Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
5 Min Lesezeit 7 mal geteilt 17 Kommentare

Sony SmartWatch Review: Nettes Konzept, schlechte Ausführung

sony smartwatch

Ich mag die Idee einer Android-Smartwatch. Vielleicht ist es vor allem das futuristische (und zugegebenermaßen Star Trek mäßige) Konzept hinter der Uhr, was mir so gut gefällt. Auf jeden Fall konnte ich es kaum erwarten die Sony SmartWatch in die Finger zu bekommen um mich wie ein James Bond des 21. Jahrhunderts zu fühlen. Als einer der ersten Hersteller, der auf diesen Zug aufgesprungen ist, veröffentlichte Sony die SmartWatch vor nicht allzu langer Zeit mit dem Ziel, sich einen Platz in diesem Markt zu sichern. Nachdem ich jetzt eine Weile mit der Uhr herumgespielt habe, hier meine persönlichen Eindrücke von der Sony SmartWatch,  einem Produkt, das meiner Meinung nach weder Fisch noch Fleisch ist.

Folgende Review stammt von Yan Matusevich, einem Redakteur unserer englischen Seite und wurde von uns für AndroidPIT.de frei übersetzt:

Optik und Verarbeitung:

Erste Enttäuschung: Nachdem ich eine „richtige“ Uhr (die sich eben auch wie eine Uhr anfühlt) erwartet hatte, war ich davon überrascht, dass die Sony SmartWatch an einem billig aussehenden Gummi-Armband befestigt wird. Prinzipiell ist die SmartWatch (nach Anklippen) gut an diesem befestigt, jedoch besteht die Möglichkeit, dass eine plötzliche Bewegung dazu führt, dass sich die SmartWatch vom Gummi-Armband löst und das kleine Display dann quer durch den Raum fliegt (ich spreche hier aus Erfahrung).

Ein paar weitere Details über die Uhr an sich: mit nur 15,5 Gramm ist die Sony SmartWatch eines der leichtesten Geräte dieser Größe und am Handgelenk kaum zu spüren. Geformt wie ein Quadrat (36 mm x 36 mm, Dicke: 8 mm), besitzt die SmartWatch einen silber-metallischen Rahmen, der dem Gerät einen Hauch von Hochwertigkeit verleiht – zumindest aus der Ferne.

Anders als der iPod Nano und andere Geräte ähnlicher Größe, hat die Sony SmartWatch mit 1.3“ Bildschirmdiagonale (128 x 128 Pixel) einen wirklich winzigen Bildschirm, umgeben von einem breiten schwarzen Rand an allen vier Seiten. Diese Tatsache erscheint als unverzeihliche Platzverschwendung. Als wäre das nicht genug, ist die Displayhelligkeit so schwach, dass man draußen im hellen Tageslicht nur noch sehr schwer etwas auf dem Display erkennen kann. Was bitteschön macht eine „smarte“ Uhr für einen Sinn, wenn man noch nicht mal die Uhrzeit ablesen kann?

sony smartwatch

SmartWatch in Betrieb nehmen: Wo ist die Bedienungsanleitung?

Optisch macht die SmartWatch ja durchaus was her, aber was kann das Teil? Bevor man irgendetwas mit der SmartWatch anstellen kann, muss man diese mit seinem Android-Gerät verbinden. Alle Informationen, die man dann über die SmartWatch abrufen kann, kommen vom verbundenen Smartphone. Dazu muss auf dem Smartphone die Sony LiveWare App installiert werden, innerhalb dieser kann man dann verschiedene SmartWatch Apps installieren. Der gesamte Setup-Prozess (inklusive dem Verbinden per Bluetooth, was zur frustrierenden Sache werden kann) ist jedoch alles andere als selbsterklärend.

