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Samsung Gear VR im ersten Test: Hands-On mit der Wearable-Zukunft

Samsung hat zusammen mit dem Galaxy Note 4 auch eine Brille vorgestellt, die dem Nutzer eine neue Dimension der virtuellen Realität verspricht. Wie sich die Gear VR im ersten Test schlägt und ob dieses Konzept zukunftsträchtig ist, zeigt unser erster Test.

Samsung Gear VR: Design und Verarbeitung

Die Gear VR ist eine wuchtige Brille, die ihren Träger schlagartig zu einem Protagonisten aus einem Science-Fiction-Thriller macht. Ein breiter Kasten wird, von drei gepolsterten Trägern gehalten, vor das Sichtfeld gespannt. Eine halbtransparente Abdeckung verbirgt den Steckplatz für das Galaxy Note 4, das man benötigt, um die Gear VR zu nutzen - aktuell ist die Brille also ein exklusives Zubehörteil für das Note 4.

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Die Gear VR funktioniert nur im Zusammenspiel mit dem Galaxy Note 4. / © ANDROIDPIT

An der Oberseite befindet sich ein Drehrad zur Einstellung der Sehstärke, damit auch Menschen mit Sehschwäche die Gear VR nutzen können. An der rechten Seite findet man ein ca. 6 Quadratzentimeter großes Touchpad sowie zwei Tasten zur Regelung der Lautstärke. Die Gear VR nutzt die Lautsprecher des Note 4, kann aber über den Kopfhörerausgang oder die Bluetooth-Verbindung des Note 4 auch mit jedem anderen Lautsprechersystem verbunden werden.

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An der rechten Seite der Gear VR befinden sich ein Touchpad (Weiß auf Weiß) sowie ein Lautstärkeregler. / © ANDROIDPIT

Samsung Gear VR: Display

Ein eigenes Display hat die Gear VR nicht, man greift hier auf das Display des Note 4 zurück. Obwohl das eine superscharfe Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln hat (515 ppi), erkennt man beim Blick in die Gear VR deutlich die einzelnen Bildpunkte. Ein wirklich scharfes Bild kommt nicht zustande, egal wie sehr man am Drehrad dreht, um die Schärfe zu regulieren. Das beeinträchtigt das Seherlebnis natürlich enorm, doch hier stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung.

Samsung Gear VR: Besonderheiten

Die Gear VR schottet den Nutzer komplett von der Außenwelt ab und schafft so eine neue, virtuelle Realität, in der man sich schnell verlieren kann. Von außen betrachtet mag das albern aussehen, wenn man den Kopf suchend in alle Richtungen bewegt, doch mit der Brille auf dem Kopf vergisst man schnell die Umgebung. Das Touchpad dient zur Steuerung, doch auch mit Kopfbewegungen kann man durch die Menüs der Gear VR navigieren. 

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Perfekte Abschottung: Mit der Gear VR auf dem Kopf vergisst man schnell die Umgebung. / © ANDROIDPIT

Samsung Gear VR: Software

Die Einsatzmöglichkeiten für die Gear VR sind vielfältig, von 360-Grad-Shootern in Verbindung mit einem Game-Pad von Samsung über Kinofilme mit authentischem Kinosaal-Gefühl bis zu virtuellen Rundgängen und -fahrten durch Sehenswürdigkeiten, die Tiefsee oder das Weltall. Von spielerischen Zerstreuungsübungen bis zu Einsätzen zu Lernzwecken kann die Gear VR eingesetzt werden - entscheidend gefragt sind hier die Entwickler von Software für diese neue Art des mobilen Erlebens.

In der kurzen Demonstration beim Samsung-Event konnten wir die Gear VR in drei Szenarien erleben: Ein Ballerspiel führte uns als Raumschiffpilot durch Meteoritenfelder und ließ uns mittels Tippen aufs Touchpad gegnerische Schiffe zerstören - ein beeindruckendes Spielerlebnis, bei dem man nicht vergessen durfte, sich hin und wieder umzudrehen und nach oben und unten zu schauen, da die Gegner buchstäblich von überall kamen. 

