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Galaxy A80 im Hands-on: Samsung hat den (Kamera)-Dreh raus
Samsung Galaxy A80 Hardware Test 7 Min Lesezeit 33 Kommentare

Galaxy A80 im Hands-on: Samsung hat den (Kamera)-Dreh raus

Mit dem Galaxy A80 präsentiert Samsung ein weiteres Smartphone für sein Mittelklasse-Aufgebot und das echte Flaggschiff der Reihe. Wie dessen Geschwister hat es wieder ein besonderes Feature zu bieten. Dieses Mal ist es eine drehbare Pop-up-Kamera, gepaart mit einem formatfüllenden Display. Wir haben das Galaxy A80 bereits ausprobiert und liefern Euch unsere ersten Testeindrücke.

Nicht unter 500 Euro zu haben

Bei der Präsentation des Galaxy A80 nannte Samsung noch keinen Preis für das Flaggschiff seiner Mittelklasse-Reihe. Der wird aber voraussichtlich bei über 500 Euro liegen. Auf den Markt kommen soll das Smartphone voraussichtlich im April dieses Jahres, und zwar in den Farben Schwarz, Gold und Silber.

Formatfüllendes Display dank besonderer Tricks

Wie schon beim Galaxy S10 (zum Test) bringt Samsung im Galaxy A80 ein fast formatfüllendes Super-AMOLED-Display im 20:9-Format unter. Das ist satte 6,7 Zoll groß, löst mit FHD+ auf und brilliert AMOLED-typisch natürlich mit satten Farben und tiefen Schwarztönen. Die Helligkeit erscheint im ersten Test ausreichend hoch auszufallen. Und ebenfalls wie beim Flaggschiff-Modell ist es schon beeindruckend, wenn man wie hier mittlerweile fast nur noch ein Display nahezu ohne Rand in den Händen hält.

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Beim Galaxy A80 bleibt wenig Rand um das Display übrig. / © AndroidPIT

Apropos halten: Das Galaxy A80 fällt mit 9,3 Millimetern deutlich dicker als seine Geschwister aus. Obwohl es damit etwas füllig ist, liegt es dank der zu den Längsseiten abgerundeten Rückseite gut in der Hand. Es fühlt sich bei weitem nicht so sperrig an, wie es auf den ersten Blick erscheint . Trotzdem muss man sich dessen bewusst sein, dass man hier kein schlankes Telefon bekommt.

Doch wie schafft Samsung das mit dem großen Infinity Display? Indem der Hersteller Näherungs- und Helligkeitssensor unter das Display verfrachtet. Und statt die Hörmuschel wie beim Galaxy S10+ in den schmalen Rahmen oberhalb des Displays zu quetschen, setzen die Südkoreaner auf die gleiche Technik wie Huawei beim P30 Pro (zum Test). Beim Telefonieren wird der Ton durch Display-Vibration übertragen. Auch der Fingerabdrucksensor ist in das Display integriert und scannt optisch.

Drei-Kameras für beide Seiten

Doch was ist dann mit der Selfie-Kamera? Eine Notch oder ein Loch im Display? Davon fehlt beim Galaxy A80 jede Spur. Stattdessen hat sich Samsung für die Kamera einen besonderen Trick einfallen lassen. Der Hersteller kopiert den Slider-Mechanismus des Oppo Find X ( zum Test) und kombiniert den mit der drehbaren Kamera des Oppo N1 .

Heraus kommt ein ausfahrbares Kamera-Modul, dass sich drehen kann. Wird also die Frontkamera in der Kamera-App angeschmissen, fährt das Modul wie der Slider des Find X heraus und das ovale, langgezogene Kamera-Modul dreht sich horizontal um 180 Grad. Damit dient die Hauptkamera gleichzeitig als Selfie-Cam.

Hier stehen den Nutzern gleich drei Sensoren zur Verfügung:

  • 48 Megapixel, Weitwinkel, f/2.0-Blende
  • 8 Megapixel, Ultra-Weitwinkel, 123 Grad, f/2.2-Blende
  • Time of Flight (ToF)
AndroidPIT samsung galaxy a80 front camera
Die rotierende Kamera des Galaxy A80. / © AndroidPIT

Damit ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten zum Fotografieren, egal in welche Richtung. Weitwinkel-Aufnahmen sind genauso möglich wie Gruppen-Selfies, und Portraits klappen dank ToF-Kamera (Time of Flight) hervorragend. Bei Augmented-Reality-Apps hilft die Kamera bei der Tiefenerkennung. Ein bisschen KI spielt in der Kamera-App auch mit und bietet beispielsweise einen Szenenerkennung wie bei den aktuellen Highend-Modellen.

