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Street View: Google hat illegal Daten erhoben und muss Bußgeld zahlen

Googles Mammut-Fotoprojekt Street View stand bei Datenschützern und Verteidigern der Privatsphäre von Anfang an in der Kritik. Jetzt muss der Konzern in Deutschland Strafe zahlen: Der Hamburger Datenschutzbeauftragter hat ein Bußgeld gegen Google verhängt, weil es auf seiner Fotosafari illegal Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen gesammelt hat.

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streetview 2

Die Autos mit den neunäugigen Kameras waren vielen Bürgern ein Dorn im Auge, weil sie mit ihren Kameras tiefer als je zuvor in die reale Lebenswelt der Menschen eindrangen. Viele haben die Möglichkeit genutzt, ihre Hausfassade verpixeln zu lassen. Wie unlängst bekannt wurde, hat Google aber noch mehr Daten gesammelt, als es mit seinen Kameras erfassen konnte - zwischen 2008 und 2010 wurden bei den Street-View-Fahrten auch Daten aus offenen WLAN-Netzen aufgezeichnet.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar, der das Bußgeld verhängt hat, spricht von “erhebliche(n) Mengen personenbezogener Daten unterschiedlichster Qualität”, wie das Handelsblatt schreibt. Zu den erfassten Daten gehören laut Caspar E-Mails, Passwörter, Fotos und Chat-Protokolle. Die entsprechende Software habe nach Erkenntnis von US-Behörden ein einzelner Mitarbeiter in die Kamerawagen eingefügt - ohne das Wissen von Google.

Die strafrechtlichen Ermittlungen in dieser Sache wurden im November 2012 eingestellt, Caspar führte den Fall aber als Ordnungswidrigkeitsverfahren weiter und verhängte jetzt das Bußgeld in Höhe von 145.000 Euro. Vorsatz wirft Caspar dem Konzern jedoch nicht vor und kommt Google damit entgegen. Die Amerikaner hatten immer bestritten, die Daten vorsätzlich gesammelt zu haben. Laut Caspar habe sich der Konzern bei der Aufklärung des Falls zudem “kooperativ gezeigt und öffentlich ein Fehlverhalten eingeräumt”, heißt es im Handelsblatt.

Mittlerweile sind, wie die New York Times schreibt, alle Daten gelöscht. Google dürfte die Strafe indes mit einem Lächeln bezahlt haben - ein Betrag von 145.000 € entspricht laut dem US-Blatt ungefähr 0,002 Prozent von Googles Reingewinn im vergangenen Jahr.

Titelbild: Google, Inc.

Quelle: Handelsblatt

27 Kommentare

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  • Wer sein Netz offen lässt ist selber Schuld. Das Argument, dass es Leute mit alten Routern gibt die sich mit der Verschlüsselung nicht auskennen lasse ich nicht gelten. Wenn ich mich mit einer bestimmten Sache nicht auskenne hole ich mir jemanden der mir helfen kann....ach nee Mist, das könnte ja Geld kosten. Aus dem Grund fahre ich auch immer mit Verschlissenen Bremsen Auto, und wundere mich wenn ich nicht durch den TÜV komme. Ich bin schon seit langem der Meinung, dass man eine Art PC Führerschein schaffen sollte. Was mir teilweise an Unwissenheit im täglichen Berufsleben begegnet ist schon erschreckend.

  • @Felix: dass es diesen "nur wer was zu verbergen hat..." Spruch immer noch gibt. Dann lege bitte mal deine e-mails der letzten Woche offen...oder schick sie nur mir. Da ich davon ausgehen kann, dass du nichts zu verbergen hast kann ich sie ja ruhig lesen oder? - Dürfte ja kein Problem sein - also her damit!

    Nur weil ich - um nochmals das obige Beispiel mit dem offenen Auto oder Wohnung aufzugreifen - hat keiner das Recht sich zu bereichern - das bleibt einfach immer noch illegal - Punkt aus. Man mag mir Fahrlässigkeit unterstellen können aber das war es auch. Das ist niemals ein Freifahrtsschein, um sowas auszunutzen - bleibt immer noch Diebstahl.

    Ich hoffe, die ganzen "wer nichts zu verbergen hat"-Typen werden sich noch wundern in den nächsten Jahren.

  •   51
    XXL 23.04.2013 Link zum Kommentar

    Wenn ich von einem Erwachsenen eine so idiotische Aussagen höre wie "wer nichts zu verbergen hat...", dann gibt mir das echt zu denken! Wie naiv muss man sein, um die Sammelwut von Google mit so einem Satz zu rechtfertigen? Man sollte meinen, dass heutzutage die Leute sensibler sind, was solche Sachen anbelangt, aber das Gegenteil ist der Fall. Solche Leute müssen immer zuerst mal auf die Fresse fallen, bevor sie den gesunden Menschenverstand einschalten.