Per Bluetooth verbinden

sony smartwatch

Zuerst muss man sicherstellen, dass Bluetooth auf dem Android-Gerät eingeschaltet, die SmartWatch ausgeschaltet ist (indem man solange auf den Power-Button drückt, bis sich das Display verdunkelt). Dann kommt der schwierige Teil: Um die Uhr in den "Pairing-Modus" zu bringen, muss man den Netzschalter für einige Sekunden gedrückt halten, bis das entsprechende Symbol erscheint. Das Problem an der Sache ist die Tatsache, dass man die SmartWatch mit diesem Knopf ja auch ein- oder ausschaltet. Mann muss also den exakten Zeitpunkt abpassen, damit man dann auch im "Pairing-Modus" landet und nicht unbeabsichtigt die SmartWatch einschaltet. Befindet man sich dann im "Pairing-Modus", verbindet sich die SmartWatch jedoch problemlos und ohne weiteres zutun mit dem Android-Gerät und man kann sich endlich anschauen, was die SmartWatch so zu bieten hat.

SmartWatch Apps:

Es gibt eine begrenzte Menge spezieller SmartWatch-Apps, beispielsweise für Twitter, das Wetter, verpasste Anrufe, SMS, Kalender und ein Musik-Player. Man kann der Smart-Watch beliebig viele Anwendungen (über die Sony LiveWare App auf dem Smartphone) hinzufügen und durch Wischen auf dem Display innerhalb dieser Apps navigieren. Im „AppDrawer“ finden sich jeweils vier App-Icons pro Seite, wodurch die Beschriftungen oftmals nicht komplett dargestellt werden, was optisch einfach nicht besonders gut aussieht. Hier hat Sony anscheinend keinen allzugroßen Wert auf Details gelegt. Einige der SmartWatch-Widgets fand ich recht nützlich, andere hingegen eher weniger. Wo Benachrichtigungen über verpasste Anrufe und SMS natürlich eine nützliche Sache sind, erschließt sich mir der Sinn von Facebook- und Twitter-Meldungen auf einem 1.3“ Display überhaupt nicht. Die Lautstärke des Smartphones und den Music-Player per SmartWatch steuern zu können empfand ich ebenfalls als sehr nützliche Punkte, auch wenn dies nicht immer reibungslos funktioniert hat. Prinzipiell ist die Bedienung des Mini-Touchscreens durch die entsprechenden Gesten (z. B. zwei Finger in Richtung Displaymitte (Pinch) um zurückzugelangen) nicht so einfach und erfordert einiges an Übung.

sony smartwatch

SmartWatch Bugs und Probleme:

Wenn du planst, deine normale „dumme“ Uhr mit einer SmartWatch zu ersetzen, solltest du daran denken, dass Uhr und Smartphone sich immer innerhalb einer bestimmten Reichweite befinden müssen, damit sie verbunden bleiben. Selbst ein kurzer Smartphone-loser Ausflug ins Bad kann schon dazu führen, dass die Verbindung unterbrochen wird und man den manchmal nervigen Pairing-Prozess wiederholen muss. Normalerweise hat man ja das Smartphone fast immer „am Mann“, allerdings nur fast. Die SmartWatch und das Smartphone können schlichtweg nicht ohne einander, der Vergleich von zwei siamesischen Zwillingen kam mir öfter in den Sinn. Es kam jedoch in unserem Test auch manchmal vor, dass die Verbindung zwischen Smartphone und SmartWatch – obwohl innerhalb der Reichweite – unterbrochen wurde, dann allerdings von selbst wieder hergestellt wurde.

Preis und Einschätzung:

Die beschriebenen Bugs und Fehler wären aufgrund dessen, was die Sony SmartWatch zu bieten hat, eventuell zu verschmerzen, allerdings nicht für knapp 100 €, die man aktuell für dieses Gadget auf den Tisch legen muss.

Ich habe nach wie vor die Vision einer SmartWatch, die uns nützliche und innovative Technik am Handgelenk bieten wird. Die eines Tages von Millionen von Menschen getragen wird, das was wir heute als Armbanduhren kennen ersetzen und in Rente schicken wird. Zur Sony SmartWatch bleibt mir aktuell nur zu sagen: Netter Versuch, Sony!

sony smartwatch

17 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Ich würde gerne etwas zu dem Kommentar von Stefan L. sagen bezüglich der Akku-Laufzeit, man merkt wieder wie schön man über etwas urteilt, was man gar nicht kennt.

