kritisiert zwei wichtige Details an StreamOn

Der Streit entzündet sich an der Mobilfunkoption StreamOn, die die Telekom ihren Kunden kostenlos anbietet. Ihr könnt entweder StreamOn Music, StreamOn Music&Video oder MagentaEins StreamOn Music&Video Max zu Eurem Telekom-Tarif hinzubuchen. Habt Ihr dies getan, so rechnet die Telekom Euch keinen Datenverkehr mehr an, wenn Ihr bei einem StreamOn-aktiven Anbieter Musik oder sogar Videos streamt.

“Ja perfekt!”, höre ich Euch rufen. “Was will denn die Bundesnetzagentur noch?”. Einiges. Und die Forderungen haben es in sich:

Seid Ihr im europäischen Ausland unterwegs, könnt Ihr alle Leistungen Eures Telekom-Tarifs wie gewohnt weiternutzen. Alle Leistungen? Nein, nicht alle: StreamOn nämlich nicht. Die Bundesnetzagentur fordert, dass StreamOn auch im europäischen Ausland gelten möge. Eine heikle Forderung. Die Telekom hingegen sagt: Als kostenloser Zusatzvertrag sei StreamOn nicht an das Roam-like-at-home-Prinzips gebunden. “Es gibt keinerlei Beschwerden von Kunden oder unseren Partnern.” Ja dann.

Eine zweite Forderung der Bundesnetzagentur betrifft StreamOn Music&Video. Denn in dieser StreamOn-Option erlaubt die Telekom nur Streaming in ungefähr DVD-Qualität. Full-HD ist nicht vorgesehen. Die BNetzA sieht keine objektiven Gründe für diese “Videodrossel”. Die Leistungsfähigkeit der bestehenden Netze sei außerdem nach den geltenden Vorschriften kein Grund für die Beschränkung des Datenverkehrs. “Die Übertragung in DVD-Qualität ist für die Darstellung auf mobilen Endgeräten jedoch absolut ausreichend”, so die Telekom. DVD FTW (For the Win) oder was?

Bei StreamOn ist also alles im Sinne der Kunden. Auslandsnutzung braucht oder will eh keiner. Und Full-HD auf dem Handy? “Pah, auf meinem QHD-Display reicht DVD-Qualität”, den Satz habe ich tatsächlich schon einige Male gehört, aber nie so recht verstanden: Warum sollte ich verpixelte Filme mögen?

Telekom kämpft für die Kunden ... die Netzneutralität nieder

Natürlich kämpft die Telekom für uns alle. Also für die Kunden. Man werde Widerspruch einlegen, um diese fabelhafte Dienstleistung weiter kostenlos anbieten zu können. Der Streit wird also weitergehen und dereinst die Gerichte beschäftigen. Dann werden sich die Rechtsauffassungen von Telekom und der BNetzA miteinander messen.

Wer die besseren Karten in der Hand hält? Das müssen Juristen klären. Interessant ist aber, dass die Telekom für ihren Verstoß gegen Vorschriften der Netzneutralität Argumente aufführt, die jeder User an sich selbst austesten kann. Die Vorteile von StreamOn liegen ja auf der Hand: Netflix kostet kein Datenvolumen mehr. In hoher Qualität verbraucht Netflix pro Stunde 3 GByte an Daten. In DVD-Qualität immerhin noch 700 MByte. Selbst bei mittelmäßiger mobiler Nutzung sind hiesige Datentarife also schnell am Limit angekommen. 700.000 Kunden will die Telekom bereits von StreamOn begeistert haben.

Berücksichtigen wir, dass weder Anbieter noch User etwas für StreamOn bezahlen müssen, stellt sich die entscheidende Frage: Warum braucht es überhaupt StreamOn? Warum gestaltet die Telekom ihre Tarife nicht so, dass die Kunden frei über ein solides Datenvolumen verfügen können? StreamOn beweist ja, dass die Kapazitäten dafür da sind.

Aha, darum geht's also. Mit einer kostenpflichtigen StreamOn-Option geht das sogar noch besser.

Wer zerbricht unter dem neuen Wettbewerbsdruck?

