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Star Command - Unendliche Weiten?

Das Weltall hat einen ganz speziellen Reiz auf die Menschen. Einmal ein Raumschiff fliegen und die unendlichen Weiten erkunden. Gegenden des Universums, welche noch nie von Menschen betreten wurden.

Unser heutiger Testkandidat kann - natürlich - diesen Wunsch nicht zur Realität werden lassen. Doch Star Command versetzt den Spieler in die Rolle eines Kapitäns. Ob die unendlichen Weiten Unterhaltung bieten und ob sich der Kauf der Anwendung lohnt, erfahrt ihr in unserem heutigen Testbericht!

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Bewertung

Pro

  • Tolle grafische Präsentation
  • Packende erste Spielminuten
  • Musikalische Untermalung

Contra

  • Kämpfe wiederholen sich
  • Wenig Entscheidungsfreiheit
  • Kampagne zu kurz und viel verschenktes Potenzial
Getestet mit Android-Version Root Mods Getestete Version Aktuelle Version
Google Nexus 4 4.3 Nein 1.1.1 1.1.8

Funktionen & Nutzen

Dieser Testbericht wurde von Navid Begli angefertigt.

Manchmal hilft zur Bewertung einer Anwendung oder eines Spiels die Kenntnis der Vorgeschichte. Star Command ist ein durch Kickstarter finanziertes Spiel, welches vor knapp zwei Jahren, die Sci-Fi/Android-Fans (auf der Erde), um finanzielle Unterstützung gebeten hat.

Im Laufe des Entwicklungsprozesses gab es mehrere Verzögerungen und manche Unterstützer und Fans, wie zum Beispiel der Autor dieses Testberichts, hatten ernste Zweifel, ob das Spiel überhaupt erscheinen wird. Nun ist Star Command seit einiger Zeit im Play Store erhältlich und muss sich - natürlich - den Erwartungen stellen, welche durch die damalige Kampagne angeregt wurden.

Star Command kann dabei als eine Mischung aus Star-Trek und den beliebten Kairosoftspielen beschrieben werden. Auch Analogien zu FTL: Faster Than Light, können gefunden werden. Doch Star Command bildet aus diesen ganzen Elementen einen ganz eigenen Mix, welcher wirklich Spaß machen kann.

Zu Beginn der Kampagne kann der Spieler aus verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Dabei stehen drei Varianten zur Verfügung, welche durch eine vierte (wirklich herausfordernde) Auswahlmöglichkeit ergänzt werden. Danach geht es an die Erstellung eines Alter Egos, welcher das Schiff leiten soll. Leider findet sich schon bei der Erstellung des Charakters ein Kritikpunkt, welcher, wie ein roter Faden, durch das gesamte Spiel verfolgbar ist. Denn Star Command leidet darunter, dass zwar viele Funktionen und Aspekte vorhanden sind, doch die Ausführung nur an der Oberfläche kratzt. So sind die Möglichkeiten der Individualisierung auf ein Minimum beschränkt. Ich persönlich hätte hier mehr erwartet, als nur zwei verschiedene Hauttöne und drei mögliche Frisuren. Das ist in diesem Kontext zwar kein einschneidender Kritikpunkt, aber es fällt auf und schmälert den Gesamteindruck.

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Die Individualisierungsmöglichkeiten sind zu gering. / © AndroidPIT

Das Spielprinzip von Star Command ist sehr eingängig, auch wenn einzelne Bereiche der Spielmechanik erst im Spielverlauf verstanden werden. Der erstellte Kapitän des Schiffs kann durch weitere Crewmitglieder ergänzt werden. Diese Frauen und Männer sollten dann natürlich nicht untätig die Weltallkreuzfahrt genießen, sondern für den Lohn auch (hart) arbeiten. Dementsprechend kann der Spieler, den verschiedenen Mitgliedern, Aufgaben zuteilen. Hierbei kann zwischen drei verschiedenen „Aufgabenbereichen“ unterschieden werden. Je nachdem in welchem Bereich gearbeitet wird, kann der jeweilige Offizier im Rang aufsteigen und erlernt dadurch nützliche Fertigkeiten.

Es gibt insgesamt drei verschiedene Spezialisierungen. Diese werden mit drei verschiedenen Farben unterlegt, wobei Crewmitglieder in roten Anzügen in den „kämpferischen“ Räumen zugeteilt sind, wie einem Waffenraum oder der Brücke und gelbe Anzüge einen Techniker symbolisieren, welcher die Fähigkeit der Reparatur erlernt. Schlussendlich gibt es noch die „blauen“ Räume, wo die Wissenschaftler und Ärzte arbeiten.

