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4 Min Lesezeit 13 Kommentare

Siri vs. Alexa und Google Assistant: Die drei Schwätzer unter sich

Sprachsteuerung hatte einen langsamen Start, doch die Bedienung mit dem gesprochenen Wort wird immer beliebter - zurecht, denn es kann sehr komfortabel sein, Gerätschaften mit einfachen Sprachbefehlen zu kommandieren. Siri jedoch hat mit der wachsenden Konkurrenz ziemlich zu kämpfen.

Siri ist ein wichtiger Teil in der Strategie von Apple, das sah man nicht zuletzt daran, dass ihr auf der Keynote zur WWDC 2018 viel Raum gegeben wurde. Konsequent nur, dass die Sprachassistentin auch ein paar neue Funktionen bekommen hat, die es zudem leichter machen sollen, mit der Assistentin zu reden, etwa durch den Verzicht auf das Kommando "Hey Siri". Und doch muss sich die ehemals weit führende Sprachassistentin im Jahr 2018 gehörig strecken, um noch mithalten zu können.

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Nein Siri, im Internet suchen kann ich selber! / © AndroidPIT

Die Zwangsjacke von Apple ist warm, aber eng

Siris neue Funktionen, die Shortcuts, die Apple zur WWDC vorgestellt hat, sind bitter nötig, um die Möglichkeiten der Assistentin zu verbessern. Bei vielen Dingen war Siri bisher nämlich auf das Apple-Ökosystem beschränkt. Das führte dazu, dass sie etwa keine Songs von Spotify abspielen oder Strecken auf Google Maps anzeigen konnte. Nun steht App-Entwicklern die Verbindung zu Siri zwar prinzipiell offen, sie müssen sie aber zunächst aktiv in ihre Apps implementieren. Das wird dauern, und es wird auch nicht jeder Anbieter machen.

Vor allem Alexa-Nutzern kommen die Shortcuts sicher bekannt vor, denn die Amazon-Assistentin beherrscht all das längst. In der Alexa-App lassen sich eigene Routinen anlegen, der Zugriff auf Drittanbieter-Dienste wie Spotify, TuneIn oder andere war noch nie ein Problem. Genauso sieht es beim Google Assistant aus, auch wenn die Einstellungen für die eigenen Routinen ein wenig versteckt in der Google-App sind. Siri rast mit den Shortcuts also nicht an die Spitze, sondern zieht höchstens gleich mit Amazon und Google.

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Mit Siri gibt es nur einen einzigen Smart Speaker: den HomePod. / © Apple

Verbessern muss Apple dringend auch die Spracherkennung von Siri. Zwar verstehen auch Alexa und der Google Assistant längst nicht jeden Befehl beim ersten Mal. Im direkten Vergleich ist jedoch die Fehlerquote bei Siri deutlich höher. Ein Phänomen, was man immer wieder beobachtet, ist zudem: Siri gibt den korrekt verstandenen Befehl aus, macht dann aber doch so weiter, als hätte sie sich verhört.

Deutlich häufiger als bei den anderen beiden Assistenten bekommt man von Siri auch als Antwort wenig hilfreich zu hören: "Ich hab das hier für DIch im Internet gefunden:". Googlen kann ich selber, dafür brauche ich Siri nicht. Die Antworten auf normale Fragen zu Öffnungszeiten, Allgemeinwissen, Personen und ähnlichen Dingen bekommen Alexa und der Google Assistant deutlich besser hin als Siri. Das lässt Siri beim reinen Nutzwert zurück fallen.

Die menschliche Note ist da

Siri und Alexa erscheinen beide vergleichsweise "menschlich", und das nicht nur durch die flüssige Sprache, sondern auch durch Kleinigkeiten, die zwischendrin für nette Abwechslung sorgen. Alexa wünscht ab und an beim Abschalten einen schönen Tag, Siri redet sich vergleichsweise nett heraus, wenn sie etwas nicht kann. Rappen können beide, wenn man das denn wirklich so nennen will. Und Trekkies sollten vor allem Alexa einmal danach fragen, ob sie klingonisch spricht ...

Der Google Assistant ist unterdessen nüchterner, kann aber mit Promi-Unterstützung bei manchen Sprachkommandos punkten. Die automatische Unterscheidung mehrerer Sprecher macht den Google Assistant zudem sehr familientauglich.

Einfach Aufgaben überfordern Siri

Siri scheitert durch die Bank zu oft an einfachen Aufgaben. Ob Termine, Timer (multiple Timer gehen überhaupt nicht), Musikwiedergabe, Taschenlampe oder andere banale Dinge: Immer wieder hört man von Siri nur "Entschuldigung, das kann ich nicht", selbst bei Sachen, die im nächsten Versuch eine halbe Stunde später dann funktionieren.

