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Test 6 Min Lesezeit 10 Kommentare

Sony Xperia Ear Duo: Ungewöhnliche AirPod-Alternative aus Japan

Immer mehr Smartphones werden ohne den guten 3,5 mm Klinkenanschluss ausgeliefert und die Hersteller von Audio-Zubehör wie Kopfhörer und Headsets haben sich darauf eingestellt. Sony zeigt mit dem Xperia Ear Duo ein komplett kabelloses Headset im eigenwilligen Design, dass aber tatsächlich praktisch und vor allem im Alltag sicher ist. 

Bewertung

Pro

  • Angenehmer Tragekomfort
  • Umgebungsgeräusche wahrnehmbar

Contra

  • Seltsames Design
  • Umständliches Aufsetzen
  • Bassloser Klang
  • Träge Touch-Bedienung
  • Nicht für Videos nutzbar

Nicht ganz günstig

Auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona hat Sony die neuen Xperia Ear Duo vorgestellt und seit dem 8. Mai 2018 sind diese nun endlich auch im deutschen Markt verfügbar. Die Unverbindliche Preisempfehlung von Sony für die Xperia Ear Duo wird mit 279 Euro angegeben. Zur Auswahl stehen die Farbversionen Schwarz und Gold. 

Komfortabel trotz eigenwilligem Design

Wer glaubt, dass Apples AirPods komisch aussehen, der irrt. Als ich die Sony Xperia Ear Duo das erste Mal auf dem Mobile World Congress zu Gesicht bekam, habe ich etwas an der Design-Abteilung von Sony gezweifelt. Aber nach dem zugegebenermaßen etwas fummeligen Aufsetzen der beiden kabellosen Kopfhörer, war ich doch sehr überrascht vom Tragekomfort. Dadurch dass die Hörer nicht in den Gehörgang gesteckt werden, sondern auf diesen liegen, drückt nichts.

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Die Touchbedienung ist leider träge. / © AndroidPIT by Irina Efremova

Zunächst kommen Zweifel auf, dass die wie falsch herum getragene Hörgeräte aussehenden Xperia Ear Duo auch mal einen schnellen, stampfenden Gang durch die Redaktion, einen schnellen Lauf die Treppen runter oder gar einen Lauf auf einem Laufband sicher im Ohr überstehen. Aber es stellt sich heraus, dass die japanischen Ingenieure von Sony ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht haben und die Ear Duo in jeder Lage sicher im Ohr verweilen. 

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Ungewöhnlich anzusehen, aber der Tragekomfort ist erstaunlich gut. / © AndroidPIT by Irina Efremova

In beiden Ohrteilen hat Sony ein Touchfeld eingebaut. Während vier der fünf Touchbefehle am linken Touchpad festgelegt sind, können alle Fünf des rechten Ohrteils mit Aktionen belegt werden. Die möglichen Aktionen sind aber eingeschränkt und folgen den gewohnten Mustern bei Kopfhörern mit Touchbedienung. 

Die Steuerung mit Hilfe von Kopfgesten ist ebenfalls noch gegeben, aber es sieht sehr seltsam aus, wenn man ruckhaft den Kopf nach rechts oder links bewegt, um zum nächsten oder vorherigen Song zu springen, oder den Assistenten beim Vorlesen von Nachrichten durch Kopfschütteln zu unterbrechen. Für den Fall, dass man keine Hand gerade frei hat, ist das sicher sehr praktisch, aber als kompletten Ersatz für die Touchbedienung nicht im Alltag nutzbar. 

Gute Software, die betreut werden will

Die App für die Xperia Ear Duo ist selbst erklärend , aber mein Tipp wäre, dass als erste Handlung erst einmal dem ansonsten sehr geschwätzige Assistent von Sony Einhalt geboten wird. Ohne Feinjustierung durch Euch als Nutzer werdet Ihr mindestens zu jeder Stunde mit Uhrzeit, aktuellen Nachrichten aus zahlreichen Newsquellen, Terminen, der aktuellen Wetterlage und so weiter bombardiert. Am Anfang mag es noch unterhaltsam sein, aber bei der zehnten WhatsApp-Nachricht, aus der der Assistent versucht Emojis in Worte zu fassen, will man den Assistenten nur noch stummschalten.

