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4 Min Lesezeit 7 Kommentare

Snapchat vs. Facebook: Zwei Konzerne wollen unsere Realität erweitern

In der Welt der mobilen Kommunikation hören wir einige Namen immer wieder. Facebook zum Beispiel. Geliebt, gehasst oder ignoriert: Es ist das größte soziale Netzwerk. Snapchat ist auch so ein Fall. In den vergangenen Tagen haben beide Netzwerke neue Features vorgestellt.

Facebook und Snapchat spielen Katz und Maus ...

Facebook und Snapchat konkurrieren nicht nur im Bereich der Messenger. Lasst uns auf die Ursprünge der beiden Konzerne zurückblicken: Snapchat ist das Ergebnis der Arbeit zweier Studenten, deren ursprünglicher Plan war, zeitlich begrenzte Fotos zu verschicken. Facebook entstammt ebenfalls dem Uni-Milieu und war dafür gedacht, Studenten miteinander zu verbinden.

Die Zeiten ändern sich und so ändern sich auch die Konzepte. Inzwischen finden sich Snapchat, vor allem aber Facebook, unter den beliebtesten Anwendungen wieder. 2013 wollte sich Facebook Snapchat einverleiben, aber Snapchat lehnte das 3-Milliarden-Dollar-Angebot ab.

Seither verschärft sich der Konkurrenzkampf der beiden: Snapchat will mehr sein als ein Messenger, integriert daher Funktionen eines sozialen Netzwerks und definiert so das Social-Media-Storytelling neu. Facebook wiederum müht sich, direkte Formen der Kommunikation in seine Apps einzubauen - Stories, Direct oder Status, so nennt Facebook seine Snapchat-Klone. 

Was der eine erfindet, ahmt der andere nach.

... vor allem im Feld Augmented Reality

Heute drehen sich die verschiedenen Messaging-Apps im Kreis: Zwar bieten sie durchaus unterschiedliche Features und User-Oberflächen, aber sie sind im Kern doch identisch. Um in der Messenger-Suppe aufzufallen, braucht es einzigartige und neue Funktionen.

Snapchat gehört zu den Vorreitern bei Augmented Reality: Über die Selfie-Fotos oder -Videos legt Ihr Filter, die Eure Erscheinung verändern (zum Beispiel Euch einen Schweinekopf verpassen) oder Ihr legt virtuelle Gegenstände ins Bild. Das alles findet natürlich mit Eurer Smartphone-Kamera statt. Am 18. April hat Snapchat diese World Lenses vorgestellt. Hier gibt es einen Einblick zu sehen:

Am gleichen Tag hat Facebook auf der Entwicklerkonferenz F8 seine AR-Plattform Camera vorgestellt. Wer da an Zufall glauben möchte. Uns interessiert vor allem die neue Plattform Camera mit dem AR Studio. Auch mit Camera lassen sich Objekte in ein Bild oder Video einbringen. AR Studio kann das, was auch Snapchat kann.

Facebook möchte aber mehr: Es geht nicht nur um schlichte Filter, sondern um die Erweiterung unserer Realität. So wird es bald möglich sein, einen digitalen Zettel im Restaurant zu hinterlassen, zum Beispiel mit einem Tipp für die Essenswahl - oder User hinterlassen auf dem Tisch eine kleine Kritzelei. Facebook, soziales Netzwerk und Realität sollen verschwimmen. 

Wenig verwunderlich, dass Facebook auch über Smartglasses gesprochen hat, die natürlich einen ganz anderen Zweck haben als die VR-Brille Oculus. Mit einer solchen Brille wäre die Integration von Facebook und unserer Umgebung beinahe perfekt.

Nun hat Snap Inc. die Spectacles im Angebot, allerdings kann diese Brille nur Videos aufnehmen. Einerseits ein völlig anderer Use-Case, andererseits aber auch ein erster Schritt: Wird Snap Inc. eine eigene AR-Brille vorstellen?

ar scan
Erste Schritte für AR: Tiefeninformationen im Raum erkennen / © AndroidPIT

Was bedeutet dieser AR-Wettbewerb für uns?

Ich will hier gar keine psychologischen Spielchen betreiben, aber ich hadere mit einigen Fragen: Wohin bringt uns dieser Überbietungswettbewerb? Was kommt als nächstes? Snapchat hat bewiesen, dass Filter und Verfremdungen viel Spaß machen können, aber was sind die langfristigen Folgen?

Wie jede andere Technologoie sollten wir AR durchaus ernst nehmen. Manche werden die Entwicklungen kritisieren, wie auch Smartphones oder soziale Netzwerke nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen. Totalverweigerung ist aber womöglich auch nicht die richtige Antwort. Letztlich ist es wichtig, sich bewusst mit den Themen zu befassen.

