Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können.

14 mal geteilt 15 Kommentare

Swatch entwickelt ein Smartwatch-OS - aber warum eigentlich?

Wer eine Smartwatch sucht, hat derzeit bei der Software mehr Auswahl als bei einem Smartphone. Android Wear und Apples Watch OS dominieren zwar, doch auch das von Samsung genutzte Tizen redet ein Wörtchen mit. Dazu kommen einige kleinere Eigenentwicklung - und künftig noch eine Option mehr. Das Unternehmen Swatch entwickelt ein eigenes Betriebssystem für Smartwatches - aber warum eigentlich?

Mein neues Lieblingsphone - welches hättest Du gern?

Wähle Sony Xperia XZ1 oder LG V30.

VS
  • 425
    Stimmen
    Ooops! Etwas ist schiefgelaufen. Aktualisieren sollte helfen.
    Sony Xperia XZ1
  • 941
    Stimmen
    Ooops! Etwas ist schiefgelaufen. Aktualisieren sollte helfen.
    LG V30

Swatch gehört zu den bekanntesten Uhrenherstellern, doch auf dem Gebiet der Smartwatches sind die Schweizer noch nicht wirklich angekommen. Statt einfach eine Uhr mit Android Wear vorzustellen, wie es viele andere traditionelle Unternehmen - gerade erst Tag Heuer und Montblanc - in diesem Gebiet machen, hat Swatch andere Pläne. Ein eigenes Betriebssystem soll her, wie CEO Nick Hayek gegenüber von Bloomberg erklärt.

AndroidPIT Samsung Gear Apple 1377
Samsung nutzt die eigene Plattform Tizen. / © ANDROIDPIT

Einen zentralen Punkt hat Hayek identifiziert, den Swatch besser lösen will als Apple, Google und Co. - die Akkulaufzeit. Die ist bei aktuellen Smartwatches tatsächlich in der Regel mehr als beschränkt und in keiner Weise vergleichbar mit der einer normalen Uhr. Man müsse daher "klein denken", so Hayek, um Wearables als Endprodukt weiter zu entwickeln. Dafür sei eben ein "unabhängiges Betriebssystem" wichtig. Das kann man natürlich so sehen, vor allem dann, wenn man gerade so eine Entwicklung ankündigt.

"Menschen nutzen Smartwatches, um die gleichen Apps zu nutzen wie auf ihrem Smartphone."

Man kann es aber auch so sehen wie beispielsweise der Analyst Luca Sola, der sagt: "Ich bin nicht überzeugt. Menschen nutzen Smartwatches, um die gleichen Apps zu nutzen wie auf ihrem Smartphone. Ein proprietäres System widerspricht diesem Ansatz." Zwei konträre Meinungen, die sich kaum vereinen lassen und gut zeigen, wo die Chancen und Risiken für die Swatch-Plattform liegen.

Ohne Community wird es schwer

Ganz neu ist die Sache für Swatch freilich nicht, denn mit der Untermarke Tissot haben die Schweizer schon einmal eine Smartwatch mit eigener Software vorgestellt. Darauf kann man natürlich aufbauen, klar. Doch um ein System zu entwickeln, das auch nur annähernd an die Flexibilität und Komplexität von Android Wear, Tizen oder Watch OS herankommt, ist eine ganze Menge mehr Know-how und auch Manpower nötig. Nicht zuletzt profitieren die drei großen Plattformen von einer mal mehr, mal weniger engagierten Community aus Entwicklern, die Apps und neue Funktionen entwickeln und so die Möglichkeiten der Wearables erweitern. Hat Swatch so etwas auch? Kaum zu glauben, und ein Start von Null dauert lange.

Mehr Auswahl ist natürlich gut, und zwar vor allem für den Kunden. Wenn Swatch es schafft, seine Software dazu zu bringen, Smartwatches endlich die Akkulaufzeit zu verpassen, die sie verdienen, ist allein das schon ein dicker Pluspunkt. Aber das Gesamtpaket muss stimmen. Und in Sachen Usability, Funktionsumfang und Features macht die Konkurrenz nun einmal keine Pause, bis Swatch mit der eigenen Plattform um die Ecke kommt. Die Schweizer müssen hier richtig viel Arbeit, Geld und Zeit investieren, damit die Sache rund wird, sonst kann man sich das eigentlich gleich sparen.