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So sehen die Dialogsequenzen aus! / © AndroidPIT

Diese humane Ressource muss, genauso wie die monetären Aspekte, vom Spieler taktisch genutzt werden. Die spielentscheidende Frage lautet während des gesamten Spielverlaufs immer: „Wie setze ich meine gegebenen Ressourcen richtig ein und wann investiere ich in verschiedene Bereiche?“. Denn auch in der Welt von Star Command gibt es Arbeitskraft und zusätzliche Waffen/Schilde nicht umsonst. Diese werden durch Tokens bezahlt, welche im Kampf erworben werden können. Da diese in sehr überschaubarer Menge dem Spieler zur Verfügung stehen, muss die Entscheidung getroffen werden, ob zum Zeitpunkt X eher die Waffen des Schiffs ausgebaut werden oder lieber zusätzliche Crewmitglieder rekrutiert werden.

Dieses Micromanagement macht zu Beginn wirklich Spaß und überblendet die sehr repetitiven Aspekte des Spiels. Diese finden sich besonders im Kampfgeschehen und in der Kampagne. Im Endeffekt hangeln wir uns von Kampf zu Kampf und unsere Aufgabe besteht meistens in der Zerstörung des Gegners. Natürlich immer aus anderen Anlässen, doch das Schema wird relativ schnell klar. Zwar hat der Spieler in verschiedenen Situationen auch RPG-ähnliche Konversationsmöglichkeiten, doch diese sind nur sehr oberflächlich gestaltet. Der weiter oben beschriebene rote Faden. Die Präsentation der Konversationen ist jedoch ein großer Pluspunkt.

Die Kämpfe zwischen zwei Fraktionen sind in den ersten Minuten ganz spaßig, doch diese arten in immer gleiche Abläufe aus. Die Waffen können per Minispiel abgefeuert werden und Ausweichmanöver werden manuell aktiviert. Der Feind sendet immer wieder Angreifer auf das eigene Schiff und der Spieler muss diese mit den Rothemden abwehren und gibt hierzu manuell Befehle. Dieses Vorgehen macht initial Spaß, doch nach der elften Wiederholung ist die Herausforderung hin und es ist mehr Arbeit als Spiel. Besonders da das Schiff nicht explodieren kann, sondern das Spiel nur durch das Sterben des Kapitäns verloren wird. In meinen Augen ist das ein echtes Balancing-Problem. 

Der größte Kritikpunkt ist jedoch, dass das Spiel mit knapp drei bis vier Stunden, den erwarteten Umfang der damaligen Bitte auf Kickstarter nicht erreicht. An manchen Ecken prangt noch das „Coming Soon“-Zeichen und zumindest ich bin, nach dieser langen Entwicklungszeit, etwas vom Umfang enttäuscht. Es gibt zwar die Möglichkeit nach dem Durchspielen weitere Schiffe und „Räume“ freizuschalten, doch dafür muss der Spieler die, zeitweise monotone, Kampagne durchlaufen.

Bildschirm & Bedienung

An der Präsentation von Star Command gibt es nichts auszusetzen. Die grafische Präsentation ist gut gelungen, wenn auch die 8-Bit-Grafik langsam eine gewisse Sättigung bei mir erreicht hat. Die musikalische Untermalung ist immer passend und verdient ein Extralob.

Die Bedienung ist auf der anderen Seite ein weiterer Kritikpunkt. Nach dieser ganzen Entwicklungszeit frustrieren noch immer Eingabeungenauigkeiten. Eingabeflächen müssen mehrfach angetippt werden und sonst wirkt alles nicht wirklich poliert.

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Der Retro-Look ist durchweg gelungen. Selbst beim Siegesbildschirm! / © AndroidPIT

 

Speed & Stabilität

Star Command ist ruckelfrei und ohne Abstürze gelaufen.

Preis / Leistung

Star Command kostet 2,20 Euro und beinhaltet keine In-App-Einkäufe. Grotesk, dass dies heutzutage als positiver Punkt zählt.

Abschließendes Urteil

Star Command ist ein gutes Spiel, welches noch immer an den damaligen Vorschusslorbeeren zu knabbern hat. Häufig könnte das Spiel so viel mehr aus dem vorhandenen Potenzial machen und kratzt dann nur an der Oberfläche. Das Spiel macht zwar Spaß, doch die repetitiven Phasen und die verbesserungswürdige Bedienung, schmälern den Gesamteindruck doch merklich. Somit ist Star Command im Stauts Quo eine Wette, dass die Entwickler noch nachträglich am Spiel arbeiten und zusätzliche Inhalte liefern. Jeder potenzielle Käufer muss nun selbst entscheiden, ob diese Wette gute Chancen hat. In meinen Augen ist sie einen Versuch wert.

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