Mehr Wettbewerb hätte StreamOn verursacht. Ja, das sagt die Telekom. Wettbewerb im Sinne von: Die großen teilen den Kuchen unter sich auf. Ja, da ist was dran. Vodafone zum Beispiel hat sich die Pässe ausgedacht. Ein Zero-Rating-Angebot wie StreamOn, aber nach vier Medien sortiert (mit weniger Teilnehmern, aber das nur nebenbei). Einen Pass dürft Ihr bei aktuellen Tarifen kostenlos buchen, die anderen gibt’s für jeweils 5 Euro. Ob die Telekom diesen Wettbewerbsdruck meint? Ein Angebot wie StreamOn können nur große Anbieter aufsetzen, die kleinen werden kaum genügend Content-Partner finden. Ob die Telekom diesen Wettbewerbsdruck meint? Und überhaupt die Kundenbindung. Telekom-Kunden müssen sich einerseits in teurere Tarife für Videostreaming flüchten, werden andererseits sogar in MagentaEins gelockt (Internet und Mobilfunk laufen dann über die Telekom). MagentaEins-Kunden mit StreamOn Music&Video Max entkommen dem Ex-Monopolisten aber geradezu gar nicht mehr. Ob die Telekom diesen Wettbewerbsdruck meint?

Letztlich profitieren Kunden natürlich kurzfristig. Aber solche Angebote öffnen Türen, die wir nicht mehr zuschlagen können. Vodafone macht ja vor, was möglich ist, wenn Datenverkehre unterschiedlich behandelt oder berechnet werden: Man kann Geld damit verdienen. Mit “man” sind die großen Anbieter gemeint. Mit “Geld verdienen” sind unsere teuren Tarife gemeint. Wohl bekomm’s. Danke für den Kampf, liebe Telekom.

Der ohrenbetäubende Krach, den Ihr gerade im Hintergrund hört, ist übrigens die Schrottpresse. Die manscht grade die alte Netzneutralität zusammen. Und wir Kunden stehen drum herum und applaudieren, weil Spotify halt jetzt ohne Datenanrechnung streamt. Rechnung folgt.

StreamOn: Fluch oder Segen? Lasst uns in den Kommentaren ins Gespräch kommen.

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Top-Kommentare der Community

  • Blurryface
    • Blogger
    vor 11 Monaten

    Die Netzneutralität sollte dringendst erhalten bleiben.
    Fällt diese weg, werden wir unser blaues Wunder erleben.
    Nicht genug, dass Kunden in Deutschland schon eh das doppelte bis 3 fache für Tarife zahlen.
    Fällt die Netzneutralität weg, steigen die Kosten ins unermessliche. Und das nicht nur im mobilen Bereich. Auch die DSL Anschlüsse.

44 Kommentare

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  • "Der Streit entzündet sich an der Mobilfunkoption StreamOn, die die Telekom ihren Kunden kostenlos anbietet."

    Der Autor scheint wohl dem Marketing-Blabla der Telekom aufgesessen zu sein, wenn er glaubt die Option sei wirklich "kostenlos". Die Option setzt einen entsprechenden Vertrag der Telekom voraus in dem diese das schon eingepreist hat. Es ist ja nicht so, dass die MagentaMobil-Tarif der Telekom wirklich günstig wären.


    • "Kostenlos anbietet", das ist bezüglich der Option korrekt. Im weiteren Artikelverlauf steht doch, was damit bezweckt ist. Wo bin ich bitte Marketing-Blabla aufgesessen?


      • Genau da! Man nennt etwas "Kostenlos zubuchbar" und schon glauben die Leute es würde sie nichts kosten. Tatsache ist aber, man hat die Wahl es zu nutzen oder nicht zu nutzen, bezahlen muss man es aber über den Vertrag in jedem Fall. Oder glaubt jemand, bei der Telekom hat sich jemand hingesetzt und gesagt, "Hey, schenken wir den Kunden einfach mal was!"? Nein, da wurde prognostiziert wie viele kunden das etwa nutzen und welches Datenvolumen wohl anfällt, was für Kosten man dadurch selbst hat und wie man das dann auf die Kunden über den Preis verteilt.

        Ich gebe zu, dass ist sprachlich sehr genau, aber Marketing-Blabla ist da bewusst sprachlich ungenau, weil es dem Kunden etwas besonders positiv verkaufen will. Es klingt natürlich besser zu sagen, du bekommst etwas "kostenlos" dazu, als du Bezahlst Betrag X und da ist dann Stream On drin (was ein Teil der Kunden gut findet und ein anderer Teil der Kunden vielleicht gar nicht braucht).

