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Samsung soll den Brand bei Qualcomm löschen

Prozessor-Hersteller Qualcomm hatte in diesem Jahr enorme Schwierigkeiten. Betroffen waren etliche Android-Smartphones. Beim Test des Xperia Z3+ konnten nicht nur wir Überhitzungsprobleme feststellen. Zahlreiche Nutzer beschwerten sich über Abstürze beim Filmen von 4K-Videos. Andere berichteten von drastischen Performance-Schwächen des Prozessors, der der schnellste seiner Art hätte sein sollen. Nun steht sein Nachfolger ins Haus - anscheinend mit dem gleichen Problem. Samsung will mit einer Modifikation des Snapdragon 820 Abhilfe schaffen.

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Wegen der Überhitzungsprobleme des Snapdragon 810 war der Ruf von Qualcomm und den Smartphones, die noch die ersten Versionen des Chips verbaut hatten, ziemlich dahin. So konnten beim AndroidPIT-Test des Z3+ Abstürze und schlechte Performance-Ergebnisse reproduziert werden. Zwar hat Sony kurz darauf mit einem Firmware-Update reagiert, aber die Probleme blieben. Nur die Zeit bis zum Absturz wurde etwas verlängert, wie Ihr im nachfolgenden Video sehen könnt.

Snapdragon 820 überhitzt - Samsung will helfen

Nun soll auch der Snapdragon 820 unter den gleichen Hitzeproblemen leiden. Samsung will daher den Prozessor für das Galaxy S7 modifizieren, um der hohen Wärmeentwicklung entgegenzuwirken. Sollte die Neuauflage des Chips nicht helfen, will Samsung eine Heatpipe-Kühlung verbauen, die die Hitzeableitung des S7 optimiert. Solch eine Heatpipe-Lösung setzt Sony auch schon im Xperia Z5 (zum Test) und Z5 Premium (zum Hands-on) ein, um den Abwärme des Prozessors abzuleiten.

In den ersten Benchmark-Tests konnte zwar der Snapdragon 820 im Galaxy S7 durchaus überzeugen, aber reine Benchmarks sagen noch lange nichts über die Hitzeentwicklung aus. Auf Weibo gab ein Bild eines angeblichen Benchmarktests Aufschluss darüber.

snapdragon 820 graph
Anscheinend testet Samsung zwei verschiedene Versionen des Snapdragon 820. / © Weibo

Samsung will den Snapdragon 820 selbst produzieren

Laut den Quellen von Business Korea will Samsung unbedingt den Qualcomm Snapdragon 820 im kommenden Galaxy S7 verbauen. Aber nur unter der Voraussetzung, dass dieser Chip in modifizierter Form von Samsungs eigenen Prozessor-Werk hergestellt wird.

Samsung ist in der Lage, Prozessoren im 14-nm-Verfahren zu produzieren. Das ist moderner und effizienter als das 20-nm-Verfahren, das beim konkurrierenden Fertigungskonzern TSMC genutzt wird. Durch die feinere Struktur soll die Hitzeentwicklung besser in den Griff zu bekommen sein. Als netter Nebeneffekt würde die Akkulaufzeit von der feineren Fertigung profitieren.

Wenn Qualcomm sich auf diesen Deal einlässt, würde Samsung plötzlich neben den eigenen Exynos-Prozessoren auch die vom ärgsten (und dann ehemaligen?) CPU-Konkurrenten herstellen. Aber Qualcomm bleibt wohl nichts anderes übrig, als diesen Deal zu akzeptieren.

Qualcomm in Not - Samsung die Rettung?

Schon vor drei Monaten wurde bekannt, dass Qualcomm in finanziellen Nöten steckt. Der Hauptgrund liegt im Aufstieg chinesischer Prozessorhersteller wie MediaTek und HiSilicon, die insbesondere Mittelklasse-Prozessoren günstiger anbieten können als Qualcomm. Durch den Druck sah sich das US-amerikanische Unternehmen genötigt, ein Einsparungsprogramm von 1,4 Milliarden Dollar auszurufen und tausende Arbeitskräfte zu entlassen.

