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Semmi: Die neue Roboter-Assistentin ist ein Abbild der Deutschen Bahn
Apps Mobilität AI 3 Min Lesezeit 20 Kommentare

Semmi: Die neue Roboter-Assistentin ist ein Abbild der Deutschen Bahn

Die neue Kundenbetreuerin der Deutschen Bahn heißt Semmi. Dafür kann Semmi jedoch nichts. Semmi ist nämlich ein cloudbasiertes Sprachdialogsystem mit künstlicher Intelligenz. Sie ist also quasi Siri für die Bahn. Aber nur für eine Person gleichzeitig. Und nicht für alle Belange.

Aber von Anfang an. Auf der Pressekonferenz der DB wurde Semmi erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt. "Für uns ist das der Einstieg in eine vollkommen neue Art der Kundenkommunikation", sagte Sabine Jeschke, der Vorstand für Digitalisierung und Technik in der Deutschen Bahn, bei der Präsentation. Semmi solle helfen, die Mitarbeiter in der Kundenbetreuung zu Stoßzeiten und bei außerplanmäßigen Ereignissen zu entlasten, führt sie weiter aus. Dann wurde Semmi selbst vorgestellt.

Semmi hat noch Probleme

Sie besteht aus einem künstlichen Kopf, auf den ein weibliches Gesicht projiziert wird. So kann Semmi die Person anschauen, mit der sie redet und sogar ab und an zu blinzeln.Viel wichtiger als Ihr Aussehen ist allerdings ihre Funktion. Diese wurde auf der Pressekonferenz eindrücklich vorgestellt. Ein Entwickler stellte ihr Fragen und sie antwortete. So sollte es wenigstens laufen. Semmi hatte aber offenbar Lampenfieber und konnte auf die einfache Frage: "Wann fährt der nächste Zug nach München?" keine Antwort finden. Nach einem Neustart und drei Wiederholungen der Frage versuchte man es mit der Frage nach dem nächsten Zug nach Hamburg und Semmi schaffte es zu antworten: "Der Intercity-Express hat leider eine Verspätung von 50 Minuten". Mit diesem Erfolg gab sich Semmi erst einmal zufrieden und ignorierte die nächste Frage des Entwicklers nach Kaffee konsequent.

Nach zwei anderen missglückten Versuchen, eine sinnvolle Antwort aus Semmi herauszuquetschen, intervenierte der Pressesprecher der Bahn und begründete die mangelhafte Leistung der KI damit, dass sie an das langsame Bahnhofs-WLAN angeschlossen sei und sich die Probleme lösen würden, wenn sie erstmal an die Glasfaserleitung angeschlossen werde. Mit schneller Internetverbindung funktionierte Semmi besser, konnte jedoch immer noch nicht jede Frage zufriedenstellend beantworten. Statt zum erfragten Ostbahnhof schickte Semmi den Fragenden zum Bahnhof Zoo.

SEMMI Schaubild quer
Das sind die Kernkompetenzen von Semmi. / © Deutsche Bahn

Semmi muss noch lernen

Die nächsten sechs Wochen soll Semmi jetzt innerhalb eines Testzeitraums im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs Fahrgäste in acht verschiedenen Sprachen weiterhelfen. Neben Deutsch und Englisch kann Semmi auch Spanisch, Italienisch, Polnisch, Französisch und sogar Chinesisch und Japanisch sprechen. Außerdem soll Semmi über den Zeitraum hinweg selbstständig durch gestellte Fragen dazulernen, um so schließlich auch Akzente, Dialekte und verschiedene Formulierungen ein und derselben Frage zu verstehen. Der Einsatz am Berliner Hauptbahnhof ist jedoch nicht der erste Testlauf von Semmi. Im Mai wurde sie schon am Hauptbahnhof in Tokio eingesetzt. Und im April 2019 wurde eine ähnliche Version am Frankfurter Flughafen unter dem Namen FRAnny getestet. Eine Flughafensprecherin meinte, FRAnny sei dort gut von den Fluggästen angenommen worden und hätte auch weiterhelfen können.