        Ich kann ja auch nicht in den Supermarkt gehen und sagen "Ich hätte gerne die 10 % Gratis von dem Nutellaglas gem. aufgedruckter Aktion, aber den Rest der etwas kostet möchte ich nicht!"


      • Wenn jemand StreamOn zu einem Vertrag kostenlos zubuchen kann, der bisher kein StreamOn hatte, dann bekomnt er eine zusätzliche Vertragsleistung kostenlos.

        Wenn jemand StreamOn nicht braucht, aber er die zugehörigen Verträge bisher schon hatte, hat er zumindest keinen Nachteil, und für die, die weder StreamOn brauchen, noch die zugehörigen Verträge schon hatten, waren sie einfach unattraktiv und sind es weiter.
        Niemand sagt, dass man die Zusatzleistung auch ohne Vertrag kostenlos bekommt, aber als Zusatzleistung ist sie kostenlos.
        Dein Beispiel hinkt also.
        Wenn ein Smartphonehersteller in einer Verkaufsaktion eine VR-Brille beilegt, die alleine 100 € kosten würde, aber im Rahmen einer Aktion eine Beigabe zu dem Smartphone ist, das nicht teurer verkauft wird als normalerweise ohne, dann ist die Brille faktisch eine kostenlose Beigabe, die es natürlich nicht ohne das Gerät kostenlos gibt. Letztlich bezahlt sie der Hersteller mit entgangenem Gewinn. Selbstverständlich macht er das nicht, weil er so ein Menschenfreund ist.
        Natürlich kalkulieren in beiden Fällen Provider und Hersteller mit langfristig höherem Gewinnen.
        Deshalb wäre es Unsinn, die Zusatzleistung auch alleine zu verschenken.
        Im Fall von StreamOn könnte es dabei tatsächlich zu einer WinWin Situation kommen. Die Telekom verkauft mehr ihrer Premium Verträge und mit ihnen Netzkapazität die sonst vielleicht brach läge, Kunden die unterwegs gerne Videos streamen, für die die Verträge schon ohne StreamOn interessant wären, freuen sich über grenzenlosen Videogenuss - solange sie ihr Datenvolumen nicht aufgebraucht haben.
        Und sogar die Contentanbieter als dritter im Bunde freuen sich über erhöhte Reichweite.
        Für die Telekom hätte dieses Modell noch den Vorteil, dass im Fall, dass die brachen Netzkapazitäten aufgebraucht sind, oder die Kalkulation nicht aufgeht, die Zusatzleistung für Neukunden einfach nicht mehr angeboten wird.
        Im Beispiel des Smartphoneherstellers liegt ja der Gewinn für den Kunden auf der Hand: er bekommt die Brille für lau, für die er sonst 100 € zahlen müsste.
        Der Hersteller macht durch die Aktion zumindest weniger Gewinn während sie läuft. Langfristig macht er aber vielleicht doch höhere Gewinne, weil die Aktion seine Geräte bekannter macht, und er viel mehr davon verkauft.
        Dass Hersteller oder Provider langfristig Gewinne machen müssen, ist einfach eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Das kann aber auch dann gelingen, wenn sie für das selbe Geld mehr liefern, den Vertrag also faktisch verbilligen. Deshalb verschenken sie aber keine Komplettleistungen.


  • Ich finde stream on nicht so toll.

    Bin extrem zufrieden mit den o2 Free Tarifen, habe bewust nur den o2 Free mit 1000mb weil der gedrosselt auch noch absolut schnell genug ist und das wirklich ohne Limit.

    You Tube in Full Hd läuft auch ohne Ruckeln. Ladezeit etwa 2-5 sekunden bei umts 3g. Bei einer Fahrt quer durch deutschland 700km mit online Radio hatte ich vllt 2 -3 mal kurze ruckler.

    Naja und ich zahle 13,99 mit Europa weit mit Tele und sms Flat.

    Ich finde da kann Stream on einpacken.

    Bei Umts merke ich garnicht so wirklich den riesen Unterschied ob gedrosselt oder nicht.
    Echte 1000kbps kommen auf jeden Fall an und das wirklich so viel ich will.
    Eigentlich die einzig echte Daten Flatrate im deutschen Mobilfunk.


