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Besser Tippen: Tactus verschmilzt Touchscreen und Tastatur

Verfasst von: Swetlana Soschnikow — 09.01.2013

Touchscreens haben physikalische Smartphone-Tastaturen längst verdrängt. Doch das Schreiben ohne echte Tasten hat seine Tücken. Vor allem Nutzer mit größeren Fingern werden das Problem kennen, beim Tippen einer SMS hin und wieder den richtigen Buchstaben zu verfehlen. Hier setzt das US-Unternehmen Tactus mit einer interessanten Idee an: Tasten, die beim Schreiben automatisch aus dem Display heraus wachsen. Sehen wir hier die Zukunft des Touchscreens?

Tactus' Touchscreen-Tastatur-Konzept

 Tactus' Erfindung: Tastenfelder, die die Display-Oberfläche wölben.

Im Laufe der letzten Jahre haben immer mehr Hersteller der physikalischen Tastatur den Rücken gekehrt. Der wohl wichtigste Grund dafür ist der Trend zu immer größeren Displays, der keinen Platz mehr für eine echte Tastatur übrig lässt. Doch physikalische Tastaturen und große Bildschirme müssen einander nicht ausschließen, wie das kalifornische Unternehmen Tactus bei der diesjährigen CES demonstriert. 

Stellt Euch ein Smartphone vor, dessen Touchscreen bei Bedarf physikalische Schaltflächen auf der Oberfläche formen kann. Was sich zunächst utopisch anhört, existiert bereits als Prototyp in Form eines Tablets mit einem 7 Zoll großen Display.

Zwischen Display und Oberfläche befindet sich eine dünne Folie mit Kammern, in die bei Bedarf Flüssigkeit gepumpt wird. Dadurch wölben sie die Oberfläche des Touschscreens auf und formen in kürzester Zeit Tasten, die sich gut erfühlen lassen. Je nach Einsatzbereich sind eine Volltastatur, ein numerisches Pad oder beispielsweise ein "Kaufen"-Knopf denkbar.

Erste Geräte mit der neuen Technologie seien zum Ende dieses Jahres zu erwarten, so Tactus-Chef Craig Ciesla gegenüber Venturebeat.com. Die Gespräche über einen konkreten Zeitpunkt seien bereits im Gange.

Ich sage: Spannend! Aber wie sehr Ihr das? Hat das Konzept eine Zukunft?

Foto/Video: Tactus

Quelle: Tactus

29 Kommentare

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  • Swetlana Soschnikow 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Es ist wohl so, dass die Wölbungen auf dem Display auch im glatten Zustand leicht sichtbar sind. Die "Kammern" können sowohl ganz klein sein, als auch riesig. Vielleicht kommt man ja an die Pixelgröße heran, wenn man die Technologie weiterentwickelt.

    Der Prototyp hat wohl einige Tests bereits bestanden, aber es war nicht ersichtlich, ob auch ein Test auf Umweltfreundlichkeit durchgeführt wurde.

    Ein interessantes weiteres Einsatzfeld für die Technologie wäre übrigens Braille-Schrift, so dass blinde Menschen Smartphones bedienen könnten.

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  • Downloadi 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Den Einwand Technik-Flüssigkeit kann man im Grunde schon ausbremsen, da es auch nicht-leitende Flüssigkeiten gibt, die also dem Handy keinen Schaden zufügen würden. Die Dichtigkeit an sich ist auch nicht das Problem denke ich, wenn es Handys wie das Sony Xperia Z gibt wo nichts rein kann, wird es wohl auch umgekehrt möglich sein, dass nichts raus kann.

    Die Frage die sich mir eher stellt ist die Haltbarkeit als solches also im Bezug auf die Materialermüdung. Wie lange kann man so ein Display nutzen, wird der Bildschirm immer wieder glatt oder ist nach 1 - 2 Jahren die Wölbung teils dauerhaft?
    Sofern man annimmt, dass es die IP-Standards nicht dauerhaft einhält und doch irgendwann minimalste Mengen der Flüssigkeit austreten, kann man diese nachfüllen?
    Ist das nur an bestimmten Punkten anwendbar oder im kompletten Display, also könnte man App-bezogen andere Anwendungsbereiche definieren, also auch andere Tastatur-Layouts?

    Die Frage nach der Umweltfreundlichkeit lass ich mal außer Acht, wer weiß was man da wieder für eine tolle Idee hat, jeder will es haben und dabei ist es gifitg wie Asbest oder so...

    Fragen über Fragen, ich denke die Serienreife ist noch weit weit entfernt...