Wenn Samsung die Hitzprobleme des Snapdragon 820 für Qualcomm lösen kann, dann kann der Chiphersteller in 2016 wieder zur alter Stärke finden. Schließlich wollen neben Samsung auch HTC, LG und Sony den Snapdragon 820 in ihren kommenden Flaggschiff-Smartphones einsetzen. Und dies hat nur ein Happy End, wenn der Chip keine Hitzeprobleme hat. Qualcomms Zukunft liegt also in Samsungs Händen.

Quelle: 9to5Google, Re/code

25 Kommentare

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  • ACHTUNG, wichtige Eilmeldung: Qual(m)comm unter Druck! Nun zum Wetter..... :D

  • Ich fand schon dieses angebliche Hitzeproblem beim 810 übertrieben und jetzt...

    Ihr prangert das Z3+ dafür an, dass die Kamera nach einer Zeit wegen Hitzeproblemen abstürzt.

    Ich hab in dem Video aber noch nie gesehen, dass du die normale Kamera startest, sondern das Problem nur bei einer bestimmten Funktion auftaucht.
    Sicher, dass das von euch nicht nur hoch geschaukelt wird?

    • Wenn die Funktion angeboten wird, sollte sie auch funktionieren. Außerdem gibt es das Problem auch bei 4K, und das hat schon 2014 jeder Qualcom Prozessor hinbekommen, also gibt es wohl doch ein Hitzeproblem

  • Flo 28.10.2015 Link zum Kommentar

    Der SD 820 soll unter Hitzeproblemen leiden?
    Ich muss zugeben, dass mich das sehr verwundert. Müsste es nicht Quallcoms oberste Priorität sein, einen Prozessor zu produzieren, der nicht heiß läuft? Denn das hat hart am Image und an den Verkaufszahlen gekratzt, und das lässt sich, so glaube ich zumindest, besser durch einen kühlen als einen schnellen Prozessor aufbessern. Zumal die Performance ja auch stark unter der Wärme leitet.

    Deswegen halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sich Quallcom sehr stark darauf konzentriert, die Probleme des Vorgängers zu beheben und ich würde mich sehr wundern, wenn sie das nicht schaffen würden

    •   9

      Das Hitzeproblem hat am Image gekratzt, dass die Verkaufszahlen niedriger waren, liegt aber wahrscheinlich eher daran, dass die Galaxys ihre eigenen Exynos eingesetzt haben. Schliesslich haben alle andren "Premium"phone weiterhin auf SD810 gesetzt (aufgrund m.M.n. mangelder Alternativen).

  • Das wird wohl nix mehr mit qualcomm, im Note 4 ist wohl die letzte CPU verbaut die noch top ist und war. Wenn das nicht ein Zeichen ist vom Ende qualcomms

  • Liest man diesen Bericht, der sich ebenfalls auf Business Korean beruft, liest sich das etwas anders:

    http://9to5google.com/2015/10/27/samsung-snapdragon-820-overheating/

    Demnach möchte Samsung zunächst das Steuerungsprogramm modifizieren (und nicht die Architektur, was weitaus aufwändiger wäre), um eine Heatpipelösung zur Kühlung zu vermeiden, setzt aber auch diese ein, falls die Software Modifikationen nicht ausreichen.

    Diese Aussage bedeutet letztlich nichts anderes, als dass Samsung zwar gerne die Herstellungskosten verringern will, es aber kein k.o.-Kriterium fùr den SD820 ist, wenn das nicht gelingt.

    Liest man das so, bleibt von der Dramatik der Überschrift nichts mehr übrig.

    Dass auch der SD810 nicht zwingend Überhitzungsprobleme hat (der Begriff wäre ohnehin erstmal zu definieren, d.h. genaue Kriterien festzulegen, unter welchen Bedingungen der SoC wie lange zu laufen hat, ohne herunterzutakten) zeigen ja die neuen Sony Z5.
    Jedes Bauteil, das nicht hinreichend gekühlt wird, überhitzt.

    Ob der Sündenbock beim SD810 also tatsächlich bei Qualcomm, oder bei den Herstellern zu suchen ist, die nicht hinreichend gekühlt haben, sei mal dahingestellt.

