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Tango Unchained: Lenovo macht AR massentauglich

Raus aus dem Labor, rein in den Alltag: Lenovos Phab 2 Pro ist die erste massentaugliche Manifestation eines Nischenthemas: Augmented Reality kommt zu Euch nach Hause. Sei es die Planung der neuen Wohnung mit virtuellen Möbeln, der interaktive Besuch im Naturkundemuseum oder einfach nur virtuelles Spiel in der echten Umgebung: Project Tango kommt zu Euch und Ihr solltet Euch freuen.

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Augmented Reality war schon länger ein Thema. Auf Spielemessen sieht man immer wieder Möglichkeiten, wie physische Spielkarten oder -felder zusammen mit einer App für Euer jetziges Smartphone interaktiv werden. Das Problem dabei ist: AR war bisher ein Witz. Es fehlte eine realistische und praktische Anwendung. Stattdessen hatten wir es mit einem halbgaren Aufsatz für unreife Technologie zu tun.

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Das erste Tango-Gerät war kein Alltagsgegenstand. / © Google

Mit Project Tango macht Google Schluss mit diesen Kompromisslösungen: Drei Kameras, etliche Dreh- und Lagesensoren und ein schneller Prozessor sorgen dafür, dass Umgebungsdaten schnell erfasst und für Tango-Apps nutzbar gemacht werden. Zentimetergenaue Vermessungen von 3D-Gegenständen der realen Welt werden möglich. Diese können maßstabsgetreu und in Echtzeit mit Gegenständen der virtuellen Welt versehen werden.

Die YouTuber Nat and Lo haben sich mit Googles Tango-Entwickler Johnny Lee gesprochen und sich die aktuellen Anwendungsbeispiele vorführen lassen:

Mit dem Lenovo Phab 2 Pro nimmt das Projekt eine neue Gestalt an. Und in dieser kann Project Tango tatsächlich massentauglich werden. Denn Google und Lenovo haben das Tango-Gerät in zwei entscheidenden Punkten verbessert.

1. Der Preis ist heiß

Das vorherige Tango-Gerät wurde zunächst für 1.024 US-Dollar und nur an Entwickler verkauft. Später sank der Preis auf 512 US-Dollar und jeder durfte es bestellen. Doch fast niemand tat es. Warum sollte man auch sein iPad-Geld für ein Gerät ausgeben, dessen Spezialfähigkeit man eh nicht nutzt?

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Das Phab 2 Pro ist noch immer riesig, aber immerhin ein Smartphone. / © Lenovo

Lenovo und Google waren sich offenbar einig, dass das Tango-Gerät ein Erfolg werden muss. Dazu gehört, dass man es zu einem vernünftigen Preis anbietet und für die Masse verfügbar macht. Mit dem Mobilfunk-Provider Verizon an der Seite werden US-Amerikaner das Gerät schon bald günstig erstehen und im Alltag nutzen. Für 499 US-Dollar landet es dort ohne SIM-Lock in den Supermärkten. Bei uns kommt das Smartphone im September für 499 Euro in den Handel.

Und da der Verkauf nicht mehr nur exklusiv über Googles Projekt-Website abgewickelt wird, sondern das Lenovo Phab 2 Pro wahrscheinlich auch bei uns in den freien Handel kommt, gilt nicht wieder eine Preisbindung wie beim Vorgänger. Das heißt, dank des abzusehenden Preisverfalls wird das Tango-Gerät noch erschwinglicher. Der Vorgänger kostet jetzt nur noch knapp 300 Euro.

2. Es ist ein Smartphone und kein Tablet

Fast niemand kauft Android-Tablets. Die meisten Apps sind schlecht auf den Formfaktor optimiert und die Einsatzgebiete überschaubar. Also wäre ein zweites Tango-Tablet sicherlich nicht so interessant geworden wie ein Smartphone.

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Android-Tablets sind nur in Ausnahmen empfehlenswert (im Bild das Xperia Z4 Tablet). / © ANDROIDPIT

Ein Smartphone ist im Alltag unverzichtbar und ständig bei uns. Ein Tablet hingegen liegt oft den ganzen Tag unbeachtet auf dem Sofa und wird nur nach Feierabend kurz aus den Standby geweckt. Viele nutzen es so selten, dass sie es nur alle fünf Tage aufladen müssen.

Dieser Mangel an Beachtung ist auch verantwortlich dafür, dass Project Tango bis heute nicht wirklich bekannt ist. Dieses Nischendasein wird aber ein Ende finden, wenn Menschen zum ersten Mal ihr riesiges Lenovo Phab 2 Pro auf den Tisch legen und gefragt werden, was es mit den drei Kameras auf der Rückseite auf sich hat. Denn dann sagen die Besitzer: "Stell Dich mal hin, ich zeige es Dir." und vermessen den Fragenden innerhalb einer Sekunde auf den Zentimeter genau. Wenn man sich dann noch über die Augmented-Reality-Spiele, Innenraum-Navigation oder die interaktiven Museen und Ausstellungen unterhält, findet man überall für Gehör für Project Tango.

