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So zahlt Ihr unbemerkt für kostenlose Apps

Wir alle lieben Dinge, die uns nichts kosten. Doch nichts im Leben ist wirklich umsonst. Dass diese alte Wahrheit auch in der Welt der Apps Bestand hat, beweist Euch eine Studie, die die versteckten Kosten von gratis Apps enthüllt.

Das große Geld auf dem App-Markt wird nicht mit kostenpflichtigen Spielen gemacht, nein, gratis Apps spülen ihren Entwicklern Reichtümer in die Kassen. Das geschieht bekanntermaßen oft über freiwillige in-App-Käufe, aber um die soll es uns hier überhaupt nicht gehen. 

Kosten kommen nicht immer in Gestalt von Geld daher. Denn selbst, wer nicht einen Cent in seine gratis App steckt, zahlt auf anderem Wege, wie eine Studie der University of Southern California, dem Rochester Insitute of Technology und der Queen’s University zeigt. Diese verglich zwar nur 21 der über 10.000 Top-Apps im Google Play Store zwischen Januar und August 2014 und maß ihre Wirkung auf einem Galaxy S2, doch die beleuchteten Mechanismen sind weder neu, noch gelten sie als umstritten.

Das Kernproblem ist die Tatsache, dass gratis Apps sich in der Regel über Werbung finanzieren. Was im Grunde legitim ist und harmlos genug klingt, hat jedoch Nebenwirkungen, die selten bedacht werden. Kostenlose Apps bleiben selbstverständlich trotzdem grundsätzlich eine tolle Sache, und wir wollen sie Euch weder miesmachen, noch Euch ausreden. Aber Ihr solltet Euch über potenzielle Schattenseiten und Risiken im Klaren sein, bevor Ihr Euch auf gratis Apps versteift, denn diese haben oft relative Nachteile gegenüber bezahlten Alternativen. Drei Stück sind es im Speziellen:

Stromhunger, Ressourcenhunger, Datenhunger: Die versteckten Kosten kostenloser Apps
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Es ist nicht immer Geld, mit dem wir unbemerkt zahlen. / © ANDROIDPIT

Gratis Apps nagen stärker am Akku

Bis zu 33 Prozent mehr Energie verbrauchen sie, die werbefinanzierten, kostenlosen Apps. Der ermittelte Durchschnitt liegt bei 16 Prozent, was nicht nach viel klingen mag, doch vergessen wir nicht, dass Akkulaufzeit das wahrscheinlich sensibelste Thema ist, mit dem sich Smartphone-Nutzer täglich herumschlagen. Wer zahlreiche Apps besitzt und täglich nutzt, kann hier echte Laufzeitunterschiede feststellen. Und während wir alle ohnehin schon alle Hände damit voll haben, überhaupt durch den Tag zu kommen, lohnt es sich vielleicht, über solche Nebenwirkungen für die Akkulaufzeit nachzudenken.

Gratis Apps verlangsamen das System

Wenn wir davon sprechen, dass ein Flaggschiff mit seinem High-End-Prozessor mehr Power hat als ein Mittelklassemodell, sprechen wir in der Realität meistens nicht von den Grundaufgaben des täglichen Lebens, sondern von ressourcenintensiven Spielen und anderen Apps, vor allem, wenn es ums Multitasking mit denselben geht.

Kostenlose Apps mit Werbeunterstützung fallen im Test durch ganze 56 Prozent mehr CPU-Auslastung auf, was sich aus zwei Faktoren zusammensetzt: eine um 22 Prozent höhere Auslastung des Arbeitsspeichers und eine um 48 Prozent höhere, zeitliche Beanspruchung der CPU, also der zentralen Recheneinheit.

Diese Zahlen sprechen schon eine deutlichere Sprache, besonders problematisch wird es aber auch hier erst, wenn man bedenkt, dass nicht jeder Nutzer ein Galaxy S6 oder ein anderes topaktuelles Flaggschiff hat und noch viele ältere bis alte Modelle im Umlauf sind, deren Arbeitsspeicher sich noch zwischen 1 und 2 GB RAM bewegt.

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Die versteckten Kosten kostenloser Apps. / © Molly Zisk

Gratis Apps saugen stärker am Datenvolumen

Wie kommt die Werbung in werbefinanzierten Apps auf Euer Handy? Natürlich, sie wird geladen. Und was belastet das unbemerkt? Selbstverständlich, das Datenvolumen. So weit geht der durchschnittliche Nutzer vielleicht noch mit. Doch was dabei zusammenkommt, ist vermutlich nicht jedem klar.

