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#TBT - Dieses Smart-Home-Gerät war Pionierarbeit und unnütz zugleich
Hardware Smart Home #TBT 4 Min Lesezeit 4 Kommentare

#TBT - Dieses Smart-Home-Gerät war Pionierarbeit und unnütz zugleich

Die 1960er Jahre bleiben wegen einiger wichtiger Ereignisse in Erinnerung: das Aufkommen der Hippie-Bewegung, die Karriere der Beatles, die ersten Schritte des Menschen auf dem Mond. Aber kommt Euch auch Name "Echo IV" bekannt vor? Noch besser: der Honeywell Kitchen Computer, ein Küchenassistent, der bereits damals zeigte, dass Technologie nutzlos sein und trotzdem ein Vermögen kosten kann.

Wenn ich "60er Jahre" sage, werdet Ihr wahrscheinlich antworten: "ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit" oder vielleicht sogar "I have a dream". Von der Hippie-Bewegung über das Schicksal von Martin Luther King und JFK bis hin zur Unabhängigkeit Algeriens waren die 1960er Jahre ganz schön ereignisreich. 

Die 60er Jahre: Wilde Zeiten und Wiege des Smart Homes

Im Schatten all dieser großen Momente sind auch Pioniere auf dem Gebiet der Technik auf der Bildfläche erschienen. Heute ist der ECHO IV, einer der ersten Computer, der 1966 in der Lage war, die Temperatur im Haus zu regulieren, wohl größtenteils unbekannt. Nun, er war auch riesig und funktionierte nicht wirklich gut, aber ebnete den Weg für das, was heute das "Connected Home" genannt wird. Im Jahr 1975 kam dann noch das stromleitungsbasierte Netzwerkprotokoll zur Gebäudeautomation "X10"dazu, mit dem sich mehrere elektrische Geräte (einschließlich einer Fernbedienung) steuern ließen.

Der Smart-Home-Vorfahre war fett und kompliziert

Heute möchte ich Eure Aufmerksamkeit aber auf ein Gerät mit Namen "Honeywell Kitchen Computer" lenken. Wie ELIZA, einer der ersten Chatbots der Geschichte, hat dieser Computer für viel Wirbel gesorgt, aber war alles andere als gut. Der Computer war vielmehr eine Verirrung der Technik und ergab (selbst damals) einfach keinen Sinn und der Preis war mehr als eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands. Die Tatsache, dass es nie verkauft wurde, zeigt die Absurdität der Situation. Allerdings gibt es aus dieser Geschichte auch eine Lehre zu ziehen.

Wie der Name schon sagt, war der Küchencomputer ein Roboter, der als Assistent in der Küche diente. Genauer gesagt kannte er zahlreiche Rezepte und war in der Lage, daraus entsprechende Menüs zu kreieren. Es ist interessant zu sehen, dass wir uns bereits in den 60er Jahren eine solche Rolle für eine Maschine in der Küche vorstellen konnten. Wie alle anderen Haushaltsgeräte sollte er das Leben leichter machen.

Allerdings gab es einige Punkte, die beim Honeywell Kitchen Computer zu einem Problem wurden. Zum einen wog das ganze Gerät über 45 Kilo. Zum anderen wäre das Lesen oder Eingeben von Rezepten für den Durchschnittsbenutzer nahezu unmöglich gewesen, da der Benutzer für die Benutzeroberfläche zunächst hätte einen zweiwöchigen Kurs absolvieren müssen, um das Programmieren des Geräts zu erlernen. Kurz gesagt, ein Alptraum für den Benutzer. Was die Werbekampagne betrifft, so könnt Ihr Euch anhand der folgenden Bilder und des Werbeslogans ein eigenes Bild machen.

honeywell kitchen computer

"Wenn sie nur so gut kochen könnte, wie Honeywell berechnen kann." / © Vintag.es

Kein Wunder also, dass dieses Gerät nie verkauft wurde. Aber zu seiner Verteidigung muss man auch sagen, dass der Preis von 10.000 US-Dollar, was heutzutage fast 70.000 Dollar entspricht, mehr als ausreichte, um Menschen abzuschrecken. In einer Zeit, in der die Nutzung von Maschinen im militärischen, industriellen und wissenschaftlichen Bereich zunahm, war die Idee, solch eine Maschine auch in die Häuser der Menschen zu bringen, nicht unbedingt dumm, kam nur zu früh - und war wie hier nicht gut umgesetzt. 

Was lernen wir daraus?

Es stellt sich die Frage: Was lehrt uns diese übergewichtige Küchen-Apparatur? Zum einen ist es nicht neu, dass Unternehmer etwas zu einem verrückten Preis auf den Markt bringen, um reiche Kunden anzulocken (es sei denn, alles war ein riesiger Witz?). Zum anderen führen viele Wege nach Rom und manchmal ergibt das, was uns zunächst völlig sinnlos erscheint, auf lange Sicht wieder Sinn: Das Gerät ist eines der Ersten, wenn nicht sogar das Erste, Gerät seiner Art, die in Zukunft sicher in so einigen Küchen Einzug halten werden - zum Beispiel in Form kleiner Smart Displays wie dem Google Nest Hub.

Der Honeywell Kitchen Computer entsprach dem Wunsch seiner Zeit, und ich sage bewusst nicht der Notwendigkeit, Technik in die Häuser der Menschen zu bringen, um bei der Erfüllung bestimmter Aufgaben zu helfen. Mit anderen Worten: Es war ein Vorfahre, wenn nicht Pionier des vernetzten Zuhauses. Darüber hinaus zeigt diese Geschichte auch die Bedeutung von "benutzerfreundlichen" Maschinen auf.

Welches ist das absurdeste Gerät, das Euch je untergekommen ist? Welche Erfindung hätte lieber in der Versenkung verschwinden sollen, bevor es das Licht er Öffentlichkeit erblickt hat?

4 Kommentare

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  • "Smarte" Flaschenöffner die mitzählen. Verderben direkt den ganzen Spaß!


  • Solchen Schrott sieht man auch heut noch genügend in der TV-Werbung und Shoppingsender.


  • Sucht auf YouTube nach “apple knowledge navigator”. Wir sind so nahe dran, nur ein wenig verspätet – denn Apple verkündete 1987 dummerweise, dass die ersten Geräte bereits im Jahr 2000 auf den Markt kommen*. 🤗 Aber dieses Video zeigt das iPad, wie ich es mir in 5 Jahren vorstelle.

    * Ja, das magische Jahr 2000: Das Jahr, in dem wir alle silberne Anzüge tragen werden und Autos fliegen können.


    • Ich warte immer noch auf das "echte" Hoverboard, fürchte aber bis zu dessen erscheinen nun schon endgültig zu alt zu sein, aber Vorfreude war da.