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Kommentar 3 Min Lesezeit 32 Kommentare

Smartphones "Made in Germany": Gigaset spielt seinen Trumpf aus

Nicht in Shenzhen oder Yantai wird das neue Gigaset GS185 produziert, sondern in Bocholt an der deutsch-niederländischen Grenzen. Klingt wie ein seltsamer PR-Gag, ist es auch ein bisschen, aber irgendwie trotzdem sympathisch.

Drei neue günstige Smartphones hat Gigaset vorgestellt. Während das GS100 und das GS185 wie immer in China produziert werden, rollt das GS185 tatsächlich in Bocholt vom Band. In dem ehemaligen Siemens-Werk, in dem bereits früher Telefone gebaut worden sind und zuletzt die Verpackungen von Gigaset produziert wurden, werden 24 Menschen und zahlreiche Roboter und Maschinen das Smartphone "Made in Germany" bauen.

Natürlich ist der Slogan "Made in Germany" an der Stelle eigentlich Augenwischerei. Dann das Gigaset GS185 wird zwar in Deutschland montiert, die einzelnen Komponenten stammen jedoch trotzdem nahezu komplett aus chinesischer Produktion. Zusätzlich zur Endfertigung und Verpackung werden auch die Belastungstests in Bocholt durchgeführt. Gigaset räumt das bei der Ankündigung auch ein, betont aber trotzdem die Vorteile, die der Ansatz besitzt.

Einige Vorteile durch lokale Produktion

Kürzere Transportwege bei der Lieferung, ein direkterer Weg zu einer Reparatur sind für Gigaset wichtige Pluspunkte durch den Standort Bocholt. Die beiliegenden Dokumente sind nur in einer Sprache verfasst, das spart Material und Druckkosten. All das soll zu einem kleineren CO2-Fußabdruck der Produkte führen. Zudem sei die Produktion flexibler, um etwa Großaufträge mit speziellem Branding durchzuführen. 

Sich komplett von China zu lösen steht für Gigaset nicht auf der Agenda. Das wäre auch seltsam, schließlich gehört die Mehrheit des Konzerns seit 2013 dem chinesischen Investor Pan Sutong. Doch bereits zum Einstieg in den Smartphone-Markt auf der IFA 2015 betonte man bei Gigaset gerne, dass "deutsches Know-How" in den eigenen Produkten stecke.

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Gigaset produziert Smartphones in Deutschland. / © Gigaset

Das kommt bei vielen potentiellen Käufern natürlich an. Der Slogan "Made in Germany", einst als negatives Merkmal angedacht, hat sich in der Welt einen gewissen Ruf erarbeitet, in weiten Teilen auch zurecht.

Einerseits hat der Glanz von "German Engineering" zuletzt aber einige Kratzer erlitten. Man denke an den Dieselskandal und die andauernde Unfähigkeit, große Bauprojekte wie den BER, den neuen Bahnhof in Stuttgart oder die Elbphilharmonie fristgerecht und zu den veranschlagten Kosten zu bauen.

Kaum mehr Lokalkolorit als anderswo

Andererseits ist es nun einmal so, dass in den Smartphones von Gigaset kaum mehr "Made in Germany" steckt als anderswo. Reparaturen und Service machen alle großen Hersteller einigermaßen lokal, die Teile kommen hier wie dort aus den asiatischen Fabriken. Und bei kleinen Geräten wie Smartphones fällt der Transport auch nicht so stark ins Gewicht, wie bei Autos oder industriellen Maschinen - ein Schiffscontainer voller Smartphones ist schon eine ganze Menge .

Trotzdem macht Gigaset diese Rückbesinnung auf das Lokale irgendwie sympathisch. Das Projekt ist erst einmal als großer Feldversuch gedacht - bewährt sich die lokale Endfertigung, will man das verstärken. Warum auch nicht.

Was haltet Ihr von dem Schachzug von Gigaset? Kommt "Made in Germany" auch bei Smartphones an?

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Top-Kommentare der Community

  • Sascha Zimmer vor 2 Monaten

    Ich soll also ein Smartphone aus einem Land kaufen, in dem das Internet noch Neuland ist, man sich durch den Betrieb eines WLAN-Routers praktisch strafbar macht, in dem die Mobilfunknetze schlechter sind als in manchem Drittweltland, in dem das die Bevölkerung mit Aldi-Tarifen allerdings nicht weiter zu stören scheint; das von einer industriellen Vergangenheit lebt, die Zukunft verschläft; dessen technische Eliten offenbar damit beschäftigt sind, ein Industrieprodukt durch Betrug ins 21. Jahrhundert zu schummeln; in dem Politiker von "Laptop und Lederhose" schwafelten, als in Kalifornien das Smartphone erfunden wurde? Nun ja, wenn praktisch in Bocholt nur der "Made in Germany"-Aufkleber draufkommt und der Rest sowieso aus China kommt, dann sollte das eigentlich ein begrenzbares Risiko sein. Woanders wird man ja auch abgezockt...

  • Haunibu vor 2 Monaten

    Immerhin schaft es Arbeitsplätze und das ist für mich ein Pluspunkt. Auch wenn mir mir kein gigaset gefällt

  • Klaus Trofob vor 2 Monaten

    Damit die Typen, die das Zeug hier in Deutschland zusammendengeln auch von ihrem Lohn leben können, brauchts eben etwas mehr als die 1€uro und Äppelstücke, die so ein chinesischer Arbeiter pro Stunde verdient.
    Das ist so typisch deutsch. Selbst ein ordentliches Gehalt haben wollen, aber gleichzeit nicht bereit sein, für Produkte aus Deutschland entsprechend zahlen zu wollen.