Geduld ist gefragt

Die vielen Fragezeichen zu der neuen Smartwatch-Plattform von Swatch werden uns noch eine Weile beschäftigen, denn so ein großes Projekt braucht Zeit. Swatch hat sich einen Zeithorizont bis Ende 2018 gesetzt. Dann soll die erste Uhr mit der eigenen Software veröffentlicht werden. Ich bin wirklich gespannt darauf, wie der Markt bis dahin aussieht und was die Plattform aus der Schweiz anders und besser machen kann als die etablierte Konkurrenz.

14 mal geteilt

15 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • Ich befürchte, es ist so, wie Luca Sola sagt: ALLES muss auf der Smartwatch verfügbar sein, schließlich ist der gegenteilige Ansatz mit langer Akkulaufzeit und eigenem System (Pebble) gerade beendet worden. Liegt daran, dass Smartwatches anscheinend gar keine smarte Ergänzung zum Handy sein sollen, sondern (möglichst klobige) Hightech Spielzeuge mit umfangreichsten Möglichkeiten, die dem Smartphone in nichts nachstehen.


  • Find gut damit swatch es in der Smart watch Branche versucht, waren damals in meiner Kindheit schon der Hingucker und ich denke damit sie es auch jetzt wieder schaffen. Akku Probleme werden sicher kein Thema mehr sein, haben ja lange genug Zeit das zu beheben


  • Ich sehe eine SmartWatch als Ergänzung zum SmartPhone, sozusagen als verlängerter Arm:

    - Benachrichtigungen
    - Fernbedienung (Musik: Titel vor oder zurück, andere "Hör-"App starten (bspw. Wechsel zwischen Musikplayer, Hörbuch-App usw., Lautstärke usw., auch bspw. für Google TV)
    - Uhrzeit und Datum
    - aktuelle Termine sehen

    Meiner Meinung sollte hier eine einheitliche Schnittstelle geschaffen werden, so dass jede Uhr mit jedem SmartPhone/PC/SmartDevice etc. zusammen arbeitet.


  • marc vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Warum ist denn die Akkulaufzeit so ein Problem? Einen Tag halten die Watches locker durch. Und über nacht kann man aufladen.


    • Das Problem ist, das man allzu oft über Nacht laden muss. Vergisst man das, oder schläft überraschend woanders, und hat das proprietäre Ladegerät nicht dabei, dann kann man die Uhr oft nicht mal mit einer Powerbank laden. Einen Tag durchgehalten haben auch schon die ältesten Federwerkuhren. Die konnte man aber ohne jegliches Spezialgerät innerhalb weniger Minuten wieder aufziehen.
      Einen Ausweg in solchen Fällen bieten eben eine längere Akkulaufzeit, Uhren mit "Watch only Mode", oder Hybriduhren.


    • Egal ist das mir nur bei Smartphones, ob das 1 Tag oder 2 tage hält man legt das ja sowieso neben sich.
      Aber mich würde das stören bei einer Uhr, ich kennen nur Normale Uhren 4-5 Jahre bis man wechselt.
      Wenn ich jetzt auf einmal jeden Abend die Uhr ausziehe müsste um zu laden hmm.
      1 Woche wäre was bei so einer uhr gerade bei Männer ja nicht so schlimm wenn sie jetzt Breiter und dicker sind.
      Naja eigentlich mag ich die Normal Uhr und das Handy ist ja 100% auch immer dabei.

      Eigentlich wieso Smartwatches, um wider was mehr zu haben um damit an der uhr zu spielen, angeben und noch mehr zeit vertreiben mit der?
      Eigentlich genügt doch ein Fitness Band und eine Normale Uhr.


      •   16

        @Marc Senn:
        Warum ist es bei einem Smartphone egal, bei einer Smartwatch aber nicht, ob man nachts nachladen muss (ist übrigens nicht bei jeder Smartwatch notwendig, die Samsung Gear S2/S3 z. B. halten gute 2 Tage mit einer Ladung durch)?

        Warum ziehst Du hier den eher unsinnigen Vergleich zwischen herkömmlicher Armbanduhr und einer Smartwatch? Das wäre dann zulässig, wenn die Smartwatch nicht mehr leisten könnte, als nur Uhrzeit und Datum anzuzeigen. Den Vergleich zwischen beiden Technologien nur auf die Batterielaufleistung zu beschränken halte ich nicht für zielführend; vielmehr sollten alle Leistungsaspekte beider Technologien (natürlich mit einer gewissen Gewichtung) betrachtet und dann eine Entscheidung für oder gegen die eine oder die andere Variante getroffen werden (zumindest dann, wenn man sich halbwegs objektiv einer Entscheidung nähern will). Die Entscheidung kann dann natürlich noch immer gegen eine Smartwatch ausfallen, doch wäre diese Entscheidung dann wenigstens fundiert zu nennen.

