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Seehofer will Messenger-Dienste zum Entschlüsseln verpflichten
Apps 5G 2 Min Lesezeit 84 Kommentare

Seehofer will Messenger-Dienste zum Entschlüsseln verpflichten

Das Innenministerium will Messenger-Anbieter wie WhatsApp dazu zwingen, auf richterliche Anordnung entschlüsselte Chats an Behörden weiterzugeben. Auch verschlüsselt geführte Telefonate sollen davon betroffen sein.

Viele Messenger-Dienste, seien es das bekannte WhatsApp oder Alternativen wie Telegram, aber auch Apples iMessage nutzen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das heißt, sämtliche Kommunikation läuft verschlüsselt ab und kann nicht mitgelesen werden.

Das aber will Horst Seehofer (CSU) so nicht hinnehmen, wie Spiegel Online berichtet. Der Bundesinnenminister will sicherstellen, dass Sicherheitsbehörden Zugang zu diesen Chats und auch Telefonaten haben. Die Anbieter sollen verpflichtet werden, auf richterliche Anordnung, unverschlüsselte Mitschnitte zur Verfügung zu stellen. Wer dem nicht nachkommt, soll von der Bundesnetzagentur gesperrt werden.

Bisher, so der Spiegel, ist nur eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung möglich. Dafür muss ein Trojaner auf dem Smartphone installiert werden, um dann die Kommunikation mitschneiden zu können.

"Das hätte katastrophale Auswirkungen"

Sowohl die Betreiber des Dienstes Threema, als auch von Wire äußerten sich gegenüber dem Spiegel ablehnend. "Das hätte katastrophale Auswirkungen", heißt es etwa von Wire. Ein Sprecher von Threema sagte, Deutschland würde sich in die Reihen totalitärer Staaten einreihen, sollte die Nutzung dieser Dienste hierzulande verhindert werden.

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Chats mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind kaum zu knacken. / © Gorodenkoff / Shutterstock

Das Bundesinnenministerium aber will das Vorhaben schnell in die Tat umsetzen, heißt es in dem Bericht. Denn mit dem kommenden Mobilfunkstandard 5G sieht man weitere Probleme auf sich zukommen. So forderte der  EU-Anti-Terror-Koordinator Gilles de Kerchove in die Standardisierung einzugreifen, um eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu verhindern. Das berichtete unter anderem die Süddeutsche Zeitung.

Laut Spiegel soll das Vorhaben auf der Innenministerkonferenz im Juni behandelt werden. Denn Verschlüsselung müsse "mit den unabweisbaren Bedürfnissen der Sicherheitsbehörden in Einklang" gebracht werden, heißt es im Spiegel. Daher müsse es Ausnahmeregeln geben.

Was meint Ihr? Ist das ein sinnvoller Vorschlag, um die Sicherheit zu gewährleisten oder denkt Ihr, dass dies tatsächlich totalitäres Verhalten wäre.

Top-Kommentare der Community

  • olli64 vor 1 Monat

    Unser Horst hat schon vieles gewollt und nicht bekommen.
    Ich sehe aber generell die Entwicklung in Europa kritisch. Es scheint ein Ziel der totalen Überwachung zu wünschen.

  • Thomas vor 1 Monat

    na das sich doch Heissluft Horst nicht alleine ausgedacht,der ist viel zu dumm dafür aber egal,,es wird zeit das diese ganzen politmarionetten abgesägt werden

  • Tenten vor 1 Monat

    Das hat doch nichts mit dem Alter zu tun. Ich kenne inzwischen weitaus mehr Leute über 50, die sich sehr gut mit all dem auskennen, als Leute um die Zwanzig. Die Generation Ü50 ist mit dem ganzen Kram aufgewachsen, musste sich selbst einarbeiten und vieles selbst beibringen und haben dadurch oft ein tieferes Verständnis als junge Leute, die einfach nur ne App runterladen und gut. Technisches Verständnis oder gar die implizierte Ethik fehlt da oftmals völlig. Es ist eine Frage des Interesses, nicht des Alters.

  • Tom vor 1 Monat

    Unglaublich.. Mittlerweile fragt man sich, ob manche Politiker 1984 als Anleitung verstanden haben...

  • Tim vor 1 Monat

    Das kann man so 1:1 auch direkt auf die gesamte CDU / CSU anwenden ^^

84 Kommentare

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  • Man muss zuerst die Ursachen für die Notwendigkeit der Überwachung beseitigen.
    Dann brauchen die Behörden nicht mitzuhören und mitzulesen


  • Die Entwicklung in unserem Staat kann einem mittlerweile Angst machen. Wir leben ohnehin in keiner echten Demokratie. Nun auch noch Zensur (unter dem Deckmantel Fake News zu löschen. Wer tut das z. B. bei Facebook: Linke Organisationen), Darknet, Verschlüsselung "im Einklang mit den Behörden". Ich glaube es hackt.


  • wenn es passieren wird dann werde ich diese Dienste nicht mehr nutzen ganz einfach


  • Derartige Vorschläge kommen doch nur wenn man von Greisen regiert wird oder die Politiker aus dem rechten Lager kommen, auf den Seehofer trifft nun auch noch beides zu!


  • Erstmal den Datenschutz stärken, um dann jegliche Privatsphäre durch eine Hintertür abschaffen. Super!


    • Es geht ja auch darum, dass nicht jeder Hinz und Kunz an deine Daten kommt, sondern ein Gericht im Falle einer kriminellen Tätigkeit.


  • Seit der Hochzeit der RAF in den Siebzigern versucht sich doch alle paar Jahre wieder irgendein Politiker dadurch zu profilieren, noch mehr Überwachung und Kontrolle zu fordern, weil man sonst der steigenden Kriminalität nicht mehr Herr werden könnte. Ist doch immer das gleiche. Im Endeffekt ändert sich auch nichts, Kriminelle passen sich eben an und ändern ihre Kommunikationswege und ihr Verhalten. Das haben die letzten 50 Jahre ja sehr gut gezeigt.


    • Vor allem erstmal die Basis für die Kriminalität legen und mit den bisher verfügbaren u legitimen Mitteln nicht bekämpfen WOLLEN ( bewusste Verhinderung wie Grenzkontrolle etc oder Ahndung bereits bewiesener Straftatenq bewusst unterlassen) und dann so einen Müll fordern. Krankes,perverses System!


  • Tim Cook meinte einmal sinngemäss: Wenn es einen Generalschlüssel gibt, werden ihn Kriminelle irgendwann finden.

    Vermutlich würde sich Apple eher aus dem deutschen Markt zurückziehen, als eine Hintertür in iMessage einzubauen.

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