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Technologie vs. Menschlichkeit: Ex-Projektchef erklärt Google Glass

Abgesehen von den Early Adopters fragen sich heute viele Technikinteressierte, was der Nutzen hinter Google Glass sein soll. Darüber hinaus ist die Technologie vielen einfach zu fremdartig. Was sich Google dabei gedacht hat, erklärt Babak Parviz.

Google Glass 12
© AndroidPIT

Der offensichtliche Gedanke ist, dass Google mit Glass den nächsten Schritt nach Smartphones erforschen wollte. Das stimmt auch, jedoch sieht Parviz, der das Projekt lange geleitet hat, mitnichten die endgültige Antwort in Glass, sondern lediglich eine von potenziell vielen. 

Dann gibt es die insgesamt erkennbare Leitmotivation von Google, die auch von Firmengründer Sergey Brin häufig dargestellt und zuletzt in einem seltenen Interview mit ihm und Firmenchef Larry Page wiederholt wurde: Glass soll die Schranken zwischen Technologie und dem richtigen Leben senken, denn der Träger hat die Hände frei und kann insgesamt flexibler und schneller mit dem Gerät interagieren, ohne sich völlig aus dem sozialen Umfeld ausklinken zu müssen.

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In diese Richtung geht, was Parviz als zentrale Motivation betrachtet. Kurz gesagt: Google Glass entsprang dem Ansinnen, die Dauer einer Google-Suchanfrage drastisch zu verkürzen, also von ca. zehn Sekunden auf einen Bruchteil dessen. Natürlich erfordert das nicht Glass per se, sondern lediglich die Sprachsteuerung, die auch in Smartphones und anderen neuen Wearables die zentrale Rolle spielt. Doch Glass setzt hier in Sachen sozialer Verträglichkeit noch einen oben drauf und verspricht, die Interaktion mit Technologie noch weiter zu kürzen - Suchanfragen sind ein Beispiel dafür.

Doch das Ganze hat eine Kehrseite, so Parviz: “Während diese Technologien einsetzen, geht ein Teil der Menschlichkeit verloren. Es gibt eine Balance zwischen dem, was Technologie erlaubt und dem, was sie wegnimmt.” Das ist eines der Hindernisse, die Glass wird meistern müssen, denn der Cyborg-Look, den man derzeit mit der Brille auf der Nase annimmt, ist zumindest im Jahr 2014 für viele hochgradig befremdlich.

google glass teaser
Ganz so "unmenschlich" sieht Glass heute dankenswerterweise nicht mehr aus. Doch so fing alles an. / © Google, AndroidPIT

Doch auch hier sieht man wieder, dass Google langfristig denkt: In 15 Jahren sieht Parviz im Gesicht getragene Wearables als Realität. Wie es dann insgesamt mit dem Faktor Menschlichkeit aussieht, verriet er leider nicht.

Quelle: CNET

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23 Kommentare

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  • Für mich ist Glass ein Ersatz für etwas, das mir durch meine Behinderung fehlt.

  • Man kann zwar Nachrichten schnell lesen, aber nur Diktieren. Das ist dan trotzdem wieder ein Schritt zu viel, da ich ja das Handy aus der Tasche nehmen muss. Man kann deshalb nur zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden.

  • Wenn ich sehe was am Gaza los ist dann kommen mir bedenken aber sicherlich nicht in Gedanken versunkene Brillen Träger.Spätestens bei der ersten Beule hat sich das Thema erledigt.

  • Ich finde es toll

  •   51
    XXL 10.07.2014 Link zum Kommentar

    Die Menschlichkeit geht doch schon jetzt bei vielen jungen verloren, welche mit dem Handy bzw. Smartphone aufwachsen. Das ist ein Trend der sich wohl kaum bessern wird. Die meisten sind sich nicht mal bewusst, wie krank das ist, wenn man immer und überall ins Smartphone starrt und sein Gegenüber nicht mehr recht wahrnimmt oder mit ihm kommuniziert.

  • Praktisch, und die NSA auch immer dabei auf Augenhöhe, so ein Schmarren.

  • Auf den ersten Blick sieht der Tisch aus wie die Rückseite vom Nexus 4 :D

  •   21

    Ist einfach eine Frage der Zeit und Technik bis Wearables so Praxistauglich sind bis sie im Normalen Alltag verschwinden ... Ne Smartwatch die Monatelang Hält und nur dezent über ne Email , nen eingehenden Anruf oder einen Termin informiert ... Ne Fielmann Brille mit integrierter Google Funktionalität, die per QI auf dem Nachttisch lädt (u.u. mit der Uhr zusammen) ... sobald die Geräte eine Preis, Optik und Funktionalitätsgestaltung haben, die sich nicht von den "normalen" Alltagsgegenständen unterscheidet, wird die Akzeptanz recht schnell gestiegen sein ... Niemand will seine Uhr einmal Täglich aufladen, nicht damit Schwimmen gehen dürfen oder eine Brille haben die wie nen Fernglas Wirkt ...

    Für Telefone die aufs Wort personalisierte Suchergebnisse einblenden, 2 Kameras an Bord haben und Ständig mit dem Internet verbunden sind, gab es auch irgendwann mal keinen Markt ...

    Nicht mal für Mobiltelefone ...

    Oder wer kennt den Satz nicht "Ich muss nicht überall erreichbar sein ^^" ...

  •   30

    ich glaube nicht dass sich das durchsetzt, wer hat denn schon gerne, dass Bigbrother ALLE Gewohnheiten registriert?, in allen Lebenslagen. Reicht doch, dass jeder ein smartphone hat :)

    • Da braucht es keine Wearables mehr dazu. Was bereits jetzt an Sammlung möglich ist, zusammen mit dem, was schon gesammelt ist, reicht schon. Mit geeigneten Korrelationsmethoden und halbwegs intelligenten Operatoren dafür kann man sich bereits jetzt ein besseres Bild über einen machen, als der Betroffene selber weiß. Glücklicherweise geht das aber noch nicht automatisch, und hoffentlich bleibt das auch noch lange so...

    • Big Brother registriert ohne hin alles. Da nutz ich dann mit Hilfe von Googles Gadgets wenigstens die gesammelten Daten aus.

    • @Klaus Hoffner
      Google weiss ja selbst nicht ob es sich durchsetzt, aber es ist ein Versuch - denn wenn es sich durchsetzt sind sie in der Poleposition und erhöhen die Chancen Marktführer etc. zu werden bzw. zu bleiben.

      Aber viele haben schon damals beim Fernsehen gesagt das wird sich gegenüber dem Radio nicht durchsetzten... Bzw. das Zitat von Bill Gates 640 Kilobyte sind genug für jeden... :D
      Deshalb denke ich man kann unmöglich jetzt schon sagen was sich durchsetzt und was nicht

  • Mich würde interessieren, wenn es raus kommt, zu welchem Preis Sie es auf dem Markt bringen. 1300 US Dollar, ist ja nur, weil es noch nicht in Massen Produktion angefertigt wird.

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