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Kinder fahren schon jetzt auf die AR-Spielereien ab. / © Lenovo

Das Lenovo Phab 2 Pro ist das Nexus-Smartphone für Project Tango

Tango traut sich endlich in die Öffentlichkeit. Mit der Präsenz der neuen Geräte Lenovo Phab 2 Pro bekommt das Projekt endlich die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Es handelt sich bei dem riesigen 6,4-Zoll-Gerät aber perspektivisch nicht um das letzte Tango-Gerät, das wir in Zukunft sehen werden.

Die Technologie hat Lenovo nicht für sich allein gepachtet. Google stellt die Software auch an anderen Smartphone-Herstellern zur Verfügung. Die Hardware um das Projekt wird noch viele Formen haben und so buchstäblich Gestalt annehmen. Lenovo macht mit dem Phab 2 Pro den Auftakt und ich kann es kaum erwarten, das Gerät zu testen.

Was würdet Ihr mit dem Tango-Smartphone machen? Habt Ihr schon Ideen für witzige Anwendungen?

5 Kommentare

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  • Die Innovation ist da, jetzt braucht es nur mehr als ein paar Demo Apps. Es ist cool mal zu sehen was heute schon alles möglich wäre im Consumer Bereich. Einzig die Tatsache das nur Lenovo ein solches Gerät hat wird den Nutzen noch sehr lange Zeit einschränken und doch hoffe ich, das viele Kunden es kaufen werden damit der Weg weiter verfolgt wird. Für mich wird das leider erst interessant wenn wir da bei 5,5 Zoll angekommen sind.

    Aber der Gedanke irgendwann in den Laden zu gehen und sich vom Telefon zum Wunschartikel navigieren zu lassen ohne erst nen Verkäufer "fangen" zu müssen oder die Möglichkeiten mit der Umgebungsvirtualisierung haben soviel Potenzial, da kann man wirklich ins Träumen geraten.
    Um am Markt allerdings erfolgreich zu Punkten wird die Technik in diesem Riesenbrett nicht reichen ( Ich sage nur Amazon Phone mit 3D Kamera ) , das Teil muss nutzbare Dienste für die breite Masse und ein vertretbares Format bekommen. Das hier war erstmal ein Startschuss und ich hoffe er wird von Erfolg begleitet.

    • So eine Ladengeschäftsnavigation wäre natürlich toll. Ich befürchte allerdings, so etwas wollen die Einzelhändler gar nicht, da sie davon profitieren, wenn sich ihre Kunden möglichst lange im Geschäft aufhalten. Auf der Suche nach bestimmten Artikeln ziehen sie an den Regalen vorbei, wobei sie dann Artikel mitnehmen, die sie ursprünglich gar nicht kaufen wollten.
      Dies ist zwar letztlich eine Vermutung, die sich kaum beweisen lässt, aber einige Indizien sprechen schon dafür.
      Schon mit viel einfacheren Mitteln, als einer Indoor-Navigation, ließe sich der Einkauf in solchen Geschäften beschleunigen.
      Eine deutlich sichtbare Nummerierung der Regale, und Aufsteller oder gedruckte Listen, die den Regalnummern die Warengruppen zuweisen, würde die Suche schon erheblich beschleunigen. Die Inhaber könnten dann auch eine App anbieten, die die Liste enthält, oder auch die Eingabe einer Warenbezeichnung erlaubt, und die Regalnummer dazu anzeigt. Ich kenne kein einziges Ladengeschäft, wo sich so eine Systematik finden ließe, was natürlich noch nicht heißt, dass es überhaupt keines gibt. Vielmehr habe ich den Eindruck, Waren sind bewußt chaotisch im Geschäft verteilt, um die Suchd danach noch zu erschweren. So finden sich oft Waren, die eigentlich zur selben Kategorie gehören, in völlig unterschiedlichen Regalen. Das Höchste der Gefühle sind Aufsteller an den Rolltreppen großer Kaufhäuser, die die in den einzelnen Stockwerken zu findenden Warengruppen auflisten. Eine Suche über mehrere Stockwerke hinweg, ohne jegliche Unterstützung, wäre den meisten Käufern dann wohl doch zu frustrierend.
      Auch eine Indoor-Navigation müsste durch die Einzelhändler unterstützt werden. Tango kann zwar im Laden navigieren, wo sich die Waren befinden, können die Geräte aber nicht wissen.
      Denkbar wäre natürlich, dass Kunden gefundene Waren in ihren Geräten kennzeichnen, und sich die Geräte in einem Ladengeschäft untereinande vernetzen, um ihre Warenlisten abzugleichen. So könnten die Geräte eine Zuordung der Waren zu den Indoor-Koordinaten aufbauen, ohne dass dies vom Ladeninhaber unterstützt wird.
      Da es den Meisten aber zu aufwendig sein dürfte, einmal gefundene Waren noch irgendwo einzutragen, und die Gerätevernetzung aus Sicherheitsgründen und aufgrund von Konfigurationsproblemen problematisch ist, halte ich eine solche Lösung für sehr unwahrscheinlich. Auch dem Aufbau solcher Listen durch unabhängige Dritte, die sie dann verkaufen, steht entgegen, dass sie durch Umräumaktionen der Händler schnell obsolet wären. Zudem dürfte kaum jemand dafür bezahlen wollen.