  • Der Kunde ist egal wo auch immer der Dumme zahlt immer drauf. Egal wo die Preise werden teurer aber die Leistung nicht unbedingt besser sieht man ja auch bei der Bahn. oder beim Smartphone androidbetriebssytem... kaufst dir ein Smartphone und bekommst nur 1 neue Version als update oder garnix... nicht mal sicherheitupdates... anders Apple... die versorgen ihre Geräte locker über Jahre.oder Krankenkasse... zahlst hohe Preise für nix manchmal...thema schuhabsatzerhöhung aus eigener Erfahrung... Kämpfe schon seit über 1 Jahr drum,Krankenkasse will mir aber als 35 jähriger lieber neues hüfthgelenk finanzieren was teurer ist obwohl mein Orthopäde davon abrät. Nun wechsle ich die Krankenkasse...(1,5 cm beckenschhiefstand links)... ist sogar schlimmer geworden weil die das verweigern...Rückenschmerzen nun💩👎 ...frag ich mich wozu man Beiträge zahlt


    • Hmm mein s7 hat Sicherheits Patch Ebene vom November 2017.
      Naja haste dir mal bei Apple durch gelesen wie viele Bugs beim letzten update behoben wurden und vorallem was für Bugs? Musste schmunzeln.

      Naja und bei meiner Frau sehe ich mal live wie das 6s durch updates immer schlechter wird.
      Wird immer lahmer und seit dem letzten Update hat sie nur noch Wlan Probleme. Akku ist auch kacke genau wie der Empfang. Ach ja und seid dem update hat sie nur noch edge bei uns im Haus, vorher 3g und 4g. Naja und wie das bei Apple so ist, kann man nicht wie bei Android einstellen "nur 3g" 3g,4g,2g", nur 2g.

      Bin garnicht von ios und den angeblich tollen updates überzeugt.

      Ach ja und wo wir bei Bloadware sind= Ios hat mitlerweile über 5 Gb 😂 kommt ganz schön scheisse wenn man nur 16gb hat...
      Bei meinem s7 ist die Samsung rom nicht mal die halb so groß. Und da gibt es durch Updates auch keine gedrosselte Cpu...
      Bei meinem s6 edge mit Custom rom gerade mal 480Mb.


      RAM Management ist ein Armutszeugniss.
      Also ein Galaxy s5 in unserem Haushalt läuft im alter um einiges besser.

      Fand ios noch nie so toll aber nun wo ich es ein Jahr auf einem 6s testen konnte, finde ich es noch viel beschissener als ich dachte.

      Einstellungsmöglichkeiten sind Miserabel, genau wie die Personalisierung.

      Wären android und Ios von Nokia, wäre ios Serie40 und Android Serie 60 ider Serie90 anders kann man es nicht beschreiben.


      Updates hin oder her würde jede ältere Marshmallow wie aufm s5 dem neusten ios vor ziehen auf jeden Fall.

      Und in meinem Fall mit Samsung Oberfläche interessiert es mich echt einen feuchten Furz ob ich Oreo oder eine Vorgänger version habe. Meistens kopiert eh stock android von Samsung. B.z.w die Samsung oberfläche auch wenn etwas älter kann meistens eh mehr.


  • Es macht durch aus einen Unterschied ob ich SD Qualität sehe oder Full HD. Gerade bei Sky Go ist der Unterschied deutlich sichtbar. Sorry wär das nicht sieht hat Probleme mit den Augen! Mit weniger gebe ich nich nicht zufrieden. Steam on ist einfach eine totale Verarsche! Lieber 50 gb im Monat.


  • Takeda vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Das Netz müsste versaatlicht werden, so hätte jeder Anbieter die gleichen vorraussetzungen.


  • Wie falsch verstandener Wettbewerbsschutz enden kann, zeigt das Beispiel der Telefon-Auskunft. Vor Jahren konnte man bei der Telekom eine Rufnummernauskunft für eine Einheit bekommen.
    Dann hat ein Wettbewerber das Angebot als wettbewerbsverzerrend (weil quersubventioniert) beklagt und Recht bekommen. Seitdem ist die Telefonauskunft überall teuer, schnell können einige Euro zusammenkommen. Ich nutze sie seitdem überhaupt nicht mehr.
    Am Ende wurde also dem Verbraucher ein Bärendienst erwiesen.