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  • JPsy Droid 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Wenn die Fläche ansonsten 100% glatt ist - kann ich mir aber kaum vorstellen...

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  • User-Foto
    Thorsten 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Frage wird seit seit wie haltbar das ganze ist und ob man das auf dem Display sieht wenn es abgeschaltet ist.

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  • mapatace 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Finde den Ansatz auch nicht schlecht, ob es wirklich sinnvoll ist? Kommt auch auf den Widerstand an, der müsste dann ja für jeden passen.

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  • Marcel L. 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Flüssigkeit und Elektonik, bin mir nicht sicher ob man das zusammenführen sollte. Aber interessant wäre ja, wenn man nicht nur Knöpfe an festen Positionen, sondern auch Bilder etc. als Relief darstellen könnte. Das ist zwar nur vorgekaueltes 3D, aber immerhin.

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  • Marco Först 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Eben wischen statt tippen ;) hat mir zumindest sehr geholfen :D

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  • leinpfad 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Kann man damit swypen? ;)

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  • Hippo 10.01.2013 Link zum Kommentar

    Ihr stellt euch das zu einfach vor, der Touchscreen reagiert schließlich sofort, deshalb kann man auch nichts erfühlen. Die Tasten würden sofort ausgewählt, es sind ja nur einfache Luftkammern, die kann man nicht wie Tasten drücken.

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  • Marco M. 09.01.2013 Link zum Kommentar

    So etwas ist möglich? Naja, ich hab da meine Zweifel ob das so funktioniert wie gedacht. Ja für Sehbehinderte ist das sicher empfehlenswert doch für mich ist das nicht unbedingt nötig.

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  • Andrey Batyrshin 09.01.2013 Link zum Kommentar

    Hatte nicht Apple ein Patent dafür eingereicht? :-)

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  • Jeremy Papke 09.01.2013 Link zum Kommentar

    An so etwas ähnlichen arbeitet Apple anscheinend auch schon

    Aber sie machen das ein wenig anders ...

    Sie benutzen nen Trick mittels elektrischer Signale und Magnetfelder :?
    Ich hab das wieder vergessen wie genau haha
    Apple nennt diese Bildschirm Technologie " haptisches Display "
    Man soll laut dem Patent auch strukturelle ( gefüllte ) Unterschiede zwischen zb einer Fassade und einem Blatt Papier erkennen.

    Ich Find die Idee das man quasi Tasten wieder spürt gut

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  • nox 09.01.2013 Link zum Kommentar

    Ja aber Blinde möchten vielleicht auch Smartphones nutzen und mit dieser Technik lässt sich z.B. auch Blindenschrift darstellen, was ein quantensprung im Bezug auf Barrierefreiheit wäre.

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  • Simon F. 09.01.2013 Link zum Kommentar

    Wer denkt, dass Blinde keine Displays benutzen können, sollte sich mal Talkback ansehen bzw. anhöhren. Damit ist das Smartphone zwar nicht ganz so toll zu bedienen, allerdings ist mir kaum eine Allternative bekannt.
    Ich habe noch meine Zweifel, was den Platzbedarf einer solchen Tastatur angeht. Der Druck in der Flüssigkeit müsste ja auch wieder mechanisch umgesetzt werden.
    Ich lasse mich gerne überraschen. Bis dahin hätte ich am liebsten einen Slider.

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  • Ludwig 09.01.2013 Link zum Kommentar

    E-Book reader für Blinde !!!!!!

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  • Mampf1976 09.01.2013 Link zum Kommentar

    also die Idee ist genial, nur über die Haltbarkeit mach ich mir sorgen.
    auch wenn ich denke, da es heutzutage Materialien gibt die mit Sicherheit robust und flexibel genug sind. denke da gerade an die ummantelung von z.b. BrustImplantaten.
    die müssen ja auch immens stabil und dennoch flexibel sein.

    bin auf jeden Fall mal sehr gespannt was das gibt.

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  • 0815 09.01.2013 Link zum Kommentar

    na wenn das mal nicht ne Schnapsidee ist? Da die Displays sowieso größer werden und somit auch die Tastatur finde ich das unnötig.

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  • Flo 09.01.2013 Link zum Kommentar

    @Phil Anselmo: +1 :D Mein erster Gedanke :D

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  • Phil Anselmo 09.01.2013 Link zum Kommentar

    Blinde nutzen wohl eher weniger Displays oO

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  • Gertrud K. 09.01.2013 Link zum Kommentar

    Ein Glasdisplay kann das dann aber kaum sein und Kunststoff verkratzt leicht. Ob das dann auch noch mit einer Displayschutzfolie funktioniert?

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