  • Freue mich schon auf das Phablet und kann mir gut vorstellen es zu kaufen. Persönlich sehe ich in Tango unwahrscheinlich viel Potential. Deutlich mehr als in den VR- Brillen, die für mich besser an den heimischen Fernseher passen. Gerade beim Thema "Wo steht denn hier im REWE der Zucker" oder "wo hat Hornbach 12er Dübel" finde ich Tango einfach genial. Auch das Vermessen von Gegenständen mittels Smartphone gefällt mir als brauchbare Arbeitshilfe sehr gut. Bleibt zu hoffen, dass das Phab 2 Pro auch hält, was es verspricht... ;-)

  • Das Lenovo-Phablet macht Tango massentauglich. Indes sehe ich noch nicht die "Killer-Applikation", die es tatsächlich zur Massenanwendung führt. Interessanter als die eigentliche AR-Fähigkeit sehe ich dabei die Möglichkeit der dreidimensionalen Vermessung im Nahraum (ich nehme an, diese Fähigkeit beschränkt sich auf Entfernungen bis 10 m und wird dann immer unbrauchbarer). Wie auch im Video demonstriert, kann man damit auf kostengünstige Weise Maschinen aller Art mit der Fähigkeit ausstatten, dreidimensional zu sehen. Neben den gezeigten Beispielen könnte diese Fähigkeit auch in der industriellen Bildverarbeitung, bei humanoiden Robotern, bei autonomen Waffen, bei der Paketzustellung durch autonom fliegende Drohnen im Landeanflug, bei Einparkhilfen oder überhaupt dem autonomen Fahren, bei Sehhilfen für Blinde und Sehbehinderte oder sogar autonom fahrenden Rollstühlen in Pflegeheimen und Krankenhäusern, eine sehr wertvolle Eigenschaft sein.
    Gerade in Verbindung mit Smartphones oder Tablets sehe ich die gezeigten Beispiele aber eher als Spielerei, die eben keine "Killerapplikation" sind, die dem Projekt zum breiten Durchbruch verhelfen könnten.
    Wobei Spiele im Prinzip noch das meiste Potential davon haben dürften. Wer gelegentlich mal eine Nische für ein neues Möbelstück ausmessen will, wird sich kaum speziell dafür ein bestimmtes Gerät, und wenn es auch nur 300 € kostet, kaufen, wenn er einen Zollstock für ein Hundertstel des Betrages erhält.
    Interessanter wäre diese Anwendung schon eher für die Vermessung ganzer Wohnungen oder Häuser, die neu einzurichten sind. Und natürlich für Möbelhäuser und Küchenstudios, die die Geräte an ihre Kunden verleihen. Das alles sind aber eher Nischen- denn Massenanwendungen.
    AR der Vorgängergeneration, das auch auf 2D-Geräten (gemeint sind Geräte mit gewöhnlicher Kamera, die ein 3D-Szenarion letztlich zweidimensional abbildet) anwendbar ist, wie einem Smartphone, oder auch der Google-Glass, und das lediglich zusätzliche Informationen zu Objekten im Blickfeld der Kamera hinzufügt, haltet ich für durchaus brauchbar. Seine Anwendung beschränkt sich aber auch auf Nischen, wie der Anwendung in der Industrie, beim Militär oder in Museen.
    Dabei würde schon ein Link auf eine zugehörige Webseite viel bringen, der ist aber eben auch schell "ergooglet".
    Es wird sich also zeigen müssen, ob Tango wirklich zur Massenanwendung im Konsumerbereich, und speziell in Verbindung mit mobilen Geräten, wird.
    Ich finde die Technik aber faszinierend, und hoffe, dass ich diesmal mit meiner Einschätzung falsch liege.

  • "Magische Miesmuschel, Was soll ich mit diesem Gerät alles machen?"

    "Nichts."

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