    Ich habe die SmartWatch jetzt rund seit 5 Monaten und bin rundum zufrieden mit ihr, speziell seit dem letzten Update hat Sony einiges in der Stabilität und Vielfalt im Uhrdesign getan.

    Die Akku-Laufzeit ist sehr gut, und ich weiß ja nicht was du für ein Smartphone hast, aber mein Handy läuft trotz aktiviertem Bluetooth und Verbindung mit der SmartWatch fast genauso lange wie früher (Da ich für umschalten der Tracks oder kurzem nachsehen welche SMS / E-Mail einging jetzt nicht mehr das Display einschalten muss (Welches am meisten Strom frisst, mehr als die BT-Verbindung wohlgemerkt))

    Ich nutze sogar gleich neben der SmartWatch noch das Wireless Headset von Sony und auch das, tut was es soll.. selbst wenn beide Geräte verbunden sind, frisst es nicht sonderlich viel Strom als ohne. Zumindest bei meinem X10.

    Verbindungsprobleme hatte ich bisher nie, ich musste es einmal neu pairen als eine neue Firmware für die SmartWatch rauskam. Und herumgeflogen wie im Review steht, ist mir die Uhr auch noch nicht, man muss eine Uhr schon halbwegs fest an dem Arm auch anziehen, dann KANN sie nicht herumfliegen, da das Schnapperl zugedrückt wird.. soviel dazu.

    Zum restlichen Review kann ich aus den Kommentaren der App etc entnehmen, dass diese mittlerweile durch Updates ausgemerzt wurden. Sony ändert also sehr wohl etwas. Bezüglich Bildschirm muss ich teilweise zustimmen, das dies bei hoher Helligkeit nicht sehr gut lesbar ist, aber das wird sich jetzt im Sommer dann beweisen müssen. Ist halt Hardware bedingt und kann dadurch nicht mehr vom Hersteller nachträglich ausgebessert werden.

    Man darf auch nicht das Alter dieser SmartWatch bzw. des Modells vergessen um es mit aktuellen Dingen wie Pebbel etc zu vergleichen, auch der Preis ist teilweise sehr unterschiedlich so kostet Pebbel rund ~50-60 € mehr (Was fast das doppelte wäre), aber hier sind ja nur Profis in den Kommentaren unterwegs, huehue.

  • Habe meine Smartwatch heute bekommen. Bisherige Erfahrung nach ca. 4 Std.
    Funktioniert mit einem SGS 2. Werde mir auch ein anderes Armband besorgen. Die paar wenigen Apps dafür funktionieren soweit. Stromverbrauch kann schon hoch sein wenn man es eine Weile aktiv nutzt.Fazit bisher: Nettes Spielzeug für viel Geld.Hoffentlich kommen wenigstens noch ein paar mehr Apps dazu. Alles Andere muss sich nun im Alltag beweisen.Viel besser wirds aber kaum werden.

  • Jemand schon mal die inPulse probiert?

  • Nachtrag zum Thema Verbindung: Seit dem letzten Update, muss ich nicht mal mehr manuell über die Uhr durch antippen die Blauzahn-Verbindung wieder herstellen, sollte ich mal ausser Reichweite gewesen sein. Passiert inzwischen automatisch...

  • Ich habe mir ne Pebble vorbestellt über Kickstarter ist bestimmt besser als das hier.

  • Keine Ahnung von wann der ursprüngliche Test war, aber meine Erfahrungen dazu, hab das Teil seit es lieferbar war:

    Erstmal zum ersten Punkt, dem Armband: Das die Gummiteile nicht jedermanns Sache sind, ist klar. Warum allerdings verschwiegen das eine Alu-Halterung für normale Armbänder bis 20 mm mit dabei ist, ist mir nicht klar. Ich hab da einfach ein Lederarmband einer alten Uhr dran gemacht, und Frieden ist ;)

    Zur Akku Laufzeit: Ich benutze die Uhr z.B. als Alarm wenn jemand auf meinem Handy anruft, und das auf lautlos ist (Büro oder Öffis). Vibirert dann und zeigt die Nummer an. Ersetzt also die LED am Note falls ich das Note nicht im Blick habe. Laufzeit da: So ca. eine Woche.