Laut Forschern kann sich der Unterschied in der Datenvolumensbelastung zu bezahlten Apps ohne Werbung durchaus auf satte 100 Prozent belaufen. Im Schnitt ist es natürlich nicht so viel, doch atmet nicht zu laut auf, denn durchschnittlich 79 Prozent mehr Datenverbrauch sind nicht wirklich ein Grund zur Erleichterung.

In einem Land, in dem sich die durchschnittlichen Datenvolumen noch weit unter 1 GB bewegen, kann dieser Punkt so richtig wehtun. Doch Datenvolumen kann auch bares Geld sein. Beim amerikanischen Netzbetreiber AT&T entspräche der durchschnittliche Datenverbrauch der werbefinanzierten Apps rund 1,7 amerikanische Cent pro App-Nutzung.

Natürlich empfehlen wir Nutzern schon fast aus Prinzip, nicht immer alles umsonst haben zu wollen, denn die App-Entwicklung soll keine brotlose Kunst werden. Entwickler wollen und sollen bezahlt werden. Trotzdem freuen wir uns genau wie Ihr über Apps, die uns selber entscheiden lassen, ob wir via In-App-Käufe in sie investieren wollen oder nicht. Nur investieren wir eben immer, ob gewollt oder unbemerkt. Denkt darüber nach, wenn Ihr das nächste Mal vor der Wahl zwischen der werbefinanzierten und der Bezahlversion einer App steht, bevor Ihr Euch womöglich aus Reflex für erstere entscheidet.

Quelle: Science Daily

Top-Kommentare der Community

  • Tenten 12.08.2015

    Bei einer App, die mir gefällt, kaufe ich eigentlich so gut wie immer die Proversion, auch wenn ich vielleicht die Zusatzfeatures nicht brauche. Ich möchte dem Entwickler einfach für seine gute Arbeit damit danken. Es gibt so unglaublich viele schlechte Apps, da bin ich über jede Perle die ich finde wirklich froh. Und das honoriere ich gerne.

  • Michael G. 12.08.2015

    Das is doch die gerechte Strafe. Hardware für mehrere hundert Euro in der Tasche aber keine zwei Euro um die Werbung zu entfernen. Geiz ist eben nicht geil!

  • pepperonas 12.08.2015

    Bin selbst Programmierer und kann den Inhalt / Wahrheitsgehalt des Beitrags nur bekräftigen, da ich selbst ähnliche Erfahrungswerte gesammelt habe). Wers nicht glauben möchte, dem sei gesagt, dass Entwickler bei admob (oder auch anderen Werbeplatformen) u. A. genau angeben kann mit welcher Frequenz die Anzeigen wechseln (wenn ich da auf 10 Sekunden runtergehe, würden es die meisten Nutzer nicht mal merken, oft wird übrigens auch im Hintergrund nachgeladen)... Was hätte ich davon? Nichts. Dementsprechend laden sich die Blöcke in meinen Apps nicht allzu häufig nach. Trotzdem: wer eine App kräftig nutzt, sollte definitiv zur werbefreien Version bzw zur Kaufversion greifen - der Dev freut sich über ein paar Cent / Euro und vor allem über eure WERTschätzung. Im Gegenzug habt ihr in 99.999% der Fälle eine performantere App, an der ihr mehr Spaß haben werdet. Eine andere Idee wäre noch dem Entwickler eine Mail zu schreiben, ob ihr als Tester die Kaufversion geschenkt bekommt. Gerade kleinere / neue Entwickler würden hier wohl kaum ein Chance liegen lassen, Feedback und positive Bewertungen zu erhalten. ;-)

  • MrPow 12.08.2015

    Gleiches gilt wohl für die Qualität werbefinanzierter Magazine.

  • Tim Claessens 12.08.2015

    Das hat dann irgendwann zur Folge das es keine Apps mehr gibt weil damit niemand mehr Geld verdienen kann. Gute Idee 👍

100 Kommentare

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  • Sieht man mal vom Surfen im Internet ab, ist das bei Weitem größte Datenvolumen welches bei mir zu Buche schlägt, ist bisher immer das der unerwünschten Playstore-Updates und der Google-Dienste in Hintergrund gewesen. Aber passt ja auch: ist ja auch kostenlos! ;-)

    PS: Wann gibt es endlich eine Pro-Version davon? ;-)=)

  • Das hier funktioniert ohne root, da es die Apk verändert. Ist auch schon lange Zeit nicht mehr im Play Store zu finden.

    http://www.srt-appguard.com

  • Die Werbebanner-Apps verbrauchen nicht nur Strom und Datenvolumen, sondern erstellen auch Nutzungsprofile. Die können auch mal den Standort usw. enthalten. Also eine selbstinstallierte Wanze. Das brauche ich nicht.