Eine zweite Demo versetzte uns auf die Bühne eines Cabarets, auf der wir einer Artistengruppe bei den Vorbereitungen zu einem großen Auftritt zuschauen konnten. Links und rechts sahen wir die Künstler, der Blick nach vorne zeigte die Bühne, ein Blick über die Schulter zeigte das noch leere Auditorium. Die dritte Demonstration zeigte eine animierte Wüstenlandschaft, in der man, auf Kisten sitzend und in Gesellschaft mehrerer Pinguine, Einblick in einen neuen Animationsfilm bekam. Ein Blick nach links und rechts führte dazu, dass die Sitznachbarn sich umdrehten und freundlich winkten.

Samsung Gear VR: Performance

In unserem kurzen Test reagierte die Gear VR im Zusammenspiel mit dem Note 4 flüssig auf Eingaben und Kopfbewegungen, wenn auch die Steuerung und die Navigation gewöhnungsbedürftig sind. 

Vorläufiges Urteil

Im Moment ist die Gear VR für mich ein spannendes Spielzeug - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie groß die Einsatzmöglichkeiten sind und wie viel Potenzial sich aus dieser Brille herausholen lässt, wird erst die Zukunft zeigen. Bis dahin wird Samsung hoffentlich auch noch an ein paar Stellschrauben gedreht haben: Die Displayauflösung des Note 4 ist sehr hoch, aber nicht hoch genug für ein wirklich scharfes, pixelfreies Bild. Das wäre aber nötig, um ein visuell ansprechendes Erlebnis zu garantieren. Nach unserem Kurztest hatten alle drei Kollegen das Gefühl, von der Nutzung der Gear VR vor allem eines schnell zu bekommen: Kopfschmerzen. Auch bei der Ergonomie und beim Tragekomfort gibt es noch Nachholbedarf: So wie die Gear VR aktuell konstruiert ist, zieht sie den Kopf des Nutzers nach vorne, das deutliche Ungleichgewicht könnte bei längerer Nutzung ziemlich auf die Nackenmuskulatur gehen und zu einem steifen Hals führen. So bleibt die Hoffnung auf schnelle Weiterentwicklung: Die Zukunft der VR-Brillen hat gerade erst begonnen.

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8 Kommentare

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  • Wo bekommt man VR Apps für das Note 4 denn her?

  • Wenn man schon erwähnt, das man die Schärfe einstellen kann, warum dann ohne genaue Daten? hättet ihr locker erfragen können im Fachbereich..

  • Also ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber wenn ich mir den Aufbau von dem Ding so ansehe, hat sich Samsung von Google Cardboard mehr als nur inspirieren lassen, eigentlich ist das ding nix anderes, als Google Cardboard nur mit Plastik Verpackung. Ich frage mich auch was genau da von Oculus kommt? Sind es die Linsen? oder das Design? Vllt. ja auch das Klett-Kopfband? Also mal ernsthaft, dieses "Gerät" macht NICHTS anderes als Googles Cardboard, welches in der Herstellung nichts kostet und mit nahezu allen Geräten kompatibel ist, dieses Ding hier? Nur mit dem Note 4 Kompatibel und wie man Samsung so kennt, kostet das Ding später im Handel wahrscheinlich an die 100€.
    Also eigentlich müssten die sich dafür schämen.

    • Also soweit ich weiss, hat Google Cardboard keine justierbaren Linsen, kein Touchpad, keine Haltegurte, jede Menge Lichteinfall und funktioniert nur bis max. 5 Zoll Smartphones.
      Ich habe eine Durovis Dive VR-Brille und auch hier ist das grösste Problem (genau wie bei Google Cardboard und allen anderen mobilen HMDs bis jetzt) die Steuerung des Telefons bei aufgesetzter Brille. Insofern hat Samsung da schon einen nicht unwesentlichen Schritt nach vorne gemacht.
      Was ich mich frage: Soweit ich weiss nutzt die richtige Oculus Rift (DK2) das Display des Galaxy Note 3. Dort hört man aber komischerweise nicht so massive Kritik bezüglich der geringen Auflösung.

  • Da bekommen die als zu Hoch auflösenden Displays bei Smartphones endlich mal einen Sinn. Und wie man liest reichen die ja noch nichtmal dafür aus, also werden bald noch höhere Auflösungen kommen.
    Finde diese Brille und die Einsatzmöglichkeiten sehr interresant, mehr als Google Glass sogar!

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    Wäre ja nicht typisch Samsung, wenn die was ausgereiftes Neues raushauen würden. Mit der Gear VR 4 o. 5 in zwei o. drei Jahren wird's vielleicht was werden.

  • Erkenne ich da Nico s Spiegelbild in der Brille :P

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Alles klar!