Sony Xperia Ear Duo
Die Bediennung lässt sich zum Teil umkonfigurieren. / © AndroidPIT

Anytime Talk, aber nur mit Xperia-Ear-Nutzern

In der pünktlich zum Verkaufsstart aktualisierten App hat Sony neben den schon aus dem vergangenem Jahr eingeführten mehr oder weniger brauchbaren Assistenten noch eine andere Funktion integriert: Gruppenchats. Diese Funktion ist noch in der Betaphase und soll bis zu fünf Xperia-Ear- und Ear-Duo-Nutzer via Internet miteinander verbinden. Im Grunde handelt es sich um ein Voicechat im Walkie-Talkie-Stil. Die Gesprächstaste in der App drücken und die Sprachnachricht einsprechen und schon wird diese an die Gruppenteilnehmer übertragen. Auch hier kann man wieder mit Kopfgesten Aktionen ausführen. In der Beta kann durch Nicken und Kopfschütteln jeweils eine vorher aufgezeichnete Nachricht versendet werden.

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Mit Anytime Talk sollen sich bis zu fünf Xperia Ear Nutzer als Gruppen unterhalten können. / © AndroidPIT  

Aber warum testet Sony diese Funktion, wenn es doch Hardwareseitig ein Xperia Ear oder das hier getestet Ear Duo bei allen Teilnehmern des Gruppenchats voraussetzt? Praktisch mag die Anwendung Konzern-intern sein, aber ich bezweifle, dass in meinem oder Eurem Freundeskreis sich plötzlich alle die drahtlosen Headsets von Sony anschaffen werden, um Anytime Talk zu nutzen. 

Offenes Klangerlebnis

Interessant wird das Xperia Ear Duo im Alltag, denn durch das Open Ear Design nimmt man immer und überall die Umgebung wahr . Bis zu einer Lautstärke von 50 Prozent hat man das Gefühl, dass man die Umgebung gut und klar wahrnimmt und die in das Ohr geführte Musik mehr als eine sanfte Untermalung ist. Dreht man dann auf maximale Lautstärke, schiebt sich die Musik in den Vordergrund und die Umgebungsgeräusche blenden sich in den Hintergrund. Klar ist, dass man in jeder Situation Umweltgeräusche wahrnimmt. Aber die Xperia Ear Duo sollen den Träger nicht abschotten. Vor allem wenn man auf dem Rad oder zu Fuß in einer Großstadt wie Berlin unterwegs ist, kann man die Verkehrsgeräusche frühzeitig wahrnehmen und auch locker mit Kollegen sprechen, ohne dass die Ohrteile abgesetzt werden müssen. Kopfhörer wie die Gear Icon X oder die Apple AirPods schotten durch Ihre Bauart deutlich mehr ab.

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Durch das Design der Ohrteile schottet man sich nicht von der Außenwelt ab. / © AndroidPIT by Irina Efremova

Ohne Bass und Verzögerung

Wer auf kräftigen Bass steht, der kann spätestens an dieser Stelle aufhören zu lesen. Selbst wenn man an seinem Smartphone die Bässe hochdreht, kommt nicht wirklich viel im Ohr an. Es ist aber auch gar nicht machbar, denn beim Ear Duo fehlt einfach der Resonanzkörper, um Bass zu erzeugen. Für Fans von HiFi-Sound ist das Xperia Ear Duo definitiv nichts. Auch wer gerne am Smartphone Videos schaut, sollte einen großen Bogen um die Ear Duos machen. Die Verzögerung ist so irritierend lang, dass ich schon nach 5 Sekunden aufhörte mit den Ear Duo Videos auf dem Smartphone zuschauen, oder gar Games zu spielen.

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Richtig Spaß macht der Klang nicht. / © AndroidPIT by Irina Efremova

Kein Dauerrenner, aber fix wieder aufgeladen

Wenn man drahtlose Kopfhörer hat, dann ist selbstverständlich die Akkulaufzeit ein wichtiges Kaufkriterium. Aus den 56 mAh pro Ohrteil holt man im optimalen Fall vier Stunden heraus , aber dann ist wirklich nichts mehr übrig. Klasse ist aber, dass Sony in der Transportbox einen Akku mit 740 mAh verbaut hat und diese die Ohrteile binnen von 7 Minuten wieder auf eine Laufzeit von einer Stunde bringen. Innerhalb von 25 Minuten in der Ladeschale sind diese wieder über die nächsten vier Stunden einsatzbereit.

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Binnen von 7 Minuten haben die Ohrteile wieder genug Energie für eine Stunde Laufzeit. / © AndroidPIT by Irina Efremova

Eine gute Idee mit Schwächen

Die Sony Xperia Ear Duo sind ungewöhnlich, sowohl in der Bauform, Trageart und auch in der Art wie Musik ins Innere der Ohren geleitet wird. Für den Dauereinsatz als Headset und aus dem Aspekt der Verkehrssicherheit betrachtet, ist Sonys Ansatz Klasse. Durch das offene Design nimmt man immer die Umgebungsgeräusch wahr und bleibt somit akustisch in Kontakt mit seiner Umwelt. Ein lästiges Absetzen wie bei herkömmlichen In-Ear, Over-Ear oder On-Ear-Kopfhörern entfällt vollkommen. 