Später sollen die Erfahrungen der KI an den verschiedenen Standorten helfen, eine gesonderte Version der Software in die DB Navigator App einzubauen. In Zukunft kann also bald jeder auf den neuen Sprachassistenten von der Deutschen Bahn zugreifen. Und wenn Ihr dank ihr wieder euren Zug verpasst, kann sie euch immerhin im Stile von Alexa oder Siri einen Witz erzählen.

Was haltet ihr von dem Sprachassistenten am Berliner Hauptbahnhof? Eine hilfreiche Entlastung der Servicemitarbeiter? Oder eine sinnlose Spielerei, die nur Frust erzeugt?


Dieser Artikel wurde von unserem Schülerpraktikanten Henri unter Betreuung der Redaktion erstellt.

20 Kommentare

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  • Die Überschrift gefällt mir nicht. "Abbild der Bahn" ist in meinen Augen eine Beleidigung (sagte ich auch schon in dem anderen Beitrag zum Thema), da sie alle Bahner über einen Kamm schert.


  • Jetzt wirklich? Kein Aprilscherz im Juni? Nicht nur dass sich die Bahn an etwas versucht von dem sie so oder so Probleme haben (Service und Auskunft, auch im Netz) nein, sie wählen auch noch den aus meiner Sicht lächerlichsten Ansatz, denn ich mir vorstellen kann, einen Plastikkopf in einem "Ding" dass aussieht wie aus einem Technikaltraum der besondern Art. Ich weiß nicht ob ich weinen oder lachen soll.... ok, ich lache ... hahahahahahahahaha ... würg.


  • Wie Tenten schon schrieb, macht die Pendelei zur Arbeit und zurück schon Lange keinen Spaß mehr.
    Ich fahre seit Beginn der 5. Klasse täglich mit der Bahn mit Ausnahme meiner Lehrzeit. Mit 50 habe ich im letzten Jahr meinen Führerschein gemacht und habe den Spaß aufgegeben. Ich spare am Tag rund 90 Minuten, bin ausgeruhter trotz RheinMainVerkehr, und nach über einem Jahr... Es ist im Vergleich billiger.
    Würde die Bahn in erster Linie ihren, von uns bezahlten, Beförderungsverträgen nachkommen und nicht jedes Jahr für weniger Leistung mehr Geld haben wollen... OK...
    So empfinde ich diese Bemühen mittlerweile als lächerlich.
    Wenn schon die Rechner vor Ort nicht korrekte Daten liefern können, kann es eine Abfragestation mit Sprachausgabe auch nicht!
    Mal davon abgesehen, daß der Begriff 'KI' kompletter Quatsch ist.
    Bei diesen Systemen sind es lediglich die Geschwindigkeit der Datenbankabfrage gekoppelt mit dem richtigen Suchalgorithmus. Intelligenz existiert da höchstens in der Propagandaabteilung für die größtmögliche Kundenverarsche.

    LG,
    Kai


    • In gewisser Weise gebe ich dir recht. Mir macht Bahn fahren auch meist kein Spaß. Total trübe der Zug. Würde mich freuen wenn es eine Kopfhörerbuchse geben würde für Radio unterwegs. Wenigstens gratis WLAN ist drin.


  • Das passt doch perfekt!
    Stellt euch nur mal vor, diese Auskunft würde funktionieren.....
    das wäre ja gerade zu ein Schock und würde die jahrelang gewohnten Missstände beseitigen


  • "Semmi hatte aber offenbar Lampenfieber und konnte auf die einfache Frage: "Wann fährt der nächste Zug nach München?" keine Antwort finden."

    Da kann sie nichts dafür. Ich fahre fast täglich und mir gelingt es auch oft nicht, den nächsten Zug zu finden. Die Bahn ist in allen Belangen einfach derart kundenfeindlich und oftmals ist eine Fahrt mit der Bahn eine Zumutung. Gerade als Pendler kann man darüber Bücher schreiben. Dass man jetzt mit einer derart lächerlichen Spielerei sich ein modernes und zukunftsorientiertes Image geben will, zeigt nur, wie ideenlos und verzweifelt man bei der Bahn ist. Die Bahn ist ein Armutszeugnis für Deutschland und zwar ein massives.