Leider können wir Euch an dieser Stelle noch keine ersten Testbilder oder weitere Infos zur Kamera-App liefern. Hier handelt es sich noch nicht um die finale Software, weshalb wir das später mit unserem Testgerät nachholen müssen. Auch Bewegtbilder vom Kamera-Modul dürfen wir Euch bislang noch nicht zeigen.

Das Kamera-Konzept hat auch seine Nachteile

So interessant und außergewöhnlich das Kamera-Design auch ist, zeigen sich beim ersten Test bereits die Nachteile. So ist die Verarbeitung des Galaxy A80 zu großen Teilen zwar hervorragend, zeigt aber am Modul-Ansatz deutliche Schwächen. Da wäre der vergleichsweise große Spalt im eingefahrenen Zustand. Und ist die Kamera erst ausgefahren, bietet sich hier noch mehr Angriffsfläche für Staub, Dreck oder Wasser.

AndroidPIT samsung galaxy a80 side
Spannend wird, wie lange der motorisierte Slider durchhält. / © AndroidPIT

Auch der motorisierte Drehmechanismus wollte nicht immer so, wie wir. Manchmal drehte sich die Kamera beispielsweise nicht vollständig in die Selfie-Position. Fraglich bleibt auch, wie lange der Mechanismus durchhält, wenn dieser im Alltag wirklich beansprucht wird. Schon beim ersten Test stellten wir zum Beispiel fest, dass das Modul beim Betrachten eines geschossenen Selfies direkt wieder einfährt, nur um beim Zurückgehen in die Kamera-App wieder in Schussposition zu gehen. Das dürfte zulasten der Langlebigkeit gehen, lässt sich aber immerhin Software-seitig beheben - und wird es hoffentlich auch.

Aktuelle Software, was sonst

Bei der Software kommt wie auch auf allen anderen neuen Galaxy-A-Smartphones die aktuelle Android-Version 9.0 Pie zum Einsatz . Darüber stülpt Samsung seine neue One Ui 1.1 und das ist auch gut so. Denn ohne die speziell für große Displays verbesserte Oberfläche wäre das große Galaxy A80 nur mit zwei Händen vernünftig zu bedienen. So kann man immerhin mache Aufgaben auch einhändig erledigen. Mehr zur OneUI erfahrt Ihr in diesem Artikel:

Snapdragon statt Exynos

Eine kleine Überraschung gibt es noch unter der Haube des Galaxy A80. Denn hier kommt nicht etwa einer von Samsungs Exynos-Chipsätzen, sondern der Snapdragon 7150 mit maximal 2,2 GHz von Qualcomm zum Einsatz , dem 8 GByte RAM und 128 GByte erweiterbarer Festspeicher (microSD) zur Seite stehen.

Der Grund? Für das, was der koreanischer Hersteller mit dem Modell bieten will, war der Qualcomm-Chip am besten geeignet. Denn das Galaxy-Smartphone soll als Flaggschiff der Mittelklasse-Serie auch eine gehobene Performance liefern. Wie man uns auf Nachfrage mitteilt, hat man selber dafür aktuell nicht den passenden Exynos in petto und hat daher auf Qualcomm zurückgegriffen.

AndroidPIT samsung galaxy a80 back2
Unter der Haube werkelt ein Qualcomm-Chip/ © AndroidPIT

Beim ersten Ausprobieren konnten wir keine Ruckler oder langen Bedenkzeiten beim Öffnen von Apps ausmachen. Ob das Galaxy A80 aber auch aufwändige 3D-Spiele schafft und wie es sich im Alltag schlägt, wird unser finaler Test zeigen müssen.