Unter dem Strich ist Siri hinter die Konkurrenz zurückgefallen, die sie am Anfang noch meilenweit abgehängt hatte. Die Apple-Assistentin hat weniger Funktionen, weniger Möglichkeiten und eine höhere Fehlerrate als Alexa und der Google Assistant. Die Tatsache, dass Siri im Apple-Gefängnis zuhause ist, macht es nicht unbedingt besser, denn so fehlt Input von anderen Partnern, der bei Amazon und Google vorhanden ist. Wenn es wirklich noch was werden soll mit Siri, dann muss Apple hier kräftig Arbeit reinstecken.

Quelle: WSJ (Paywall)

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Top-Kommentare der Community

  • Ingalena vor 4 Monaten

    Sprachsteuerung könnte etwas für Sehbehinderte sein.
    Könnte... ist es aber noch lange nicht.
    Diese Erfahrung habe ich Anfang des Jahres gemacht, als ich versucht habe meinem fast blinden Vater das Bedienen vom Handy zu erleichtern.
    Befehle, wie “rufe Marie an“ (aus seinem Telefonbuch) oder “suche die Telefonnummer von Doktor Müller - Hausarzt“ konnte der Google Assistant nicht ausführen. Und viele andere auch nicht.
    So ist es aber, dass alte Menschen mehr Wert auf alltägliche Dinge legen als auf Spotify oder Antworten auf Fragen “wie hoch ist der Mont Everest“.

13 Kommentare

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  • Was ist mit cortana?....


  • Siri findet bei mir nicht mal das Wetter zeigt mir immer einen Ort in Bayern an obwohl ich in NRW wohne.. Google hingegen funktioniert super im Auto WA Nachricht verschicken oder einen Anruf tätigen funktioniert echt genial.


  • H.S. vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Sollen die "Damen" doch in Ihren Gefängnissen wohnen bleiben. Wer meint mit denen flirten zu müssen lässt viele Informationen in div. Gefängnisse durch.
    Für wen lohnt sich solch ein Zwiegespräch? Siri, Alexa und CoKG...ihr seit mir erstens zu doof, zweitens zu neugierig und drittens nicht hilfreich. Also haltet die Klappe u. stopft euch die Ohren zu. Ich such mir ne andere Lady die mich befriedigen kann.


  • Wo ist den Bixby das ist doch so viel besser als die 3 da oben 😂


  • Sprachsteuerung könnte etwas für Sehbehinderte sein.
    Könnte... ist es aber noch lange nicht.
    Diese Erfahrung habe ich Anfang des Jahres gemacht, als ich versucht habe meinem fast blinden Vater das Bedienen vom Handy zu erleichtern.
    Befehle, wie “rufe Marie an“ (aus seinem Telefonbuch) oder “suche die Telefonnummer von Doktor Müller - Hausarzt“ konnte der Google Assistant nicht ausführen. Und viele andere auch nicht.
    So ist es aber, dass alte Menschen mehr Wert auf alltägliche Dinge legen als auf Spotify oder Antworten auf Fragen “wie hoch ist der Mont Everest“.


    • Also rufe XY an nutze ich beinahe täglich mit dem Google Assistant, das funktioniert absolut problemlos. Selbst Nummern die nicht im Telefonbuch (Gerät) sind, sich aber über eine Google Suche finden lassen sind möglich.


      • Andreas, bei ihm hat es nicht funktioniert. Vielleicht lag es auch daran, dass er zu lange gebraucht hat zwischen “ok, Google“ und den Befehlen?
        Aber auch das langsamer Denken gehört zum Älterwerden und wird von von den Sprachassistenten ignoriert.


      • Bei siri kein Problem...eine 92 jährige aus dem Bekanntenkreis nutzt siri täglich


  • So ein Krempel kommt mir nicht ins Haus, Spionagedreck!


    • Was soll man dazu sagen... Dann bitte auch weg mit deinem Smartphone, Tablet, Windows/macOs PC und SmartTV. Diese Geräte haben deutlich mehr Hardware mit denen sie dich ausspionieren können und obendrein trägt man das eigene Smartphone auch noch den ganzen Tag spazieren :)


    • Ja, die Spionieren, sogar ganz sicher, die Frage ist, was sie mit den Daten machen. Zum Kommentar von Moritz: Richtig, auch Handys spionieren.... aber ich kann die nicht nur ausschalten sondern auch irgendwo hinlegen, wo sie mich nicht sehen und hören. Die Alexaschüssel und die anderen Dinger stehen irgendwo rum und keiner kann sagen, ob si emithören, wenn sie abgeschaltet sind, außer sie haben kein Strom mehr ... ist im Zweifel komplizierte den Stecker zu ziehen also das Handy irgendwo zu lassen. Aber, das größe Problem ist doch, das man sich dran gewöhnt und nicht mehr abschaltet, wenn man mein t Infos under Ausschluß des Mithörens austauschen zu müssen. Ich will die Wanzen auch nicht im Haus haben, ich habe mein Handy aber auch nicht in der Hosentasche, wenn ich zuhause bin und kann noch komplett abhörsicher kommunizieren, wenn ich möchte.


  • Für das Foto mit dem angeblichen "Siri-Fail" könntet ihr wenigstens einen iPhone benutzen ;-)

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