    Ähnliches könnte passieren, wenn jetzt Angebote wie StreamOn verhindert werden. Auf Jahre wird sich nichts in Richtung echter Flatrates ändern, und die Anbieter können sich darauf berufen, der Regulierer verhindere ja jeden Versuch in dieser Richtung.

    Die kleinen Anbieter können keinen entsprechenden Content anbieten? Die kleinen Anbieter könnten gar nichts anbieten, keiner hat ein eigenes Netz und auch sonst sind sie auf Vorleistungen der Großen angewiesen.
    Trotzdem gibt es sie. Und statt eine teure Quersubventionierung der wenigen Auslandsnutzer durch die Masse der Inlandsnutzer erzwingen zu wollen, wäre es besser gewesen, man hätte eine faire Weitergabe des Angebots an Reseller verlangt.

    Mit Angeboten wie StreamOn wird keine Büchse der Pandora geöffnet, die die Netzneutralität vernichtet. Jedes zukünftige Angebot kann erneut geprüft werden. Aber Netzneutralität ist keine heilige Kuh, der Vorteil des Kunden sollte es aber sein.
    Wenn Gesetzgeber und Regulierer es nur wollen würden, könnten sie ein Aufweichen der Netzneutralität da zulassen, wo Vorteile für die Endkunden in Aussicht stehen, es aber da unterbinden, wo es ihm schadet. Schliesslich steht auch in der Verfassung "Alle Macht geht vom Volke aus.".


    • Aries vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      > Wenn Gesetzgeber und Regulierer es nur wollen würden, könnten sie ein Aufweichen der Netzneutralität da zulassen, wo Vorteile für die Endkunden in Aussicht stehen, es aber da unterbinden, wo es ihm schadet.

      Das geht gar nicht!

      Entweder gibt es eine Netzneutralität, dann muss sie immer gelten. Oder wir schaffen sie ab. Dann für alles. Eine Wahl kann es nicht geben. Das käme Willkür gleich.

      > Alle Macht geht vom Volke aus.

      Das Volk hat aktuell entschieden, dass es die Netzneutralität will. Das kann sich ändern. Zum Beispiel, wenn wir Kunden Angebote wie Stream On gutheißen, indem wir es "kaufen" (ja, auch wenn es kein Geld kostet) und der Gesetzgeber daraus die Schlüsse zieht, dass dem Volk die Netzneutralität nicht mehr wichtig ist.

      Mir stellt sich die Frage, was das Volk wohl will, wenn eines Tages aufgrund der fehlenden Netzneutralität die Mail-Provider nicht mehr von allen Netzanbietern erreichbar sind und für Mobilfunk und DSL/Kabel Zusatzbeträge erhoben werden?
      Was will das Volk, wenn bedeutende Streaming-Anbieter aus Stream On gestrichen werden?
      Was will das Volk, wenn die eigene private Mail plötzlich viel länger zur Zustellung braucht, als die Werbemail der Werbebranche?

      Und will das Volk wirklich Stream On? Oder benötigt das nur ein kleiner Teil?


      • Ich behaupte nicht, den Volkswillen zu kennen oder gar zu repräsentieren. Aber dass mögliche Gesetze auch ein gewisses Maß an Willkür haben dürfen, interpretiere ich aus diesem Verfassungsgrundsatz schon, und die Rechtspraxis zeigt es ja auch.
        Es gibt die Meinungsfreiheit, aber bestimmte geschichtliche Vorgänge dürfen bei strenger Strafandrohung nicht öffentlich geleugnet werden. Der ganz wesentliche Teil der Geschichtsschreibung kann aber, im Rahmen der Meinungsfreiheit beliebig geklittert werden, und auch sonst müssen Meinungen nicht faktisch sein. Das mag begründet sein, ist aber auch inkonsequent, oder wenn man es so nennen will, willkürlich.
        Begehen Kinder eine schwere Straftat, kommen sie ohne staatliche Bestrafung davon. Jugendliche kommen in den Genuss des milden Jugendstrafrechts und selbst Betrunkene bekommen mildernde Umstände. Aber auch das kann zwar alles begründet werden, stellt aber in Bezug auf den Grundsatz, dass vor dem Gesetz alle gleich sind, eine Inkonsequenz oder Wilkür dar.
        Wenn nun in praktisch allen Gesetzen und Vorschriften Ausnahmetatbestände formuliert werden, warum sollte das bei der Netzneutralität nicht gehen?
        Warum sollte man nicht zwischen negativer Diskriminierung, Dienste, die bisher frei zugänglich waren, sollen kostenpflichtig werden, und positiver Diskriminierung, Dienste, die bisher gekostet haben, und sei es nur Datenvolumen, sollen kostenlos werden, unterscheiden, und erstere verbieten, aber letztere erlauben, wenn das damit begründbar ist, dass es dem Allgemeinwohl dienlich ist?
        Zumindest ein Teil der Allgemeinheit profitiert von Angeboten wie StreamOn, und das Potential der Profiteure kennt niemand. Unmittelbar schaden solche Angebote aber niemanden und mittelbar könnten sie es zwar durch aufweichen der Netzneutralität, die ich prinzipiell auch befürworte, aber das liesse sich in der beschriebenen Weise verhindern.


