Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

2 Min Lesezeit 10 Kommentare

Schneller und Exakter: KI-Anwalt schlägt menschliche Kollegen

Erst seit Kurzem unterstützt eine Künstliche Intelligenz die Polizei bei der Arbeit, nun könnte bald sie auch den Job von Anwälten in einigen Bereichen übernehmen. Wie ein Experiment zeigt, ist die KI schneller und genauer bei der juristischen Analyse.

Während die Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz voranschreitet, sehen viele Menschen dadurch immer mehr Jobs in Gefahr. Einer davon könnten Anwälte für juristische Analysen sein. Denn wie ein neues Experiment des US-amerikanischen Entwicklerteams der Firma LawGeex zeigt, macht eine Künstliche Intelligenz bessere und schnellere Arbeit dabei, juristische Analysen von Verträgen durchzuführen.

Für das Experiment ließen die Experten eine KI mit Maschinenlernalgorithmus gegen 20 Juristen antreten. Die Aufgabe: Fünf Verschwiegenheitserklärungen (NDA, Non-Disclosure Agreement) mit 153 Paragrafen und 3.213 Klauseln auf potenzielle Risiken wie Schlupflöcher überprüfen. Anschließend checkte LawGeex wiederum die Dauer der Analyse sowie die Genauigkeit, mit der Probleme erkannt wurden.

ai vs lawyer lawgeex 01
Die KI war genauer als der Durchschnitt der menschlichen Juristen. / © LawGeex

Dabei zeigte sich, dass die menschlichen Teilnehmer durchschnittlich 92 Minuten für die Analyse brauchten, während die Künstliche Intelligenz die Prüfung der NDAs in nur 26 Sekunden durchführte. Außerdem lag die Genauigkeit der Juristen im Schnitt bei "nur" bei 85 Prozent, während die KI 95 Prozent erreichte und damit genauso exakt Risiken fand wie der beste menschlichen Anwalt aus der Gruppe, der aber deutlich länger dafür brauchte. Im Übrigen tranken die Anwälte dabei zwölf Tassen Kaffee, während die KI ohne Koffein auskam.

ai vs lawyer lawgeex 02
Die KI war über 200 mal schneller als die menschlichen Kollegen im Schnitt. / © LawGeex

Bei den Anwälten aus dem Experiment handelt es sich um erfahrene Profi-Juristen auf dem Bereich, die für Goldman Sachs und große Kanzleien arbeiten. Die Genauigkeit bestimmte eine Gruppe unabhängiger Jura-Professoren renommierter US-Universitäten. Laut LawGeex liegt die Wahrscheinlichkeit bei weniger als 0,7 Prozent, dass die KI einfach Glück hatte.

Trifft der Jobabbau durch Künstliche Intelligenz damit bald auch Anwälte? So schnell dann wohl nicht, denn immerhin gehört zu dem Job auch das Betreuen von Klienten, Führen von Gesprächen und viel mehr als nur die Analyse von Texten. Aber vielleicht können KIs künftig immerhin diesen wohl eher drögen Bereich übernehmen und sich die Juristen so um andere wichtige Sachen kümmern.

Jobabbau durch KI: Eine Gefahr oder natürlich Entwicklung? Was sagt Ihr? Schreibt es uns in die Kommentare!

Via: Gamestar Quelle: LawGeex

10 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Ich glaube, wir verblöden langsam. Und bald immer schneller. Ich wurde in den Achtzigern sozialisiert. Und da waren die Zeiten echt anders. Kopfrechnen war eine Selbstverständlichkeit. Selbst größere Rechnungen war man in der Lage das Ergebnis zumindest abzuschätzen. Eine Größenordnung zu geben. Dann war überall der Taschenrechner, der vorher in den Schulen nicht benutzt werden durfte (war aber auch teuer). Und später überall das Handy (noch nicht Smartphone, aber mit integrierten Rechner). Heute ist Kopfrechnen eine nur selten anzutreffende Kunstfertigkeit. Auch ich habe es verlernt. Früher mussten wir uns Wissen anlesen, und vorher recherchieren. Das hieß Bücher in die Hand nehmen. JA, Bücher (Plural), da die Information nicht als mundgerechter Happen zur Hand war. Dadurch kam es bei vielen zu einem breiten Allgemeinwissen. Also nicht bei allen, aber bei vielen. Heute googeln wir. Dann bekommen wir genau den Informationsschnipsel, den wir gerade suchen. Wir behalten diese Information aber nicht. Da es nur ein Schnipsel ist, ist dieser Information auch jeder Kontext beraubt. Wir "konsumieren" Informationen, wir verarbeiten sie nicht mehr. Mein Gott, wir können noch nicht mal mehr orthographisch korrekt schreiben. Wir verlassen uns auf die Rechtschreibkorrektur. Nein KI wird unsere Verblödung nur beschleunigen. Wenn die KI Texte analysiert, was macht das aus unserem Textverständnis? Eine Alternative gibt es allerdings nicht. Aufzuhalten ist es nicht. Für die jüngere Generation ist es normal, sie kennt es ja nicht anders. So wie sich unsere Gesellschaft seit 2015 extrem verändert. Jüngere arrangieren sich mit den neuen Verhältnissen. Sie denken es wäre normal, sie kennen es ja nicht anders. Wir Älteren sind erschrocken und wollen diese Änderungen nicht. Wir kennen es anders.