  • schmeight vor 2 Monaten

    yes, ganze 24 Arbeitsplätze, der pure Wahnsinn was hier auf die Beine gestellt wurde 😂😂😂

32 Kommentare

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  • Hammer da hole ich doch direkt mein S6 aus der Schublade.


  • Made in Germany ist nicht mehr das was es mal war, leider. Aber selbst Apple lässt in Fernost alles Fertigen ist doch alles normal. Aber ob diese Geräte auf dem Markt ankommen bezweifle ich da Samsung und Huawei / Honor und seit neuem die Mi Serie den Markt abgrasen. Selbst Lenovo oder Nokia Reihen sich ein und LG versucht es jetzt auch und wer will da noch richtigen Umsatz machen?


  • GIGASET ist DER Name für Festnetz-Telefonie! Das sorgt seit Jahren in Deutschland für die uneinholbare Marktführerschaft. Zu Recht.

    Immer wieder wurden Versuche unternommen, mit dem Brand auch andere Produkte ins Interesse des deutschen Endkunden zu bringen. Bisher sind all diese Ansätze gescheitert. Ob sich das mit dem seit 3 Jahren eingeführten Smartphone-Portfolio JETZT ändert, nur weil "Made in Germany" auf den Kartons steht, bezweifle ich.

    Der richtige Weg ist zumindest der Preis des Gerätes. Laut diverser Berichte soll das Phone deutlich unter € 200,- UPE liegen.


  • Irgendwelche wirtschaftlichen Entscheidungen werden hier schon ausschlaggebend sein. Und wenn es die Hoffnung ist mit diesem Siegel made in Germany einen Euro mehr zu verdienen. Diese Augen wischerei. Die Geräte kommen aus Fernost. Dort sollten sich die Firmen für sichere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und umweltverträgliche Produktion einsetzen. Das wäre für mich ein Kaufargument. Wenn schon richtig Made in Germany.


  • Ich soll also ein Smartphone aus einem Land kaufen, in dem das Internet noch Neuland ist, man sich durch den Betrieb eines WLAN-Routers praktisch strafbar macht, in dem die Mobilfunknetze schlechter sind als in manchem Drittweltland, in dem das die Bevölkerung mit Aldi-Tarifen allerdings nicht weiter zu stören scheint; das von einer industriellen Vergangenheit lebt, die Zukunft verschläft; dessen technische Eliten offenbar damit beschäftigt sind, ein Industrieprodukt durch Betrug ins 21. Jahrhundert zu schummeln; in dem Politiker von "Laptop und Lederhose" schwafelten, als in Kalifornien das Smartphone erfunden wurde? Nun ja, wenn praktisch in Bocholt nur der "Made in Germany"-Aufkleber draufkommt und der Rest sowieso aus China kommt, dann sollte das eigentlich ein begrenzbares Risiko sein. Woanders wird man ja auch abgezockt...


  • Mir kommt es sofor in dem Artikel, als nur Deutschland interesant ist für das Handy...aber besser die ganze Welt und da gibt es dann nicht die kurzen Strecken und Beschreibung in DE...oder habe ich da etwas falsch verstanden...danke


  • Einmal und nie wider die können ihren Müll behalten das gs160 hatte 2 Updates und das zweite auch noch total verbugt mit dem wir seit einem Jahr leben müssen besser meine Tochter ich hätte es schon längst an die Wand geschmissen.


  • Mir ist völlig gleichgültig, wo ein Smartphone produziert wird solange es meine Anforderungen erfüllt und mir der Preis zusagt - wobei ich nicht die Billiggeräte kaufe. Und das gilt auch für alle anderen technischen Geräte.


    • Genau gute Einstellung. Hauptsache billig. Arbeitsplätze in Deutschland, scheiß drauf. Warum auch. Hauptsächlich billig kaufen. Demnächst auch Milch und Mehl aus China 🇨🇳. Hey hab ja 2 Cent gespart. Oh vielleicht bekommen wir ja auch unsere Renten bald aus China. Da sind ja die Arbeitsplätze.
      Ach mir geht's ja gut, scheiß auf die Zukunft. Hauptsache ich spar ein paar Euros. Alles andere ist egal. Ich bin genauso egoistisch wie du. Scheiß auf deutsche Arbeitsplätze.


      • Nenn einen Hersteller, der in Deutschland produziert.


      • @Iod2000

        Du solltest mal genauer lesen. Gertrud hat extra betont, keine Billigeräte zu kaufen.

        Und zweitens, was willst du mit deutschen Arbeitsplätzen, wenn am Ende die Produkte so teuer sind, dass keiner sie kauft? Dann ist dein Arbeitsplatz gleich wieder weg oder der Lohn so niedrig, dass er nicht mal für die Miete reicht.


      • und wo produziert Medion? Essen, Mühlheim, Oberursel?


  • Das neue Volksfon von BILD


  • Immerhin schaft es Arbeitsplätze und das ist für mich ein Pluspunkt. Auch wenn mir mir kein gigaset gefällt

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