Zwei Tage Laufzeit könnten drin sein

Als Energiespender verbaut Samsung im Galaxy A80 einen 3.700 mAh großen Akku, der sich mit 25-Watt über das “Super Fast Charging“-Netzteil entsprechend schnell aufladen lässt. Die Akkulaufzeit konnten wir in unserem Hands-on natürlich noch nicht auf die Probe stellen. Die Kombination aus sparsamen Prozessor, FHD-Auflösung und besagter Kapazität lässt bei wirklich sparsamer Nutzung  aber auf zwei Tage Laufzeit hoffen .

AndroidPIT samsung galaxy a80 port
Geladen wird natürlich über USB Typ C. / © AndroidPIT

Ob das klappt, werden wir im finalen Test sehen. Natürlich kommt auch hier eine intelligente Akkuverwaltung zum Einsatz, welche die Gewohnheiten und App-Nutzungsmuster analysiert, um den Stromverbrauch zu optimieren. Geladen wird über den USB-C-Anschluss auf der Unterseite neben dem, wie auf obrigem Bild zu sehen, kein Klinkenanschluss mehr Platz fand. Den hat Samsung beim Galaxy A80 gestrichen gestrichen.

Innovation oder Blender?

Das Samsung Galaxy A80 ist mit seiner rotierenden Kamera ein wirklich besonderes Smartphone und zeigt, dass Samsung es immer noch drauf hat. Ja, auch das Galaxy S10 hat mit dem Loch im Display eine interessante Neuheit zu bieten, aber selbst das kann nicht mit dem Wow-Effekt bei diesem Gerät mithalten. Leider wirkt das neue Galaxy-Smartphone aber eben auch ein bisschen so, als wäre es auch irgendwie zum großen Teil für diesen Wow-Effekt gebaut worden.

Das soll aber nicht bedeuten, dass das Galaxy A80 nur ein Blender ist. Auf dem Papier und auch während unseres Hands-ons hinterlässt das Smartphone einen guten ersten Eindruck, auch wenn der Akku bei der Größe und Dicke gern noch etwas größer hätte ausfallen können. Doch das große Feature, die Kamera, hinterlässt trotzdem einen faden Beigeschmack, denn sie wirkt zunächst nicht besonders langlebig.

Natürlich lässt sich das nur schwer prüfen, aber wir werden uns für unseren finalen Test das alles noch einmal genauer anschauen, wenn auch die finale Software vorliegt und wir uns näher mit der Technik hinter der herausfahrbaren Kamera beschäftigen können. Bis dahin bin ich skeptisch, freu mich aber, dass Samsung hier mit einer neuen Technik wieder Mut beweist. 

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33 Kommentare

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  • Hülle für A80? Als Chemie Student haben wir in 80 Jahren,Taschenrechner in Pariser gesteckt . A80 mit rausfahrende und drehbaren Kamera würde Samsung gut in Parise Erdbeeregeschmack gut passen


  • ...soll UFS 2.1 haben. Das sagte mir zumindestens ein Reviewer auf Youtube. Auf nur eine positive Antwort verlasse ich mich jetzt aber nicht. Es bleibt also spannend.


  • Klinke fehlt. Das ausfahrbare und Drehbare Kamerateil ist keine schlechte Idee. Aber Motor ist mist. Bessr einfach mechanisch schieben /drehen gebt schneller und ist sicher haltbarer.


  • Ich wüsste gern ob UFS 2.1 verbaut ist. 🤔
    Falls ja, gewiss ein Kandidat um mein S8+ abzulösen.


  • Eine Hülle wird es sich nicht für das A80 geben.


  • "Aktuelle Software, was sonst"
    Ist das so? Patchlevel April?
    Oder ist ein Windows 10 auch dann "aktuelle Software", wenn noch nie Updates eingespielt wurden?


  • Da scheint mir Samsung doch ein bisschen sehr über das Ziel hinaus zu schießen. Erst muss der Slider hochfahren und dann noch die Kamera sich drehen...ein bisschen viel, was elektronisch anfällig ist. Da gefällt mir die Mix-Lösung mit dem Schiebemechanismus besser. Die Frontkamera nur bei Bedarf ausschieben, ohne Elektrik, und die Rückkamera separat zu haben.


  • Bin ja gespannt, wie das laufen soll, wenn das Ding erstmal in den Händen erster Käufer ist, wenn der Mechanismus jetzt schon alles andere als gut funktioniert. Lebensdauer von 2 Wochen oder wie?


  • Und schon wieder komme ich aus dem Lachen nicht raus. Irgendwer muss mir erklären warum Samsung sowas macht.