    Wegen der Installation am Anfang und dem Zusammenspiel mit meinem Note: Kein Problem. Die App installiert, Paring am Anfang, und seitdem muss ich nur durch antippen, sollte ich zu weit weg vom Handy gewesen sein, wieder die Verbindung herstellen. Irgendwelche Abbrüche oder sonstiges hatte ich keine.

    Apps: Klar das es noch nicht viel gibt, aber alle paar Tage gibt es neues, und da wird das Angebot noch steigen.

    Mir kommts so vor das da jemand entweder sich wesentlich mehr erhofft hat, Probleme mit seinem Handy hatte bzw. ein nicht ganz einwandfreies Gerät erwischt hat.

    Ach ja, und heute gabs übrigens ein Update der Smartwatch-Software mit mehr Mögllichkeiten, und so wie es aussieht, auch mit Optimierungen z.B. der Geschwindigkeit.

    Nachtrag zum Thema andere Smartwatches: Die einzigen die es gibt ist die alte Liveview (die ist für die Tonne) und das Motorola-Teil (zu teuer). Ansonsten gibts auf dem Markt z.Z. wohl nichts. Die Pebble und Wimm sind noch in der Entwicklung, und bei der i'm Watch ist es fraglich ob und wann die nach zig Verschiebungen überhaupt noch zu kaufen sein wird ...

  • Also ich habe eine Smartwatch, und ich find sie auch echt super.... der einzige Nachteil der mich stört ist die niedrige Helligkeit des Displays, d.h. man hat echt Schwierigkeiten im Sonnenlicht etwas zu erkennen (um die Zeit abzulesen reicht es manchmal gerade noch, man muss aber mit der Hand etwas Schatten spenden)

  • Ist die uhr wenigstens bis 3 bar wasserdicht, damit man sie bei regen und hände waschen nicht extra abnehmen muss??

    Der ipod nano ist es nicht, daher kam er für mich nicht infrage.

  • Ich finde die pebbles sieht ja mal richtig interessant aus!

  •   2

    jap, ich denke, Smartwatches wie Pebble haben mehr Chance Erfolg zu haben.
    Ich bin echt froh, eine der ersten Pebble Watches zu bekommen :-D

  • Wer an dem Thema Smartwatch interessiert ist, sollte mal auf Kickstarter.com nach Pebble suchen. Da kommt Schwung in die Sache, wie vom Autor antizipiert.

  • da finde ich getpeggle.com doch wesentlich besser.
    mit e-ink und energiesparenden bluetooth.

    und außerdem sieht die pebble uhr wesenltich besser aus...

    ich hab von sony schon das liveview gadget getestet und es ist einfach großer dreck. keine 5minuten hält die verbindung.

    wenn der akku lange hält und die verbindung dauerhaft bestehen bliebe, wäre das ne option, also smartwatches im allgemeinen, aber bis dahin ... ??

  • aber die idde ist nett , umsetzung scheise

  • Hat wahrscheinlich eine Akkulaufzeit von nem halben Tag. Das macht aber nichts, da man das Smartphone genauso schnell wegen dauer-aktivem Bluetooth anstöpseln muss. Grauenhafte idee.

  • "Smartwatches" stellen meiner Meinung nach ein sinnvolles Anwendungsgebiet für E-Ink-Displays (wie beim Kindle-Reader) dar, da diese permanent die Uhrzeit anzeigen, und nicht nur nach Aktivierung.

  • irgendwann vielleicht mal. aber aktuell liegt der focus der Nutzer wohl zu 95 % auf smartphones.

  • Hätte das Ding gern noch im Betrieb gesehen. Irgendwann haben auch die Dinger NFC und wir bezahlen mit unseren Uhren - strange :-D

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!