Was die Stärke der Xperia Ear Duo ist, ist aber gleichzeitig auch seine größte Schwäche. Kopfhörer will man auch als Unterhaltungsmedium einsetzen. Man will Musik genießen, Videos sollen einen emotional abholen, aber all das schafft das Xperia Ear Duo nicht. Schade...

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10 Kommentare

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  • Viel zu teuer im Vergleich zu Teufel oder LG Tone Geräten 😬🎶


  • Ich verstehe nicht wiso die Grösse ein problem für den bass oder allgemein für den klang sein sollte?? Wenn dan doch eher die Bauart und die Art wie er (Köpfhörer) den/die Töne ins Ohr bringt.
    mal abgesen von den grossen Over Ear bringen sogar heute die In Ear wenigstens einen angedeuteten Bass hin und dort ist auch nicht viel mit Resonanzkörper. Schade ich finde die Idee echt gut, wirkt sehr auffällig und währe bestimmt ein blickfang. Vorallem bei der Gestensteuerung. 😂😂
    ob die Übertragung eine Frage der App ist weiss ich nicht, wäre möglich da der Kopfhörer offenbar ja über diese mit dem Phone komuniziert. Vielleicht währen die Ruckler und Verzögerungen mit einem Update behoben


    • Jepp, is mir auch ein Rätsel. Meine kabelgebundenen Sennheiser-Ohrstöpsel bekommen das ja auch ohne Probleme hin, und die sind definitiv kleiner, als diese fehlgeleiteten Ohrringe :)

      cu, w0lf.


  • Was mich gleich mal stört, ist, dass man die Touchbedienung nur für den rechten Kopfhörer frei einstellen kann. Wieso denn nicht auch für den linken?

    Ansonsten:
    - lol fast 300€ für Kopfhörer. Das ist in etwa mein SmartPHONE-Budget.
    Aber selbst wenn mir das Geld etwas lockerer sitzen würde, wäre ich angesichts der anscheinend überdurchschnittlich starken Defizite bei der Übertragung (Verzögerung) mit einem Kauf zurückhaltend
    - die Optik ist schon recht gewöhnungsbedürftig. Und irgendwie fällt's mir auch trotz der Beteuerungen im Artikel schwer zu glauben, dass das zuverlässig fest sitzt...
    - die Tonübertragung "von außen" finde ich interessant, insbesondere da ich tatsächlich meist in Situationen Kopfhörer trage in denen ich mich nicht komplett abschirmen möchte
    - gut, dass man die Dinger anscheinend auch mit Brille tragen kann


  • *derKlang ist so irritierend ...[Videos spielen mit Verzögerung ab]*

    Flop des Jahres; schade drum! 🤔


  • Ja, ich seh schon, ein wirklich hervorragender Ersatz für eine Klinke. Donnerwetter, bin ich beeindruckt! Und so günstig.


  • Komischer Test. Warum werden Kopfhörer die offensichtlich für Geschäftsleute gemacht wurden wie normale getestet/ gewertet? Klar haben die kaum bis keinen Bass und eine höhere Verzögerung, für das Einsatzgebiet von den Dingern ist das so wie es sein soll. Klar wäre etwas mehr Bass wohl ganz nett aber durch die Bauweise geht das ja garnicht anders.


    • Inwiefern ist denn bitteschön eine hohe Verzögerung etwas das im Business-Bereich so sein soll??
      Dass wenig Bass in diesem Einsatzgebiet nicht so wichtig ist, kann ich ja noch einsehen. Aber eine merklich verzögerte Übertragung ist doch eigentlich immer ein Nachteil.


      • Ich meine beim telefonieren ist so eine Verzögerung kein Problem. Kann man denke ich auch noch beheben, sollte dass nicht gewollt sein.


      • Schon mal ein Telefonat über Satellit geführt? Da ist gerade die Verzögerung das Problem. Und Geschäftsleute tauschen sich gerne in Videokonferenzen aus. Wirkt bestimmt toll, wenn keine Lippensychronität gegeben ist. Wie kommst Du überhaupt darauf, dass die Hörer Geschäftsleute adressieren sollen? Von einer Freisprecheinrichtung könnte ich dem Artikel nichts entnehmen.

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