    Samsung bringt ein nagelneues, tolles (aus ihrer Sicht) Galaxy S10 raus - mit einem neuem Display mit Loch. Das Loch muss ja sein, weil man halt nicht weiß wie man die Kameras sonst unterbringen soll.

    Und jetzt kommt ein A80 mit einer tollen Front, die von keiner Notch oder einem Loch gestört wird. Und das Highlight: Volle Frontkamera-Power, die man ausfahren kann.

    Hab ich jetzt irgendwas nicht verstanden, oder warum macht Samsung sowas? Warum haben sie das nicht ins S10 verfrachtet? In DEM Jubiläums-Smartphone? Kein S10-Besitzer kann mir sagen, dass er das Loch im Display schön findet. Es ist ein Loch! Ein Loch im Sichtfeld. Sollen sich die Autofahrer ein Stück Panzertape auf die Frontscheibe kleben und sagen, dass es toll wäre.

    Hätten sie das Gerät zur IFA gezeigt, okay. Aber kurz nach dem Flaggschiff mit sowas um die Ecke zu kommen, finde ich schon böse gesagt frech - ich bezieh mich hier auf die reine Frontkamera-Ausfahrfunktion.


    • Weil es offensichtlich nur schlecht funktioniert und Samsung sowas nicht im wichtigsten Flaggschiff einbauen kann.


      • Natürlich hätten sie im S10 dem Mechanismus eine höhere Aufmerksamkeit gewidmet - ohne diese seltsame Drehbewegung. Bei einem A80 reicht es ja, wenn der Junior Manager ein Auge auf dem Produkt hat (reine Vermutung von mir). Aber der Ausschlaggebende Punkt ist ja, dass es geht - was auch viele anderen Hersteller schon zeigten. Und ja, man kann heraushören, dass mich das Loch im Display sehr stört. Wäre ich damit fein, dann hätte ich bereits ein S10.

        Aber vermutlich ist es mal wieder ein Testballon, um zu sehen, wie das Gerät angenommen wird. Trotzdem bleibt da so ein seltsamer Nachgeschmack.


      • Vielleicht haben sie die Technik einfach nicht rechtzeitig fertig bekommen, um es noch im S10 zu verbauen. Selbst jetzt scheint die Software noch etliche Kinderkrankheiten zu haben. Zudem traut man der Haltbarkeit möglicherweise selbst noch nicht genug, um den Mechanismus gleich im Flaggschiff zu verwenden.


      • @Uta
        Der IP-Schutz kommt aber auch noch hinzu. Den musste Samsung beim S10 schlicht verbauen. Bei der A-Reihe scheint das nur wenige zu interessieren bzw. einige verteidigen Samsung dort sogar mit "gab's bei der A-Reihe noch nie", auch wenn das nicht stimmt.
        Und auch Platz ist hier ein Argument. Das S10+ ist nur 7.8mm dick und kommt auf 4100 mAh, dieses Ding hier hingegen ist mit 9.3mm für Smartphone-Verhältnisse regelrecht fett und hat dennoch nur 3700 mAh.

        Das A80 hier werden im Vergleich zum S10 nur SEHR wenige Leute kaufen und entsprechend relevant ist, wie gut die Mechanik funktioniert.
        Aber nur weil Samsung sowas beim S10 einbaut, wäre der Mechanismus nicht plötzlich stabiler oder ähnliches. Da steckt viel zu viel hinter.

        Und wenn einen solche Herangehensweisen stören, dann kann man ehrlich gesagt nie Samsung-Geräte kaufen ^^
        Beim Note9 hat Samsung bspw. auch großspurig damit geworben, als sei es eine halbe Weltsensation, dass der Standard-Speicher jetzt 128GB groß ist und nur 1-2 Monate später kommt das A9 für ~500€ ebenfalls mit 128GB ^^


      • Mich interessiert es nicht ob IP zertifiziert da ich das Smartphone eh nicht mit ins Wasser nehme.


      • Also ich bin froh, dass das S10 nicht so ein Brocken mit herausfahrbarer Kamera ist, sonder das kleine Loch oben in der Ecke des Dispalys besitzt. Sieht im Gesamtpaket einfach deutlich ausgereifter aus und ist weniger anfällig.

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