    Wegen seiner Strukturbreite (Gatelänge) von 20 nm hat der SD 810 allerdings einen Effizienznachteil gegenüber dem Exynos 7420 mit nur 14 nm. Die SoC mit kleinerer Struktur können nicht nur günstiger hergestellt werden, sie lassen sich auch mit kleinerer Spannung betreiben, was der Effizienz sehr zu gute kommt, lediglich die Leckströme, als die statischen Verluste steigen.

    Unter diesem Gesichtspunkt sollte der SD820 also keinen Nachteil mehr gegenüber Exynos haben, da eine neuere Prozesstechnik mit 10 nm derzeit nicht vor der Einführung steht (Samsung und TMSC arbeiten daran, Intel sowieso, Einführung möglicherweise Q3 2016).


    Von der Zusammenarbeit zwischen Samsung und Qualcomm profitieren beide. Qualcomm hat einen weiteren Lieferanten und partizipiert am Verkauf von Chips in Samsung Smartphones, der Halbleiterbereich von Samsung von einer höheren Auslastung seiner Fabs. Gäbe es die Zusammenarbeit nicht, wären beide bei Drittherstellern von Smartphones dennoch Konkurrenten. Auch Apple bezieht Bauteile von Samsung, obwohl bei den Geräten beide Konkurrenten sind, und in der Vergangenheit Patentstreitigkeiten vor Gericht nicht selten waren. Die Beziehungen zwischen Konzernen sind durch wirtschaftliche Überlegungen geprägt und nicht durch Emotionen, auch wenn mancher CEO in der Öffentlichkeit zuweilen einen anderen Eindruck erweckt.

  •   22

    Das geht ja schon wieder gut los! Mal abwarten wie das s7 wird oder ob Samsung 2016 seinen Kunden endlich mal wieder was gutes tut nach dem extrem Reinfall 2015

    •   9

      Extrem Reinfall ist mal sehr subektiv, ist dir schon klar oder? Ich bin mit meinem Edge+ höchstzufrieden, nachdem ich vorher einanderthalb Jahre das Nexus 5 hatte.

  • Achtung, hier wird man in einigen grundlegenden Punkten falsch informiert. Sehr viel Spekulation, die als Tatsachen verpackt sind. Wo steht in den Quellen zB, dass Samsung den QSD820 nur in modifizierter Variante verbauen will? Eine Heatpipe ist kein Teil des Chips selbst und demnach wird dieser auch nicht modifiziert. Das ist weder realistisch, noch steht darüber etwas in den Quellen. Desweiteren wird auch nicht erwähnt, ob die Hitzeprobleme nun wegen dem Qualcomm Design oder dem Samsung Fertigungsverfahren entstehen. Zudem wird wieder das Bild von einem einzigen Unternehmen namens Samsung gezeichnet. Dabei ist der Halbleiterfertiger Samsung ein anderes Unternehmen als Samsung Mobility. Beide Konzerndivisionen würden von dem Qualcomm-Auftrag profitieren.

  • Ich verstehe nicht wieso Samsung qualcomm helfen will und auch nicht warum sie den 820 im S7 verbauen wollen, den der Exynos 7420 ist doch laut vielen Aussagen sogar der Beste Prozessor derzeit und meiner Meinung nach kann und sollte Samsung diesen einfach weiter entwickeln. Vielleicht würden ja auch noch andere Smartphone Hersteller genauso wie Xiaomi auf den Exynos Zug aufspringen?

    • Der Exynos 7420 ist vielleicht in den Benchmark Ergebnissen sehr gut, aber die Einbindung des Modems ist katastrophal. Deswegen will Samsung auch wieder weg vom Exynos und hin zu einem Qualcomm Chip.

      • Aber Samsung kann finde ich mit dem Exynos die Updates schneller bringen und das System auch besser darauf abstimmen. Ich hab noch nie ein Samsung-Handy mit Snapdragon gesehen, dass wirklich komplett flüssig wie das S6 läuft.