  • Witz des Jahres. Telekom kämpft für seine Kunden...

    Gut das ich schon lange von diesem Sau Verein weg bin. Dank der MonopolKom befindet sich Deutschland was das Internet angeht noch in der Steinzeit


  • Das lustige ist nur, das Netflix oder Amazon Prime als Video im europäischen Ausland gar nicht funktioniert, sage nur die GEMA. Also Netzneutralität hin oder her. Der Stream wird schon scheitern, an der GEMA. Das einzige was dann gestreamt werden kann sind Inhalte die ich selbst gekauft habe.

    Seien wir Mal ehrlich, Im Ausland buchen wir doch alle unsere Hotels mit W-Lan, den Rest haben wir als Download direkt auf dem Handy. Außerdem müsste dann Amazon ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden, denn die App streamt nur in DVD Qualität. Es sei denn ich nutze ein reines Amazon Produkt. Soviel zur Netzneutralität.

    Außerdem reicht auf einem 6 Zoll Display DVD Qualität vollkommen aus. Den Unterschied sieht man kaum bis gar nicht. Das gleiche gilt mit der Audio Qualität man braucht schon eine sehr gute Anlage um Unterschiede von Flächen zu 192 kbite/pro Sekunde hören zu können. Ansonsten vollkommen egal.


    • Ja, aber sie können eine Wahl den Nutzern geben, sodass sie selber entscheiden können.


    • Netflix und Amazon müssen ab 2018 EU weit abrufbar sein! Das Problem hatte mit den Rechteinhabern der Filme zu tun.
      Und mit Gema verstehe nicht was du de meinst.
      Ich konnte im Sommer in Frankreich Amazon Music streamen!

      "Seien wir Mal ehrlich, Im Ausland buchen wir doch alle unsere Hotels mit W-Lan, den Rest haben wir als Download direkt auf dem Handy."

      Du machst deine Unterkunft von WLAN abhängig?
      Prüfst Du im Vorfeld auch die Qualität des Hotel Netzes? Die ist oft echt mies.


      • Ole vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Genau, scheissegal, was der Urlaubsort zu bieten hat oder das Hotel. Hauptsache Wlan, weil man im Urlaub auch den ganzen Tag im Zimmer sitzt und am Smartphone oder Laptop rumeiert.


    • Aries vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      > Außerdem müsste dann Amazon ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden, denn die App streamt nur in DVD Qualität. Es sei denn ich nutze ein reines Amazon Produkt. Soviel zur Netzneutralität.

      Nein, denn Amazon ist Content-Provider und kein Netzbetreiber. Netzbeutralität greift aber nur bei Netzprovidern, weil diese alle Pakete ohne Ansehen von Sender, Empfänger und Inhalt gleich behandeln sollen und nicht verändern dürfen.

      Die Telekom wandelt jedoch von Dritten in HD gesendetes Material vor der Zustellung in DVD-Qualität um.


  • Will die Telekom denn wirklich StreamOn weiterführen?
    Sie hat die besten Anwälte und Fachperonal. Da sollte sich doch einer mit der Netzneutralität auskennen.
    Alles nur Kundenfang bis zum Crash? Wird es ein Sonderkündigungsrecht für StreamOn geben?

    #verschwörungstheorie aus

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