    • DB App ist auch nicht immer pünktlich aktuell aber zuverlässig.


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Das sehe ich ganz genauso, Tenten. Aber ist doch herrlich, wie wunderbar passend diese Präsentation gelaufen ist. Traurig für die Bahn, aber für Bahn-Hasser wie mich ein Schmaus. (Ich nutze ungern das Wort 'Hass' im Zusammenhang mit Unternehmen, aber bei der Bahn bleibt mir einfach nichts anderes übrig ...)


      • Warum bist du nicht so für die Bahn?😁


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Oh bitte bring mich nicht dazu, damit anzufangen. Meine Eltern wohnen in Kassel, in den letzten 10 Jahren bin ich daher sehr häufig von Augsburg und nun von Berlin aus dahin gefahren. Kassel Wilhelmshöhe ist so ziemlich der schlechteste Bahnhof, wenn es um Verspätungen geht :D


      • Ist ja nicht überall so schlimm. Von Leipzig nach Berlin oder Stuttgart kommt man mit der Re sehr gut und besser als mit Auto. Natürlich geht fliegen auch, sollte Berlin im 23. Jahrhundert seinen Flughafen fertig haben 😎🖖.


    • Das Problem liegt eher an der mangelhaften/fehlenden Vernetzung der öffentlichen Informationssysteme und dem internen LeiDIS. Auch unser RIS (Reisenden-Informations-System) weicht vom LeiDIS ab. Einiges ist auch dem EBA geschultet, welches eine direkte Vernetzung interner Systeme mit externen Systemen "aus Sicherheitsgründen" untersagt. Da gehört ein System her welches sowohl für interne als auch externe Informationssysteme Echtzeitinformationen liefert.


  • "Der Intercity-Express hat leider eine Verspätung von 50 Minuten". Der war gut.
    Da wussten die von der DB wahrscheinlich nicht, ob sie auf die gegebene Antwort freuen oder vor dem Inhalt der Antwort verstecken sollten XD


  • Sie frisst gern Daten, aber auch Strom.
    Nach der globalen Energiewende sollen uns regenerative Energien versorgen. Aber was heißt das schon, wenn sich gleichzeitig die Digitalisierung wie ein fettsüchtiges Monster ausbreitet?
    Das sicherste Kriterium, dass die Künstlichen Intelligenz uns vielleicht in die Zukunft führt, aber erst einmal noch jede Menge Kopfzerbrechen bereitet, ist an einer einzigen Zahl festzumachen: Zwanzig Watt. Vielleicht sind es auch dreißig. So ganz genau ist das nicht festzulegen, weil es nämlich der Energiebedarf eines Tages ist, den unsere natürliche, die menschliche Intelligenz verlangt. Das entspricht einer schwachen Glühbirne, um die analogen, längst vergangenen Maßstäbe noch einmal anzulegen. Schon das war allerdings zu viel, auch daran sei erinnert, als die ersten grünen Klimaschutzvisionen wahr wurden und die alten Funzeln europaweit vom Markt verschwinden mussten.


    • Sicher hat sie eine versteckte Solarzelle.


    • Wie können 20-30 Watt der Energiebedarf für einen Tag sein?


    • Ich korrigiere Dich ja ungern, aber Watt ist eine Leistungsangabe und keine Energieangabe. Der Energiebedarf des Gehirns läge Deinen Angaben zufolge bei 480 Wh bis 720 Wh am Tag. Ein durchschnittlicher Smartphoneakku speichert etwa 12,6 Wh, würde demnach nur 38 Min. bis 25 Min. "durchhalten" .
      Gemessen an seiner Leistung ist das aber sehr effektiv.
      Der schwankende Leistungsbedarf dürfte mit seiner Tätigkeit direkt zusammenhängen, aber auch andere Einflussgrößen wie der Entwicklungsstand des Trägers (Kind, Jugendlicher, Erwachsener) könnten eine Rolle spielen.

      Wenn man bedenkt, dass man das Licht einer 25 Watt Funzel auch mit einer 3 Watt LED erzeugen kann, ist der Austausch schon sinnvoll. Ich hätte das aber nicht über ein Verbot durchgesetzt.

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