      • Vielleicht weil es auch einfach das leistungsstärkste Samsung Smartphone momentan? Und das S6 ruckelt wie Sau. Brauchste jetzt auch gar nichts zu sagen, dass ich keine Ahnung hätte oder meins dann falsch laufen würde. Hab selber eins mit Custom ROM, Custom Kernel und Xposed. Alles unnötige entfernt. Ruckelt trotzdem. Kann man sogar grafisch anzeigen lassen in den Entwickler Optionen. Im Vergleich zu Nexus Geräten einfach beschissen. Wenn du denkst, das S6 wäre "komplett flüssig", hast du einfach einen äußerst schlechten Blick für so was. Was du behauptest, sagten die Leute auch schon über ein Galaxy S2, S3, S4 und S5. Immer ist das Neuste die Perfektion in Flüssigkeit, bis dann nächstes Jahr das Nächste kommt und dann heißt es "Ja, der Vorgänger hat geruckelt, aber jetzt ist es wirklich absolut flüssig!".

        Wie auch immer, zurück zum Thema: mit Updates und besser abstimmen hat das überhaupt nichts, ich wiederhole überhaupt GAR NICHTS, zu tun. In TouchWiz sind keine speziellen Codezeilen, die nur von einem Exynos gelesen oder auf diesen optimiert sind. Man kann Software auch überhaupt nicht auf einen bestimmten Chip optimieren. Das ist so ein Märchen, was wegen dem iPhone immer überall wiederholt wird. Der Prozessor liest in Binärcode und verarbeitet alles, was man ihm vor die Füße wird. Programmiersprachen sind aber kein Binärcode. Dazwischen liegt ein Compiler. Man kann Programmiersprachen optimieren. Man kann den Compiler optimieren. Man kann aber nicht eins der beiden Dingen an einen bestimmten Chip optimieren. Und mit den schnelleren Updates ist genauso Müll. Samsung veröffentlicht keine Kernel Quellen. Niemand weiß, wie lange Samsung braucht, um Kernel-Treiber anzupassen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Qualcomm aufgrund der jahrelangen Erfahrung es stets direkt zum Release der neuen Android Version hin bekommt. Das hat man schon sehr oft bewiesen. Zumal Qualcomm dies für eine ganze Reihe von Kunden machen muss. Und das Galaxy S6 ist absolut kein Beweis, dass Samsung dadurch Updates schneller verteilt werden. Dafür gab es bisher zu wenige Updates und diese liegen genau in der Zeitspanne, die auch bei anderen Flaggschiffen zuvor benötigt wurde. Und sogar im Gegenteil: die Galaxy Note 4 Variante mit dem Exynos Prozessor hinkt DEUTLICH hinter der Snapdragon Variante, was Updates angeht.

      • Danke für deinen Informationsreichen Kommentar, Frank.

      • Natürlich kann ein Betriebssystem an einen Prozessor angepasst werden, aber nicht wenn man Android nutzt. Bei IOS wird zum Beispiel nur die A-Prozessor Serie von Apple unterstützt, Versuch es auf einem Android-Smartphone zu laufen zu kriegen und du bekommst ein Treiberproblem, da die Architektur nicht unterstützt wird. Android ist jedoch anders konzipiert als iOS, es wird generell jeder Prozessor mit 32 oder 64 bit unterstützt, die Treiber werden vom Supplier bereitgestellt und nicht direkt in das Betriebssystem eingebaut. Je mehr Prozessorarten unterstützt werden müssen, desto generischer muss das Betriebssystem programmiert werden. Deswegen läuft u.a. iOS besser als Android.

  • Kann Android und Qualcomm dem Druck des A9x/ios bzw der Leistungsfähigkeit Apples nicht mehr stand halten ?
    Riecht doch stark danach. Zumindest derzeit.
    Der Tegra64 K1 X1. Wo sind dieße interessanten Produkte ?
    Wobei ich ehrlich gesagt für ein Soc Konzept bin für alle Android Phones. Warum ? Siehe Apple. Ein Minimum an Systemstandards. Und hier halte ich Snapdragon für das geeignete Produkt. Auch wenn es derzeit Probleme gibt. Dazu sind die Exynos nicht offen gelegt wie Qualcomm es macht.
    Deshalb nein zu Exynos. Auch wenn es ein hervorragendes Produkt ist.

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