        Der letzte Absatz Deines Kommentars mag widerspiegeln, was Du mit einer Smartwatch tun würdest, es gibt jedoch auch erwachsene Anwender, denen es z. B. wichtig ist, nicht bei jeder eintreffenden Benachrichtigung/Erinnerung zum Smartphone greifen zu müssen. Vor diesem Hintergrund ist Dein Fazit, ein Fitnessband im Zusammenspiel mit einem Smartphone würde das gleiche leisten, wie es eine Smartwatch tut, eher voreilig, um nicht zu sagen albern...


      • aXeL vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        um über die wichtigsten Benachrichtigungen informiert zu sein reicht doch ein smart band?

        also mir zumindest reicht es zu wissen von welcher Anwendung die Benachrichtigung ist...

        wenn es wichtig ist greift man dann eh zum Smartphone und wenn es nicht wichtig ist muss Ich die Benachrichtigung auch nicht an einer uhr komplett lesen...


  • Dänu vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Schwierig hier zu erkennen ob er den Nerv trifft oder nicht. Auf jeden Fall hat er recht mit dem Akku-Problem. Leider dauert es wohl zu lange bis er soweit ist, aber auch da wurden wir schon eines besseren belehrt von Ihm.....


  • Wenn das OS so wird wie die Uhren lasse ich es lieber. Erfahrungen in der Familie mit Swatch waren nur negativ.


  • J.K.
    • Blogger
    vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    die Uhren werden dann vermutlich Nieschenprodukte....


  • Reduzierung der Komplexität, weitgehend automatisierte Fertigung und eine grosse Auswahl an modischen Uhren, das waren in den achtziger Jahren die richtigen Antworten, mit denen Hayek der Krise der schweizer und übrigen europäischen Uhrenindustrie konterte, hervorgerufen durch das Aufkommen sehr günstiger Quarzuhren aus Asien.
    Die "Swatch" wurde zu einer Erfolgsgeschichte, und die selben Rezepte könnten auch der ins Stocken geratenen Marktentwicklung der Smartwatch neuen Schwung verleihen.
    Ich sehe nicht unbedingt, dass man die gleichen Apps, die man am Smartphone nutzt, unbedingt auch auf der Uhr braucht.
    Videos auf dem kleinen Display einer Uhr anzusehen, dürfte genauso wenig Spass machen, wie Texte darauf zu bearbeiten.
    Liest man die Kommentare auf dieser Seite, so scheint die Anzeige von Benachrichtigungen derzeit eine der wichtigsten smarten Funktionen der Uhren zu sein, die schwache Akkulaufzeit hingegen eines der größten Mankos.
    Zielt das Konzept von Swatch genau darauf ab, Reduktion der smarten Funktionalität auf das Wesentliche, bei gleichzeitig deutlich verlängerter Akkulaufzeit, dann könnte Hayeks Plan aufgehen.
    Seine Uhren werden vielleicht nicht den Smartwatch-Markt neu aufrollen, könnten aber doch in eine Lücke stossen, die bisher im Wesentlichen unbesetzt ist, aber für viele Käufer dennoch attraktiv sein könnte.
    Ein derart reduziertes OS könnte auch leichter gegen Angriffe abzusichern sein, und durch nur langsam ansteigende Hardwareanforderungen die Lebenserwartung der Uhren steigern.

    Quelle: wikipedia


  • Tim vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    also ich nutze auf meiner Smartwatch gar keine Apps, kann der Aussage von diesem "Analysten" nicht wirklich zustimmen ;)
    Das man bei Smartwatches eine größere Auswahl an Software hat, ebenfalls nicht. Bei Android Wear verbietet Google Aufsätze, wie unter Android, deswegen ist jede Android Wear-Uhr auch bis auf dem ein oder anderen Watch face oder einer personalisierbaren Taste komplett identisch...


    • Bin gespannt wie Swatch den Markt aufmischen/beleben möchte 😁

      Weil die Android Wear Uhren den gleichen OS Unterbau haben gab es länger Softwaresupport ⌚️

      Dieses System finde ich persönlich besser als viele verschiedene und eigene OS Plattformen.

      Nutze auch nur selten Apps auf der Smartwatch sondern eher die Notofications, Trusted Device Support, verschiedene Watchfaces, Pulssensor und Alarmfunktionen 😼😽


  • Das werden die schon noch merken, anhand der Verkaufszahlen.... 😝

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu