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3 Min Lesezeit 15 mal geteilt 28 Kommentare

Mit Samsung und Spritz wird jeder zum Speed-Reader

Wir alle lesen, ob aus Spaß an der Freude, im Studium oder Job. Aber wäre es nicht schön, wenn wir uns die Leseinhalte ohne Zeitaufwand einfach auf die geistige Festplatte ziehen könnten, wie es im Film The Matrix geschieht? Ganz so einfach geht es noch nicht, aber mit einer neuen App von Spritz ließe sich ein 300-Seiten-Buch im Idealfall in etwas mehr als einer Stunde bewältigen - und das auf dem kleinsten Bildschirm.

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© Spritz, AndroidPIT

Das Problem

Wenn es Euch wie mir geht, dann lest Ihr sehr viel, allerdings nicht unbedingt gerne. Für Bildungsfanatiker wie mich ist Lesen lediglich Mittel zum Zweck, kein Zweck in sich. Unterm Strich ist die Zielsetzung nicht Spaß, sondern Effizienz: möglichst viel Wissen in möglichst kurzer Zeit aufnehmen und natürlich behalten (mal abgesehen von Poesie - an die gehen wir selbstverständlich anders heran!).

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sein Lesetempo zu steigern und viele Bücher und Kurse, die einem Lösungen anbieten. Vieles davon ist auch hilfreich, erfordert aber Training und kontinuierliche Anwendung, so zum Beispiel das Abschalten des inneren Verbalisierens des Gelesenen oder des einzelnen Fokussierens eines jeden Wortes. Wer jedes Wort im Kopf ausspricht, kann nur so schnell lesen, wie er sprechen kann. Und zumindest nach Angaben von Spritz verwenden wir etwa 80 Prozent der Lesezeit nicht mit dem Verarbeiten, sondern mit der Augenbewegung und dem Finden und Fokussieren der Wörter.

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Lesetempo: 250 Wörter pro Minute. / © Spritz
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Lesetempo: 350 Wörter pro Minute. / © Spritz
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Jetzt wird's interessant. Lesetempo: 500 Wörter pro Minute. / © Spritz

Die Lösung

Spritz folgt einem anderen Konzept: Hier geht es nicht darum, in ganzen semantische Einheiten zu lesen, wie es einem an anderer Stelle oft empfohlen wird. Die App zeigt den Text Wort für Wort an und bietet dem Auge in Form eines rot hervorgehobenen Buchstabens in jedem Wort den idealen, fixen Fokuspunkt etwa in der Wortmitte. So fällt die zeitintensive Augenbewegung völlig weg. Das Tempo, in dem die Wörter angezeigt werden, lässt sich auf bis zu 1.000 pro Minute einstellen (der durchschnittliche Leser erfasst etwa 250 Wörter pro Minute). Eine Lernkurve existiert im Prinzip nicht. Aus der Übung kann man nicht kommen. Auge und Gehirn gewöhnen sich schnell an die Darstellungsweise und das Tempo.

Außerdem ist diese Textdarstellung extrem platzarm. So lässt sich ein Buch problemlos auf einer Smartwatch oder via Google Glass lesen. Daher ist es kein Zufall, dass Spritz die App demnächst exklusiv auf dem Galaxy Note 3 und der Gear 2 in den Markt einführen wird.

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Spritz auf der Gear 2. / © Spritz

Für Spaßleser, denen es um die ganze Leseerfahrung mit allem Drumherum geht, ist das freilich nichts. Power-Leser wie ich, die vor allem Sachtexte verschlingen, dürften sich aber freuen. Denn näher werden wir Neo und The Matrix auf absehbare Zeit vermutlich nicht kommen.

Wer das Konzept zum Lesen von Browser-Inhalten ausprobieren will, findet hier das OpenSpritz-Bookmarklet dazu.

Via: Huffington Post Quelle: Spritz

28 Kommentare

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  • Ich habe von GitHub die Source von OpenSpritz in eine App gepackt.
    Damit kann man epup mit der Spritz-Idee lesen.
    Folgende Features sind enthalten:
    - Geschwindigkeit einstellen (WPM)
    - Pause-Funktion
    - Vor- Zurückspulen (über Kapitel)
    - Invert-Modus

    Zum öffnen von epup ist es praktikabler über einen Dateiexplorer das Buch heraus zu suchen und dann mit der App öffnen. Innerhalb der App kann man aber auch Bücher öffnen.

    Hinweis: Lange Wörter werden zweizeilig dargestellt.

    Wer die App testen möchte kann die APK hier runterladen: http://goo.gl/SomvFa

    • Danke dir! :) Ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren. Auf meinem Nachttisch stapeln sich die Bücher, weil ich einfach so wahnsinnig langsam lese... Das ist deshalb von der Idee her genau das, was ich suche!

  • Nicht mein Fall. Ich bin ein sehr sehr sehr langsamer Leser. Auf das durchschnittliche lesetempo komme ich bei weitem nicht. Das oben eingeblendete funktioniert tatsächlich, jedoch finde ich das sehr ermüdend... Wobei ich schon die 350 Wörter Version nicht pack, bei dem tempo bekomme ich hat nichts mehr mit :D

  • also ehrlich gesagt, in unserer Welt is eh alles so schnell, da nehm ich mir lieber bewusst Zeit zu lesen und lese lieber langsam und kann mich dann auch in die "Welt" des buches einfühlen und das geht bei einem solchen durchrattern des textes total verloren

    • Die Freizeit-Romane kann man sich ja noch nach dem alten Prinzip in gedruckter Form oder am Kindle rein ziehen. Das seh ich jetzt nicht als Kritikpunkt.

      Als Physikstudent habe ich aber einen Haufen Skripten zu lesen gehabt. Und mittlerweile einen Haufen interessanter Fachbücher (die ich erst mal alle lesen müsste) angesammelt und keine Ahnung, wie sich Lesen und Freizeit vereinbaren lassen, da find ich diese Idee sehr gut... Da ich sonst in 1 Stunde nur 10 Seiten schaffe.

      Eine Tablet-Version mit der jeweiligen PDF Seite im Hintergrund, vllt einer laufenden Textmarkierung, wo man auf der Seite grad ist und die Möglichkeit für Formeln, Abbildungen und Tabellen zum PDF umzuschalten wäre tatsächlich spitze.

      Meine Bedenken sind Zahlen, Formeln, Tabellen und Abbildungen im Fließtext, die bisher leider keine Technologie (text-to-speech, ebook-reader) wirklich überzeugend verwalten kann.

  • Nach meinem eigenem Gefühl und Einschätzung würde das Vergessen genauso schnell sein wie die hier vorgestellte Technik. Jeder Kopf tickt halt anders genauso ist es mit abspeichern von Informationen. Ob kurz oder langzeit jeder hat im Laufe seines Lebens mehr oder weniger seine Art des Lernens verfeinert. Das ist wie mit 3D Filme...die einen bekommen Kopfschmerzenen andere merken gar nichts.Die einen brauchen den ganzen Nachmittag andere 10 min im Bus auf den Weg zur Schule oder Pausenhof.

  • Ich finds so witzig, wie viele Leute hier das Ganze auf den Speedfaktor reduzieren und rumheulen, dass sie ihren Krimi dann so schnell durchgelesen haben. Diese Art zu lesen, kann man aber auch ohne eine hohe WPM Zahl nutzen. Denn es ist für die Augen weniger anstrengend, sich nur auf einen Punkt zu konzentrieren, anstatt die Zeilen abzu"fahren".

    •   25

      Im Gegenteil es ist für die Augen anstrengender. Denn weniger Augenliedbewegung = die Augen trocknen schnell aus. Nach einer Stunde wird man Augschmerzenhaben.

  • Das geht ja gar nicht! Wenigstens das gute alte Buch sollte nicht der Technik zum Opfer fallen. Ein schöner Krimi in 45 Minuten durch gelesen? Nein danke

  • Chrome hindert mich daran auf die Webseite zu kommen da diese ihr eigenes Sicherheits bla bla regeneriert oder so!

  •   25

    Das ganze ist meines Erachtens großer Blödsinn. Auch das "normale" Speedreading ist äußerst umstritten. Der Nutzen fraglich. Das hier mag für eine SMS oder so reichen.. für mehr aber nicht..

  • Wie lade ich das denn runter? Interessiert mich ja schon

  • Nenene, so mal gar nicht. Dazu lese ich zu gerne betont langsam, auch wenn es gar nicht nötig ist um den Inhalt zu verstehen.

  • Wieso nicht von dieser Seite?
    http://www.spritzinc.com

  • Mein Virenscanner schlägt auch an! Aber nur bei unkomprimierten Daten (Offroad-Modus aus bei Opera mini).

  • Ich finde das Prinzip an sich nicht schlecht. Werde es sicher testen, da ich schon mit der Gear2 als “Spielzeug“ zu meinem Note liebäugle.
    Die Frage wird nur sein, für welche Art Texte es sinnvoll ist.
    Einen Roman (zB den Medicus) würde ich so nicht lesen wollen. Dazu lese ich zu gern und vertiefe mich in die Erzählung.
    Meine Uni-Unterlagen könnte ich damit erst-lesen. Frage ist, wieviel bleibt in welchem Tempo hängen?
    Für Nachrichten, Newsletter, Info-Texte, die nicht zu anspruchsvoll sind, könnte es dagegen echt interessant sein in einem Tempo von 1000wpm zu lesen...

    • @Ronja Awater: Es gibt Studien, die zu dem Schluss kommen, dass bei fachgerechtem Speed-Reading tatsächlich mehr Information gespeichert wird (hängen bleibt). Mit anderen Worten, ein zweites Lesen wäre, anders als z.B. beim so genannten "Skimming", unnötig.

      •   25

        Welche Studien? Die solltest du wohl mal beim deutschen Wikipedia einreichen. Die kennen nämlich keine Studien die so etwas belegen.

        Der englische Wikipedia-Artikel führt zum Thema "Effect on comprehension" zwei Studien auf. Die eine kommt zu Ergebnis dass das Verständnis gleich bleibt, die andere zu 50 % weniger (!) Verständnis.

    • Also ich habe es gerade getetet - auf der verlinkten Seite gibt es eine Bookmark-Möglichkeit, die einen beliebigen Text auf einer Internetseite so darstellen kann. Habe das gerade mit einem Text auf einem Newsportal gemacht und ich muss sagen, dass man wirklich hervorragend damit zurecht kommt. Bei 300wpm komme ich sehr gut zurecht. Ich war auch erst richtig skeptisch doch ich habe so ziemlich alles inhaltlich verstanden und mir auch merken können - ich meine sogar mehr, als wenn ich es normal gelesen hätte - das ist aber ein Eindruck, der sich noch bestätigen muss.

      Lediglich wenn Zahlen dargestellt werden (z.B. 5.000.55,87 €) wird durch jeden Punkt und jedes Kommata der Lesefluss unterbrochen und man kriegt das nicht so wirklich mit, wie die Zahl denn nun genau lautet.

  • Ich halte das seit langem für eine wirklich gute Idee und ich werde mir das ansehen. Gerade für mein 3 Zoll Display meines Galaxy Ch@t.

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