    Für eine App mit echtem Nutzen bin ich gerne bereit zu zahlen. Aber davon gibt es dann doch recht wenige.

    • Aber auch bezahlte Apps erstellen je nach Berechtigung solche Profile. Also eine bezahlte "selbstinstallierte Wanze". Dann doch lieber für lau

      • Ob kostenlos oder bezahlt ... je nach Hersteller der APP. Ist in jedem Fall zu verurteilen.

        Ich will weder Werbung noch Profile von mir.
        Ich selber istalliere nur Apps die ich wirklich brauche und benutze. Was sich wohl auf eine Hand voll beschränkt. Wobei auch nicht alle sauber sind. Deshalb nutze ich primär Google Apps. An Google komme man mit Android nicht vorbei. Also bleib ich dort mit bedacht ohne Cloud und G+.
        Dem WatsApp Gruppenzwang hab ich Hausverbot erteilt. Genauso nie ein facebook gehabt. Bin ich einsam deswegen ? Digital ist mehr Spielerei wie sonstwas. Reales Leben zählt und jeder ruft mich halt an oder threema halt im engen Umfeld.

        Und schon hab ich freiwillig private Gedanken ins Netz geplaudert 😨

  • Ich finde es immer gut, wenn ich hier oder da eine light Version vorab testen kann, da ich wirklich kein Interesse daran habe Geld auszugeben nur um dann ggf feststellen zu müssen, dass mir die App nicht zu sagt.

    Und dass diese Nachteile nur auf die kostenlosen Apps beschränkt sind, ist ja nun auch noch offen.

    Davon ab: Alle die Nachteile bemerke ich doch relativ schnell, somit ist der Titel ja nun nicht wirklich eindeutig, oder??^^

    • Wobei das testen Dank der recht neuen erstattungsrichtlinien im Play Store ja ja auch kein Problem mehr ist, da die Rückgabe Zeit von fünfzehn minuten auf zwei stunden erhöht wurde, und wenn wir mal ehrlich sind , die Funktionen die wirklich haben wollen in einer app, sind doch meistens nur in der pro-version vorhanden, deshalb bin ich überhaupt kein Fan von light Versionen, was ich hingegen sehr gut finde, sind trial Versionen zum beispiel der poweramp player, du kannst die app 2 Wochen lang testen wenn sie dir gefällt kauf du dir den pro Schlüssel, was aber leider die meisten entwickler nicht machen, da man hier die app bis ins letzte testen kann, und das nur Entwickler machen die von ihrer app zu 100 Prozent überzeugt sind!!!
      ps:man kann die Apps nur einmal erstatten lassen, ein zweites mal funktioniert es nicht mehr 😉😁😱

  • Erst einmal sind all diese Nachteile nicht nur auf kostenlose Apps beschränkt. Nachteile gibt es immer. Den Vergleich kann man mit allem im Leben machen. Wenn ich einen vollgeilen Sportwagen habe, zahle ich auch drauf und drauf und drauf und drauf. Weil ich den Effektivnutzen niemals erreichen kann. Schon gar nicht, wenn ständig die Ampeln auf Rot stehen.
    Ich finde den Artikel schon informativ, aber auch als Sommerlochverzweiflung. Weil er gar nichts aussagt. Ich habe zudem keinerlei Energienachteile, wenn ich Zuhause lade, weil dort 98% meiner Energie alternativ erzeugt wird. Schon mal kein Verlust. Werbung wird heute doch aus einem (gerootetem) Phone mit genialen Apps fast völlig blockiert. Es gab zu den Addblockern erst einen Bericht in den Medien. Und funktioniert das nicht, gibt es Apps, die das direkt aus den Apps entfernen können. Also auch kein Problem. Allerdings brauche ich das gar nicht, denn so viele Apps nutze ich dort nicht. Und die haben keine Werbung, weil sie gekauft sind. Traffic läuft über WLAN kostenlos und selbst wenn meine 3GB im Monat via 3G mal aufgebraucht sein sollten, eiert die Flat eben kriechend weiter. Die wenigsten Apps ziehen massiv Energie und wenn doch, meldet das mein Huawei sofort. Kann man sogar einstellen, dass die automatisch beendet werden. Also alles kein Problem.
    Zu Spielen kann ich jedoch nichts sagen, weil ich noch niemals eines installiert habe. Dazu fehlt mir die Naivität. Wirklich gute Programme gibt es zudem auf iOS. Ich hatte noch keine App, die den Akku unnötig leergesaugt hätte. Das passiert nur, wenn man es jailbreak't. Da ist die Laufzeit gleich locker halbiert. Ich hatte das damals nur gemacht, weil ich unbedingt mein WhatsApp auf dem iPAD haben wollte. Heute habe ich Threema, das kann ich problemlos auf Android und iOS zusammen mit einer ID verwenden, womit ein Break völlig sinnfrei wäre. Es gibt keine einzige App auf meinen Systemen, die ihren lächerlich geringen Kaufpreis nicht wert gewesen wäre. Ich bitte meine Offenheit zu entschuldigen, aber wer immer alles kostenlos haben will, der hat sie nicht mehr alle!
    Mit der richtigen Konfiguration kann man allem Herr werden. Auf meinen Huawei ist bereits vom System her der Netzzugriff der Apps auf WiFi/3G restriktierbar. Hat man das nicht, kann man es mit z. B. avast einschränken. Die 10 EUR im Jahr ist das wert. Es ist somit völliger Nonsens darüber zu jammern wo die möglichen Verlustlücken sind. Viel intelligenter wäre gewesen zu zeigen wie man sie schließt. ;o)