    • Das kenne ich auch noch. In Tests und Klassenarbeiten war in Mathe der Taschenrechner weitgehend verboten sonst droht eine 6. Das recherchieren in Lexika und dicken Büchern für Hausaufgaben. Heutzutage nehmen die Schüler das Internet und schreiben sich was raus und das wars dann.


    • Da gehen aber viele Aspekte Hand in Hand die zur Verdummung führen.

      Zum einen der negativ behaftete Begriff "elitär", warum ist es schlecht, besser sein zu wollen, als der Durchschnitt?

      Dann Infotainment und Scripted Reality Shows, auch nicht gerade dafür bekannt das Bildungsniveau zu steigern.

      10 Jahre schreiben nach Gehör (in Berlin)... Ja... Ich würde, wenn ich schreiben soll nach Gehör, schon beim Wort "Deutsch" scheitern. Doi... Es gibt kein Tsch als Buchstaben im Alphabet.
      Wi sol man etwas rigtisch schraiben, wen man s ni glernd hat?


  • Doc Brown hat es doch schon in ZIDZ 2 gesagt zu Marty:
    💥🚙🔥🔥🔥 🐶👴🏻🕜😯💦
    Doc schließt Wagentür.
    Marty:
    „. . im Staatsgefängnis verurteilt. Dazu brauchen die nur 2 Stunden? "

    Doc:

    „Das Justizsystem der Zukunft ( Jahr 2015) arbeitet selbst. Schließlich hat man alle Rechtsanwälte abgeschafft. "


  • "1984 - Big Brother ist watching you",
    - ein Buch von George Orwell aus dem Jahr 1948 wer´s kennt. Wer nicht, sollte schleunigst danach googlen. Das Einzige, bei dem Orwell daneben lag, war die fiktive Jahreszahl.
    Aber ich denke, dass nicht-menschliche Steuerungen hochgerechnet immer folgendem Prinzip zugrunde liegen:
    - "The cake is a lie!" (Portal 1, Valve 2007)


  • Solange es reine Datenanalysen sind ist das soweit ja nicht weiter überraschend.
    Natürlich arbeiten, und auch hier ist es keine KI im klassischen Sinne, ich weiß nicht wieso das immer so genannt wird, diese schneller als Menschen.


    Schach wird ja auch nicht mehr gegen Maschinen gespielt, da die Menschen chancenlos sind.
    In einem vorgegebenen Umfeld, mit begrenzten und vorher abgesprochenen bzw programmierten Umständen ist ein Computer natürlich schneller als jeder Mensch.

    Interessant wird es erst wenn der Computer etwas tun muss was er nicht kennt, also sich etwas aneignen muss was er vorher nicht wissen konnte, da die Programmierer diese Eventualitäten nicht vorhergesehen haben.
    Wenn der Computer das meistert, können wir von KI sprechen.
    Vorher ist das ein Programm, oder mehrere Programme welche, Daten interpretiert/-en die es interpretieren soll/-en. Fertig.

    Vielleicht gibt es irgendwann einen Computer mit so viel Rechenleistung dass er jede Eventualität voraussehen kann, selbst wenn jeder Mensch es als unvorhersehbaren Schock empfinden würde.
    Denn auch auf der Erde sind ja die Möglichkeiten wahrscheinlich irgendwo begrenzt.
    Irgendwann könnte, Konjunktiv, es so weit sein.
    Aber das hier ist keine KI.


  • KI ist gar nicht Anwalt´s Liebling! Super- die Maschine übernimmt die "drögen" Bereiche... Natürlich entscheidet "Mensch" was so "dröge" sein kann und entwickelt die entsprechenden Algorithmen- natürlich vööööllig uneigennützig und unparteiisch. Der Strafvollszug in den USA ist inzwischen ein riesiger (und lukrativer) Wirtschaftzweig geworden. Da kann man als privater Betreiber nur auf eine vollständige Bettenbelegung hoffen... und natürlich muss der Algorithmus die soziale Herkunft und die Hautfarbe berücksichtigen können- denn in den USA ist DAS durchaus ein Unterschied...

    Wehret den Anfängen- Faschismus ist nicht auf soziopathische Österreicher mit Bärtchen beschränkt sondern findet Einzug über die häppchenweise Aufgabe von Bürgerrechten. Und was ist wohl "unmenschlicher" und faschistischer als wenn die eigenen Rechte durch eine Maschine per Scoring festgelegt werden und die Algorithmen dazu von einer diffusen Machtelite konzeptioniert werden!?!

    http://dasfilter.com/gesellschaft/kuenstliche-intelligenz-der-neue-luegendetektor-understanding-digital-capitalism-iii-teil-9


  • "während die KI ohne Koffein auskam." Ich glaube das schockiert jetzt keinen.


  • Der KI Anwalt nimmt ja weder "Sponsoring" Geld noch muss er ein paar Kaffeepausen einlegen 😅☕💵

Empfohlene Artikel