  • My1 23.04.2013 Link zum Kommentar

    @Michael es gibt aber auch leute die so ein Technisches Verständnis nicht haben...

  • Naja wenn ich in einem offenen WLAN bin muss ich davon ausgehen das jemand mit snifft was ich da so mache also sind sie leite meiner Meinung nach selbst schuld

  • Wer bekommt denn nun das Geld, etwa die Geschädigten? Nein, der Caspar streicht das ein. Ist schon fraglich, das Menschen, die andere Leute anklagen, obwohl sie selbst nicht betroffen sind, damit vor Gericht kommen...

  • Google ist doch irgendwie die Stasi der USA.
    Wundert mich nichts mehr was die mit uns und der Welt so treiben.
    Wo sind denn all die teuren Polos geblieben (mit teurem Google Umbau)?
    Bestimmt nicht auf Leaseplan.

  • Laut gesetz ist der besitzer der offenen Wlanverbindung selber schuld, wenn er sein Wlan offen lässt und trägt die eigene verantwortung. Deshalb versteh ich die leute nicht, die ihr netz ungesichert lassen. ich hab mir für jedes meiner netzte ein passwort gerichtet, da ich weis was passieren kann.

  • My1 22.04.2013 Link zum Kommentar

    @Frank und im Englischen APit gibts gar keine diskussion darüber...

  • Wenn man sich mal wieder die Kommentare anschaut, kommt man zu dem Entschluss, dass hier wieder nur die Überschrift gelesen wurde oder höchstens der Text mal überflogen wurde. Anscheinend geht's den meisten wieder nur darum, ihre Privatsphäre aufzugeben um ihren Google Gott zu verteidigen. Schade, dass gerade auf einer deutschen Seite (im Gegensatz zur amerikanischen TheVerge) so undifferenziert, oberflächlich und voreingenommen darüber diskutiert wird.

  • My1 22.04.2013 Link zum Kommentar

    am besten ist immer noch folgendes Verfahren. Man sendet eine Verschlüssltente Botschaft über einen Weg und nutzt einen davon abgeschotteten für den Schlüssel.

  • Das beste dran ist, wir sträuben uns noch dabei. Weder unsere Kontakte noch E-Mails, die auf deren Servern sind sicher. Die Passwörter unserer W-Lans, die da gesichert sind, braucht sowieso keiner ;-). Warum sollten Daten die geheim sind, nicht als Brief versendet werden? Weil die genauso sicher sind. Frage: bei wem sind die Daten sicherer?

  • Google sammelt Daten?!
    Wer hätte das gedacht?
    Als nächstes heißt es, Facebook macht das auch.
    Und dann verkaufen sie die und machen damit Geld.
    Unglaublich! ;-)

  • My1 22.04.2013 Link zum Kommentar

    die paar tausend euro sicher nicht aber jetzt wissen die wieder wo rechtlich schluss ist.

  • Meint ihr Google Interessiert so eine Strafe?

  • My1 22.04.2013 Link zum Kommentar

    kann bei so nem riesenverein auch mal passieren...

  • Quack quack? Is das ein verspäteter Aprilscherz? Ein Mitarbeiter, ohne das Wissen von Google Dateien aus offen WLAN Netzen geladen? Das is ja wohl lächerlich. Ich glaub kein Wort das is ja wohl ne Ente.

  • LöööL immer dieses wer Nix zu verbergen hat ...
    Ich habe auch Nix zu verbergen, trotzdem möchte ich nicht dat jeder in meinen Daten herum schnüffelt.

    Ich habe mich auch lange dagegen gesträubt ein Handy mit einem BS von der Datenkracke zu nehmen, aber nen angebissener Apfel oder Windoof kamen gar nicht erst in frage, Nokia welche ich lange hatte bekam ja Nix schlaues hin oder es war Windoof.

  • My1 22.04.2013 Link zum Kommentar

    es gibt aber auch leute die haben einen Alten Router der Standardmäßig nicht verschlüsselt ist und das die Leute keine Ahnung davon haben wie man das zu macht, geschweige denn das es überhaupt wichtig ist. nicht jeder ist so Technikaffin wie wir alle...

  • dann schaue dir mal Apps wie Streetspotr an. da bekommst du Geld, wenn du offene WLAN Netze meldest.

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