  • Ich sehe noch einen Nachteil. Werbenetzwerke werden immer mehr auch gerne mißbraucht. Ein Einfallstor für Malware. Auch wenn das heute noch relativ selten vorkommt, ist es bereits geschehen.

  • Ich geb nicht gern Geld für Apps aus, aber für wirklich gute Zahl ich dann doch immer wieder. Schon allein um die Entwickler zu unterstützen.

  • Bares für gute Soft-Ware.
    Old school ist hier new school für mich.
    OK...ich hatte vor Jahren auch seitenweise gratis Apps die ich nicht wirklich gebraucht hab. Spielerei und zum zeigen damals auf Sgs1

    Das Kind liegt im Brunnen.
    Win 10 , facebook , WhatsApp usw für umme-Apps. Muss man haben. Is soo geil ey Alter.
    Jetzt hoffen wir mal das neue Android im November hat das Rechtemanagement gut umgesetzt. Was ich hoffe. Denn rooten möchte ich möglichst nicht. Auch wenn es super-user gibt. Zu ist erst mal zu. Bedeutet für mich: stinken die Rechte keine APP !
    Mit den "neuen" Prinzipien der IT komme ich nicht wirklich klar. Werbung und Datensammelei, Bewegungsprotokoll usw...sowas will ich nicht. Privat ist privat. Aber privat hat heute ja mehrere Bedeutungen scheinbar.
    Noch vor 20 Jahren zur Volkszählung...ein Aufschrei der Republik. Obwohl sogar analog auf Papier. Heute wird freiwillig alles ins Netz geschleudert.
    Btw.. Kann mir jemand seine emails und Bewegungskrotokolle usw zusenden bitte. Ich passe darauf auf und verspreche auch nicht rein zusehen. Versprochen. Ist gratis mein Service 👈 ähm Zugriff auf Bilder und Kamera hätte ich auch gern dazu.

    Hätte nicht gedacht vom Autor solch einen Artikel zu lesen.

  • Kann mir jemand einen Tipp für einen guten Rechtemanager geben (root ist vorhanden)? Bin ein wenig aus der Übung.

  • Ich habe die App Firewall ohne Root auf dem Smartie. Da kann ich jede App Einstellen womit sie online gehen darf. 95% dürfen nur per WLAN, weitere 3% dürfen garnicht online gehen. Klappt problemlos. Haben mMn Apps Rechte die ich nicht erlauben will, beschneide ich ihnen diese per APP OPS Starter, klappt auch problemlos.

    • Nimm lieber Xprivacy, da sind nämlich wirklich alle Berechtigungen bis ins kleinste Detail inbegriffen.
      Da kommt keine andere Lösung ran.
      Vorallem das mit gefälschten Werten ermögljcht es die Apps weiter zu nutzen die sonst nicht mehr funktionieren würden. Vorallem kannst du es auch so ein stellen das nach Berechtigungen gefragt wird und du im Momment der benutzung kurz zu stimmst.

      Die Berechtigungen z.b Internet kannst du auch noch einmal öffnen die besteht auch noch einmal aus sehr vielen kleinen einzel berechtigungen. So kannst du z.b verhindern das dein internetbrowser einer Internetseite deine Handynummer verrät oder eine Falsche Hamdynummer raus gerückt wird.
      https://www.androidpit.de/xprivacy-berechtigungen-apps-android

  • In Berlin scheint es verdammt heiß zu sein 😵🌞

  • Heftig.
    Viel mir aber auch oft auf, auch das solche apps besonders oft Automatisch starten was man nur mit root beheben kann. Die Autostarts solcher Apps sorgen auch für ein permanentes saugen am Akku. Was hat man vom Autostart? Nichts

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