Ein wichtiger Trend lautet heute: Sei authentisch, sei du selbst. Wie aber soll das gehen, wenn Filter, Verfremdungen und Optimierungen allgegenwärtig sind? Augmented Reality ist doch letztlich das genaue Gegenteil. Auf Instagram, wo Farbfilter zu jedem Post gehören, gibt es das Phänomen #NoFilter. Es wird sehr interessant zu sehen, was in wenigen Jahren passiert, wenn AR in beinahe allen Tools Verwendung findet.

Ich spreche hier nicht von Problemen wie Vereinzelung, vielmehr von der Entwicklung unserer sozialen Beziehungen. Denn diese werden sich unter dem ständigen Verfremden verändern - wie schon das Smartphone unserer Verhalten umgekrempelt hat.

Verwendet Ihr die Filter von Facebook und Snapchat?
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Was haltet Ihr von den Augmented-Reality-Entwürfen von Facebook und Snapchat? 

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7 Kommentare

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  • Mich kotzt es an, das ich von Facebook immer Werbung bekomme, Einladungen weil einige Freunde da sind, das heißt die Freunde die meine Nummer haben, hat Facebook abgegriffen weil keiner von denen ihre Adressbuch bei Facebook haben. Aber Facebook kann lange auf mich warten, habe denen schon eine email geschrieben das sie es lassen sollen.


  • Moritz Deussl
    • Mod
    • Blogger
    24.04.2017 Link zum Kommentar

    Snapchat ist mir sympatischer als Facebook...


  • Sue H
    • Blogger
    24.04.2017 Link zum Kommentar

    Ähm, ich muss zugeben, ich benutze Instagram (Thema #nofilter: einige nutzen das auch nur als "Lockvogel") für meine Fotografien, sonst aber gar nichts von beiden Unternehmen.

    Neulich hab ich ein Buch gesehen, wohl von einem Teenager, dessen Mission ist, den "Erwachsenen" Snapchat und Co. beizubringen, als sei es das normalste von Welt und jeder halbwegs anständige Teenager würde es benutzen.
    :P
    Oh, Mann.

    Von den AR-Anwendungen halte ich nicht viel.
    Überhaupt dieses Dauer-ins-Smartphone-Geglotze.
    Nichts gegen Smartphones, aber eine Pause davon, wenn nur für ein paar Stunden, darf's ja auch Mal sein.


  • Konkurrenzkampf kann durchaus nicht schaden. Solange man selbst bewusst damit umgeht. Was mich immer wieder schockiert, ist die Art und Weiße, wie im Internet miteinander kommuniziert wird bzw. eben nicht kommuniziert wird. Im Internet auf dicke Hose machen und im echten Leben den Mund nicht aufbringen.


  •   40
    Gelöschter Account 23.04.2017 Link zum Kommentar

    "Totalverweigerung ist aber womöglich auch nicht die richtige Antwort"

    Für mich schon. Nutze nichts, was auch nur im geringsten mit Facebook zu tun hat und ebenso nutze ich auch kein Snapchat. Nun höre und staune, ich lebe noch und komme sehr gut ohne den ganzen Mist klar.......Ganz wie in den alten Zeiten als es diesen ganzen Krempel noch nicht gab. Hat damals funktioniert und geht auch immer noch. Und wer denkt, es ginge nicht mehr ohne solche Dinge, hat in meinen Augen sowieso schon den Bezug zur Realität verloren.


    • Deinem Kommentar schließe ich mich zu 100% an.

      Mir graut es schon, wenn ich sehe, wie Fußgänger/Auto-/Radfahrer nur noch auf ihre "Schmattfones" glotzen, telefonieren und/oder Nachrichten schreiben.

      Am schlimmsten für mich: Mütter/Väter mit Kleinkind & Kinderwagen, die während des Schiebens nur noch auf das Smartphone glotzen als gäbe es nichts wichtigeres.
      Sollten sich lieber auf das "Kleine" vor sich, den Verkehr bzw. ihre Umwelt konzentrieren anstatt nur noch im Netz existent zu sein.

      JA, auch ich lebe im hier und heute; habe Lust auf's Netz & meine Mitmenschen ... aber: alles in Maßen & mit Verstand!

      Meine subjektive Meinung/Einstellung, die hier sicherlich nicht jeder teilen will; ist auch (vielleicht) gut so.


      • Im großen und ganzen kann ich mich euch anschließen.
        Ich nutze zwar Facebook, aber nur für den Beruf. Snapchat nutze ich überhaupt nicht. Ich habe zwei kleine Kinder und unternehme auch viel mit Ihnen, aber zeitweise nutze ich dabei auch mein Smartphone.
        Ich denke einfach dass das alles in Maßen erfolgen sollte. Und das reale Leben sollte nicht darunter leiden. Und es sollte noch statt finden.
        Ich halte von dem AR Zeugs einfach nichts. Aber das sei ja jedem selbst überlassen.

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